Bewegung – ein Prinzip des Lebens

28. November 2021 von Esther Neumann

Bewegung heißt nicht nur hinter dem Ball herlaufen. Alles, was lebt, bewegt sich. Menschen, Tiere, sogar Pflanzen bewegen sich. Bewegung ist ein Kennzeichen des Lebens. Durch Bewegung können wir unsere Umwelt erforschen. Bewegung prägt uns. Unsere Bewegungsart prägt aber auch unsere Umwelt. Denken wir nur ans Auto. Wo begegnet man dem Auto überall! Stellen wir uns einmal eine Stadt ohne Autos vor. Unvorstellbar? Oder wäre das der Himmel auf Erden für die Fußgänger?

Bewegung – ein Prinzip des Lebens

Wer einmal versucht, „Leben“ zu definieren, wird sehr schnell merken, dass das gar nicht so leicht ist. Was gehört alles dazu, um etwas wirklich „Leben“ nennen zu können! Fortpflanzung? Dann wäre ein Mensch alleine tot, denn um sich zu vermehren braucht es zwei. Aber sie gehört sicher zum Lebensprinzip dazu, genauso wie die ständige Erneuerung der Zellen, die Anpassungsfähigkeit, die Improvisation und ganz sicher die Energie und die daraus resultierende Bewegung. Wenn sich eine Kletterpflanze um eine Rankhilfe windet, ist das Bewegung. Zugegeben, es ist eine extrem langsame. Auch Schnecken bewegen sich sprichwörtlich langsam, aber sie kommen vorwärts. Für Gartenbesitzer, denen sie den Salat abfressen, sind sie oft viel zu schnell. Ein Leopard jagt so schnell dahin wie ein Auto.

Auch ein Spitzensportler kann ein beachtliches Tempo hinlegen. Rechnet man den 100m-Lauf von Asafa Powell auf Stundenkilometer um, so sind das beinahe 37 Kilometer in der Stunde. Das ist das Ergebnis eines jahrelangen Trainings. Disziplin und ein starker Wille gehören ebenfalls dazu.

Powell leading at the 2007 World Championships in Osaka, Japan - Photo by Eckhard Pecher (Arcimboldo) - Own work, CC BY 2.5 Wikimedia

Die Steuerzentrale für Wille und Körper zum Bewegen der Muskeln ist das Gehirn. Die Nervenbahnen vom Gehirn zu den Muskeln geben die Befehle weiter. Abwechselnd werden elektrische Impulse in chemische umgewandelt und umgekehrt. Ein wahres Wunderwerk der Schöpfung, bedenkt man noch die Geschwindigkeit, in der alles abläuft. In tausendstel Sekunden laufen solche Reaktionen an Tausenden von Muskelfasern ab. Bewegung ist und bleibt ein Wunder, an das wir im Alltag, wenn wir uns bewegen, gar nicht mehr denken. Sollten wir unerwartet einmal im Rollstuhl sitzen, wüssten wir das Wunder wieder zu schätzen.

Bewegunsmangel

Unsere moderne Lebensart hat uns aber träge gemacht. Schiff, Bahn, Auto und Flugzeug haben uns lange Fußmärsche abgenommen. Maschinen helfen uns bei der körperlichen Arbeit. Wir müssen also immer mehr für einen Ausgleich sorgen, damit wir nicht zu „Bewegungsmuffeln“ werden. Bewegung bleibt ein Prinzip des Lebens. Und alles, was wir nicht üben, was wir nicht benützen, verlieren wir.

Churchill soll gesagt haben: „Sport ist Mord“ beziehungsweise „No Sports“. Dabei war er in jungen Jahren als Offizier in Wirklichkeit ein äußerst sportlicher Mensch. Fechten, Reiten, Schwimmen und Polo waren seine Sportarten. Zudem unternahm er eine höchst strapaziöse Flucht zu Fuß aus einem Gefangenenlager der Buren im Jahr 1899. Diese Flucht wurde als große körperliche Leistung bewertet. Der erste Marathonläufer in der Antike soll nach seinem Lauf tot zusammengebrochen sein. Auch in der Presse finden sich immer wieder Meldungen, wonach Sportler nach ihren Leistungen tot zusammensackten oder zumindest einen Kollaps erlitten. Nach einschlägigen Untersuchungen ist aber das Risiko des Ablebens nach Sport sehr gering. Meist trifft es Menschen, die sich untrainiert zu Spitzenleistungen herausgefordert haben. Nun müssen wir nicht gerade Fußballer oder Spitzensportler werden.

Vorteile für unsere Gesundheit

Durch ausdauernde Sportarten werden die durch Herz-Kreislauf bedingten Todesfälle von 70 auf 30 pro 10 000 Personen reduziert. Durch Sport oder einfach durch ausdauernde Bewegung wird das Herz trainiert. Bewegung senkt den Ruhepuls. Wenn wir ihn um 10 Schläge pro Minute verringern können, muss das Herz im Jahr 5.256.000 weniger oft schlagen. Welch Gewinn! Bewegung senkt den Blutdruck und den Cholesterinspiegel. Auch dadurch kann das Herz nur gewinnen. Die Sauerstoffzufuhr im ganzen Körper wird verbessert. All das sind Faktoren, die Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugen. Der Sport kann das Altern nicht ganz verhindern, aber ganz gut hinauszögern. Richtig angewendet steigert er aber die Leistungsfähigkeit, Gehirndurchblutung, Widerstandskraft und Vitalität.

Senior exercising - Photo by Barbara Olsen from Pexels

Bewegung senkt den Insulinbedarf und hilft den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren. Sie stärkt Knochen und Muskeln. Kalzium und Mineralstoffe können sich nur dank der Bewegung einlagern. Wer kennt nicht die dünnen Glieder, wenn nach sechs Wochen der Gips abgenommen werden kann? Das ist durch Bewegungsmangel entstanden. Für solche, denen das Wort „Sport“ ein rotes Tuch ist, kann es durch Gehen, Schwimmen, oder Spaziergang ersetzt werden. Auch diese Bewegungsarten verbessern unsere Lebensqualität beträchtlich, wenn sie regelmäßig und wenigstens für eine halbe Stunde pro Tag ausgeübt werden.

Bewegung ist nicht nur für unser körperliches Wohlergehen zuständig. Auch unsere Seele profitiert davon. Man kann den Depressionen wirklich davonlaufen. Jeder, der das schon einmal ausprobiert hat, kann das bestätigen. Beim Bewegen werden Endorphine, Glückshormone, ausgeschüttet. Diese heben die Stimmung. Die vermehrte Blutzufuhr zum Gehirn lässt uns wieder klarer denken. Wenn ich am Computer sitze und nichts mehr weitergeht, gehe ich hinaus in den Garten. Nach einiger Zeit Gartenarbeit oder einem flotten Spaziergang mit dem Hund geht alles wieder viel besser.

Keine Ausreden!

Die größten Hindernisse, sich zu bewegen, sind die faulen Ausreden: Keine Zeit, zu alt, zu kalt, heute nicht, morgen fange ich an, alleine, zu fad. Für alle Ausreden findet man eine Lösung. Bewegung kann in den Alltag eingebaut werden. Schon beim Aufwachen im Bett macht man noch unter der warmen Decke einige Übungen. Beim Anziehen der Kleider geht es weiter. Da kann man mit etwas Fantasie ein ganzes Bewegungsprogramm einbauen. Etwa so: Beim Sockenanziehen gleichzeitig auf einem Bein hüpfen. Wenn man das T-Shirt über den Kopf zieht, absolviert man ein Stretchinprogramm mit anschliessendem Hüftkreisen. Wem fällt noch etwas ein?

Stretching im Bett - Photo by Diana Dynaeba from Pexels

Beim Weg zur Arbeit oder Schule geht man ein Stück zu Fuss. Auf den Rolltreppen wird zusätzlich gelaufen. Auch im Alter findet man eine angemessene Bewegungsart. Es darf ruhig etwas gemütlicher zugehen. Sogar in Altenpflegeheimen können mit einigen Minuten Fitnessprogramm pro Tag Erfolge verbucht werden. Gegen die Kälte gibt es entsprechende Kleidung und zudem wird einem sowieso schnell warm. Heute noch fange ich an, mich mehr zu bewegen, alleine, wenn ich eher ein Einzelgänger bin. Mit Freunden zusammen macht es allerdings mehr Spaß. Gleichgesinnte findet man bei etwas Bemühen immer. Also: Ab heute mehr Pfiff ins Leben durch mehr Bewegung!

Esther Neumann

Esther Neumann studierte Ernährungswissenschaften auf der Universität Wien. Seitdem schrieb sie für viele Jahre für das Gesundheitsmagazin „Leben und Gesundheit“, und führte Gesundheitsvorträge in vielen Orten Österreichs durch. www.ernaehrungaktuell.at/


Ein Artikel von RundumGesund.org

15 kreative Familienaktivitäten für zu Hause

26. September 2021 von Martin Neumann

Als Familie zu Hause festzusitzen kann manchmal langweilig werden, vor allem, wenn man sich immer an die gleichen bewährten Aktivitäten hält, wie Filme schauen und Monopoly spielen. Welche Beschäftigungen man zu Hause mit seiner Familie auswählt, bestimmt das Ausmaß und Qualität des Familienspaßes, den man zusammen erlebt. Wenn man ungewöhnlich viel Zeit zu Hause mit der Familie verbringt, muss man kreativ sein und neue spannende Aktivitäten ausprobieren.

15 kreative Familienaktivitäten für zu Hause

Hier sind einige lustige und innovative Ideen, um die Familienzeit zu bereichern:

Origami

Origami ist eine alte japanische Kunst, bei der Papier gefaltet wird, um verschiedene Arten von Formen von z.B. Tieren, Pflanzen usw. zu erstellen. Es ist eine ansprechende Kunstart, die jeder erlernen kann. Um Origami zu lernen, braucht man nur weißes Papier, Farbstifte, eine Schere und Kleber. Tutorials kann man leicht bei YouTube finden und gemeinsam mit der Familie ausprobieren. Es macht Spaß, sobald man herausgefunden hat, wie es funktioniert.

Origami Schwan

Als ich ein Kind war, hatte ich ein Buch mit mehr als 50 Origami-Figuren, von denen ich alle gefaltet habe. Es hat sehr viel Spaß gemacht, die jeweilige Falttechnik herauszufinden und ich hatte die Sammlung der Figuren überall um mich herum. Macht man es gemeinsam als Familie, ist es noch unterhaltsamer.

Indoor-Zelten

Indoor-Zelten ist eine weitere lustige Aktivität für Familien. Es ist einfach einzurichten und alles, was man braucht, ist meist schon im Haus vorhanden. Man kann das Wohnzimmer in einen Campingraum verwandeln, das Licht ausschalten und abwechselnd Geschichten erzählen, während man Mais auf einem tragbaren Brenner röstet.

Einen YouTube-Kanal starten

Je nach Fachwissen kann man seine Fähigkeiten auf YouTube vermitteln. Man kann Do-it-yourself-Projekte zeigen, praktische Tipps geben, seine Lieblingsrezepte vorstellen, man kann etwas eher Informativeres machen oder sich für Themen über spezielle Seltenheiten entscheiden. Es gibt keine Grenzen, was auch immer du leidenschaftlich gerne machst, präsentiere es anderen auf YouTube. Das kann dein persönliches Projekt sein, oder auch ein Familienprojekt. Kommt dir kein anderes Thema in den Sinn, kannst du zeigen, was deine Familie alles für Aktivitäten macht.

Schatzsuche

Eine Schatzsuche ist eine weitere Möglichkeit, als Familie etwas Schönes zu erleben. Um sie unterhaltsam zu gestalten, sollte eine Person die Suchhinweise vorbereiten und den Rest der Familie in Gruppen einteilen. Die Suchhinweise sollten für die verschiedenen Altersgruppen der Familie geeignet sein, damit alle aktiv mitmachen können.

Ein eigenes Workout erstellen

Erstelle mit deiner Familie dein eigenes „High Intensity“ Workout. Jeder wählt seine Lieblingsübung, wie z. B. Ausfallschritte, Hampelmänner, Kniebeugen oder Springschnur springen. Führt jede Übung mit Hilfe eines Timers 30 Sekunden lang aus und macht dann eine 10-sekündige Pause. Führt vier Sätze jeder Übung aus und macht dann eine 30-sekündige Pause. Wechselt während der Pause zur nächsten Übung. Dieses „Intervalltraining“ macht Spaß, ist rasant und bringt die Herzen in Bewegung!

Familien-Kochwettbewerb

Familien Kochduell - Alle werden einbezogen

Abhängig von den Ressourcen, die man im Haus hat, ist eine weitere sehr lustige Aktivität, die man durchführen kann, ein Kochwettbewerb. Ähnlich wie beim Meisterkoch im Fernsehen teilt man sich in Teams auf und kreiert ein völlig neues Gericht mit einer bestimmten Auswahl an Zutaten. Um es noch interessanter zu machen, kann man die verschiedenen Zutaten auf ein Drehrad schreiben und abwechselnd das Rad drehen, um die Zutaten auszuwählen. Verwendet nur die ausgewählten Zutaten für den Kochwettbewerb! Oder man lässt sich auf internationale Rezepte ein, indem man jeden Tag kulinarischen Köstlichkeiten eines anderen Landes ausprobiert.

Familienprojekt

Ein Familienprojekt zu starten ist eine ausgezeichnete Idee, wenn man eine längere Zeit gemeinsam als Familie zu Hause verbringen wird. Die Wahl des Projekts hängt von den Interessen der Familie ab, aber sie können von der Renovierung des Hauses bis hin zu einem Bastelprojekt reichen. Man kann auch einen Familiengarten anlegen, wenn man über ausreichend Platz verfügt. Alternativ kann man ein paar Pflanzen in Töpfen aufziehen.

Eine neue Sprache lernen

Das Erlernen einer neuen Sprache ist eine interessante Beschäftigung, die jedes Familienmitglied mit einbezieht. Da es sich um eine neue Sprache handelt, sind alle auf Augenhöhe und können gemeinsam beginnen. Einigt euch auf die Sprache und legt los. Es gibt so viele Lern-Apps und kostenlose Online-Tutorials, dass man sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen sollte! Um die Sache noch spannender zu machen, plant eine zukünftige Reise in ein Land, in dem die neue Sprache gesprochen wird!

Verwandle dein Zuhause in eine Kunstgalerie

Bring deine Kinder zum Malen

Wecke die inneren Künstler in jedem Familienmitglied, indem du ein Kunstfestival zu Hause veranstaltest. Jeder muss mitmachen und seine Kreativität und Fantasie nutzen, um seine künstlerische Seite auszudrücken, indem er malt, zeichnet, am Computer kreativ wird oder eine Collage mit alten Zeitungen erstellt. Am Ende kann man alle Meisterwerke an die Wände kleben, um seine eigene Familienkunstgalerie zu schaffen!

Einen Brief schreiben

Besorge Briefumschläge, Briefmarken, Stift und Papier und schreibt alle einen Brief an Oma oder eine andere Person die ihr liebt. Legt unbedingt die Zeichnungen der Kinder mit hinein. Bringt den Brief zur Post und alle werden sich darüber freuen.

Ein Puzzle zusammensetzten

Puzzle pieces

Das Zusammensetzen eines Puzzles mit 5.000 Teilen erfordert etwas Geduld, kann aber die ganze Familie mit einbeziehen. Es macht Spaß, herauszufinden, wo die Teile hingehören und es ist eine Aktivität, die einen eine Weile beschäftigen wird. Traut man sich ein solch monströses Projekt nicht zu, kann man auch mit einem 1.000-Teile-Puzzle beginnen.

Kreativ werden

Ist die Zeit vorhanden, lerne stricken oder häkeln. Die Website Ravelry ist eine gute Ressource für Stricker aller Fähigkeitsstufen. Makramee ist ein weiteres interessantes Hobby, mit dem man eine Vielzahl von dekorativen Objekten herstellen kann. Eine weitere unterhaltsame Aktivität, an der alle teilnehmen können, ist das Bemalen von eigenen T-Shirts. Wenn man möchte, kann man auch eine Bemalung mit Wachs vornehmen und das T-Shirt anschließend färben. Eine Zeitung und ein Bügeleisen werden helfen, das Wachs herauszubekommen, nachdem die Farbe getrocknet ist.

Eine Visionstafel erstellen

Besprich mit der Familie, was ihr in diesem Jahr gemeinsam unternehmen wollt. Sucht dann im Internet ein paar Fotos heraus, um es zu illustrieren. Hängt die Tafel an einem gut sichtbaren Ort auf.

Bringe dein Familienfotoalbum auf Vordermann

Entferne den „digitalen“ Staub von deinen alten Fotos, die du auf deinem Computer aufbewahrst und beginne ein neues Familienfotoalbum. Dies kann eine vergnügliche Aktivität mit der Familie sein, da jedes Familienmitglied sich an die schönen Erlebnisse erinnert. Die Überarbeitung der digitalen Fotos ist auch eine gute Gelegenheit, Duplikate und irrelevante Bilder zu entfernen und so wertvollen Platz auf seinem Computer oder Cloud-Speicher freizugeben.

Einen virtuellen Ausflug machen

Es gibt mehrere Adressen im Internet, die virtuelle Touren anbieten. Man kann sich Museen, Kunstgalerien, Nationalparks, Zoos und vieles mehr anschauen. Schalte einen Live-Cam-Stream auf deinem Fernseher ein und lass dich von deinen Kindern über ihre Entdeckungen in Echtzeit aufmerksam machen. Außerdem kann man einige Orte auf Google Maps besuchen und in der Satelliten- und Straßenansicht erkunden. Erzähle Geschichten darüber, was du dort erlebt hast, erzähle deiner Familie, was sich seit deiner Kindheit verändert hat, oder erkunde einfach einige berühmte Orte. Hier einige Angebote, die man sich für einen virtuellen Rundgang ansehen kann:

Aquarium des Pazifiks Online

Wal- oder Seeotter-Webcam des Georgia Aquariums

Los Angeles Zoo – Virtual Learning

Finde deinen virtuellen National Park

100 virtuelle Rundgänge

Explore.org Natur Livecams

Stuck at Home Science vom California ScienCenter

Virtueller Rundgang durch das Boston Children’s Museum

Kunstgalerien

Wie man seine Kinder unterhalten kann

Während einer Pandemie ist jeder betroffen, unabhängig von Geschlecht oder Alter. Menschen aus allen Gesellschaftsschichten sind betroffen und Kinder werden nicht verschont. Kinder sind von Natur aus hyperaktiv – sie müssen sich bewegen, sie brauchen es, mit anderen Menschen zu interagieren sowie sich auch auf bestimmte Aktivitäten zu konzentrieren. Nicht in die Schule gehen zu können, mit anderen Kindern zu spielen oder einfach nur draußen zu rennen, kann ihr Leben nachhaltig beeinflussen. Es liegt in der Verantwortung aller Eltern und Erziehungsberechtigten, die negativen Auswirkungen der limitierten Kontakte auf die Kinder zu minimieren. Dazu ist ein gewisses Maß an Kreativität erforderlich, um während der Dauer der Einschränkungen Ideen zu entwickeln.

Lustige Gruppenspiele spielen

Es gibt eine ganze Reihe von Gesellschaftsspielen, die Kinder spielen können, um sich während einer Pandemie abzulenken. Das Wichtigste dabei ist, dass man sich an die Art von Spielen hält, die sie gern mögen. Als Eltern kann man sich auch an einigen der Spiele beteiligen, um es interessanter zu machen. Auch kann man das Spiel ab und zu selbst aussuchen, allerdings sollte man die Kinder in die Auswahl eines Spiels einbeziehen.

Einen Alphabet-Tag machen

Lasse dein Kind am Abend einen beliebigen Buchstaben auswählen. Gestalte am nächsten Tag Aktivitäten rund um Dinge, die mit diesem Buchstaben beginnen. Wenn der Buchstabe zum Beispiel „L“ ist, könnte man einen Lauch in einem Rezept verwenden, das man an diesem Tag isst, und eine Lampe mit farbigem Papier verzieren. Man kann sich auch Tiere heraussuchen, die mit „L“ beginnen und sich alberne Sätze ausdenken, bei denen jedes Wort mit „L“ beginnt, wie „Lovely Little Leopard“ (liebenswerter kleiner Leopard).

Malen mit Rasierschaum unter der Dusche

Malen mit Rasierschaum kann für Kinder ein großer Spaß sein. Wenn man es noch interessanter gestalten will, kann man Lebensmittelfarbe in den Rasierschaum geben. Um sicher zu gehen, sollten man die Aktivität auf den Fliesen des Badezimmers oder in der Dusche durchführen, wo sich die Verschmutzung ganz einfach reinigen lässt.

Ein Deckenzelt bauen

Besorge dir ein paar Decken und breite diese über ein paar kleine Tische, Stühle oder was sich sonst finden lässt, um dem Zelt die richtige Form zu geben. Die Kinder werden große Freude daran haben, stundenlang in ihrer neu geformten Welt zu spielen.

Lasse deine Kinder bei der Hausarbeit helfen

Kinder freuen sich darüber, im Haushalt mithelfen zu dürfen

Die Hausarbeit ist, neben Spielen, eine weitere Beschäftigung, die man mit seinen Kindern durchführen kann. Bringe ihnen etwas bei oder bitte sie, dir bei der Hausarbeit zu helfen und mache es interessant für sie. Sie können dabei helfen, ihre Lieblingsmahlzeit zuzubereiten, den Tisch zu decken und beim Putzen des Hauses zu helfen, indem sie z.B. die Möbel abstauben. Sie können auch beim Waschen oder Falten der Wäsche helfen. Manche Kinder lieben es, wenn sie etwas tun, wozu ihre Eltern sie ermutigen oder auffordern. Also, versuche es!

Kekse backen

Kinder beteiligen sich sehr gerne am Keksebacken. Lasse sie ihre Lieblingsformen ausstechen und die Kekse werden am Ende doppelt so gut schmecken. Man kann ihnen auch einen Brotteig geben, aus dem sie eine Figur, ein Haus oder ihr Lieblingstier formen können. Bei der Zubereitung des Teigs kann man sogar ein paar Lektionen in Zählen, Messen oder sogar Mathematik einbauen.

Gib ihnen Bücher zu lesen

Bücher helfen Kinder ihren Intellekt weiter zu entwickeln

Bücher sind eine großartige Möglichkeit, Kinder abzulenken. Versuche also, ihnen Bücher zum Lesen zu geben. Man könnte jedem Kind je nach Alter ein anderes Buch geben und dann jeden Tag vor dem Schlafengehen um eine 5-minütige Zusammenfassung bitten. Das wird sie nicht nur beschäftigen, sondern auch ihren Intellekt fördern und ihre Neugierde stillen.

Den Kindern bei den Schularbeiten helfen

Wenn Kinder zu Hause bleiben sollen, während die Schulen geschlossen sind, erhalten sie möglicherweise Aufgaben und Hausaufgaben. Man kann seine Kinder unterhalten, indem man ihnen bei den Hausaufgaben hilft. Was Kinder mehr als alles andere wollen, ist, einige exklusive Zeit nur mit ihren Eltern zu verbringen und sie schätzen die Aufmerksamkeit sehr, wenn man ihnen hilft. Wenn die Schule ihnen keine Aufgaben gibt, die sie zu Hause erledigen sollen, können Eltern sich selbst Aufgaben ausdenken. Hierbei Konzentriert man sich am Besten auf Bereiche, mit denen das Kind in der Schule gerade zu kämpfen hat, um diese Bereiche zu stärken.

Hilf ihnen, ihre Talente zu entfalten

Es ist wahr, dass jede dunkle Wolke einen Silberstreifen hat. Selbst während einer Pandemie können die Talente Ihrer Kinder weiterentwickelt werden. Man kann sich die Situation zu nutze machen und Wege finden, das Talent des Kindes zu fördern oder sogar neue Talente zu entdecken. Ist dein Kind zum Beispiel ein aufstrebender Künstler, ermutige den Künstler in ihm, indem du Malbücher, Bleistifte und Buntstifte kaufst. Man kann auch einen Schritt weiter gehen, indem man einige Kunstgalerien im Internet besucht und dem Kind erklärt, was jedes Bild symbolisiert, wo und wann das Gemälde entstanden ist und was den Künstler zu diesem speziellen Bild inspiriert hat. Ältere Kinder können damit beginnen, ein Instrument zu lernen. Flöte ist ein einfacher Anfang, aber ab einem gewissen Alter kann man auch Klavier oder Gitarre in Betracht ziehen.

Martin Neumann

Martin Neumann hat in 1998 in Wildwood Lifestyle Center & Hospital an einen Kurs für Gesundheitsberatung teilgenommen. Seitdem hat er rund um die Welt Vorträge und Kurse über gesunde Lebensweise und natürliche Heilmethoden gehalten. Er ist der Gründer von dem Abundant Health Netzwerk.


Ein Artikel von RundumGesund.org

Jeder ist für seine Gesundheit verantwortlich!

19. September 2021 von Esther Neumann

Eigenverantwortung für die Gesundheit ist eine der wichtigsten Säulen unseres Gesundheitswesens. Auf ihr steht nicht nur unsere Lebensqualität, sondern auch die Finanzierung des Gesundheitssystems. Großartige Fortschritte in der Medizin und Forschung bescheren uns teure Behandlungen. Die Lebenserwartung der Menschen steigt, aber nicht immer die Lebensqualität.

Jeder ist für seine Gesundheit verantwortlich!

Das Gesundheitssystem wird immer teurer. Wir dürfen uns nicht nur auf die Politiker und die Krankenkassen verlassen, wenn es darum geht, unsere Gesundheit zu bewahren oder wieder zu erlangen. Gesundheitspolitik steht immer im Spannungsfeld zwischen Gesellschaft und Individuum. Wo liegt unsere Eigenverantwortung?

Ein Autofahrer rast über die Autobahn. Da leuchtet plötzlich auf dem Armaturenbrett eine Kontrolllampe auf. Schnell wird das Auto auf den Pannenstreifen gelenkt. Wo liegt der Fehler? Was muss unternommen werden, dass das Auto wieder einwandfrei funktioniert? Es ist der Keilriemen der Lichtmaschine. Die nächste Werkstatt wird angefahren und der Schaden behoben.

Wenn wir unserem Körper die gleiche Aufmerksamkeit schenken würden wie dem Statussymbol Auto, wäre es um unser Wohl besser bestellt. Mit dem Auto gehen wir regelmäßig zur Überprüfung. Wir brauchen das Pickerl, die Vignette, sonst dürfen wir gar nicht mehr fahren. Wie schaut es mit der Vorsorge für unseren Körper aus? Was verbirgt sich hinter der Vorsorge? Der Gang zum Arzt, die Vorsorgeuntersuchung oder doch mehr?

Vorsorge für unsere Gesundheit

Ganz entscheidend ist es, welchen Stellenwert wir einer gesunden Lebensweise einräumen. Dazu gehört eine vernünftige Ernährung, ausreichend Bewegung, eine intakte Um- und Arbeitswelt und die richtige Geisteshaltung. Es liegt zu einem großen Teil an uns, die Weichen Richtung Gesundheit zu stellen. Unsere Mündigkeit ist gefragt.

Einkauf von Gemüse im Supermarkt - Foto by Jack Sparrow from Pexels

Eine Studie hat belegt, dass etwa 37% der Gesundheit vom Lebensstil abhängt. 29% machen die Erbanlagen aus, wobei auch hier der Lebensstil nochmals eine Rolle spielt, ob die Erbanlagen auch wirklich zum Tragen kommen oder nicht. 24% unserer Gesundheit geht auf Kosten der Umwelt und nur 10% auf die kurative Medizin.

Unsere Gesundheit ist Gabe und Aufgabe zugleich. Richtige Grundsätze müssen uns dabei leiten, denn Krankheit ist das Bemühen der Natur, den Körper von Zuständen zu befreien, die meist durch Übertretung der Naturgesetze entstanden sind.

Lebenslanges Lernen

Der Mensch stirbt zweimal. Das erste Mal, wenn er aufhört zu lernen. Dieses Sprichwort kommt ganz besonders zum Tragen, wenn es um unsere Gesundheit geht. Stecken wir den Kopf nicht in den Sand. Es ist unsere Aufgabe, zu lernen, wie unser Körper funktioniert. Wir lernen ihn auf diesem Weg erst richtig schätzen und verstehen, warum wir manches tun und anderes lassen sollen.

Unser Körper ist ein wahres Wunderwerk, von einem großartigen Schöpfer ausgedacht. Derselbe Schöpfer will, dass wir gesund und glücklich sind. Er zeigt uns aber auch den Weg dazu in seinem Wort, der Heiligen Schrift.

Gebrauchsanweisung

Immer wenn wir ein Haushaltsgerät oder eine Maschine anschaffen, studieren wir die Gebrauchsanleitung. Wir wollen ja möglichst lange für unser Geld auch einen Gewinn haben. Und trotzdem veraltet eine Maschine relativ schnell. Sie landet auf dem Müll, ist überholt. Wie lange wollen wir aber mit unserem Körper auskommen? 75, 80 Jahre, wenn es hoch kommt 100! Und da sollte man keine Gebrauchsanweisung studieren und befolgen?

Die Grundsätze der Bibel sind eine Basis, auf die man sich verlassen kann. Sie werden nicht beim ersten Wind von Modeströmungen wieder umgeschmissen. Die wichtigsten Grundsätze sind wohl der freie Wille und die Liebe. Freier Wille macht verantwortlich. Es ist meiner freien Willensentscheidung überlassen, ob ich Gottes Ratschläge annehmen will. Und die Bibel ist voll davon. Lesen wir nur wieder einmal aufmerksam die weisen Sprüche Salomos durch.

Eine Frau liest in einer Bibel - Photo by Tima Miroshnichenko from Pexels

Es ist auch mein freier Wille, ob ich meine Lebens- und Ernährungsweise in diese oder jene Richtung lenken will. Die Entscheidung liegt bei mir. Und die Folgen stehen im direkten Zusammenhang meiner Entscheidungen.

Eigenverantwortung heißt eigene Antworten geben auf die Fragen des Lebens, eigene Aktivitäten setzten, sich in Bewegung setzen, vernünftig zu konsumieren. Sozialer Druck löst Konsum hervor. Das zeigt sich beim Rauchen, beim Alkohol, bei der Ernährung und der Mode. Bin ich frei, zu meiner eigenen Entscheidung zu stehen und die Folgen zu tragen?

Über allem die Liebe

Gesund leben alleine ist aber zu wenig. Bewegung alleine wird es nicht vermögen, mich gesund zu erhalten. Wir müssen in jeden Bereich unseres Lebens die Liebe Gottes hineinlassen. Gottes Liebe und die Liebe zu den Mitmenschen hält gesund und heilt. Das hat sicher schon jeder einmal selber erlebt. Wenn man sich auf jemanden freut, jemanden gernhat, lebt man ganz anders. Man bekommt Kraft, geht Probleme ganz anders an. Haben wir Schönheit und Liebe vor Augen, regt das unsere Hormone an. Endorphine – Glückshormone werden ausgeschüttet. Damit lebt es sich gesünder.

Zuneigung einer Mutter für ihre Kinder - Photo by Ketut Subiyanto from Pexels

Es ist immer einer da, der mich liebt – Gott und Jesus Christus, sein Sohn, der mich so sehr geliebt hat, dass er sein Leben für mich gegeben hat. Dieses Wissen hilft mir, auch meinen Nächsten zu lieben. Dadurch wird das Leben freudiger und angenehmer. Das wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus.

Durch Krankheit den Wert der Gesundheit erkennen

Gesundheit kann man erhalten oder durch viel Geduld wieder erlangen. Es ist sicher nicht die Absicht unseres Schöpfers gewesen, unseren Körper, den er so wunderbar bereitet hat (Psalm 139, Vers 14), zu Schaden kommen zu lassen. Schuld an Krankheit und Not ist meist der Ungehorsam des Menschen gegenüber Gottes Gesetzen. Von Hippokrates stammt der Ausspruch: „Krankheiten befallen uns nicht aus heiterem Himmel, sondern entwickeln sich aus täglichen kleinen Sünden wider die Natur. Wenn diese sich gehäuft haben, brechen sie scheinbar auf einmal hervor.“

Ein Krebspatient - Foto by Ivan Samkov from Pexels

Krankheiten werden auch durch seelisches Fehlverhalten ausgelöst. Egoismus, Schuld, Angst, Überforderung können Menschen seelisch und organisch krank machen. Wir kennen dafür den Begriff „Psychosomatik“. Auch hier setzt meine Eigenverantwortung ein. Will ich mich mit negativen Gedanken herumquälen oder suche ich Hilfe bei Gott und bei den Mitmenschen? Die Entscheidung liegt bei mir. Ein weiterer Gedanke zur Verantwortung: Kein Mensch ist alleine krank. Seine Umgebung leidet immer mit. Darum ist der Ausspruch: Ich kann mit meinem Körper machen was ich will, eigentlich falsch. Wenn es mir nicht gut geht, leiden meine Angehörigen mit. Auch für sie habe ich Verantwortung. In der Liebe liegt Verantwortung.

Vom Sinn der Krankheit

Hat Krankheit überhaupt einen Sinn? Wir werden ihn sicher nicht sofort begreifen und wollen hier auch nicht weiter darüber nachdenken. Aber eines können wir nach jeder Genesung machen: die Weichen neu stellen, gute Vorsätze ausführen, mit unseren Kräften, die nun einmal begrenzt sind, gut haushalten und vor allem dankbar sein für die wieder erlangte Gesundheit.

Esther Neumann

Esther Neumann studierte Ernährungswissenschaften auf der Universität Wien. Seitdem schrieb sie für viele Jahre für das Gesundheitsmagazin „Leben und Gesundheit“, und führte Gesundheitsvorträge in vielen Orten Österreichs durch.


Ein Artikel von RundumGesund.org

Stressbedingte Schlaflosigkeit – Ein Teufelskreis

8. November 2020 von Martin Neumann

Schlafmangel, verursacht durch Stress, ist eine Kombination, die einen im wahrsten Sinne des Wortes umbringen kann. Entspannung und Schlaf sind zwei Dinge, die einen großen Einfluss darauf haben, wie Körper und Geist auf Stress reagieren. Allerdings kann gerade der Schlaf schwieriger werden, wenn man gestresst ist und die Schlaflosigkeit wiederum kann den Stresspegel drastisch erhöhen. Dies kann zu einem Teufelskreis führen, der schnell einmal zu einem Zusammenbruch führen kann.

Stressbedingte Schlaflosigkeit - Ein Teufelskreis

Es kommt nicht darauf an, was man zuerst behebt – den Stress oder die Schlaflosigkeit, wird jedoch nicht mindestens eines behoben, werden sich beide verstärken. Die Auswirkungen von Stress auf Körper und Geist können die eigene Produktivität verlangsamen sowie die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

Stress kann man in den Griff bekommen, wenn man einen guten Plan hat den man konsequent umsetzt. Nachdem die Stressfaktoren reduziert sind, sollte der Schlaf leichter fallen.

Ursachen für stressbedingte Schlaflosigkeit

Zu viel Stress in deinem Leben kann Schlafstörungen verursachen und genauso ist es umgekehrt. Wenn man versucht, den Tag zu überstehen, ohne in der Nacht zuvor genügend Schlaf bekommen zu haben, leidet die Leistungsfähigkeit und man schleppt sich durch den Tag, was den Stress nur noch verstärkt.

Das Schlafbedürfnis variiert von Person zu Person. Allerdings benötigen die meisten Erwachsenen 7 bis 8 Stunden pro Nacht, um ihr Energieniveau aufrechtzuerhalten, an einem gestressten Arbeitstag einen klaren Geist zu bewahren und eine gute Lebensqualität aufrechtzuerhalten.

Es können kurzfristige Phasen akuter Schlaflosigkeit auftreten, die nur ein paar Tage andauern. Ein belastendes Ereignis im Leben könnte diese Art von Schlaflosigkeit auslösen, dauert sie hingegen länger als einen Monat an, sollte man unverzüglich Maßnahmen ergreifen.

Stressbedingte Schlaflosigkeit kann durch Sorgen oder ernsthafte Anliegen in Bezug auf geliebte Menschen, Gesundheit, Finanzen oder Arbeit verursacht werden. Weitere Gründe für stressbedingte Schlaflosigkeit können sein, dass man gerade eine Scheidung durchgemacht oder einen geliebten Menschen verloren hat.

Schlaflosigkeit kann verschiedene weitere Ursachen haben, wie z. B. Medikamente, bestimmte Krankheiten, ein unregelmäßiger Schlafrhythmus, eine störende Schlafumgebung oder eine Reihe anderer Lebensgewohnheiten. Es ist immer gut, die tatsächlichen Ursachen zu finden, um das Problem frontal anzugehen.

Symptome von stressbedingter Schlaflosigkeit

Die Belastung durch die Symptome stressbedingter Schlaflosigkeit kann dazu führen, dass man sich von fast allem und jedem abgeschnitten fühlt. Man ist geistig nicht ganz präsent und vielleicht auch reizbar und ängstlich.

Depressionen können sich einstellen und wiederum andere Probleme verursachen, wie z. B. Müdigkeit und Konzentrationsunfähigkeit. Möglicherweise fühlt man sich nie ausgeruht, selbst wenn man meint, gut geschlafen zu haben.

Stimmungsschwankungen sind ebenfalls Symptome von stressbedingter Schlaflosigkeit. Spannungskopfschmerzen und Schmerzen in den Schultern und im Nacken werden durch Stress verursacht und können den Schlaf beeinträchtigen. Ein weiteres Warnsignal für Schlaflosigkeit kann sein, dass es einem stresst unter Menschen zu sein.

Spannungskopfscherzen - Photo by Andrea Piacquadio from Pexels

Stressbedingte Schlafstörungen erhöhen das Risiko, chronische Krankheiten zu entwickeln. Herzerkrankungen, Diabetes, vorzeitige Alterung und sogar ein frühzeitiger Tod sind nur einige der Probleme, die durch stressbedingte Schlaflosigkeit verursacht werden können.

Diese Art von Schlafstörungen können auch dazu führen, dass Menschen mehr essen und an Gewicht zunehmen, Alkohol trinken oder Drogen nehmen und sich weniger bewegen. Das alles sind Handlungen, die negative Folgen für unsere Gesundheit haben. Ein weiteres Risiko von langfristiger stressbedingter Schlaflosigkeit ist die Ansteckung mit einer Erkältung oder einem anderen im Umlauf befindlichen Virus.

Gewichtszunahme kann auch ein Problem sein, welches mit stressbedingter Schlaflosigkeit zusammenhängt. Wenn Stresshormone im Körper ausgeschüttet werden, steigt die Vorliebe für ungesunde Lebensmittel, die Zucker, Fett und raffinierte Kohlenhydrate enthalten. Wenn man nicht genug Schlaf hatte, wird eine doppelte Dosis an Stresshormonen ausgeschüttet, was zu Hungerattacken führen kann.

Schläft man nachts nicht gut, kann es sein, dass man beim Aufstehen am Morgen verspannt ist und Rücken-, Schulter- und Nackenschmerzen verspürt. Stress während des Tages bei der Arbeit oder zu Hause kann die Schmerzen verschlimmern oder Entzündungen verursachen, die die Heilung erschweren. Senioren, die unter stressbedingter Schlaflosigkeit leiden, erleben möglicherweise einen langsameren Heilungsprozess nach medizinischen Eingriffen oder Operationen.

Behandlungsmöglichkeiten für stressbedingte Schlaflosigkeit

Wenn es Sorgen gibt, die einen nachts wach halten, sollte man anfangen, an der Kontrolle seiner Gedanken zu arbeiten. Die kognitive Verhaltenstherapie hält hierfür einige interessante Werkzeuge bereit. Eine dieser Methoden ist die Gedanken-Infragestellung. Kommt dir ein negativer Gedanke in den Sinn, hinterfrage ihn. Ist er wirklich wahr? Wenn nicht, danke deiner Phantasie und verwirf sogleich den Gedanken.

Manche Menschen machen sich Gedanken darüber, was morgen mit ihnen passieren könnte. Sie neigen dazu, sich über Dinge Sorgen zu machen, die vielleicht gar nicht eintreten. Jesus gab einige interessante Ratschläge dazu:

Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung? Seht die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht und ernten nicht, sie sammeln auch nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer aber von euch kann durch sein Sorgen zu seiner Lebenslänge eine einzige Elle hinzusetzen? Darum sollt ihr euch nicht sorgen um den morgigen Tag; denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Jedem Tag genügt seine eigene Plage.

Matthäus 6:25-27 und 34

Es gibt Fälle, in denen man für etwas Vorsorge treffen muss und wenn es ein berechtigter Grund ist, dann geh voran und tu, was getan werden muss. Sich allerdings um etwas zu sorgen, das wahrscheinlich nie eintritt, oder das man gar nicht ändern kann, macht keinen Sinn. Wenn du an Gott glaubst, ist es das Beste, deine Probleme einfach Ihm zu überlassen, denn Er ist in der Lage, sich um alle deine Probleme zu kümmern. Und höre einfach auf, dir Sorgen zu machen, denn es wird dir wahrscheinlich in keiner Weise weiterhelfen.

Man kann innere Ruhe finden, indem man sich Gott im Gebet anvertraut. Um das zu tun, sprich mit Gott wie mit einem Freund. Präsentiere ihm deine Sorgen, deine Kämpfe und deine Belastungen. Sei ehrlich. Erzähle, was immer dir auf dem Herzen liegt. Es gibt nichts, was für Ihn zu groß ist, um es zu tragen, und nichts, was für Ihn zu klein ist, um es zu beachten. Je mehr du in der Lage bist, dich ehrlich auszudrücken, desto mehr wirst du in der Lage sein, Dinge loszulassen.

Sei zuversichtlich! Nachdem du deinen Teil getan hast, lege dich in Seine Hände und akzeptiere, was auch immer das Ergebnis sein mag. Wir können die Stressoren um uns herum durch die Kraft, die Gott uns gibt, bewältigen.

Desweiteren kann man es mit einem entspannenden Tee am Abend versuchen. Baldrian und Passionsblume sind Kräuter, die helfen können, leichter einzuschlafen.

Ein Entspannungstee kann beim Einschlagfen helfen. Foto von Mareefe from Pexels

Schlafanalysen werden durchgeführt, wenn nichts gegen die Schlaflosigkeit zu helfen scheint oder man den Stress, der einen nachts wach hält, nicht in den Griff bekommt. Man verbringt die Nacht in einem Schlafzentrum. Während dieser Zeit werden die Atmung, Herz- und Gehirnströme sowie Augen- und Körperbewegungen überwacht.

Wenn man alles andere ausprobiert hat, aber einfach nicht richtig schlafen kann, muss man vielleicht für eine kurze Zeit zu Medikamenten greifen, denn die Nebenwirkungen einer fehlenden Nachtruhe sind vielfältig. Arbeite jedoch weiter daran, die zugrundeliegenden Probleme, die deine Schlaflosigkeit verursacht haben, schnell zu lösen, damit du keine Abhängigkeit von diesen Medikamenten erzeugst.

Präventionstechniken für stressbedingte Schlaflosigkeit

Ist man bereits in den Teufelskreis der stressbedingten Schlaflosigkeit geraten, hat man möglicherweise einen langen Weg vor sich, bevor man wieder zu einem normalen Schlafmuster zurückfindet. Das Beste, was man für sich und seine Gesundheit tun kann, ist es, dem vorzubeugen. Aber selbst wenn man sich bereits im Teufelskreis befindet, wird die Beachtung dieser einfachen Maßnahmen grundlegend sein, um die Schlafqualität zu verbessern.

Eine Sache, die man tun kann, wenn man den Verdacht hat, dass die stressbedingte Schlaflosigkeit durch die Arbeit verursacht wird, ist Grenzen zu setzen, wie z. B. Zeit mit der Familie zu verbringen oder sich am Abend zu entspannen, ohne Anrufe oder E-Mails zu beantworten.

Lass dich nicht in so viele Aufgaben verwickeln, dass du sie nicht alle ohne akuten Stress bewältigen kannst. Sag nein zu denen, die nicht so dringend sind. Checke deine E-Mails nicht alle paar Minuten sondern bestimme dafür eine Zeit während des Tages. Lasse für den Abend die E-Mails beiseite um Zeit zum Entspannen zu haben.

Es ist auch gut, für die Abendstunden die Dinge einzuplanen, die man gerne tun. Andere Anforderungen von Freunden oder Organisationen sollten zweitrangig sein gegenüber dem, was dir am Herzen liegt und wie du dich am Abend entspannen kannst.

Wenn du zu Hause bist und dich vor dem Schlafengehen entspannst, lege dein Handy zur Seite. Nimm dir Zeit, dich zu entspannen oder dich ohne Ablenkungen mit jemandem zu unterhalten – lass dich auch nicht vom Fernseher ablenken. Schalte den Fernseher aus, nachdem du eine Sendung gesehen hast und vermeide es, kurz vor dem Schlafengehen oder besonders im Schlafzimmer nach dem Zubettgehen fernzusehen.

Die Nachrichten anzuschauen ist zu jeder Zeit des Tages stressig, also sollte man das, was man anschaut und was Stress verursacht, auf 30 Minuten oder weniger pro Tag beschränken. Dasselbe gilt für den Computer – du brauchst keinen blinkenden Bildschirm auf deiner Seite während du versuchst, dich zu entspannen. Erlaube dir eine Stunde vor dem Schlafengehen eine bildschirmfreie Zeit, egal ob Computer, Handy oder Fernseher.

Während der Tagesstunden ist es wichtig, aktiv zu bleiben. Bewegung hilft, Stress abzubauen, damit er zur Schlafenszeit nicht zu einer Belastung wird und einen guter Schlaf damit von selber kommt. Plane außerdem die Schlafenszeit so, dass sie täglich gleichbleibend ist – wenn möglich, auch an Wochenenden.

Vermeide Koffein und Alkohol und gib gegebenenfalls das Rauchen auf. Diese Substanzen können die Nerven zur Schlafenszeit überspannen und dich davon abhalten, die erforderliche Menge an Schlaf zu bekommen.

Ein Ritual vor dem Schlafengehen kann im Laufe der Zeit helfen, Körper und Geist zu entspannen und sie auf einen guten Schlaf vorzubereiten. Ein warmes Bad, ruhige Musik oder ein paar Minuten Lesen können die Nerven beruhigen und für den Schlaf vorbereiten. Tiefe Atemübungen und progressive Muskelentspannung können ebenfalls helfen, sich zu entspannen. Mache es dir darüber hinaus zur Gewohnheit, deine Probleme im Gebet an Gott zu übergeben.

Wenn Schlaflosigkeit die normalen Funktionen während des Tages schwer macht, ist es am besten, einen Arzt aufzusuchen. Eine Schlafstörung kann eine spezielle Behandlung erfordern, die über die rezeptfreien Medikamente hinausgeht.

Jeder sollte sich genauso engagiert für einen ausreichenden erholsamem Schlaf einsetzen, wie für eine gesunde Ernährung und Bewegung, um seinen Körper in Form zu halten. Wenn du den Stress – und die Schlafprobleme – nicht in den Griff bekommst, wirst du vielleicht über einen längeren Zeitraum unter den Konsequenzen leiden. Es gilt besonders bei der Stresskontrolle: Ein gesunder Schlaf ist die beste Vorbereitung für den morgigen Tag.

Martin Neumann

Martin Neumann hat in 1998 in Wildwood Lifestyle Center & Hospital an einen Kurs für Gesundheitsberatung teilgenommen. Seitdem hat er rund um die Welt Vorträge und Kurse über gesunde Lebensweise und natürliche Heilmethoden gehalten. Er ist der Gründer von dem Abundant Health Netzwerk.


Ein Artikel von RundumGesund.org

Wasser – die billigste Medizin!

13. Juni 2021 von Esther Neumann

Wasser – die billigste Medizin! So konnte man vor einigen Jahren auf großen Plakaten in den Straßen von Wien lesen. In der Tat: Wassermangel kann Schmerzen verursachen. Trinken wir ein paar Gläser Wasser über den Durst, geht es uns merklich besser. Allein durch Wassertrinken lösen sich Verwirrtheitszustände auf. Wer einmal in der Wüste an Durst gelitten hat, weiß wovon hier die Rede ist. Warum ist Wasser so wichtig?

Wasser - die billigste Medizin!

Struktur des Wassers

Wasser ist eine besondere Flüssigkeit. Schon seine aussergewöhnlichen chemischen und physikalischen Eigenschaften machen dieses kleine Molekül zu einem großen Helfer im Ökosystem Mensch. Wir kennen alle die chemische Struktur H2O. Zwei Atome Wasserstoff sind mit einem Atom Sauerstoff in einem ganz besonderen Winkel so verbunden, dass zwei entgegengesetzt geladene Pole entstehen. Diese Dipol-Eigenschaft ist die Voraussetzung für die besondere Eigenschaft von Wasser. Es kann mit vielen anderen Substanzen Wasserstoffbrücken bilden. Auf diese Weise kann es Stoffe lösen, binden, transportieren, ausscheiden, ja Lebensprozesse werden erst durch Wasser möglich gemacht. Durch die hohe spezifische Wärmekapazität und Verdunstungskälte des Wassers wird unser Organismus gegen Temperaturschwankungen geschützt.

Wasserbilanz

Beim Abbau von Nährstoffen wird Wasser gebildet. Zusammen mit der Flüssigkeitszufuhr über Getränke und die Speisen bildet es die eine Seite der Bilanz, nämlich die Wasseraufnahme. Die Wasserabgabe setzt sich aus dem Verlust über die Lunge, die Haut, die Nieren und den Darm zusammen. Die Bilanz sollte ausgeglichen sein. Zusätzliches Wassertrinken über den Durst hilft uns, unseren Körperstoffwechsel anzukurbeln und aufrecht zu erhalten. Kinder verlangen glücklicherweise von sich aus mehr nach Getränken. Die Erwachsenen nehmen leider Durstsignale weniger wahr. Daher vermindert sich der Wassergehalt in den Zellen mit zunehmendem Alter immer mehr. Es wird eine chronische Dehydrierung, eine Austrocknung der Zellen erzeugt, die zu Symptomen wie bei einer Krankheit führen kann. Werden die verschiedenen Signale der Austrocknung nicht erkannt, werden sie mit Medikamenten behandelt. Daher die Sinnhaftigkeit des obigen Spruchs: Wasser – die billigste Medizin.

Eine gute Kontrolle, ob genug Wasser zugeführt wird, ist die Überprüfung des Urins. Er sollte wenigstens einmal am Tag wasserklar, also ungefärbt sein. Das trifft nicht auf den Morgenurin zu, der ist konzentrierter. Auch die Zusammensetzung der Nahrung hat einen Einfluss auf die Wasserabgabe. Erhöhte Kochsalz- und Eiweißzufuhren erhöhen drastisch die Wasserausscheidung. Daher trocknen auch die Zellen beim Trinken von Meerwasser aus.

Wie viel sollen wir trinken?

Der Körper braucht täglich 6 bis 8 Gläser Wasser zu einem Viertelliter. Alkohol, Kaffee, Schwarztee, entwässernde Teesorten und coffeinhaltige Getränke dürfen nicht in die Flüssigkeitsbilanz eingerechnet werden. Sie regen den Körper zur vermehrten Wasserausscheidung an. In Kaffeehäusern bekommt man daher zu einer Tasse Kaffee auch ein Glas Wasser.

Die ersten Gläser Wasser sollten sofort nach dem Aufstehen getrunken werden. Die Ausscheidung über den Darm und die Nieren wird dadurch angekurbelt. Die ersten Gläser nach dem Aufstehen kann man mit dem Waschen des Magen-Darm-Traktes vergleichen. Idealerweise sollte zwischen den Mahlzeiten getrunken werden. Am besten ein Glas eine halbe Stunde vor den Hauptmahlzeiten; dann wieder etwa zwei Stunden nach den Mahlzeiten. Wird mehr Wasser getrunken, wird der Durst wieder besser registriert.

Trinke gleich 2 Glas Wasser beim aufstehen

Einfaches Leitungswasser ist am besten. Chlor im Leitungswasser entweicht, wenn man das Wasser in offene Krüge abfüllt und stehen lässt. Die Härte des Wassers spielt keine Rolle. Im Gegenteil; das Kalzium kommt unseren Knochen zu gute. Natürlich können auch Tafel- und Mineralwässer getrunken werden. Wird das aber zur Gewohnheit, sollten die Analysen studiert werden und solche Wässer bevorzugt werden, die auf unseren Gesundheitsszustand abgestimmt sind. Bei Bluthochdruck sind das dann zum Beispiel natriumarme Mineralwässer.

Frucht- und Gemüsesäfte können zur Abwechslung auch getrunken werden. Sie sollten aber wegen dem Kaloriengehalt und der Lust auf Süßes oder Salziges verdünnt werden. Aber immer wieder sollte man zum Wasser zurückkommen. Es ist einfach DAS Lebenselixier.

Gefährlicher Wasserverlust

Der Mensch besteht etwa zu 70% aus Wasser. Bereits 3% Abnahme der Gesamtkörperflüssigkeit führt zu einer Abnahme der Speichelproduktion. 10% Verlust führen zu Verwirrungszuständen. Steigerung der Trinkmengen in Altersheimen vermindern drastisch die Verwirrtheitszustände der Heimbewohner. 20% Wasserverlust ist mit dem Leben nicht mehr zu vereinbaren. Auch körperliche Aktivitäten können durch entsprechende Trinkmengen gesteigert werden. Das haben Expeditionen am Hymalaya bewiesen. Gesteigerte Trinkmengen gaben den Bergsteigern die Kraft, den Everest zu bezwingen.

Wasser als Medizin

Wer zu wenig Wasser trinkt, erhöht das Risiko einen Herzinfarkt zu bekommen. Wassertrinken macht das Blut dünnflüssiger, es verhindert eine Verklumpung. Bluthochdruck ist oft eine Folge von Wassermangel. Das Gefäßsystem des ganzen Körpers passt sich an eine verringerte Blutmenge durch eine Verringerung des Querschnittes an. Dadurch muss das Herz aber Mehrarbeit leisten und manche Körperregionen werden weniger gut durchblutet.

Bei Magenschleimhaut- und Zwölffingerdarmentzündungen kann Wasser sehr hilfreich sein. Schleimhäute, die genug Wasser zur Verfügung haben, wirken als Säurebarriere. Es wird auch mehr Schleim abgesondert als bei Wassermangel. Wassertrinken stellt also einen natürlichen Schutz gegen die Magensäure dar.

Auch Gelenksschmerzen können ein Warnsignal für Wassermangel bedeuten. Die Knorpeloberfläche in einem Gelenk enthält viel Wasser. Dadurch wird die Gleitfähigkeit erhöht. Bei Wassermangel ist zudem die Blutversorgung und Ernährung des Knochens geringer.

Wahrscheinlich hängen noch viel mehr Krankheiten, wenigstens im Anfangsstadium, mit einem Wassermangel zusammen. Wir tun unserem Körper auf jeden Fall etwas Gutes, wenn wir Wasser über den Durst hinaus trinken.

Wasser des Lebens

Wasser is die Quelle des Lebens

Danken wir unserem Schöpfer, dass wir in Ländern wohnen dürfen, wo gutes Trinkwasser zur Lebensqualität gehört und gehen wir verantwortungsvoll damit um. Leider gibt es auch in unseren Breiten schon da und dort Gemeinden, wo die einwandfreie Wasserversorgung kaum mehr aufrecht erhalten werden kann.

Ohne Wasser ist Leben nicht möglich. Wasser ist so kostbar, dass es in unserer christlichen Religion sogar mit ewigem Leben verglichen wird. Im vierten Kapitel des Johannesevangeliums unterhält sich Jesus am Jakobsbrunnen mit einer Samariterin. Sie muss immer wieder zu diesem Brunnen kommen um Wasser zu schöpfen. Jeder, der Wasser trinkt, wird wieder durstig. Jesus bietet der Frau lebendiges Wasser an, das in eine Quelle ewigen Lebens fließt. Jesus, das Wasser des Lebens, ist genauso notwendig wie das kostbare Nass, das das Leben erst möglich macht. Sie gehören zusammen. Denken wir daran, wenn wir das nächste Glas kühlen Wassers trinken.


Ein Artikel von RundumGesund.org

Sieben Geheimnisse für erfolgreichen ökologischen Gartenbau

Sieben Geheimnisse für erfolgreichen ökologischen Gartenbau

25. April 2021 von John Dysinger

Es gibt viele überzeugende Gründe für das Anlegen eines eigenen Bio-Gartens. Steigende Lebensmittelpreise, wirtschaftliche Unsicherheit, Umweltschutz und gesundheitliche Bedenken bezüglich konventioneller Produkte sind nur einige davon. Hinzu kommt die Tatsache, dass Gott den Menschen geschaffen hat, um in einem Garten zu leben und zu arbeiten (Gen. 2:15). Aber zwischen Überzeugung und Realität klafft oft eine große Lücke! Vielen Menschen mangelt es an nötigem Wissen oder der erforderlichen Zuversicht, um in die Gartenarbeit einzusteigen.

Sieben Geheimnisse für erfolgreichen ökologischen Gartenbau

Der Zweck dieses Artikels ist es, einige praktische Vorschläge, für den Einstieg in ein hoffentlich lebenslanges Abenteuer im Garten, zu vermitteln. Die sieben Geheimnisse, die wir betrachten werden, sind im Grunde gar keine Geheimnisse, sondern nur oft übersehene oder zu wenig genutzte Schlüssel zum Erfolg. Ein Artikel dieser Länge kann diesen Themen nicht ansatzweise gerecht werden, aber hoffentlich kann er genug anregen, um zu weiterem Forschen und Experimentieren zu ermutigen.

1) Anbau in Beeten, nicht in Reihen.

Traditioneller „Reihenanbau“ ist sinnvoll, wenn man mit Tieren oder Traktoren arbeitet, aber für einen Hausgarten kann man den Platz viel effizienter nutzen, indem man in Beeten anpflanzt. Mit Beeten gibt es weniger Wege zum Unkraut jäten, eine geringere Verdichtung des Bodens im Anbaugebiet und einen höheren Ertrag an Produkten.

Wir verwenden ein 80 cm breites Beet, weil es leicht zu überschreiten, betreten oder hinüberreichen ist. Der begeisterte Gärtner und Autor Eliot Coleman, dessen Bücher eine ganz neue Generation von Gärtnern inspiriert haben, hat die 30-Zoll-Beetbreite (80 cm) standardisiert und stützt alle seine Empfehlungen für Abstände und Bodenkorrekturen auf diese Breite. Er hat auch eine Reihe von Qualitätswerkzeugen entwickelt, die für diese Breite geeignet sind.

Gehwege zwischen den Beeten sollten in der Regel etwa 30 cm breit sein, wobei die Beete nicht betreten werden dürfen! Die Beete können so lang sein, wie man es benötigt aber 7 m sind eine angenehme Länge für einen Hausgarten (eine Standardlänge macht die Gartenberechnung viel einfacher).

Wir stecken die vier Ecken unserer Beete mit Betonstahlstangen ab. Dann schieben wir ein Stück PVC-Rohr über die Stangen, um Unfälle zu vermeiden. Eine Maurerschnur funktioniert gut, um die Kanten des Beetes während der Beetvorbereitung zu markieren. Wenn das Beet mit Gras oder Unkraut bewachsen ist, kann man mit einem gut geschärften Spaten um die Ränder herumstechen und dann die Wurzeln und Spitzen abheben (um sie für den Komposthaufen zu verwenden). Oder man zieht es vor, das Beet mit der Bodenfräse zu bearbeiten, um all das gute organische Material einzuarbeiten.

Als nächstes lockern wir den Boden mit einer Spatengabel. Steche hierbei die Gabel so tief wie möglich hinein, etwa 30 Zentimeter. Versuche die Klumpen aufzubrechen und alle Steine herauszunehmen, drehe aber den Boden nicht um! Das Ziel ist es, den Boden zu lockern und zu belüften, während die natürliche Schichtung des Bodens intakt bleibt. Obwohl das „doppelte Umgraben“ oder das Auflockern des Bodens bis zu einer Tiefe von einem Meter einige Vorteile hat, gibt es auch einige Nachteile – der Größte ist die Anzahl der Leute, die durch den Versuch der Gartenarbeit auf diese Weise, abgeschreckt werden! Es ist harte Arbeit, daher empfehlen wir, dass man mit dem „Einfachen Umgraben“ beginnt und später tiefer geht, wenn es Zeit und Energie erlauben. Wenn der Boden einmal gelockert ist, kann er so erhalten werden, indem man ein- oder zweimal im Jahr ein wunderbar einfaches Werkzeug, die sogenannte Doppelgrabegabel, benutzt.

Boden lockern mit einem Spaten - Foto von Lukas from Pexels

Wenn man Zeit und Geduld hat, kann man die Bodenbeschaffenheit der Beete von der Natur selbst verbessern lassen, indem man sie mit drei oder vier Lagen unbeschichtetem Zeitungspapier abdeckt und dann viel pflanzlichen Mulch darauf gibt. Halte den Mulch feucht, aber nicht nass und lass die Natur tun, was sie so gut kann: abgestorbenes Pflanzenmaterial in reichen Humus verwandeln. Füge mehr Mulch hinzu, wenn sich das vorhandene organische Material zersetzt. Innerhalb eines Jahres wird man einen schönen, krümeligen Boden haben.

Viele Menschen stellen Fragen bezüglich Hochbeeten. Wenn man auf festem Grund lebt oder Probleme mit dem Wasserabfluss hat, sind Hochbeete vielleicht die einzige Option. Sie sehen sicherlich schön aus, wenn sie richtig gemacht sind und ersparen die Notwendigkeit, sich stark zu bücken aber sie erfordern viel mehr Arbeit und Kosten. Unsere Empfehlung lautet: Verwende sie nur, wenn du es musst. Wenn man sie verwendet, sollte man druckbehandeltes oder mit Kreosot (Teeröl) behandeltes Holz vermeiden. Versuche stattdessen, Steine, Zementblöcke, Baumstämme, Zedernholz oder Kunststoffhölzer zu verwenden.

2) Ernähre den Boden, nicht die Pflanze.

Eine gute Nährstoffversorgung des Bodens ist einer der Hauptunterschiede zwischen konventioneller und ökologischer Landwirtschaft. Die biologische Landwirtschaft konzentriert sich darauf, den Mikroorganismen im Boden die Rohstoffe, Gesteinsmehle und organische Substanz zuzuführen, die sie zum Gedeihen benötigen. Nützliche Mikroorganismen versorgen dann durch erstaunlich komplizierte und aufwändige Prozesse die Pflanze mit dem, was sie braucht, wenn sie es braucht! Die konventionelle Landwirtschaft konzentriert sich darauf, der Pflanze bestimmte Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium (N-P-K) zuzuführen. Oft wird der Boden „wie Dreck behandelt“. Es ist ähnlich wie der Unterschied zwischen dem Verzehr vollwertiger Lebensmittel in ihrem natürlichen Zustand und der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln.

Bevor man weiß, was man dem Boden zuführen soll, muss man seinen Zustand kennen. Dies kann durch einen guten Bodentest festgestellt werden. Nimm eine Schaufel und mache ein 15 cm tiefes „V“ in deinen Gartenboden. Schabe dann mit der Schaufel ein Stück Erde von einer Seite des V. Gib diese Erde in einen sauberen Plastikeimer. Wiederhole diesen Vorgang 8 bis 10 Mal willkürlich um dein Gartengrundstück herum. Mische alle Proben in deinem Eimer zusammen und gib dann etwa ein halbes Kilo Erde in einen Zipverschluss-Beutel oder einen Beutel aus dem Bodenlabor. Schicke die Probe an ein seriöses Labor.

Kennt man einmal die Bedingungen seines Bodens, kann man ihn mit Bodenverbesserungen entsprechend regulieren. Hier sind ein paar Vorschläge: Wenn er Stickstoff benötigt, was bei den meisten Böden der Fall ist, füge Pflanzenmehle wie Alfalfa, Sojabohnen, Baumwollsamen oder Maismehl hinzu. Man kann auch Fisch- oder Federmehl verwenden. Wenn der Boden einen Mangel an Phosphor aufweist, ist Weichgesteinphosphat in der Regel die beste Wahl. Kalium kann aus Grünsand, Holzasche oder organisch abgebautem Kaliumsulfat zugeführt werden. Kalk liefert Kalzium (und Magnesium, wenn es sich um dolomitischen Kalk handelt) und reguliert den pH-Wert. Spurenelemente können oft durch die Verwendung von Seetangmehl, Luzernenmehl oder Azomit, einem Gesteinspulver, ausreichend zugeführt werden. Schwefel ist ein weiteres Element, das benötigt werden kann.

Biologische Erde mit Regenwürmern - Foto von Sippakorn Yamkasikorn from Pexels

Obwohl wir empfehlen, die gerade erwähnten Zusatzstoffe zu verwenden, wenn man dazu in der Lage ist, sollte man nie vergessen, dass ein guter Qualitätskompost der beste Bodenausgleicher ist. Kompost wird einen niedrigen pH-Wert anheben und einen hohen senken. Er liefert sowohl Mikronährstoffe als auch die meisten (wenn nicht sogar alle) Hauptnährstoffe. Tatsächlich behauptet Eliot Coleman, dass die Herstellung von Kompost die wichtigste Aufgabe auf einem Biobauernhof ist! Mit diesem Gedanken im Hinterkopf, lass uns ein wenig mehr darüber sprechen, was bei der Herstellung von Kompost beteiligt ist.

Kompostherstellung

Kompost entsteht durch den Abbau von organischem Material. Organisches Material besteht größtenteils aus Kohlenstoff- und Stickstoffquellen. Diese Zersetzung funktioniert am besten bei der richtigen Temperatur, Feuchtigkeit und Luft, zusammen mit dem richtigen Kohlenstoff/Stickstoff-Verhältnis. Die Kontrolle dieser fünf Variablen führt zu qualitativ hochwertigem Kompost.

Stell dir einen Komposthaufen wie eine Lasagne vor, mit abwechselnden Schichten von Nudeln (trockene, braune, kohlenstoffreiche Zutaten wie Stroh, Maisstängel und alte Tomatenstöcke) und Soße (grüne, stickstoffreiche Materialien wie frischer Grasschnitt, Küchenabfälle und frisch gezupftes Unkraut). Das Einstreuen von Erde auf die grünen Bestandteile hilft, den Haufen mit nützlichen Mikroorganismen zu impfen, die den Zersetzungsprozess erleichtern. Beachte, dass für das richtige Verhältnis viel mehr Kohlenstoff als Stickstoff benötigt wird. Hier sind noch weitere Aspekte, die bei der Herstellung von gutem Kompost zu beachten sind:

  • Stroh ist die perfekte Kohlenstoffzutat. Da es hohl ist, versorgt es den Haufen mit viel Luft.
  • Der ideale Feuchtigkeitsgrad des Haufens sollte wie ein ausgepresster Schwamm sein.
  • Wenn der Haufen stinkt, matschig ist oder Fliegen anzieht, baue ihn mit mehr „Nudeln“/Kohlenstoffdichten (braunen) Materialien um.
  • Wenn der Haufen sich nicht zersetzt, braucht er mehr Feuchtigkeit, Luft oder „Soße“ (grünes Material).
  • Man kann einen inaktiven Haufen ankurbeln, indem man mit einem Stab Löcher in den Haufen sticht und flüssige Fischemulsion oder Melasse hineingießt (etwa eine halbe Tasse pro 8 Liter Wasser).
  • Je öfter man den Haufen mit einer Mistgabel umdreht oder belüftet, desto schneller wird er abgebaut.
  • Die ideale Größe des Haufens ist ungefähr 1,5-2 m im Quadrat. Wenn man den Komposthaufen größer machen möchte, muss man in der Mitte des Haufens Löcher für die Luftzufuhr machen oder den Haufen zu einem Streifhaufen formen (1,5-2 m breit und so lang wie nötig).
  • Versuche, den Kompostbehälter aus Strohballen zu machen, die zwei Lagen hoch auf den Seiten gestapelt werden. Nach einer Weile wird der Behälter zu Zutaten für den nächsten Haufen!
  • Halte den Haufen bei viel Regen abgedeckt, um zu viel Feuchtigkeit zu vermeiden.

3) So viel wie möglich vorziehen und später umpflanzen; so wenig wie möglich direkt aussähen.

Wenn nicht schon seit einigen Jahren eine sehr gute Unkrautbekämpfung im Garten vorhanden war, ist Direktsaat oft so, als würde man seine „Lämmer“ (Samen) den „Wölfen“ (Unkraut, Ungeziefer, etc.) vorwerfen! Aber es gibt ein paar Kulturen, die wir für die Direktsaat empfehlen:

  • Pflanzen mit Zapfenwurzeln, wie z. B. Karotten und Pastinaken,
  • Pflanzen mit geringem Ertrag pro Quadratmeter, wie Mais,
  • Hülsenfrüchte, einschließlich Bohnen und Erbsen,
  • schnell wachsende Pflanzen wie Radieschen und Rucola, „Baby“-Pflanzen, die in hoher Dichte gepflanzt werden, wie z. B. Salat.

Direktsaat

Hier sind ein paar Vorschläge für die Direktsaat von Pflanzen:

  • Pflanze in ein „altes Saatbeet“, um einen Vorsprung vor dem Unkraut zu erhalten (für mehr dazu siehe nächster Abschnitt).
  • Markiere die Reihen mit Schnur. Dies ermöglicht eine einfachere und frühere Kultivierung.
  • Rechne damit, dass bis zu 50 Prozent der Samen nicht keimen werden. Wenn man also alle 10 Zentimeter eine Pflanze haben will, sollte man alle fünf Zentimeter einen Samen säen.
  • Als allgemeine Pflanzregel sollte man die Samen bis zum drei- oder vierfachen ihres Durchmessers bedecken. Pflanze zum Beispiel eine Erbse mit einem Durchmesser von 1/2 cm, etwa 2 cm tief. In kühlen oder schweren Böden pflanzt man die Samen ein wenig flacher. In warmen oder trockenen Böden, pflanzt man etwas tiefer.
  • Die Erde muss bis zur Keimung feucht gehalten werden (nicht durchnässt). Dies ist sehr wichtig!
Direktsaat - Foto von kaboompics from Pexels

Vorziehen und Umpflanzen

Schauen wir uns nun einige der Vorteile des Umpflanzens an. Eliot Coleman sagt: „Ein auf dem Feld gesäter Samen ist ein Glücksspiel, aber ein gesundes drei bis vier Wochen altes Pflänzchen, das auf das Feld ausgepflanzt wird, bietet eine fast sichere Ernte.“ Das sollte Grund genug sein, aber es gibt noch mehr. Wenn man Samen vorzieht, hat man eine viel bessere Kontrolle über die Faktoren, die die Keimung und das Pflanzenwachstum beeinflussen, wie Temperatur, Licht, Feuchtigkeit, Nährstoffversorgung und andere. Darüber hinaus kann das Umpflanzen die Wachstumsperiode verlängern und somit wird die Gartenfläche viel effizienter genutzt. Wenn man z. B. die Frühjahrskarotten geerntet hat, kann man drei oder vier Wochen alte vorgezogene Kürbispflanzen haben, die sofort gepflanzt werden können – und so die Saison um drei oder vier Wochen verlängern!

Weitere Vorteile sind, dass man einen großen Vorsprung bei der Unkrautbekämpfung hat. Bei vorgezogenen Pflanzen kann man sofort mit der Kultivierung und dem Jäten beginnen, während man bei der Direktsaat möglicherweise zwei oder drei Wochen warten muss, bis die Samen aufgegangen sind. Dann ist kein Ausdünnen nötig und man hat keine großen leeren Flächen, wo die Samen nicht gut gekeimt sind. Schließlich (und selbstverständlich) werden vorgezogene Pflanzen früher reif als direkt gesäte Pflanzen. Man kann vorgezogene Pflänzchen kaufen aber der Preis, die Qualität und die begrenzte Auswahl und Verfügbarkeit sind alles gute Gründe, um eigene Pflanzen anzubauen.

Vorgezogene Pflanzen in einem Saatgutbehälter

Mit dem Vorziehen zu beginnen ist nicht schwierig. Folgt man den unten beschriebenen Vorschlägen, sollte man von Anfang an Erfolg haben:

  • Obwohl es viele verschiedene Arten von Behältnissen für die Aussaat gibt, die alle funktionieren, ist unsere Lieblingsmethode die der Erdblöcke, die überhaupt keinen Behälter benötigen. Man kann eine Metallform verwenden, um saubere kleine Erdblöcke mit einem Loch in der Oberseite herauszudrücken, die bereit für die Aussaat sind.
  • Wir empfehlen die Verwendung einer torfhaltigen „erdlosen Topfmischung“. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass durch den Boden übertragene Krankheiten die Setzlinge abtöten. Für die Anzucht in kleinem Maßstab kann man einen gebrauchsfertigen Sack von Torfmischung im Baumarkt oder in der Gärtnerei kaufen. Baut man in größerem Umfang an, ist es vielleicht eine gute Option, eine eigene Mischung herzustellen. Hier ist das sehr einfache Rezept, das wir seit Jahren verwenden:
  • 3 Eimer Torfmoos (Hinweis: 1 „Eimer“ = 8 Liter)
  • 3 Eimer hochwertiger Kompost
  • 1 Eimer Perlit
  • 2 Tassen Düngermischung (gleiche Teile Sojaschrot oder anderer stickstoffreicher Dünger, Grünsand und Weichgesteinphosphat).
  • Die Anzucht der Pflanzen kann in Innenräumen mit billigen „Ladenbeleuchtungs“- Leuchtstoffröhren erfolgen. Man braucht nicht einmal spezielle „Wachstumslicht“- Glühbirnen. Halte die Leuchtstoffröhren einfach so nah wie möglich an die Pflanzen, ohne sie zu berühren. Erhöhe die Beleuchtung, wenn die Pflanzen wachsen. Verlasse dich nicht nur auf ein sonniges Fenster! Sogar nach Süden ausgerichtete Fenster werden langbeinige Pflanzen hervorbringen.
  • Die meisten Samen keimen am besten zwischen 21 und 26°C.
  • Verwende Bodenwärmematten unter Schalen mit keimenden Warmwetterpflanzen, wie z. B. Tomaten, Paprika und Auberginen.
  • Gieße nur, wenn der Boden beginnt auszutrocknen. Überwässerung tötet wahrscheinlich mehr Jungpflanzen als jede andere Ursache!

4) Kultivieren statt Unkraut jäten.

Wenn Biolandwirte befragt werden, was ihre größten Herausforderungen sind, steht Unkraut ganz oben auf der Liste! Erlauben wir Eliot Coleman, unsere Begriffe zu definieren: „Kultivierung ist das oberflächliche Aufwühlen des Bodens, um kleine Unkräuter abzuschneiden und das Aufkommen neuer Unkräuter zu verhindern. Jäten findet statt, nachdem sich das Unkraut bereits etabliert hat.“ Man kann es auch so ausdrücken, dass die Kultivierung das Jäten verhindert. Wartet man, bis der Garten anfängt, verunkrautet auszusehen, hat man zu lange gewartet! Idealerweise sollte der Boden kultiviert (sanft aufgewühlt) werden, bevor Unkraut überhaupt sichtbar wird. So funktioniert es auch mit dem Charakter! Hier sind einige Vorschläge, die helfen, den Krieg gegen das Unkraut zu gewinnen:

  • Versuche die „Abgestandenes-Saatbeet“-Methode.
    • Bereite das Gartenbeet eine Woche oder länger im Voraus für die Bepflanzung vor.
    • Gieße, um die Keimung von Unkraut zu fördern.
    • Verwende eine sehr flache Kultivierung oder besser noch, wenn es geeignet ist, eine Propanfackel, um das Beet kurz vor dem Pflanzen abzuflammen.
    • Wiederhole das Gießen, die Keimung und das Beseitigen/Kultivieren von Unkraut, wenn die Zeit reicht. Dies wird 80 Prozent oder mehr der Unkräuter beseitigen, bevor man überhaupt angepflanzt hat!
  • Versuche den Boden so zu bearbeiten, dass keine Unkrautsamen mehr aus dem Unkrautsamenlager des Bodens nach oben befördert werden. Mit anderen Worten: Drehe den Boden nicht um.
  • Idealerweise kultiviert man den Boden morgens an heißen, trockenen Tagen.
  • Lasse Unkraut NIE samen. „Ein Jahr samen ist sieben Jahre jäten!“ Wenn man das Unkraut nicht unter Kontrolle halten kann, sollte man es mit einem Unkrautstecher oder Mäher zumindest abschneiden, bevor die Samen reifen.
  • Kräftige bodenbedeckende Pflanzen oder Pflanzen, die das Unkraut ersticken, die zu verschiedenen Zeiten des Jahres gesät und gepflügt werden, verdrängen Unkräuter und verringern so deren Samenanzahl im Boden.

Die Verwendung der richtigen Werkzeuge macht den Anbau weitaus effizienter und angenehmer. Unsere Favoriten sind die Kollinear- und Steigbügelhacken.

5) Bedecke den Boden; lass ihn nicht kahl.

Obwohl wir alle das Aussehen eines Gartens mit schönen Reihen gesunden Pflanzen und weicher, bloßer Erde dazwischen lieben, ist das nicht natürlich. Die ganze Natur ist darauf ausgelegt, „nackten Boden“ zu bekleiden. Man wird gegen die Kräfte der Natur ankämpfen, um ihn kahl zu halten und früher oder später wird man verlieren! Warum also nicht mit der Natur arbeiten, um den Boden zu bekleiden? Er wird gesünder und du wirst glücklicher sein!

Nach der ersten Aussaat oder Umpflanzung muss der Boden vier oder fünf Wochen lang kultiviert werden (mindestens drei Kultivierungen), damit sich die Pflanze ohne Unkrautkonkurrenz gut etablieren kann. Dann ist es an der Zeit, den Boden zu bedecken. Hier sind einige Tipps:

  • Mulche mit organischem Material, das dick genug ist, um Unkraut am Keimen zu hindern; Stroh, altes Heu, zerkleinertes Blattwerk und Grasschnitt sind einige Optionen. Dies ist eine großartige Möglichkeit, die Bodenfruchtbarkeit aufzubauen, die Bodenfeuchtigkeit zu erhalten und gleichzeitig das Unkrautwachstum zu reduzieren. Es gibt jedoch auch einige Nachteile. Bei nassem oder kaltem Wetter kann das Mulchen Probleme verursachen. Es kann auch eine Menge Arbeit und/oder Geld kosten, genügend organisches Material zu beschaffen, um eine dicke Mulchschicht auf dem Boden zu halten, da sie sich ständig zersetzt und möglicherweise neu aufgetragen werden muss.
  • Pflanze deine Pflanzen dicht genug, um Unkraut zu verdrängen. Hält man sich an die Empfehlungen für die Pflanzabstände, wird sich das Pflanzendach schließen und alle Unkräuter außer den widerstandsfähigsten vom Gedeihen abhalten. Dann muss man sich nur noch darum kümmern, die Gehwege frei zu halten. Einige Pflanzen, wie z. B. Süßkartoffeln und Winterkürbisse, bedecken alles – auch Bereiche, die man nicht bedeckt haben will!
  • Plastik oder Gewebe ist eine weitere Option, um den Boden abzudecken. Auch hier gibt es einige Nachteile, wie z. B. die Kosten für das Material, den Aufwand für das Verlegen und Entfernen am Ende der Saison und Probleme bei der Entsorgung, so dass wir solche Abdeckungen nur verwenden, wenn keine andere Möglichkeit effektiver erscheint. Wir haben zum Beispiel die Erfahrung gemacht, dass Erdbeerpflanzen, die in Hochbeeten mit Kunststoffabdeckung wachsen, besser gedeihen als mit jeder anderen Methode, die wir ausprobiert haben.
  • Die reizvollste Möglichkeit der Unkrautunterdrückung, die wir gefunden haben, ist die Untersaat von Bodendeckern oder Gründüngung in Beeten und Wegen. Wenn man es richtig macht, hat man Schönheit, Unkrautunterdrückung und erhöhte Bodenfruchtbarkeit – alles mit sehr wenig Aufwand. Wir sind immer noch dabei, diesen Prozess zu perfektionieren aber zwei Kombinationen, die sich als erfolgreich erwiesen haben, sind die Untersaat der Herbstkulturen mit Karmesin-Klee und die Untersaat von Mais mit Sojabohnen oder Kuhbohnen. Gib deiner Hauptfrucht einen vierwöchigen Vorsprung, bevor du die Deckfrucht untersäst.
  • Vergiss nicht, den Boden zu bedecken, auch wenn dein Garten für diese Saison fertig ist. Säe zum Beispiel eine Winterdeckkultur aus Getreide oder Hülsenfrüchten. Bodendecker sind wahrscheinlich der einfachste und beste Weg, um die Bodenfruchtbarkeit aufzubauen. Hier sind einige der Vorteile:
    • Es ist oft der einfachste und kostengünstigste Weg, deinem Garten organisches Material hinzuzufügen.
    • Es fügt Stickstoff hinzu und baut Humus im Boden auf.
    • Es verhindert Bodenerosion.
    • Es fängt Pflanzennährstoffe auf, die sonst auswaschen würden.
    • Es stimuliert die biologische Aktivität im Boden.
    • Er wirkt oft als biologischer Bodenlockerer, der harte Böden aufbricht.
    • Er verbessert die Bodenstruktur und die Widerstandsfähigkeit gegen Trockenheit.
    • Und, wie bereits erwähnt, kann sie Unkraut unterdrücken.
    • Ein paar bewährte Deckfrüchte sind:
      • Für den Winter: Roggen, Weizen, Steinklee und Wicke.
      • Für den Sommer: Kuhbohnen, Sojabohnen, Hirse, Buchweizen und Sorghum/Sudangras.

6) Sei „pflanzenpositiv“ und nicht „schädlingsnegativ“.

frischer biologischer Salat

Die beste Insektenbekämpfung ist ein gesunder Boden, der gesunde Pflanzen hervorbringt – so wie die beste Krankheitsprävention beim Menschen ein gesunder Körper ist. Schädlingsinsekten sind Indikatoren für gestresste oder ungesunde Pflanzen. Töte nicht „den Boten“, bevor du die Botschaft gehört hast. Investiere dann in die Lösung, z. B. in den Aufbau eines gesunden Bodens, anstatt die Symptome, also die Insekten, zu beseitigen. Auch wenn es zu simpel klingt, es funktioniert wirklich! Allerdings wird gesunder Boden oft nicht an einem Tag aufgebaut, deshalb hier ein paar Vorschläge für eine Zwischenbehandlung:

  • Lerne den Lebenszyklus von Insekten kennen und trickse sie aus. Zum Beispiel sind in unserer Gegend die Kartoffelkäfer nach dem 4. Juli kein Problem mehr, so dass wir im Herbst eine käferfreie Kartoffelernte einfahren können!
  • Nutze Fruchtfolgen, um Probleme mit Insekten und Krankheiten zu minimieren. Aus Platzgründen kann in diesem Artikel nicht ausreichend auf die Fruchtfolge eingegangen werden, aber der Hauptzweck dieser nützlichen Gartenpraxis besteht darin, Pflanzenfamilien nach Zeit und Entfernung zu trennen.
  • Verwende ein Folientunnel, die als physische Barriere dient, um junge Pflanzen zu schützen.
  • Verwende die organischen Insektizide Dipel oder Spinosad für Würmer auf Kohlgewächsen.
  • Verwende insektizide Seife bei Blattläusen. Bevor man sie aufträgt, sollte man jedoch ein wenig mehr gießen. Blattläuse werden von Pflanzen angezogen, die entweder unter Wasserstress stehen oder stickstoffreich sind.
  • Versuche Sukzessionspflanzungen von Sommerkürbissen, um die Kürbiswanzen unter Kontrolle zu halten. Mit anderen Worten, pflanze jeden Monat einige neue Pflanzen bis etwa drei Monate vor dem Herbstfrost.
  • Sei nicht zu voreilig bei der Anwendung von Insektiziden, nur weil die Pflanzen ein paar Löcher in den Blättern haben! Die Pflanzen können ein gewisses Maß an Insektenschäden verkraften, ohne dass ihr Ertrag wesentlich beeinträchtigt wird.

7) Mache die Gartenarbeit zu einem Lebensstil und nicht zu einem einmaligen Ereignis.

Gartenarbeit genießen - Foto von cottonbro from Pexels

Für die meisten Gärtner ist das Anlegen eines Gartens etwas, das man an einem oder zwei schönen Tagen im Frühling macht. Aber wie wäre es, es zu einer Lebensweise zu machen? Wir bauen jetzt das ganze Jahr über mit sehr einfachen Methoden an. Das kann jeder! Eliot Coleman, der Pionier, der das Interesse am ganzjährigen Anbau geweckt hat, lebt in Maine! Nein, wir bauen keine Tomaten im Winter oder Salat im Sommer an, aber es gibt Pflanzen, die für jede Jahreszeit geeignet sind! Nachfolgend sind einige Ideen, um dich auf die Reise zur Saisonverlängerung zu bringen:

  • Verwende Sukzessionspflanzungen, um deine Saison an beiden Enden zu verlängern. Zum Beispiel: Die meisten Tomaten in unserer Gegend werden Ende April/Anfang Mai gepflanzt. Aber man kann Tomaten schon Ende März pflanzen, indem man sie mit einem Folientunnel und/oder Plastik abdeckt. Man kann Tomaten auch bis zum ersten Juli aussetzen und bis zum Frost Früchte ernten.
  • Pflanze weniger und öfter. Wie viele Zucchinipflanzen brauchst du wirklich auf einmal? Wenn du bis Juli jeden Monat ein paar Pflanzen pflanzt, kannst du dich mit frischen Zucchini versorgen, ohne überschwemmt zu werden!
  • Informiere dich, welche Pflanzen in deiner Gegend kaltes Wetter überleben können. Viele Gemüsearten, wie Spinat und Kohl, sind sehr winterhart. Wurzelgemüse kann oft im Boden belassen werden und zum Schutz mit Stroh gemulcht werden.
  • Verwende ein Folientunnel, das über Drahtbogen gezogen wird. Du wirst erstaunt sein, wie viel Schutz so ein dünnes Plastik bietet!
  • Für die Überwinterung von Pflanzen kann man einfache niedrige Folientunnel aus robusteren Material wie verzinkten Rohren bauen. Lege eine Strohmatte und/oder ein dickes Plastik über die Tunnel, um den ganzen Winter über Gemüse anzubauen! Halte die Abdeckungen mit Sandsäcken am Boden.
  • Wenn du mit den Jahreszeiten isst, wirst du feststellen, dass du nicht so viel einkochen musst. Warum aus der Dose essen, wenn man direkt aus seinem Garten essen kann?!

Also, die sieben „Geheimnisse“ sind jetzt „aus dem Sack“. Wir haben in diesem Artikel zahlreiche Informationen behandelt und du fühlst dich wahrscheinlich entweder beflügelt oder überwältigt! Aber verzweifle nicht – fange da an, wo du bist! Nimm nach und nach Verbesserungen vor, wenn Zeit und Geld es erlauben. Pflanzen können erstaunlich viel aushalten und trotzdem schöne Früchte tragen! Also, steh auf, geh nach draußen und geh mit Gott in den Garten!


Dieser Artikel wurde ursprünglich im Journal of Health and Healing, einer Zeitschrift des Wildwood Lifestyle Center, publiziert.


Ein Artikel von RundumGesund.org

Ohne Abhängigkeit durchs Leben

Ohne Abhängigkeit durchs Leben

16. April 2021 von Esther Neumann

Fast so alt wie die Menschheit ist der Wunsch, durch die Einnahme psychotroper Stoffe etwas im Leben zu verändern. Schamanen versuchen sich durch die Einnahme von berauschenden Kräutern oder Pilzen in einen besonderen Zustand zu versetzen. Menschen, die ihre Umgebung oder ihre Lebenssituation nicht mehr aushalten, versuchen durch Konsumieren legaler oder illegaler Drogen ihre Situation zu vergessen. So alt wie das Problem, ist auch der Versuch der Gesellschaft, den Konsum zu regeln oder zu verbieten. Was ist Sucht, Abhängigkeit? Wer ist gefährdet? Wo ist der Ausweg?

Ohne Abhängigkeit durchs Leben

Warum der eine abhängig oder süchtig wird und der andere nicht, darauf gibt es keine eindeutige Antwort. Es fehlt bis jetzt eine überzeugende Suchttheorie. Aber die neurobiologische Forschung hat körpereigene Morphine gefunden, deren Anwesenheit biochemische Prozesse auslösen können, die Einfluss auf Suchtentwicklung nehmen können. Es gibt auch viele chemische Verbindungen, die einfach im Labor hergestellt werden können, die die gleiche Wirkungen ausüben. Sie stellen den Stoffwechsel um und verändern die Gefühle. Sie gehören zu den sogenannten Psychopharmaka und sind eigentlich Medikamente oder legale und illegale Drogen.

Der Mensch möchte geniessen. Dazu hat er auch das Recht. Es ist Gott gewollt, dass wir uns freuen dürfen, dass wir geniessen können. Es gibt einen ganz bestimmten Hirnbereich, in dem Lustgefühle entstehen. Solche Gefühle können durch Elternliebe, Sex, Lieblingsbeschäftigungen aber auch einfach durch Essen und Trinken hervorgerufen werden. Suchtstoffe aktivieren ebenfalls diesen Teil des Gehirns.

Was ist Sucht oder Abhängigkeit?

Wer auf die positive Wirkung einer Tätigkeit oder einer Droge nicht mehr verzichten will oder kann ist abhängig oder süchtig. Der Genuss ist ihm dann mehr wert als die Gesundheit, seine Beziehungen und sogar sein Leben. Übermächtig ist der Wunsch nach dem Rausch, nach Vergessen, nach Abheben, sich verlieren und nach raus aus dem Alltag. Wer abhängig ist, ist nicht mehr frei. Er hat keine Wahl mehr und wird vom Drang beherrscht, bestimmte Gefühle und Stimmungen herbei zu führen oder zu vermeiden.

Abhängigkeit und Sucht haben fast die gleiche Bedeutung. Die Abhängigkeit beschreibt eher die medizinische, die Sucht eher die seelische, soziale Seite. Die WHO spricht nur noch von Abhängigkeit.

Wer wird abhängig?

Ein starker Auslöser ist sicher die Neugier und die Risikobereitschaft. Dann kommt es darauf an, welche Erfahrung man bei der ersten Einnahme gemacht hat. Schämt man sich nach dem ersten Rausch, oder fühlt man sich nun endlich dazugehörig zur Klicke? Ist es einem nach dem ersten Zug beim Rauchen kotzübel geworden, oder hat man sich entspannt gefühlt? Wird man aufgefordert, es noch einmal zu probieren, wird man gehänselt?

Suchtforscher sprechen von einer sozialen Vererbung. Kinder und Jugendliche werden demnach in ihrem Verhalten wesentlich geprägt. Das kann eine krankmachende Familiendynamik sein, unbefriedigte Beziehungen, Leistungsdruck, Orientierungslosigkeit, unbefriedigte Sehnsüchte, Ausgegrenztheit, menschenunwürdige Wohnverhältnisse, nicht zufriedenstellende Freizeitbeschäftigung. Werbung und Modeerscheinungen können genauso Auslöser sein wie unverantwortliche Verschreibungen von Medikamenten mit Suchtpotential.

Rauchersucht

Unter Abhängigen finden sich auch viele sensible Menschen, phantasievolle, kreative, verletzliche. Wir kennen viele abhängige Künstler. Menschen mit ungelösten Problemen neigen dazu, psychotrope Drogen einzunehmen, um die Leistungsfähigkeit und das Befinden zu verbessern. Die wichtigste Wirkung ist dabei die Euphorisierung, die Druck (scheinbar) besser ertragen lässt.

Ein wichtiger Faktor für die Abhängigkeit ist auch die Zugänglichkeit. Ohne Drogen keine Sucht. Die Dosis, die Art der Einnahme, die Gewöhnung und die Toleranzentwicklung spielen wichtige Rollen.

Phasen und Verlauf der Abhängigkeit

Die Abhängigkeit fällt nicht vom Himmel. Niemand wird plötzlich süchtig. Es ist ein schleichender Prozess. Meist beginnt es mit einer positiven Erfahrung oder Wirkung der Droge. Der Betroffene meint, er habe alles im Griff. Er kann ja jederzeit wieder aufhören. Dazu gehören leider die wenigsten Konsumenten. Viel eher kommt es schnell zu einem Kontrollverlust. Man gewöhnt sich an das Suchtverhalten. Es kommt zu einem ausweichenden Verhalten gegenüber der Umwelt. Dann kommt die chronische Phase wo man nicht mehr aussteigen kann und auch nicht will. Zuletzt will man den Ausstieg, kann aber nicht mehr, zumindest nicht mehr alleine.

Arten der Abhängigkeit

Wir kennen stoffgebundene Suchtformen. Dabei haben wir es mit legalen Stoffen wie Alkohol, Nikotin, Koffein, Medikamenten, chemischen Drogen, natürlichen Drogen, Schnüffelstoffen zu tun; oder mit illegalen wie Cannabis, Kokain, Ecstasy, LSD, Heroin und vielen anderen. Wobei die Zahl der Abhängigen von legalen Drogen wesentlich größer ist, als die der illegalen. Aber beide machen physisch und psychisch abhängig.

Zu den nicht stoffgebundenen Abhängigkeiten kommt es durch jedes exzessive, ohne Maß betriebene Verhalten: Glücksspiele, Internet, Fernsehen, Arbeit, Kaufen, Ess-Brechsucht, Laufsucht, Spielsucht und vieles mehr.

Sucht auf Süßigkeiten - Photo by Artem Podrez from Pexels

Hilfe bei Abhängigkeiten

Wer abhängig ist, steckt in einem Teufelskreis und braucht Hilfe. Aber man kann einen Abhängigen nicht gegen seinen Willen befreien. Jeder Versuch, ihm zu helfen, wird so lange fehlschlagen, bis er selber bereit ist, frei zu werden. Man kann ihm allerdings Impulse geben. Die Befreiung ist dann wieder genauso ein Prozess wie die Entstehung der Abhängigkeit und kein plötzliches Ereignis. Oft muss das ganze Leben daran gearbeitet werden. Bekannt dafür sind die Anonymen Alkoholiker. Ihr Programm ist auch ein geistliches Programm, das die ganze Familie mit einschließt. Dabei geht es auch um geistliches Wachstum.

Selbsthilfegruppen sind sehr gute Einrichtungen. Man unterstützt sich gegenseitig, macht sich Mut, sucht gemeinsam Lösungen für Probleme und man weiß, dass man nicht alleine kämpft.

Vorbeugung – der beste Schutz vor Abhängigkeiten

Abhängigkeiten beginnen im Alltag – Prävention auch. Mich hat das Buch: „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ sehr erschüttert. Dort beschreibt ein Mädchen in welch tristen Wohnverhältnissen es aufwachsen musste, wie ihm eine Möglichkeit der sinnvollen Freizeitgestaltung nach der anderen genommen worden ist. In der Familie fand es keinen Halt. Die Freunde waren genauso schlimm dran. Es gab keine Erfolgserlebnisse, keine Befriedigung, keine wirkliche Liebe, keinen Lebensinhalt und kaum Freude.

Genau bei diesen Punkten müssen wir ansetzen.

Nehmen wir uns Zeit für unsere Kinder, unseren Partner? Gestalten wir unser Heim, unsere Umgebung wohnlich und angenehm? Bin ich zufrieden mit der Wahl meiner Schule, meiner Ausbildung, meines Berufes? Gehe ich einer aktiven, zufriedenstellenden Freizeitbeschäftigung nach? Betreibe ich sinnvollen Sport und Bewegung? Bin ich bei sozialen Einrichtungen engagiert? Mache ich bei Vereinen mit? Liebe ich? Werde ich geliebt?

Zuneigung zeigen - Photo by mali maeder from Pexels

Weiß ich woher ich komme, wozu ich lebe und wohin ich gehe? Die Beantwortung dieser W-Fragen ist lebenswichtig. Sie stellen einen großen Schutz vor Abhängigkeiten dar. Eine Abhängigkeit soll aber sogar sein, sie ist ganz wichtig: die Abhängigkeit von einem liebenden Gott. Wenn das Bild von Gott als einen liebenden Vater verschüttet worden ist, dann muss daran gearbeitet werden, es wieder zu finden. In einer angstfreien Atmosphäre des Angenommenseins von Gott und den Mitmenschen entsteht keine Abhängigkeit und kann ein Abhängiger wieder Vertrauen finden, Vertrauen zu sich selbst und zu seiner Umwelt.


Ein Artikel von RundumGesund.org