{"id":1759,"date":"2025-02-16T12:00:00","date_gmt":"2025-02-16T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.countrylife.at\/gesundheitszentrum\/?p=1759"},"modified":"2025-04-02T18:49:05","modified_gmt":"2025-04-02T16:49:05","slug":"erstes-gruen-aus-flur-und-garten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.countrylife.at\/gesundheitszentrum\/erstes-gruen-aus-flur-und-garten\/","title":{"rendered":"Erstes Gr\u00fcn aus Flur und Garten"},"content":{"rendered":"\n<p>Die dunklen Wintermonate geh\u00f6ren der Vergangenheit an. Das Warten auf das erste zarte Gr\u00fcn hat sich gelohnt. In fr\u00fcheren Zeiten, als es in unseren Breiten noch keine S\u00fcdfr\u00fcchte in den Gesch\u00e4ften zu kaufen gab, waren die Menschen viel mehr auf die ersten gr\u00fcnen Spr\u00f6sslinge von den Wiesen und aus dem Garten angewiesen als heute, galt es doch endlich wieder an Vitamin C zu kommen. Heute stellen Wildkr\u00e4uter und das erste Gr\u00fcn aus dem Garten eher Delikatessen dar, vielleicht sogar eine revolution\u00e4re Antwort auf das Einerlei von Fertigprodukten und gewohnter Hausmannskost. Ihren Stellenwert als Nahrungsgrundlage haben die Wildpflanzen verloren. Aber im Volksgut ist vieles verankert geblieben, wird neu belebt von Menschen, die den Wunsch in sich tragen, der Natur wieder ein St\u00fcck n\u00e4her zu kommen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.rundumgesund.org\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2025\/02\/Wildkraeuter.jpg\" alt=\"Erstes Gr\u00fcn aus Flur und Garten\" class=\"wp-image-4591\"\/><\/figure>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Sammeln von Wildpflanzen<\/h1>\n\n\n\n<p>Bl\u00fcten, Bl\u00e4tter, Wurzeln und Sch\u00f6\u00dflinge werden so gesammelt, dass der Pflanzenbestand in der Natur nicht gesch\u00e4digt wird. Es werden keine ganzen Pflanzen ausgerissen, noch nimmt man einer Pflanze alle Bl\u00fcten oder Bl\u00e4tter, sodass sie sich weiter vermehren kann. Der Sammelort sollte m\u00f6glichst weg von befahrenen Stra\u00dfen oder ged\u00fcngten Feldern sein. Auf die \u00f6rtlichen Naturschutzbestimmungen muss ebenfalls geachtet werden. Gesch\u00fctzte Pflanzen sind immer tabu.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Inhaltsstoffe<\/h1>\n\n\n\n<p>Die wichtigsten Inhaltsstoffe unserer Wildkr\u00e4uter kommen aus der Gruppe der Kohlenhydrate. Dazu geh\u00f6rt die St\u00e4rke. Sie dient der Pflanze als Reservestoff und in der menschlichen Ern\u00e4hrung liefert sie uns Energie. Viele Zuckerarten dienen uns als weitere Energiespender. Die Zellulose als Ger\u00fcststoffe der Pflanzen liefert unsere Ballaststoffe. Dazu geh\u00f6rt auch Pektin, das uns sogar beim Senken des Cholesterinspiegels hilft. Das Chlorophyll, der gr\u00fcne Pflanzenfarbstoff liefert uns Magnesium. Es ist gleichzeitig antibakteriell und deodorierend. Wildpflanzen versorgen uns mit Mineralstoffen und Spurenelementen und liefern uns Vitamine, besonders Carotinoide und Vitamin C. Die pflanzlichen Enzyme wirken als Biokatalysatoren und beschleunigen Stoffwechselvorg\u00e4nge. Daher sollten wir auch immer einen gro\u00dfen Anteil roh genie\u00dfen, da Enzyme beim Erhitzen zerst\u00f6rt werden. Wohlriechende \u00e4therische \u00d6le wirken entz\u00fcndungshemmend und antibakteriell, harntreibend und appetitanregend. Manche sind allerdings auch hautreizend. Gerbstoffe binden Eiwei\u00dfstoffe auf der Haut und den Schleimh\u00e4uten. Dadurch wirken sie antibakteriell und f\u00e4ulnishemmend. Die Bitterstoffe regen den Speichel- und Magensaftfluss an. Sie unterst\u00fctzen die Arbeit der Leber und sind allgemein kr\u00e4ftigend und appetitanregend. Schleimstoffe sind entz\u00fcndungshemmend und reizmildernd. Sie wirken auf die Atemwege. Saponine bilden zusammen mit Wasser Schaum. Sie sind schleiml\u00f6send und wassertreibend. Pflanzliche Hormone wirken antikanzerogen. Hohe Gehalte finden wir in Salbei und Hopfen. In manchen Pflanzen kommen Alkaloide vor. Das sind Giftstoffe von denen wir lieber Abstand nehmen sollten. Sie spielen eine Rolle in der Pharmazie wo sie als Heilmittel eingesetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Wildsalate<\/h1>\n\n\n\n<p>Da die Salate roh gegessen werden, ist eine gr\u00fcndliche Reinigung besonders wichtig. Den groben Schmutz entfernt man bereits am Sammelort. Auch m\u00f6gliche Insekten werden gut abgesch\u00fcttelt. Die Bl\u00e4tter werden als Ganzes gewaschen, damit der Vitaminverlust m\u00f6glichst gering bleibt. Da die meisten Wildkr\u00e4uter einen sehr intensiven Geschmack haben, ist es gut, sie mit milderen Zutaten und Marinaden zu mischen. F\u00fcr den B\u00e4rlauch eignet sich hervorragend Kartoffelsalat, f\u00fcr L\u00f6wenzahn ebenfalls oder man mischt ihn unter einen bunten Fr\u00fchlingssalat. Auch N\u00fcsse und \u00c4pfel bieten sich zum Mischen an. Kochen ist etwas Kreatives, haben Sie Mut zum Experimentieren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">L\u00f6wenzahn (Taraxacum officinale)<\/h2>\n\n\n\n<p>Der L\u00f6wenzahn ist wohl der bekannteste Vertreter unter den Wildsalaten. Ihn kennt jedes Kind, besonders dann, wenn die Pusteblumen, seine Fruchtst\u00e4nde, zum Wegblasen einladen. Seine dunkelgr\u00fcnen Balttrosetten tragen spitze, stark glappte, l\u00e4ngliche Bl\u00e4tter. Die Art der Lappung und die Blattgr\u00f6\u00dfe ist allerdings bei den verschiedenen Arten, und es gibt immerhin mehrere hundert, sehr variabel. F\u00fcr den Sammler spielt diese Artenvielfalt weniger eine Rolle. Einen Doppelg\u00e4nger hat der L\u00f6wenzahn in den Leuenzahnarten, auch Milchkraut genannt. Der auff\u00e4lligste Unterschied zum L\u00f6wenzahn, der ja einen hohlen St\u00e4ngel hat, sind die steifen Bl\u00fctenstiele der Leuenzahnarten. \u00dcber die Verwendung ihrer Bl\u00e4tter ist nichts bekannt.<br>Die jungen Bl\u00e4tter des L\u00f6wenzahns sind f\u00fcr Salate besser geeignet als \u00e4ltere, derbere. Diese kann man daf\u00fcr, aber nur sparsam, da sie eine herb-bittere Note haben, f\u00fcr Kr\u00e4utersuppen verwenden. Wem der L\u00f6wenzahnsalat zu bitter ist, kann ihn nach dem Zerschneiden kurz in lauwarmes Wasser legen. Dabei geht allerdings auch einiges an Vitaminen und Mineralstoffen verloren. Es sind gerade diese Bitterstoffe, die den Wildsalat so kostbar machen. Sie wirken appetitanregend, f\u00f6rdern die Verdauung, regen den Gallenfluss an und verhelfen Niere und Leber zu einer erh\u00f6hten Aktivit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.rundumgesund.org\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2025\/02\/Loewenzahn-720x539.jpg\" alt=\"L\u00f6wenzahn mit Bl\u00fcte\" class=\"wp-image-4582\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">L\u00f6wenzahn \u2013 Wikimedia <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/User:Cbaile19\">Cbaile19<\/a> <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/publicdomain\/zero\/1.0\/deed.en\">CC0<\/a>, <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=130770292\">Link<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die L\u00f6wenzahnwurzel ist als Gem\u00fcse zu bitter. Aber die Bl\u00fctenk\u00f6rbchen k\u00f6nnen zerpfl\u00fcckt als Schmuck in den Salat gemischt werden. Es gibt auch ein Rezept zum Herstellen von L\u00f6wenzahnbl\u00fctenhonig.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">B\u00e4rlauch (Allium ursinum)<\/h2>\n\n\n\n<p>Der B\u00e4rlauch ist eine Waldpflanze. Er bevorzugt schattige Laubw\u00e4lder und tiefgr\u00fcndigen, feuchten Boden. Kenner warten jeden Fr\u00fchling sehns\u00fcchtig auf ihn und pilgern zu den Stammpl\u00e4tzen, wo sie ihn jedes Jahr sammeln. Der Neuling sollte die Bl\u00e4tter sehr genau anschauen, denn er hat einen giftigen Doppelg\u00e4nger, das Maigl\u00f6ckchen und f\u00fcr sehr Unge\u00fcbte auch die sehr giftige Herbstzeitlose. Allerdings gibt es gute Unterscheidungsmerkmale. Die B\u00e4rlauchbl\u00e4tter stehen meist zu zweit und haben einen langen, deutlichen Blattstiel. Die Unterseite des lanzenf\u00f6rmigen Blattes ist matt, die Blattadern verlaufen parallel und die Mittelrippe tritt ausgepr\u00e4gt hervor. Die Unterseite des Maigl\u00f6ckchens ist gl\u00e4nzend und die Blattrippe weniger ausgepr\u00e4gt. Der B\u00e4rlauch besitzt unterirdisch eine kleine Zwiebel und das Maigl\u00f6ckchen ein Rhizom (unterirdischer Erdspro\u00df). Die Herbstzeitlose hat keinen Blattstiel. Sie ist eine Wiesenpflanze und kommt wohl kaum gemeinsam mit B\u00e4rlauch vor. Auch mit dem Salomonssiegel k\u00f6nnte B\u00e4rlauch verwechselt werden, da beide am gleichen Standort vorkommen. Diese Wei\u00dfwurzart hat aber einen Stockwerksbau. Die Bl\u00e4tter sitzen abwechselnd links und rechts am aufrechten Spross.<br>Die Bl\u00e4tter vom B\u00e4rlauch werden am vorteilhaftesten vor der Bl\u00fcte geerntet. Sp\u00e4ter werden sie derber und z\u00e4h. Man kann sie roh zu Salaten oder Brotaufstrichen verarbeiten und gekocht zu Gratins, Suppen, B\u00e4rlauch-Spaghetti, auf die Pizza streuen. Als B\u00e4rlauch\u00f6l retten die Kenner den scharf-aromatischen Geschmack sogar in den Winter hin\u00fcber. Die jungen, sternf\u00f6rmigen Bl\u00fcten kann man ebenfalls als w\u00fcrzende Zutaten verwenden.<br>Auf den K\u00f6rper wirkt B\u00e4rlauch wie Knoblauch. Er kann den Cholesterinspiegel senken und stoppt Entz\u00fcndungen. Aber wie beim Knoblauch wird er nicht von allen Menschen gleich gut vertragen. Dann bitte nur in kleinen Mengen konsumieren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.rundumgesund.org\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2025\/02\/Baerlauch-720x480.jpg\" alt=\"B\u00e4rlauchbl\u00e4tter\" class=\"wp-image-4581\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">B\u00e4rlauchpflanze vor der Bl\u00fcte \u2013 Wikimedia <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/\">CC BY-SA 3.0<\/a>, <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=99204\">Link<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Blattgem\u00fcse<\/h1>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Giersch, Gei\u00dffu\u00df (Aegopodium podagraria)<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Giersch ist bei vielen nur als l\u00e4stiges Unkraut bekannt, das, wenn man es einmal im Garten hat, kaum mehr wegzukriegen ist. Er w\u00e4chst massenhaft in Geb\u00fcschen, lichten W\u00e4ldern und Hecken. Der Giersch, auch Gei\u00dffu\u00df genannt, hat hellgr\u00fcne, gl\u00e4nzende, kahle, deutlich dreiteilige, ges\u00e4gte Fiederbl\u00e4tter und sie \u00e4hneln etwas den Holunderbl\u00e4ttern. Der Aromatische K\u00e4lberkopf ist sein Doppelg\u00e4nger. Seine Bl\u00e4tter sind aber deutlich behaart und eher graugr\u00fcn. Er ist nicht giftig, wird aber in der K\u00fcche nicht verwendet. Der Giersch riecht beim Zerreiben leicht nach Karotte, Pastinak und Sellerie. Durch diesen dominanten Geschmack eignet er sich vorz\u00fcglich zu Suppen, Aufl\u00e4ufen und Quiches. Kenner bevorzugen Giersch pur. Anf\u00e4nger sollten ihn lieber mischen mit Brennessel, Gundermann und Taubnessel.<br>Giersch ist reich an Vitamin C. Die vielen Begleitstoffe regen die Verdauung und den Appetit an.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.rundumgesund.org\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2025\/02\/Giersch-720x461.jpg\" alt=\"Giersch\" class=\"wp-image-4583\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Giersch am Wegesrand <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/\">CC BY-SA 3.0<\/a>, <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=191528\">Link<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Brennnessel (Urtica dioica)<\/h2>\n\n\n\n<p>Die gro\u00dfe Brennnessel ist eine ausdauernde Pflanze, die bis zu 150 cm hoch werden kann. V\u00f6llig zu Unrecht wird sie als h\u00e4ssliches, l\u00e4stiges Unkraut abgestempelt. Die ges\u00e4gten Bl\u00e4tter haben einen Blattstiel und sitzen jeweils zu zweit am St\u00e4ngel. Die ganze Pflanze ist mit Brennhaaren \u00fcberzogen. Darum kann sie nur blanchiert gegessen werden, da sonst die Brennhaare im rohen Zustand die Mundschleimh\u00e4ute reizen w\u00fcrden. Junge Bl\u00e4tter sind zarter und weniger reich an Nitrat. Durch das Blanchieren geht aber viel Nitrat verloren. Das Blanchierwasser kann den Pflanzen als D\u00fcnger gegeben werden. Die Brennnessel l\u00e4sst sich wie Spinat verwenden zu Suppen, Aufl\u00e4ufen, Strudel, Quiches, Nockerln, Tee. Die blanchierten Bl\u00e4tter lassen sich gut einfrieren. Frische Bl\u00e4tter kann man trocknen. Ich reibe sie dann, das geht am besten wenn sie etwas warm sind, durch ein Sieb. So entsteht ein feines Pulver f\u00fcr die Suppe, \u00fcber den Salat oder ins Kr\u00e4utersalz. Mischungen mit Taubnesseln verleihen den Gerichten noch ein kr\u00e4ftigeres Aroma.<br>Die Brennnessel enth\u00e4lt Vitamine, Flavonoide, Chlorophyll, Eisen und Kiesels\u00e4ure.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Hopfen (Humulus lupulus)<\/h2>\n\n\n\n<p>Hopfen w\u00e4chst in Hecken, an Waldr\u00e4ndern und Z\u00e4unen. Es ist eine Liane. Die Bl\u00e4tter und Triebe greifen sich rau an, da sie mit Kletterhaaren bedeckt sind. Die jungen Hopfenspro\u00dfen ergeben ein delikates Gem\u00fcse. Der Pflanze schadet es auch nicht, wenn man die jungen Triebe abschneidet, da sie weiter unten wieder frisch austreibt. Die jungen Triebe erinnern etwas an Spargel und werden etwa 10 cm lang abgeschnitten. Bissfest gekocht, mit etwas zerlassener Butter \u00fcbergossen, schmecken sie am feinsten. Sie eignen sich auch gut als Suppeneinlage. Die zartbittere Note entsteht durch die Bitterstoffe, die appetitanregend und verdauungsf\u00f6rdernd wirken.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.rundumgesund.org\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2022\/04\/Bitter-Herbs-fi-720x488.jpg\" alt=\"Bitter Herbs\" class=\"wp-image-2286\"\/><\/figure>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Gew\u00fcrze<\/h1>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gundermann, Gundelrebe (Glechoma hederacea)<\/h2>\n\n\n\n<p>Auch der Gundermann ist f\u00fcr Rasenbesitzer ein l\u00e4stiges Unkraut, da er sich sehr schnell gro\u00dfe Areale erobert. Eigentlich sollte man ihn als Freund betrachten, liefert er doch ein herrliches Gew\u00fcrz. Botanisch ist er mit der Taubnessel verwandt. Die graugr\u00fcnen, herzf\u00f6rmigen Bl\u00e4tter haben einen gekerbten Rand. Sie sind leicht behaart. Die kleinen Bl\u00fcten sitzen in den Achseln der Bl\u00e4tter. Sie k\u00f6nnen als Garnierung \u00fcber Salate gestreut werden. Die Bl\u00e4tter k\u00f6nnen zusammen mit Schafgarbe, fein geschnitten, in Salate oder in Suppen gemischt werden. Sie besitzen ein kr\u00e4ftiges, herbes Aroma, darum nicht im \u00dcberma\u00df verwenden. Der Gundermann enth\u00e4lt \u00e4therisches \u00d6l, Bitter- und Gerbstoffe. Fr\u00fcher kurierte man offene Wunden mit Umschl\u00e4gen aus den Bl\u00e4ttern, daher auch der Volksname Wundkraut.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.rundumgesund.org\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2025\/02\/Gundermann-720x499.jpg\" alt=\"Gundermann\" class=\"wp-image-4584\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Gundermann \u2013 Wikimedia, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/4.0\">CC BY-SA 4.0<\/a>, <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=127858879\">Link<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kerbel, Kerbelkraut, Gartenkerbel (Anthriscus cerefolium)<\/h2>\n\n\n\n<p>Wer einen gro\u00dfen Garten hat, kann diese zarte, hellgr\u00fcne, einj\u00e4hrige Pflanze verwildern lassen. Sie streut ihre Samen selber aus und geht immer wieder irgendwo auf. Bei mir w\u00e4chst sie bevorzugt rund um den warmen Kompostplatz, zwischen den Himbeeren und unter dem Pfirsichbaum. In der Natur sucht er sich eher warme Standorte in lichten Hecken, Weing\u00e4rten, auf B\u00f6schungen und Ruderalstellen. Die hellgr\u00fcnen Fiederbl\u00e4ttchen riechen nach dem Zerreiben s\u00fc\u00dflich, aber w\u00fcrzig nach Anis. Der Kerbel bl\u00fcht Ende Mai und bekommt dann etwa 20 bis 70 cm hohe St\u00e4ngel. Er ist ein Doldengew\u00e4chs. Die zarten Bl\u00e4tter erntet man bis zur Bl\u00fcte. Man verwendet sie roh. Beim Kochen verlieren sie schnell den Geschmack. Auch Trocknen und Einfrieren bringt nur Aromaverlust. Daher eignet sich der Kerbel am besten f\u00fcr Blattsalate, Karottensalat und Kr\u00e4uteraufstriche. In Suppen und Saucen kocht man ihn nur ganz kurz mit.<br>Alle Doppelg\u00e4nger des Kerbels haben keinen Anisgeruch. Es sind dies die Knollige Kerkelr\u00fcbe, der Wiesenkerbel, der Taumel-K\u00e4lberkopf und die Hunds-Petersilie. Sie sind alle ungiftig, werden aber in der K\u00fcche nicht verwendet. Einen sehr giftigen Doppelg\u00e4nger gibt es allerdings. Das ist der Schierling. Die Bl\u00e4tter sind etwas gr\u00f6\u00dfer und riechen beim Zerreiben streng unangenehm nach M\u00e4useharn. Der Blattstiel ist im Gegensatz zum zarten Kerbel m\u00e4chtig, hohl und rot gefleckt. So kann man ihn gut unterscheiden. Die Bl\u00e4tter erscheinen auch erst sp\u00e4ter im Jahr.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.rundumgesund.org\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2025\/02\/Kerbel-720x484.jpg\" alt=\"Kerbel\" class=\"wp-image-4585\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Kerbel \u2013 By <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/User:Kenraiz\">Krzysztof Ziarnek, Kenraiz<\/a>, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/4.0\">CC BY-SA 4.0<\/a>, <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=100447415\">Link<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schafgarbe (Achillea millefolium)<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Schafgarbe ist leicht zu erkennen an ihren zarten, filigranen Bl\u00e4ttchen, die Rosetten bilden. Bl\u00fcht die Pflanze ab Juni, stirbt die Rosette ab. Man findet aber praktisch das ganze Jahr neue Rosetten, so kann man immer frisch ernten. Der zart bittere Geschmack ist interessant in der Gesamtkomposition eines Gerichts. Schafgarbe eignet sich am besten in einer Kr\u00e4utermischung aus Brennnesseln, G\u00e4nsebl\u00fcmchenblattern, Gundermann, Veilchenbl\u00e4ttern und Pfeilkresse, eventuell etwas L\u00f6wenzahn dazu. In Suppen oder Spinatgem\u00fcse gemischt stellt diese Mischung ein Geschmackserlebnis dar. Auch in Kr\u00e4utersalz macht sich Schafgarbe gut. Nicht zu vergessen ist der Tee, alleine oder in Mischungen mit Kamille und Pfefferminze. Er beruhigt Magen, Darm und Galle und regt durch den hohen Gehalt an Kalium die Nieren an.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.rundumgesund.org\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2025\/02\/Schafgarbe-720x470.jpg\" alt=\"Schafgarbe\" class=\"wp-image-4586\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Schafgarbe \u2013 By <a href=\"https:\/\/www.inaturalist.org\/users\/1864958\">Gabe Schp<\/a> \u2013 <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/publicdomain\/zero\/1.0\/deed.en\">CC0<\/a>, <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=96675252\">Link<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Kleine Ursachen \u2013 gro\u00dfe Wirkung<\/h1>\n\n\n\n<p>Wenn Wild- und Gew\u00fcrzpflanzen in den t\u00e4glichen Speiseplan eingebaut werden, bringen sie Abwechslung in die Ern\u00e4hrung und versorgen unseren K\u00f6rper mit lebensnotwendigen N\u00e4hrstoffen. Der ganze Stoffwechsel kann dadurch positiv beeinflusst werden. Auf unseren Gesundheitszustand wirken sie sich positiv aus in dem sie Krankheiten heilen k\u00f6nnen oder gar nicht erst entstehen lassen. Der Umgang mit den Wildpflanzen bringt uns zur\u00fcck zur Natur und damit auch zu unserem Sch\u00f6pfer, der sie sich alle f\u00fcr uns ausgedacht hat.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Bl\u00fcten<\/h1>\n\n\n\n<p>Zum Schluss noch eine Anregung. Es hei\u00dft ja, dass die Augen mitessen. Zum Schm\u00fccken von unseren herrlichen und gesunden Fr\u00fchlingssalaten eignen sich die Bl\u00fcten von G\u00e4nsebl\u00fcmchen, L\u00f6wenzahn, Kapuzinerkresse, Gundermann, Veilchen, Ringelblume, Rotklee, Taubnessel, Margeriten und Wiesenlabkraut. Wie schon gesagt: Kochen ist etwas Kreatives. Der Fr\u00fchling mit seinen vielen aromatischen Wild- und Gartenkr\u00e4utern verlockt geradezu zu Experimenten. Gutes Gelingen w\u00fcnscht Mag. Esther Neumann.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Rezepte<\/h1>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">B\u00e4rlauch-Pesto<\/h2>\n\n\n\n<p>1 gro\u00dfe Hand voll B\u00e4rlauchbl\u00e4tter, fein geschnitten<br>80 g Pinienkerne, ger\u00f6stet<br>2 Knoblauchzehen, gepresst<br>2 EL geriebenen Parmesan<br>1\/8 l Oliven\u00f6l<br>etwas Salz<br>Alle Zutaten mischen, mit Stabmixer p\u00fcrieren, Sauce muss cremig werden. Zu Teigwaren servieren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wildspinat<\/h2>\n\n\n\n<p>etwa 500 g Wildspinatpflanzen wie B\u00e4rlauch, Brennnessel, Taubnessel, Giersch<br>Brennnessel blanchieren, grob hacken<br>andere Wildpflanzen waschen und grob schneiden<br>1 Zwiebel, fein geschnitten<br>1 EL Mehl<br>etwas Butter, Margarine oder \u00d6l<br>Salz, Muskat, ev. Pfeffer<br>1\/8 l Sahne<br>3 EL Sauerrahm<br>etwas mehr als 1\/4 l Wasser<br>1 EL Gem\u00fcseextrakt<br>Fett erw\u00e4rmen, Zwiebel leicht and\u00fcnsten, mit Mehl stauben, mit etwas Wasser aufgie\u00dfen, gut durchr\u00fchren, zerkleinertes Wildgem\u00fcse beif\u00fcgen, gut durchmischen, mit restliches Wasser aufgie\u00dfen, Gew\u00fcrze dazugeben, gut durchmischen, etwa 15 Minuten leicht kochen bis s\u00e4mig, Sahne und Sauerrahm hinzuf\u00fcgen, nochmals kurz aufkochen, eventuell nachw\u00fcrzen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wildkr\u00e4uter-Limonade<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Kr\u00e4uterstrau\u00df (10 Gierschbl\u00e4tter, 1 Ranke Gundermann, 1 St\u00e4ngel Pfefferminze)<br>Es k\u00f6nnen nat\u00fcrlich auch andere Kr\u00e4uterstr\u00e4u\u00dfe zusammengestellt werden.<br>1 l Apfelsaft<br>1 Zitrone, gepresst<br>1\/2 l Mineralwasser<br>Kr\u00e4uterstrau\u00df in den Apfelsaft h\u00e4ngen, mit einem Kochl\u00f6ffel kr\u00e4ftig draufdr\u00fccken um die Kr\u00e4uter etwas zu zerdr\u00fccken, k\u00fchl stellen, nach drei Stunden Strau\u00df herausnehmen, Zitronensaft und Mineralwasser zugeben.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/doutorcesar.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.ernaehrungaktuell.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Ein Artikel von <a href=\"https:\/\/www.rundumgesund.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">RundumGesund.org<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die dunklen Wintermonate geh\u00f6ren der Vergangenheit an. 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