Zehn natürliche Heilmittel zur Überwindung von Ängsten

25. Februar 2024 von Elizabeth Hall und Poliana V. Vale

Leidest du unter Angstzuständen? Gibt es bestimmte Dinge, die dich ängstlich machen? Für viele Menschen sind Ängste und Beklemmungen ein Problem. Sie sind die häufigsten psychischen Erkrankungen in den Vereinigten Staaten, von denen 40 Millionen Erwachsene über 18 Jahren betroffen sind. Hast du jemals daran gedacht, dass es ein paar einfache Mittel gibt, die dir sehr helfen können, besser mit Ängsten umzugehen?

Zehn natürliche Heilmittel zur Überwindung von Ängsten

Lass dich medizinisch gut untersuchen

Körperliche Probleme wie eine Schilddrüsenüberfunktion, andere hormonelle Ungleichgewichte, chronisch obstruktive Lungenerkrankung, Herzinsuffizienz, Herzklappenprolaps, Vitamin-B12-Mangel, Entzug bestimmter Medikamente und andere Probleme könnten die Ursache für die Angst sein und sollten von einem kompetenten Arzt und durch entsprechende Tests ausgeschlossen werden.

Schaue dir nur das Positive, Wahre und Edle im Fernsehen oder Internet an

Vieles, was im Fernsehen gezeigt wird, regt die Nebennieren zur Ausschüttung von Stresshormonen an, die die Angst verschlimmern und aufrechterhalten. Wir entscheiden uns bewusst dafür, unsere Angstschwelle zu senken, indem wir gewalttätige Sendungen oder Filme sehen, die uns dazu bringen, die Handlung stellvertretend mitzuerleben.

Beschränke die Medienpräsenz

Die ganztägige und speziell abendliche Nutzung sozialer Medien mit emotionaler Beteiligung standen in Zusammenhang mit einer schlechteren Schlafqualität, einem geringeren Selbstwertgefühl sowie höheren Angst- und Depressionswerten bei Teenagern.1) Die gleichzeitige Nutzung mehrerer Medien – wie das Spielen eines Computerspiels während des Fernsehens – wird mit Symptomen von Angst und Depression in Verbindung gebracht.2)

Beseitige Koffein

Koffein verstärkt die Wirkung der Stresshormone der Nebennieren und bringt einen wichtigen Hirnstoff, GABA (Gamma-Amino-Buttersäure), durcheinander. Dieser Stoff hilft uns, uns zu konzentrieren und bei Stress ruhig zu bleiben. Koffein kann beim posttraumatischen Stresssyndrom eine Rolle spielen. Es senkt die Hemmschwelle für Wut und verringert das Maß an Zufriedenheit. Koffein ist in der Tat eine schlechte Nachricht für die Angstbewältigung.3)

A cup of coffee

Körperliche Betätigung hilft

Zwanzig Minuten kontinuierliches Gehen (10 Wochen lang täglich) verbessert Angstzustände.4) Körperliche Bewegung ist mit guter Gesundheit verbunden. Körperliche Fitness kann die schädlichen Auswirkungen von psychischem Stress abfedern. Bei älteren Menschen verbessert Bewegung die Qualität des Schlafs und die Wahrnehmung der Selbstkontrolle und des Selbstvertrauens. Sie trägt dazu bei, eine angeborene Neigung zu Angstzuständen zu kontrollieren und erhöht die Zufriedenheit. Regelmäßige, massvolle Bewegung hilft auch, entzündungsfördernde Chemikalien im Körper zu reduzieren, die bei Angstzuständen häufig erhöht sind. Darüber hinaus deuten einige Studien darauf hin, dass körperliche Betätigung eine wichtige Rolle dabei spielen kann, die täglichen Ängste und Stressfaktoren im Leben besser zu ertragen. Regelmäßige Bewegung hilft, die Auswirkungen emotionaler Belastungen abzufedern. Bewegung verringert nicht nur deine Ängste, sondern ermöglicht es auch selbst in der Konfrontation mit emotionalen Ereignissen diese Angstkontrolle aufrechtzuerhalten.5)

Im Gegensatz dazu sind energiearme Tätigkeiten, die mit Sitzen verbunden sind, nach neuen Forschungsergebnissen mit einem erhöhten Risiko für Angstzustände verbunden. Diese Aktivitäten, zu denen das Fernsehen, die Arbeit am Computer oder das Spielen von elektronischen Spielen gehören, werden als sitzende Tätigkeiten bezeichnet.6)

Genieße eine entzündungshemmende Ernährung

Da Angst Entzündungen begünstigt (und Entzündungen chronische Erkrankungen begünstigen), solltest du eine entzündungshemmende, pflanzliche Ernährung mit grünem Blattgemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und Omega-3-Fettsäuren wählen. Vermeide den übermäßigen Gebrauch von raffinierten Ölen und Zucker, da diese die Entzündung anheizen. Pflanzliche Lebensmittel sind reich an Ballaststoffen. Ballaststoffe tragen dazu bei, den Magen und den Darm mit freundlichen Bakterien zu besiedeln. Es gibt immer mehr Beweise dafür, dass unfreundliche Bakterien mit psychischen Störungen, einschließlich Angstzuständen, in Verbindung stehen.7) Omega-3-Fettsäuren reduzieren Angstzustände und Entzündungen bei gesunden Studenten.8) Chiasamen, Leinsamen, Bio-Sojabohnen und Walnüsse sind gute vegetarische Quellen für Omega-3-Fettsäuren.

Hydrated chia seeds

Erhöhe die Antioxidantienzufuhr

Küchenkräuter wie Kurkuma, Ingwer, Rosmarin, Thymian und Oregano können dazu beitragen, deinen Antioxidantienspiegel zu erhöhen. Erwäge eine massvolle Vitaminergänzung auf pflanzlicher Basis. Weshalb? Menschen mit generalisierter Angststörung können einen niedrigen Antioxidantienspiegel im Blut haben.9) Ein niedriger Gehalt an Antioxidantien kann in manchen Fällen zu Angstzuständen beitragen.10) Es wäre ratsam, auch deinen Vitamin-B-12- und Vitamin-D-Spiegel überprüfen zu lassen.

Kein Plastik in der Mikrowelle erhitzen und nur begrenzt aus Plastikbehältern trinken

Forscher der North Carolina State University haben gezeigt, dass die Exposition der Chemikalie Bisphenol in jungen Jahren zu starken Angstzuständen führt, da sie erhebliche Veränderungen der Genexpression in einer bestimmten Gehirnregion, der Amygdala, verursacht. Die Forscher fanden auch heraus, dass eine sojareiche Ernährung diese Wirkung abschwächen kann.11)

Vermeide Alkohol

Nach chronischer Alkoholexposition sind Mäuse nicht mehr in der Lage, eine erlernte Angstkontrolle auszuüben. Dies wirft ein Licht auf den Zusammenhang zwischen Alkoholismus und Angstproblemen wie posttraumatischen Belastungsstörungen. Mit anderen Worten, anhaltender Alkoholkonsum strukturiert das Gehirn um und senkt die Schwelle für Angstzustände.12)

Genieße ein lauwarmes Wannenbad

Diese Hydrotherapie-Behandlung entspannt den Körper und beruhigt das Nervensystem. Achte darauf, dass der Raum warm ist. Die Wassertemperatur sollte zwischen 34-36°C liegen. Die Dauer des Bades sollte zwischen 15 Minuten und einer Stunde liegen. Lege bei Bedarf ein Luftkissen unter den Kopf und bedecke alle Körperteile außerhalb des Wassers mit einem leichten Handtuch.

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf der Website von Wildwood Institute und wird mit Genehmigung veröffentlicht.

Elizabeth Hall

Elizabeth Hall

Elizabeth Hall unterrichtet seit mehr als 35 Jahren Gesundheitsthemen im Wildwood Institute.

wildwoodhealth.com/


Ein Artikel von RundumGesund.org

Warum sich manche Menschen überessen, wenn sie verärgert sind

28. Januar 2024 von Charlotte Hardman, Angela Rowe und Laura Wilkinson

Die Idee, dass man einen Becher Eiscreme isst, um seinen Kummer zu überwinden, ist ein wenig zum Klischee geworden. Auch wenn nicht jeder einen Becher Schokoladeneis braucht, um sich wieder aufzurappeln, scheint es doch gründliche Unterschiede in der Art und Weise zu geben, wie Menschen mit beunruhigenden Ereignissen umgehen, wobei einige eher Trost im Essen finden als andere.1)

Warum sich manche Menschen überessen, wenn sie verärgert sind

Dies ist wichtig, denn wenn das Essen zur Bewältigung negativer Gefühle zu einem Trend zum übermäßigem Essen ist, ist es wahrscheinlich, dass es in Fettleibigkeit und Übergewicht münden wird.2) Mehr Menschen als je zuvor sind heute übergewichtig und fettleibig. Jüngste Schätzungen gehen davon aus, dass bis 2025 weltweit 2,7 Milliarden Erwachsene von Fettleibigkeit betroffen sein werden und damit Gesundheitsrisiken wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und Krebs drohen.

Warum also bewältigen manche Menschen ihre Gefühle mit Essen, während andere dies nicht tun? Ein psychologisches Konzept, das hilft, diesen Unterschied zu erklären, ist die Bindungsorientierung von Erwachsenen.3) Je nach dem Ausmaß, in dem wir befürchten, von den Menschen, die wir lieben, verlassen zu werden, fallen Erwachsene irgendwo auf die Dimension der „Bindungsangst“. Wo wir uns auf dieser Dimension befinden (hoch oder niedrig), bestimmt eine Reihe von Erwartungen darüber, wie wir und andere sich in persönlichen Beziehungen verhalten. Diese Erwartungen haben sich normal schon früh im Verhältnis zu der Fürsorge entwickelt, die wir als Säugling erhalten haben, und dies kann unseren Bindungsstil charakterisieren.

Eine kürzlich durchgeführte Metaanalyse – eine Studie, die die Ergebnisse vieler anderer Studien zusammenfasst – hat gezeigt, dass je höher die Bindungsangst einer Person ist, desto mehr ungesunde Essgewohnheiten hat sie, was sich wiederum auf den Body-Mass-Index (BMI) auswirkt.4) Zwei weitere Studien haben gezeigt, dass Patienten, die sich einem chirurgischen Eingriff zur Gewichtsreduzierung unterziehen, wahrscheinlich höhere Werte für Bindungsangst aufweisen als eine vergleichbare schlanke Population, und es wird angenommen, dass dieser Unterschied teilweise durch die Tendenz zur Überernährung erklärt wird.5)

Eine übergewichtige Frau am Überessen mit Fast Food

Bindungsangst verstehen lernen

Wir wissen seit langem, dass Menschen mit hoher Bindungsangst häufiger beunruhigende Dinge registrieren und es ihnen schwerer fällt, ihre Gefühle zu kontrollieren, wenn sie verärgert sind.6) Das liegt daran, wie Bindungsorientierungen ursprünglich zustande kommen. Die Dynamik und die Gefühle im Zusammenhang mit unseren wichtigsten Langzeitbeziehungen, inklusive der frühen Lebensjahre, dienen als Muster, die unser Verhalten in späteren Beziehungen und in Stresssituationen leiten.

Wenn wir von einer Betreuungsperson konsequent betreut werden, die uns auch bei der Bewältigung von Problemen im Leben hilft, entwickeln wir eine sichere Bindungsorientierung. Menschen mit einer hohen Bindungsorientierung sind in der Lage, bei einem negativen Lebensereignis Unterstützung bei anderen zu suchen oder sich selbst zu beruhigen, indem sie an die Dinge denken, die ihre Bezugsperson oder eine andere wichtige Person in dieser Situation zu ihnen sagen würde.

Eine Mutter kümmert sich um ihr Baby

Inkonsistente Pflege – bei der die Pflegeperson manchmal auf die Bedürfnisse des anderen eingeht, zu anderen Zeiten aber nicht – führt jedoch zu Bindungsangst und der Sorge, dass unsere Bedürfnisse nicht erfüllt werden. Wenn negative Lebensereignisse eintreten, wird Unterstützung von anderen gesucht, die aber als unzuverlässig wahrgenommen wird. Menschen mit starker Bindungsangst sind auch weniger in der Lage, sich selbst zu beruhigen als Menschen mit einer sicheren Bindung.

Wir haben vor kurzem untersucht, ob dieses schlechte emotionale Management erklären könnte, warum Menschen mit Bindungsangst eher zum Überessen neigen. Dabei stellten wir fest, dass es für Menschen mit Bindungsangst schwieriger ist, sich von dem zu lösen, was sie aufregt, und mit dem fortzufahren, was sie eigentlich tun sollten. Diese negativen Emotionen wurden mit Essen bewältigt, was mit einem höheren BMI einherging.7)

Es ist jedoch wichtig, darauf hinzuweisen, dass dies nur ein Faktor von vielen ist, die Überessen und BMI beeinflussen können. Wir können auch noch nicht sicher sagen, dass Bindungsangst Überessen und Gewichtszunahme verursacht. Es könnte sein, dass Überessen und Gewichtszunahme unsere Bindungsorientierung beeinflussen, oder es könnte ein bisschen von beidem sein.

Umgang mit dem Essverhalten

Es gibt zwei vielversprechende Ansätze für Personen mit Bindungsangst, die ihr Essverhalten in den Griff bekommen wollen. Dabei geht es um die spezifische Bindungsorientierung selbst und/oder die Verbesserung der Fähigkeit zur Emotionsregulation im Allgemeinen.

Eine Frau mit einer positiven Einstellung

Eine Möglichkeit, die Bindungsorientierung anzugehen, ist eine psychologische Technik namens „Security Priming“, die darauf abzielt, dass sich Menschen wie „Sichere“ verhalten, die gut mit negativen Lebensereignissen umgehen können.8) Es führt zu positiven Effekten im Allgemeinen, wie z. B. zu mehr pro-sozialem Verhalten. Eine Studie zeigte, dass das Priming eine Auswirkung auf die Aufnahme von Snacks hatte. Wenn Menschen aufgefordert werden, über sichere Beziehungen in ihrem Leben nachzudenken, essen sie in einer nachfolgenden Snack-Episode weniger, als wenn sie aufgefordert werden, über ängstliche Beziehungen in ihrem Leben nachzudenken (diese Arbeit ist allerdings noch vorläufig und muss überarbeitet und vertieft werden).9)

Was die Emotionsregulierung betrifft, so wurde in einer kürzlich veröffentlichten Arbeit hervorgehoben, wie wichtig es für emotionale Esser ist, sich auf Fähigkeiten wie Stressbewältigung statt auf Kalorienbeschränkung zu konzentrieren, wenn sie Gewicht verlieren wollen. In dieser Studie wurden jedoch nicht nur Personen mit Bindungsangst untersucht, so dass weitere Arbeiten erforderlich sind, um dies weiter zu erforschen.10)

In einer idealen Welt würde natürlich jeder Mensch Beziehungserfahrungen machen, die ihm helfen, eine hohe Bindungssicherheit zu entwickeln, und vielleicht ist dies ein versteckter dritter Ansatz – die Erleichterung besserer Betreuungs- und zwischenmenschlicher Beziehungen für alle.

This article is republished from The Conversation under a Creative Commons license. Read the original article.

Charlotte Hardman

Charlotte Hardman

Charlotte Hardman ist Dozentin für Psychologie des Appetits und der Adipositas an der Universität von Liverpool. Ihre Forschung untersucht die psychologische und biologische Kontrolle von Appetit, Nahrungsaufnahme und Suchtverhalten.

Angela Rowe

Angela Rowe

Angela studiert Sozialkognitive Psychologie an der Universität von Bristol. Ihre Forschung konzentriert sich weitgehend auf die Prozesse und Mechanismen, die den Bindungsstil von Erwachsenen bestimmen.

Laura Wilkinson

Laura Wilkinson

Laura Wilkinson ist Experimentalpsychologin mit einem Forschungsinteresse an Essverhalten und Körpergewicht. Sie ist Dozentin für Psychologie an der Universität Swansea.

Referenzen

↑1, ↑10Van Strien T. Causes of Emotional Eating and Matched Treatment of Obesity. Current Diabetes Reports (2018) 18: 35 https://doi.org/10.1007/s11892-018-1000-x
↑2Bryant E. J. et.al. Disinhibition: its effects on appetite and weight regulation. https://doi.org/10.1111/j.1467-789X.2007.00426.x
↑3Lopez, F. G., & Brennan, K. A. (2000). Dynamic processes underlying adult attachment organization: Toward an attachment theoretical perspective on the healthy and effective self. Journal of Counseling Psychology, 47(3), 283–300. https://doi.org/10.1037/0022-0167.47.3.283
↑4Faber A. et.al. Attachment and eating: A meta-analytic review of the relevance of attachment for unhealthy and healthy eating behaviors in the general population,
Appetite, Volume 123, 2018, Pages 410-438, https://doi.org/10.1016/j.appet.2017.10.043.
Wilkinson, L., Rowe, A., Bishop, R. et al. Attachment anxiety, disinhibited eating, and body mass index in adulthood. Int J Obes 34, 1442–1445 (2010). https://doi.org/10.1038/ijo.2010.72
↑5Nancarrow, A., Hollywood, A., Ogden, J. et al. The Role of Attachment in Body Weight and Weight Loss in Bariatric Patients. OBES SURG 28, 410–414 (2018). https://doi.org/10.1007/s11695-017-2796-1
Wilkinson, L., Rowe, A., Sheldon, C. et al. Disinhibited eating mediates differences in attachment insecurity between bariatric surgery candidates/recipients and lean controls. Int J Obes 41, 1831–1834 (2017). https://doi.org/10.1038/ijo.2017.157
↑6Mikulincer, M. (1998). Adult attachment style and affect regulation: Strategic variations in self-appraisals. Journal of Personality and Social Psychology, 75(2), 420–435. https://doi.org/10.1037/0022-3514.75.2.420
↑7Laura L. Wilkinson, Angela C. Rowe, Eric Robinson, Charlotte A. Hardman, Explaining the relationship between attachment anxiety, eating behaviour and BMI, Appetite, Volume 127, 2018, Pages 214-222, https://doi.org/10.1016/j.appet.2018.04.029
↑8Omri Gillath, Gery Karantzas, Attachment security priming: a systematic review, Current Opinion in Psychology, Volume 25, 2019,Pages 86-95, https://doi.org/10.1016/j.copsyc.2018.03.001
↑9Wilkinson L. et.al. Eating me up inside: Priming attachment security and anxiety, and their effects on snacking. https://doi.org/10.1177/0265407512468371


Ein Artikel von RundumGesund.org

Wie du deinen inneren Stress bewältigst

von Martin Neumann

Mittendrin auf deinem Lebensweg stellst du fest, dass die Dinge nicht so laufen wie geplant. Vielleicht leidest du unter Geldsorgen oder stellst fest, dass deine Ehe in Schieflage ist. Das sind Dinge, die dich aufhorchen lassen – und du solltest dir Hilfe suchen, bevor sie dir über deinen Kopf wachsen.

Wie du deinen inneren Stress bewältigst

Einige Dinge kannst du sehr einfach verbessern. Wenn du aufhören musst, Geld auszugeben, kannst du einen Sparplan aufstellen. Es gibt jedoch auch Stress, der von innen heraus entsteht. Es ist die Art von Unruhe, die du darüber hast, wer du als Person bist, im Vergleich zu dem, was du immer gehofft hast, zu sein.

Im Laufe der Zeit wirst du mit einigen Hindernissen konfrontiert werden. Vielleicht musst du deine Beziehungen reparieren, deine Karriere neu ausrichten oder neue Fähigkeiten erlernen, die dir helfen, mit der Rolle des Elternseins zurechtzukommen.

Wenn du diesen Schritt zuerst setzt – den Schritt die Art von Mensch, der du sein willst zu werden – dann wird es viel einfacher, sich diesen Stressfaktoren zu stellen. Wenn du dir die Zeit nimmst, dich selbst zu verbessern, werden viele deiner Belastungen von selbst verschwinden.

Du brauchst keinen teuren Therapeuten oder eine Klettergruppe zur Sebstfindung. Du verleugnest nicht, was dich stört. Du brauchst nur ein wenig Hilfe, um dich selbst zu analysieren und Maßnahmen zu ergreifen, um ein neues Ich zu werden.

Werde dein bestes Ich

Die Armee hat Recht mit ihrem Slogan: „Sei alles, was du sein kannst“. Natürlich musst du dafür nicht ins Bootcamp gehen, um das zu erreichen. Du kannst zu Hause ein Bootcamp für die Selbstfürsorge einrichten, das sanfter ist als die Version der Soldaten.

Ein Aspekt des Bootcamps, den du nachahmen solltest, ist das intensive persönliche Trainingsprogramm, bei dem es darum geht, über sich selbst hinauszuwachsen.

Tagtraum auf Papier

Nimm eine Seite liniertes Notizbuchpapier und falte es in der Hälfte. Schreibe auf der rechten Seite eine Beschreibung deines idealen Selbst. Sei nicht kritisch und analysiere nicht, was du schreibst.

Sei konkret. Anstatt zu sagen: „Ich würde gerne weniger wiegen“, sage: „Ich würde gerne 13 Kilogramm weniger wiegen“. Anstatt „Ich hätte gerne einen besseren Job“, sage „Ich wäre gerne der Manager der Verkaufsabteilung“.

Eine Frau, die eine Selbstbeschreibung in einem Notizbuch macht

Wenn du auf der Seite „Ideales Selbst“ alles Mögliche aufgezählt hast, wende dich der linken Seite zu und überschreibe sie mit „Reales Selbst“. Beschreibe auch hier, ohne kritisch zu sein, wer du heute bist. Welchen Beruf übst du aus? Wo lebst du? Was motiviert dich dazu, jeden Tag weiterzumachen? Beschreibe dich körperlich und emotional.

Öffne dann beide Seiten und vergleiche sie. Ziehe mit einem fetten Stift oder einem Textmarker Linien zwischen den Elementen, die sich ähneln, als ob du ein Zuordnungsspiel spielen würdest. Schaue dich dann ernsthaft an, wie weit dein Reales Selbst von deinem Idealen Selbst entfernt ist.

In einigen Fällen ist der Unterschied zwischen Real und Ideal nicht sehr groß. In anderen Fällen ist er enorm. Wähle zwei Real/Ideal-Vergleiche als deine Selbsthilfe-Prioritäten und arbeite daran. Hebe die Liste für später auf.

Nachdem du die Veränderung dieser Prioritäten geschafft hast, kannst du ein anderes Ziel wählen. Diese Prioritäten werden zu Zielen der Selbstverbesserung. Vielleicht kannst du in ein paar Wochen eine neue Computerkompetenz erlernen, indem du einen Kurs besuchst, weil diese Fähigkeit für eine Beförderung wichtig ist, um eine Karriere zu machen, die dir im Leben weniger Stress bereitet.

Abnehmen braucht mehr Zeit. Wichtig ist, dass du ein Ziel hast und eine Richtung vorgeben kannst. Ehe du dich versiehst, nähert sich dein wahres Selbst deinem idealen Selbst an. Wenn du zu der Person wirst, die du immer sein wolltest, hast du nicht mehr den Stress, mit der Entwicklung deines Lebens unzufrieden zu sein.

Ein Zeitleiste für die Zukunft erstellen

Zeitleisten sind eine gute Möglichkeit, um auf das Leben und die Karriere zurückzublicken. Beginne damit, eine Zeitleiste deines Privatlebens oder deines Berufslebens zu erstellen, je nachdem, was für dich im Moment am dringlichsten ist und mehr Stress in deinem Leben verursacht.

Eine Möglichkeit, wirklich zu sehen, woher man kommt, ist, die Zeitleiste auf einer Pinnwand zu erstellen und Fotos oder andere grafische Darstellungen hinzuzufügen, die die Ereignisse widerspiegeln. Du wirst vielleicht überrascht sein, wenn du dich an Stärken und Fähigkeiten erinnerst, die du aufgrund früherer Erfahrungen vergessen hattest.

Eine Bildzeitleiste mit den wichtigsten Errungenschaften des Lebens

Nimm eine weitere Pinnwand und erstelle einen Zeitplan für die Zukunft. Hier planst du das Leben, das du dir wünscht – das Leben, das dir tiefe Zufriedenheit statt extremen Stress bringt. Markiere auf der Linie Felder für ein bis fünf Jahre, dann in Fünfjahresschritten.

Träume weiter. Wenn Geld kein Hindernis wäre, was für eine Karriere würdest du in fünf Jahren machen? Was würdest du studieren, wenn du auf wundersame Weise das Geld hättest, um an die Universität zurückzukehren oder einen Abschluss zu machen? Welchen Abschluss würdest du gerne machen? Welchen Job würdest du nach diesem Abschluss ausüben?

Wenn du fertig bist, stelle die Zeitleiste für die Vergangenheit auf der linken Seite und die Zeitleiste für die Zukunft auf der rechten Seite auf. Hänge sie an eine Wand in deiner Wohnung, wo du sie eine Woche lang betrachten kannst.

Während du über diese Ideen nachdenkst, wirst du feststellen, dass du dich immer wieder auf einige Bereiche konzentrierst. Vielleicht merkst du eines Tages: „Hey, das ist es, was ich wirklich will, also los!“

Speichere dir deinen Zeitplan für die Zukunft und markiere die Änderungen, die du in deinem Leben vornehmen möchtest. In fünf Jahren bist du vielleicht dort, wo du geplant hast, oder sogar noch weiter. Solange du dich darauf konzentrierst, dein Bestes zu geben und deine Ziele zu erreichen, wirst du in deinem zukünftigen Zeitplan Fortschritte machen. Und wenn du besser auf den Zweck deines Lebens ausgerichtet bist, werden innere Konflikte und Stress aufgrund deiner Unzufriedenheit mit dem Leben schwinden.

Verbesserung deines Körpers

Wenn du versuchst, deinen Stress abzubauen, ist es wichtig, dass dein Körper mithelfen kann, deinen Kopf zu entspannen. Unser moderner Lebensstil ist so hektisch und überfüllt, dass die Fitness oft hinter allem anderen auf der täglichen To-Do-Liste zurücktritt.

Wenn nichts anderes dich in deinem Vorhaben bestärkt, Sport zu treiben, sehe ihn als den besten natürlichen Stressabbau an – und das ist er auch! Vielleicht bist du es gewohnt, vierzig Stunden plus Überstunden zu arbeiten – und dann nach Hause zu eilen, um das Abendessen zu kochen und, wenn du Kinder hast, sie zum Sport und zu anderen Aktivitäten zu fahren.

Eine zehnminütige, ununterbrochene Dusche kann die einzige Entspannungszeit sein, die du am Tag bekommst, bevor du abends erschöpft ins Bett fällst.

1. Wirf einen ehrlichen Blick auf deine Fitness

Die meisten Fitnessstudios bieten eine kostenlose Probewoche oder einen kostenlosen Probemonat an. Frage während dieser Probezeit um eine Fitnessbewertung. Bist du nach zehn Minuten auf dem Laufband erschöpft?

Ein Mann trainiert auf einem Laufband - Photo by William Choquette from Pexels

Wurde mehr Körperfett gemessen, als dir bewusst war? Bist du bei der Arbeit bis an die Grenzen ausgelastet, aber findest keine Zeit um muskelentspannende Dehnübungen zu machen? Ein weiterer schneller Weg zur Fitness besteht darin, einen Personal Trainer zu engagieren, der eine Reihe von persönlichen Trainingseinheiten durchführt. Wenn du erst einmal gelernt hast, welche Übungen für deine Fitnessziele geeignet sind, und die richtige Art und Weise der Ausführung dieser Übungen beherrscht, kannst du alleine weitertrainieren.

2. Schädliche Gewohnheiten eindämmen

Wenn du denkst, dass du Stress abbauen kannst, indem du rauchst oder stark koffeinhaltige Getränke trinkst, dann machst du dir etwas vor. Das führt wahrscheinlich zu mehr Gesundheitsproblemen und mehr Stress.

Überprüfe ehrlich, wie du mit Stress umgehst. Rauchen, Trinken, Drogen, Koffein und dem Nachgeben von Heißhungerattacken sind Entscheidungen mit langfristigen gesundheitlichen Folgen. Du machst dich auf den Weg, um neue Ziele und Träume zu erreichen, und musst bei bester Gesundheit sein, um diese positiven Veränderungen im Leben genießen zu können.

Fange damit an, alles über deine schädlichen Stressbewältigungsmethoden zu lernen. Wissen ist Macht. Suche bei deinen Recherchen nach örtlichen Selbsthilfegruppen. Wenn du keine finden kannst, schließe dich einer Online-Selbsthilfegruppe an. Deine nächstgelegene Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten kann dir vielleicht mit Materialien oder Kursen zur Raucherentwöhnung helfen.

Bei einigen komplexen Problemen beginnt die Selbsthilfe damit, dass du dir eingestehst, dass du Hilfe brauchst, und andere suchst, die dich bei deinen Veränderungen unterstützen können. Ein wichtiger Weg, um negative Bewältigungsmethoden zu vermeiden, besteht darin, deinen Körper zu ernähren und zu trainieren, um eine optimale Gesundheit zu erreichen.

Verbessere deine geistigen Perspektiven

Der körperlich fitteste Körper nützt nichts, wenn die mentale Einstellung düster ist. Du musst an dich selbst glauben, um deine Ziele in die Tat umzusetzen. Selbst positive Menschen stoßen auf Schwierigkeiten, die schwer zu bewältigen sind. Dann braucht man Stressbewältigungsmethoden, um seine Stimmung zu verbessern.

Stell dich deinen Ängsten

Werden deine Hände feucht und die Kehle trocken bei der Erinnerung an den schlimmsten Tag in der sechsten Klasse, als du vor einer Gruppe sprechen musstest? Vielleicht leidest du unter Stress im Zusammenhang mit bestimmten Ereignissen.

Die Leute am Arbeitsplatz oder in deiner Ortsgemeinde wollen hören, was du zu sagen hast. Melde dich bei einer örtlichen Toastmasters-Gruppe an und mache den ersten Schritt, um deine Angst vor öffentlichen Auftritten zu überwinden.

Ein Auftritt vor einem Publikum - Photo by mentatdgt from Pexels

Hast du einen tollen Job abgelehnt, weil das Büro im 25. Stock liegt und du Angst hast, in hohen Gebäuden mit dem Aufzug zu fahren? Tägliches Treppensteigen ist zwar gut für die Beine, aber es kostet Zeit und ist einfach nicht praktikabel.

Du kannst mit einem Therapeuten zusammenarbeiten, um dich dieser Angst zu stellen und den irrationalen Stress zu überwinden. Oder du führst deine eigene Version der „systematischen Desensibilisierung“ durch. Dabei handelt es sich um eine Therapietechnik, bei der man sich schrittweise einer Angst stellt, bis man sie schließlich überwunden hat.

Bitte einen vertrauenswürdigen Freund, dich bei der Arbeit zu begleiten. Überlege dir, wovor du wirklich Angst hast – davor, dass du steckenbleibst oder dass der Lift ins Erdgeschoss stürzt, wenn das Kabel plötzlich reißt?

Du fühlst, was du aufgrund früherer Erfahrungen erwartet hast. Wenn du dein „Angst-Gefühls-Muster“ durchschaut haben, weißt du, was du erwarten kannst. Bitte deinen Freund, mit dir im Aufzug in den zweiten Stock zu fahren und dann wieder nach unten.

Wiederhole diese Fahrt. Fahre dann in den vierten Stock hinauf. Wenn du ernsthaft in Panik gerätst, nimm die Treppe zurück nach unten. Oder wenn das Hinunterfahren einfacher ist als das Hinauffahren, gehe zunächst in den vierten Stock und fahre hinunter.

Steigere nach und nach deine Fähigkeit, den Stress zu bewältigen, indem du jedes Mal einen Schritt mehr wagst. Du kannst deine Ängste überwinden, wenn du sie benennst, untersuchst, erforschst und einen Plan aufstellst, um sie zu bewältigen. Mit der Zeit wirst du feststellen, dass dein Stresspegel nicht mehr so hoch ist, wenn du vor diesem besonderen Hindernis stehst.

Vergeben lernen

Manchmal tragen wir unser Gepäck mit uns herum, das uns emotional mit etwas verstrickt, das in der Vergangenheit passiert ist. Wir können nicht ändern, was geschehen ist, aber wir können uns entscheiden, unsere Haltung gegenüber den Menschen zu ändern, die daran beteiligt waren. Wenn du Wut und Bitterkeit in deinem Herzen behältst, ist das so, als würdest du ein Gift trinken und erwarten, dass die andere Person daran stirbt. Du wirst dir selbst einen Gefallen tun, wenn du vergeben lernst und die Dinge loslässt.

Vergebung - Photo by Ketut Subiyanto from Pexels

Vergebung bedeutet nicht immer, dass alles so sein wird wie vorher, sie bedeutet nicht immer, dass man eine zerbrochene Beziehung wieder versöhnen muss. Aber was du brauchst, ist, dass du die Gefühle des Grolls loslässt, die wütenden Emotionen, die dich innerlich auffressen, lasse sie einfach los! Erlaube dir nicht, weiterhin unter den Dingen zu leiden, die dir in der Vergangenheit widerfahren sind.

Du denkst vielleicht, dass du nicht in der Lage bist, jemandem zu vergeben, weil er dir etwas Schreckliches angetan hat. Wenn du es nicht schaffst, es aus eigener Kraft zu tun, bete zu Gott, dass er dir Kraft gibt. Schaue dir Jesus in dem Moment an, als sie ihn ans Kreuz nageln wollten. Er war in der Lage, zu seinen Anklägern zu sagen „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Er kann dir die Kraft geben, das Gleiche zu tun. Tue alles, was nötig ist, um die Gefühle von Ärger und Groll zu überwinden, um die befreiende Kraft zu erfahren, die nur Vergebung dir geben kann.

Fazit

Verbesserungen in unserem Leben sind mit Veränderungen verbunden. Vielleicht fürchten wir uns zuerst vor diesen Veränderungen, aber wenn wir auf unseren Fortschritt zurückblicken können, sind wir froh, dass wir es getan haben. Manchmal müssen wir einen Schritt zurücktreten und die notwendigen Veränderungen analysieren, um uns auf den richtigen Weg zu bringen. Wenn wir in unseren Stress verwickelt sind, werden wir oft kurzsichtig und sehen nicht die offensichtlichen Veränderungen, die wir vornehmen müssen, um die Hindernisse zu beseitigen, die uns im Weg stehen.

Fasse Mut, erkenne, was du an deinen Zielen, deinen Gesundheitsgewohnheiten und deiner mentalen Einstellung zum Leben ändern musst. Gib dich nicht mit einem Leben voller Stress zufrieden, wenn es etwas Besseres gibt, das auf dich wartet.

Wenn du daran arbeitest, dich selbst zu verbessern, kommst du wahrscheinlich dem Sinn und Zweck näher, der dir von deinem Schöpfer in diese Welt gegeben wurde. Und wenn du weißt, dass du nicht nur deine Ziele, sondern auch deinen Lebenssinn erfüllst, wirst du eine Zufriedenheit empfinden, die viel dazu beiträgt, deinen Stress loszuwerden.

Martin Neumann

Martin Neumann

Martin Neumann hat in 1998 in Wildwood Lifestyle Center & Hospital an einen Kurs für Gesundheitsberatung teilgenommen. Seitdem hat er rund um die Welt Vorträge und Kurse über gesunde Lebensweise und natürliche Heilmethoden gehalten. Er ist der Gründer von dem Abundant Health Netzwerk.


Ein Artikel von RundumGesund.org

Wie du dich von deiner Vergangenheit befreien und emotionale Wunden heilen kannst

von Dr. Cesar Vasconcellos de Souza

Heute werden wir uns mit einigen sehr einfachen Tipps befassen, aber wenn du sie anwendest, kannst du einige emotionale Kämpfe, die du vielleicht hast, bewältigen. Unser Geist hat einen Bereich, der als Unbewusstes bezeichnet wird. In dieser virtuellen Dimension unseres Geistes werden Erinnerungen, Gefühle, Ideen, positive und negative, angenehme und unangenehme Wünsche aus unserem Leben abgelegt.

Wie du dich von deiner Vergangenheit befreien und emotionale Wunden heilen kannst

Alles, was in deinem Leben geschieht, in deinen Beziehungen zu anderen Menschen, was du denkst, was du glaubst, dass du bist, alles landet in diesem Raum, dieser virtuellen Datei in unserem Geist, die wir das Unbewusste nennen. Alle Gedanken und Gefühle, die du in deiner Kindheit, Jugend und im Erwachsenenalter erlebt hast, und alles, was du in deiner Herkunftsfamilie in der Vergangenheit erlebt hast, sind in dieser mentalen Datei, dem Unbewussten, gespeichert.

Wir haben keinen Zugang zu dieser Datei des Unbewussten, zum Zeitpunkt wenn wir es wollen, sondern wenn wir es können, das heißt, erst wenn du bereit bist, dich einer Erinnerung, eines Gefühls oder eines Gedankens bewusst zu werden, der in diesem Raum seit vielen Jahren unbewusst vorhanden war.

Viele Menschen, die in eine psychologische oder psychiatrische Praxis kommen, um über ihr Leiden, ihre Symptome zu sprechen, sagen: „Ich weiß nicht, warum ich das fühle, ich weiß nicht, woher diese Traurigkeit kommt, ich weiß nicht, woher diese Angst, dieser Kummer kommt? Nun, woher kommt sie? Sie kommt von einigen Dingen, die im Unbewussten vorhanden sind, von einer Dynamik, einer Emotion, einer Stress- oder Konfliktsituation, die die Person erlebt hat, aber der Verstand hat einige Barrieren, einige Abwehrmechanismen aufgebaut, damit man nicht darüber nachdenkt, denn darüber nachzudenken, was weh tut, schmerzt.

Psychologische Konsultation

Der Verstand macht also diesen Verteidigungsmechanismus, er schiebt es unter den Teppich, er schiebt das, was für dich schmerzhaft war, ins Unbewusste, damit du dein Leben weiterführen kannst, überleben kannst, ohne stecken zu bleiben, ohne wegen dieser ungelösten Konflikte stehen zu bleiben. Aber ungelöste Konflikte müssen an die Oberfläche des Bewusstseins kommen, zumindest einige Erinnerungen, damit du lernen kannst, besser damit umzugehen, mit mehr Mut, mit mehr Entschlossenheit, aber auch mit mehr Demut.

Viele Menschen haben körperliche Symptome, die von diesen emotionalen Konflikten herrühren. Wir nennen dies Somatisierung. Von Somatisierung spricht man, wenn eine Person körperliche Manifestationen zeigt, ohne dass eine spezifische Krankheit diagnostiziert werden kann. Der Körper arbeitet immer mit unserem Geist zusammen und versucht, sich gegenseitig zu helfen. Wenn du also schwerwiegende emotionale Traumata aus deiner Vergangenheit oder Gegenwart hast, die dich sehr verletzt haben, ist es möglich, dass du im Erwachsenenalter körperliche Symptome emotionalen Ursprungs oder auch psychologische Symptome zeigst, wie z. B. den Drang zu weinen, übermäßige und irrationale Ängste, ständige Traurigkeit und anderes.

Viele Kinder sind Opfer von Missbrauch in ihrer Herkunftsfamilie. Manchmal ist es ein körperlich aggressiver Vater, manchmal ist es eine autoritäre Mutter, die ihren Kindern gegenüber grob ist, was dazu führt, dass das Kind als Erwachsener eine emotionale Störung hat, einige Verhaltenskomplikationen, wie übermäßige Schüchternheit, oder das Gegenteil davon ist, nämlich eine sehr reizbare, sozial aggressive Person. Diese dysfunktionalen Verhaltensweisen haben wirklich mit den Traumata und Konflikten in der Vergangenheit zu tun.

Ein verzweifeltes Kind

Im Erwachsenenalter können Menschen mit psychischen Leiden, die in ihren Leistungen im Beruf, im Studium und in ihren Beziehungen im Allgemeinen beeinträchtigt sind, Erleichterung finden, wenn sie versuchen, eine persönliche Analyse vorzunehmen, indem sie darüber nachdenken, was sie in der Vergangenheit erlitten haben und wie sie ihr Leben lang mit diesem Leiden umgegangen sind.

Hast du vielleicht am Groll festgehalten und kannst den Menschen, der dich damals verletzt hat, immer noch nicht vergeben? Wiederholst du Verhaltensweisen, die du gehasst und dir geschworen hast, niemals zu tun, niemals zu wiederholen, was dein Vater oder deine Mutter getan hat, weil es dir missfallen hat? Fällt es dir schwer, zu weinen? Weinst du andererseits sehr leicht, ohne zu wissen, warum? Wir nennen das emotionale Labilität. Hast du eine Phobie, d. h. eine übersteigerte Angst? Fühlst du dich die meiste Zeit über deprimiert? Hast du viele Ängste, streitest du ständig mit anderen? Dann solltest du über deinen emotionalen Schmerz sprechen, denn Reden kann ihn lindern.

Versuche, darüber nachzudenken, was dich am meisten stört. Leidest du unter Angst, Besorgnis, Traurigkeit oder Irritation? Sprich darüber mit einer vertrauenswürdigen, ethischen Person, die dich nicht ausnutzt, die Vertraulichkeit wahrt und die auch keine emotionale oder sexuelle Beteiligung fördert. Jemand, der ethisch ist und Erfahrung hat, nicht unbedingt ein Fachmann, aber vielleicht ein Onkel, ein Großvater, eine religiöse Vertrauensperson, der dir einen Ratschlag geben kann.

Bringe deine Schwierigkeiten in einem aufrichtigen Gebet vor den Schöpfer des Universums, benutze deine eigenen Worte in diesem Gebet und glaube daran, dass er dein Geschrei hört, und bleibe darin beharrlich: im Gebet, im inbrünstigen Rufen, im Gespräch mit Gott, im Glauben, dass er dir zuhört, aber habe Geduld, denn die Antworten kommen nicht immer sofort. Nicht, weil Gott nicht bereit ist, schnelle Heilung oder schnelle Wiederherstellung zu geben, sondern weil es einige Dinge gibt, die er uns lehren muss und die wir lernen müssen.

Ein betender Mann am Bettrand

Viele Menschen finden durch das Gebet Erleichterung und Einsicht in ihre emotionalen Probleme. Wissenschaftler untersuchen, was das Gebet mit dem Verstand, dem Gehirn und dem Verhalten der Menschen macht. Es ist immer eine gute Sache, wenn man ein aufrichtiges und ehrliches Gebet spricht. Indem man Gott und jemandem anvertraut, der einem helfen kann und der nicht unbedingt ein Psychologe sein muss, sein Herz ausschüttet, kann es einem schon wieder besser gehen. Sich geistig Luft zu verschaffen hilft, über sich hinauszuwachsen.

Wenn deine Symptome dich sehr beeinträchtigen, dich zum Beispiel daran hindern, zu studieren, zu arbeiten oder mit den meisten Menschen gut auszukommen, dann kannst du darüber nachdenken und in Erwägung ziehen, dass du vielleicht eine Beurteilung durch einen Fachmann brauchst. Aber beginne mit etwas Einfachem, z. B. damit, dir etwas von der Seele zu reden, und denke: Muss ich jemanden um Vergebung bitten? Dann mache es! Muss ich meinen Groll überwinden? Dann gehe hin und vergib jemandem, der dich verletzt hat, um diesen Groll loszuwerden. Musst du dich selbst besser behandeln und aufhören, selbstabwertende Gedanken zu hegen? Dann arbeite daran. Jedes Mal, wenn du dich dabei ertappst, wie du schlecht über dich denkst, dich kritisierst, dich herabsetzst, sag dir: Das werde ich mir nicht antun. Ich werde mich besser behandeln, ich werde mich respektieren. Diese einfache Einstellung, mit der du jetzt beginnen kannst, wird den Heilungsprozess fördern. Heilung ist ein Prozess, den du brauchst. Fang mit einfachen Dingen an. Das wirkt!

Dr. Cesar Vasconcellos de Souza

Dr. Cesar Vasconcellos de Souza

Dr. Cesar Vasconcellos de Souza arbeitet als Psychiater und ist vielerorts für seine tiefgehenden Vorträge bekannt. Er ist Autor von 3 Büchern, seit 25 Jahren Kolumnist des Gesundheitsmagazins „Vida e Saúde“ und hat eine regelmäßige Sendung auf dem Fernsehkanal „Novo Tempo“.

doutorcesar.com/


Ein Artikel von RundumGesund.org

9 Regeln zum Stressabbau mit gutem Schlaf

Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen guten Schlaf, und der Stresswahrnehmung. Oft führt Schlafmangel in einem Teufelskreis, der zu psychischen Problemen führen und sogar das körperliche Wohlbefinden beeinträchtigen kann.

9  Regeln zum Stressabbau mit gutem Schlaf

Es ist bekannt, dass Menschen, die zu wenig Schlaf bekommen, lethargisch sind und ständig ein Energiedefizit haben. Dies führt zu Gereiztheit, die auch das Einschlafen erschwert. Umgekehrt wiederum, wenn man tagsüber übermäßig viel Stress hat, liegt man wach – und das bedeutet noch mehr Stress für den nächsten Tag. In vielen Fällen führt dies zu einem Teufelskreis, der den Stress immer weiter verschlimmert.

Die Huffington Post führte eine Umfrage durch, in der sie die Menschen fragte, was ihr größter Stressfaktor sei. Schlafmangel war eine Sache, die die Ergebnisse dominierte. Stress und Schlafmangel zusammen können dazu führen, dass du deine geistige Klarheit verlierst, und können deinen Körper unter Druck setzen, so dass er weniger als optimal arbeitet.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass du lernst, Maßnahmen zum Stressabbau zu ergreifen, die auch helfen dich nachts in den Schlaf zu wiegen. Wenn du dann erfrischt aufwachst, bist du in der Lage, die Welt und alle Herausforderungen in Angriff zu nehmen!

Regel Nr. 1 – Technologiebann vor dem Schlafengehen

Wenn du dich hin und her wälzen und morgens nur schwer aufwachen möchtest, brauchst du nur dein Handy neben deinem Bett liegen lassen. Für einige wird das kein Problem sein – aber für viele Menschen ist es zu einer Sucht geworden, die die Schlafroutine stört und zu Schlafmangel führt.

Manche Menschen haben ihren Computer direkt neben dem Bett stehen, und sein Licht erhellt nachts den Raum. Das Gleiche gilt für Benachrichtigungen, die auf dem Handy eingehen – manchmal mit Licht, manchmal mit Ton.

Es ist nicht nur ein physischer Faktor, sondern verursacht auch eine gewisse mentale Unruhe, wenn man ständig E-Mails abruft oder nachschaut, wer was auf Facebook gepostet hat.

Ein Mann verwendet das Handy im Bett - Photo by Ketut Subiyanto from Pexels

Die physische Ablenkung durch das Licht des Computers gaukelt deinem Körper vor, dass es Zeit ist, wach zu sein. Dein Körper produziert dann nicht das Melatonin, das du zum Einschlafen (und Durchschlafen) brauchst, und du wälzt dich die ganze Nacht hin und her.

Die Technik muss nicht nur aus dem Schlafzimmer verbannt werden, sondern auch eine ganze Weile vor dem Schlafengehen abgeschaltet werden. Dein Geist braucht Zeit, um abzuschalten und zur Ruhe zu kommen, und das kann er nicht, wenn du ihn ständig mit Informationen versorgst. Wenn du um 22 Uhr ins Bett gehst, versuche, gegen 20:30 Uhr abzuschalten. Lass deinen Stress dahinschmelzen und deinen Geist entspannen. Wenn du zu Bett gehst, solltest du alle technischen Geräte ausschalten oder in einen anderen Raum verlegen. Es ist nicht leicht mit alten Gewohnheiten zu brechen, aber wenn du einen Plan hast, kannst du ihn auch umsetzen.

Regel Nr. 2 – Schaffe eine schlaffördernde Umgebung

Dein Schlafzimmer kann viel dazu beitragen, deine Schlafqualität zu verbessern. Zunächst einmal sollte es nachts völlig dunkel sein. Unser Schlafzyklus wird durch den Dunkel-Licht-Zyklus beeinflusst, und eine gute Nachtruhe erfordert ein völlig dunkles Schlafzimmer. Kein Licht und keine elektronischen Geräte, die Licht ausstrahlen. Wenn du Straßenlaternen vor deinem Fenster hast, investiere in einen guten Vorhang, um sie abzuschirmen. Deine Schlafqualität wird es dir danken.

Außerdem sollte dein Schlafzimmer ruhig sein. Manche Menschen haben sich daran gewöhnt, nachts mit Radio oder Fernseher zu schlafen, und es scheint ihnen ein gewisses Gefühl der Sicherheit zu geben. Darunter leidet nur die Schlafqualität, und auf lange Sicht ist es vielleicht besser, Wege zu finden, diese Gewohnheit zu überwinden. Wenn du von Straßenlärm direkt vor deinem Schlafzimmerfenster betroffen bist, solltest du vielleicht in schalldämpfende Doppel- oder Dreifachglasfenster für dein Haus investieren. Dein Geist muss sich in der Nacht vollständig entspannen können, damit du für den nächsten Tag neue Energie tanken kannst.

Vermeide auch jegliche Ablenkung in deinem Schlafzimmer. Dieser Raum sollte für den Schlaf gedacht sein und nicht für die Fortsetzung der Raserei, unter der du bereits den ganzen Tag leidest. Der Fernseher kann im Wohnzimmer bleiben, wo er hingehört. Und je weniger Unordnung du im Zimmer hast, desto mehr wird dein Geist zur Ruhe kommen.

Ein ruhiges Schlafzimmer

Eine gute Matratze kann viel zur Qualität deines Schlafes beitragen. Schließlich verbringst du ein Drittel deiner Zeit im Bett, und du solltest dafür sorgen, dass diese Zeit bequem ist. Eine gute Matratze ist bequem, aber dennoch hart genug, um deine Wirbelsäule richtig zu stützen. Ein für dich geeignetes Kissen kann den Komfort deines Bettes ergänzen.

Wenn du Probleme beim Einschlafen hast, kannst du einen Lavendelzweig verwenden und ihn unter dein Kopfkissen legen. Alternativ kannst du ein Lavendelextrakt kaufen und ein paar Tropfen auf dein Bett geben, gerade so viel, dass du ihn riechen kannst, er dich aber nicht stört. Bei schwereren Schlafstörungen kannst du versuchen, Baldrian- oder Passionsblumenkapseln einzunehmen. Das sind gute Möglichkeiten, um dich in den Schlaf zu versetzen, so dass du bessere Voraussetzungen hast, um den zugrunde liegenden Stress zu lösen, der deine Schlafstörungen verursacht haben könnte.

Regel Nr. 3 – Den Tag mit Bewegung ausklingen lassen

Es klingt fast verkehrtherum – sich besonders anzustrengen, wenn man sich eigentlich entspannen und zur Ruhe kommen sollte. Genau das ist es jedoch, was Bewegung bewirkt! Sport ist ein großartiger Stressabbau, denn er hilft, Endorphine freizusetzen.

Deshalb hört man manchmal von Sportlern, die mit ihrem „Runner’s High“ prahlen – denn auch wenn sie zu Beginn müde sind, erreichen sie einen Punkt in ihrem Programm, an dem die Endorphine ausgeschüttet werden und sie sich gut fühlen.

Sich gut zu fühlen ist einer der ersten Schritte, damit du heute Nacht gut schlafen kannst! Dein Körper war wahrscheinlich den ganzen Tag über angespannt und verkrampft, während du bei der Arbeit warst. Wenn du ihm Bewegung gönnst, kannst du dich entspannen – und die ganze Anspannung irgendwo abladen. Wenn du den ganzen Tag über gesessen hast, ist das genau das, was dein Körper braucht.

Bewegung hilft auch, nachts besser zu schlafen. Wir scherzen als Eltern darüber, dass wir unsere Kinder sich auspowern lassen, damit sie bereit für ein gutes, langes Schläfchen sind – aber das gilt auch für uns Erwachsene!

Als die Huffington Post eine Umfrage über die Schlafgewohnheiten von Menschen durchführte, die Sport treiben, stellte sie fest, dass Menschen, die Sport treiben, nicht nur mehr schlafen, sondern auch besser schlafen.

Wie du vielleicht vermutest, gilt: Je besser du trainierst, desto besser schlafst du jede Nacht! Wenn du es nicht gewohnt bist, Sport zu treiben, fange langsam an und steigere dich nach und nach. Du kannst mit einem einfachen 10-Minuten-Plan pro Tag beginnen und diesen jede Woche ein wenig steigern.

Ein weiterer positiver Nebeneffekt des Trainings ist, dass du vielleicht ein paar zusätzliche Pfunde loswirst! Jüngsten Studien zufolge führt Schlafmangel zu einer Gewichtszunahme – und Stress führt definitiv dazu, dass man mehr Kalorien zu sich nimmt.

Versuche, nach der Arbeit zu trainieren – aber noch genügend Zeit vor dem Schlafengehen. Ein anstrengendes Training kurz vor dem Schlafengehen lässt deine Hormone in die Höhe schnellen. Wenn du aber etwa 2 Stunden vor dem Schlafengehen eine halbe Stunde spazieren gehst, hat das eine entspannende Wirkung. Wenn du zu kurz vor dem Schlafengehen trainierst und feststellst, dass du dich beim Zubettgehen immer noch unruhig fühlst, verschiebe dein Training einfach auf einen früheren Zeitpunkt.

Regel Nr. 4 – Ein beruhigendes Bad nehmen

Ein entspannendes Bad

Für manche Menschen ist das Bad die einzige Zeit des Tages, in der sie sich entspannen und den Stress hinter sich lassen können. Es gibt keine tickenden Uhren, keine Technik, die um deine Aufmerksamkeit buhlt, und niemand spricht mit dir.

Es gibt nur dich, dein warmes, beruhigendes Wasser und die Umgebung, die du geschaffen hast, um dich zu entspannen. Die Umgebung für dein Bad ist genauso wichtig wie die Schlafumgebung, die du dir schaffst.

Wenn das nicht stimmt, behindert es die Entspannung. Ein kaltes, steriles Badezimmer trägt nicht gerade zu einer beruhigenden Umgebung bei. Manche Menschen investieren gerne in ein Schaumbad oder einen Lavendelduft, während andere Kerzen aufstellen, um eine entspannende Atmosphäre zu schaffen. Leise und entspannende Musik könnte eine weitere Option sein, um dich in einen ruhigen Modus zu versetzen.

Genauso wie du dir vorgenommen hast, die Technik vor dem Schlafengehen auszuschalten, solltest du das auch für dein Bad tun. Du kannst dich nicht wirklich entspannen, wenn dein Smartphone ununterbrochen klingelt. Genieße einfach den Moment und vergiss alles, was dich tagsüber gestresst hat.

Regel Nr. 5 – Nimm ein leichtes Abendessen zu dir

Eine schwere Mahlzeit am späten Abend ist ein todsicheres Rezept für einen unruhigen Schlaf. Es gibt ein altes Sprichwort, das wir alle kennen: „Frühstücken wie ein König, Mittagessen wie ein Prinz und Abendessen wie ein Bettler. Daran ist viel Wahres dran.

Denke beim Abendessen an etwas, das leicht ist. Das gilt nicht nur für die Quantität, sondern auch für die Qualität unserer Lebensmittel. Auf Fette solltest du so weit wie möglich verzichten, denn sie sind sehr schwer verdaulich. Behalte also deine Pommes frites zum Mittagessen und deine Nüsse zum Frühstück auf. Auch bei den Proteinen solltest du dich ein wenig zurückhalten und beim Abendessen mehr auf Kohlenhydrate setzen. So ist Obst zusammen mit einem Toastbrot eine wirklich gute Option, die im Handumdrehen verdaut ist.

Ein leichtverdauliches Toastbrot fürs Abendessen

Wenn du den ganzen Tag über mit dem Kopf arbeitest, wirst du vielleicht sogar feststellen, dass das Auslassen des Abendessens deinen Schlaf verbessert. In der Nacht braucht dein Körper diese Energie nicht, und das Auslassen des Abendessens hilft dir, am nächsten Morgen mit Appetit aufzuwachen und ein reichhaltiges Frühstück zu dir zu nehmen. Diese Gewohnheit verbessert nicht nur deinen Schlaf, sondern hilft dir auch sehr bei der Gewichtskontrolle und kontrolliert deinen überhöhten Blutzuckerspiegel, wenn du Diabetiker bist. Es kann ein paar Wochen dauern, bis du dich daran gewöhnt hast, aber danach wirst du den vollen Nutzen für deine Schlafqualität spüren.

Wer das Abendessen nicht ganz ausfallen lassen möchte, sollte es leicht und früh genug zu sich nehmen, damit es vor dem Schlafengehen vollständig verdaut ist. Ein leichtes Abendessen sollte immer noch 2-3 Stunden vor dem Schlafengehen eingenommen werden, um zu gewährleisten, dass die Verdauung abgeschlossen ist, bevor man ins Bett geht. Du möchtest nicht, dass dein Magen während des Schlafs Überstunden arbeitet. Das wirkt sich nicht nur auf deine Gesundheit aus, sondern auch auf die Schlafqualität und deine Laune am nächsten Tag, wenn du aufstehst.

Regel Nr. 6 – Schlafe zu regelmäßigen Zeiten

Ein Wecker - Photo by Aphiwat from Pexels

Lege eine regelmäßige Schlafenszeit und eine regelmäßige Aufstehzeit fest, die dir 8-9 Stunden guten Schlaf ermöglicht. Wenn du beim Schlaf sparst, ist das nicht gut für deine Produktivität. Du wirst wie verrückt durch die Gegend rennen und denken, dass du es dir nicht leisten kannst, rechtzeitig ins Bett zu gehen und deine Arbeit liegen zu lassen. Die Wahrheit ist, dass du am nächsten Morgen gereizt und mit einem nebligen Kopf dastehen wirst und nicht in der Lage bist, klar zu denken, was dein nächster Schritt sein sollte, um das angestrebte Ziel zu erreichen. Nicht selten wirst du feststellen, dass du mehr Stunden arbeitest und weniger erreichst.

Wenn du wirklich unter Zeitdruck stehst, ist es vielleicht besser, eine Stunde früher ins Bett zu gehen, dafür aber zwei Stunden früher aufzustehen, um am frühen Morgen ungestört arbeiten zu können, während alle anderen noch schlafen.

Unser Körper passt seinen täglichen Hormonzyklus an den Hell-Dunkel-Zyklus der Sonne an. Aus diesem Grund ist eine Stunde Schlaf vor Mitternacht genauso erfrischend wie zwei Stunden Schlaf nach Mitternacht.

Wenn du es dir zur Gewohnheit machst, vor 21:30 Uhr ins Bett zu gehen, wird es dir sehr helfen, am nächsten Tag erfrischt und voller Energie aufzuwachen. Wenn du es dir zur Gewohnheit gemacht hast, die Mitternachtskerze anzuzünden, kann es einige Zeit dauern, bis du dich an den neuen Zeitplan gewöhnt hast, aber nach ein paar Wochen wirst du sicher die Vorteile spüren.

Viele Menschen haben es sich zur Gewohnheit gemacht, unter der Woche mit einem Minimum an Schlaf auszukommen, aber am Wochenende so viel zu schlafen, wie sie können. Dies ist in zweierlei Hinsicht nachteilig. Erstens gibt es keine Möglichkeit, den unter der Woche verlorenen Schlaf nachzuholen. Du kannst weder die verlorene Produktivität während der Woche noch die Auswirkungen des Schlafmangels auf deine Gesundheit wiederherstellen.

Zweitens gewöhnt sich der Körper an einen regelmäßigen Rhythmus der Tagesaktivitäten. Wenn du deinen Schlafrhythmus am Wochenende völlig umstellst, gerät dein Körper aus dem Takt und du kannst die freie Zeit, die du hast, nicht mehr vollständig genießen. Wenn du also die Angewohnheit hast, unter der Woche um 6 Uhr aufzustehen, und am Wochenende nicht vor 10 Uhr aus dem Bett kommst, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass du unter der Woche zu wenig geschlafen hast. Wenn du eine regelmäßige Zeit zum Schlafengehen und eine regelmäßige Zeit zum Aufwachen anstrebst, idealerweise sogar am Wochenende, hilfst du deinem Körper sehr, den zirkadianen Rhythmus zu optimieren, um Spitzenleistungen zu erzielen.

Regel Nr. 7 – Werde ein Meister im Zeitmanagement

Bei den Umfragen der Huffington Post zum Thema Schlaf und Stress fiel auf, dass die meisten Menschen mit Sätzen wie „Nicht genug Zeit für…“ begannen. Zeit ist etwas, wovon wir in der heutigen Zeit mehr brauchen und weniger haben.

Wir haben keine Zeit zum Entspannen. Wir strengen uns an, sobald wir morgens aufstehen, bis wir ins Bett gehen – und wir kommen nie rechtzeitig ins Bett. Stattdessen gönnen wir uns nur eine minimale Anzahl von Schlafstunden – und einen Großteil davon verbringen wir damit, uns hin und her zu wälzen, wegen all der Aufgaben die während dem Tag noch liegengeblieben sind.

Wenn du hart mit dir selbst ins Gericht gehst und dir ansiehst, wie viel Zeit du tagsüber verschwendest oder wie viel Zeit du nicht so produktiv bist, wie du sein solltest, dann wirst du mehr Zeit für den Schlaf freimachen.

Beachte, dass ich nicht gesagt habe, „mehr Zeit für die Erledigung von Aufgaben“ zu haben. Viele von euch werden neue Zeitmanagement-Fähigkeiten erlernen und vergessen, ihre Lektion über den Schlaf zu lernen. Stattdessen werden sie einfach mehr auf Ihre Aufgabenliste packen.

Mach die Übung, eine Woche lang Tagebuch zu führen, zu deiner täglichen Routine. Achte auf all die Zeiten, in denen du im Internet surfst oder mit deinen Kollegen plauderst. Diese Zeit könntest du nutzen, um wirklich etwas zu erreichen, so dass du am Ende des Tages mit Freizeit belohnt wirst – „Zeit für dich“ – um deinen Körper und Geist zu verwöhnen und zu pflegen.

Ein leeres Journal - Photo by Jessica Lewis from Pexels

Vielleicht stellst du auch fest, dass du, wenn du die anderen Regeln für eine gute Schlafhygiene befolgst, den ganzen Tag über mehr erledigen kannst. Das liegt daran, dass du geistig klarer bist und mehr Energie hast, um alles zu bewältigen, was der Tag für dich bereithält.

Regel Nr. 8 – Ersetze die Nickerchen mit tiefen Atmen

Es gibt Menschen, die es sich zur Gewohnheit machen, täglich ein Nickerchen zu machen – vor allem, weil sie gehört haben, dass ein Powernapping ihnen helfen kann, ihre Tagesziele zu erreichen.

Das mag für viele Menschen zutreffen. Wenn du jedoch nicht schlafen kannst, dann könnte ein Nickerchen die Ursache sein. Ein 10-minütiges Nickerchen, bei dem du im Grunde nur die Augen schließt und tief durchatmest, ist von Vorteil. Mitten am Tag für 2-4 Stunden ins Bett zu gehen, ist ein Rezept für eine Katastrophe. Du wirst nie in der Lage sein, zu einer normalen Schlafenszeit ins Bett zu gehen, und du wirst frustriert und verärgert daliegen, weil du nicht einschlafen kannst. Diese Gewohnheit ist schwer zu überwinden.

Versuche, durch tiefes Atmen Energie zu tanken, wenn du ein Nachmittagstief hast. Atme aus dem Zwerchfell und versuche zu beobachten, wie oft du im Laufe des Tages flach atmest.

Regel Nr. 9 – Löse deine Sorgen, bevor du ins Bett gehst

Wenn du besorgt oder verärgert bist, bemühe dich, das Problem so gut wie möglich vor dem Schlafengehen zu lösen. Wenn du dich mit deinem Ehepartner oder mit einem Kollegen zerstritten hast, wenn du das Problem vor dem Schlafengehen lösen kannst, schlafst du dann viel besser. Der Apostel Paulus sagte schon vor vielen Jahren: „Lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen.“1)

Manchmal stellst du fest, dass sich Sorgen an dich heranschleichen und dein Begleiter im Bett sein wollen, um dir den Schlaf zu rauben. Manche Sorgen sind gut, um uns zum Handeln zu bewegen. Häufiger aber machen wir uns Sorgen über Dinge, gegen die wir nichts tun können. In diesem Moment sollten wir unsere Sorgen unserem himmlischen Vater überlassen und darauf vertrauen, dass er sich um unsere Bedürfnisse kümmern kann. Diese Erfahrung des Friedens kann viel mehr zu einer süßen Nachtruhe beitragen als alles andere. Das ist genau das, wovon Salomo gesprochen hat:

Legst du dich, so wirst du dich nicht fürchten, und liegst du, so wirst du süß schlafen.Sprüche 3:24

Ich wünsche dir, dass du diese Erfahrung für dich selbst machen kannst. Denn wenn es dir gelingt, deine Sorgen in die Hand Gottes zu legen, dann schläfst du mit einem Frieden, den du vielleicht schon lange nicht mehr gekannt hast. Willst du das in deinem Leben ausprobieren?

Martin Neumann

Martin Neumann

Martin Neumann hat in 1998 in Wildwood Lifestyle Center & Hospital an einen Kurs für Gesundheitsberatung teilgenommen. Seitdem hat er rund um die Welt Vorträge und Kurse über gesunde Lebensweise und natürliche Heilmethoden gehalten. Er ist der Gründer von dem Abundant Health Netzwerk.

Referenzen

↑1Die Bibel, Epheser 4:26


Ein Artikel von RundumGesund.org

Internet, Videospiele, soziale Netzwerke und dein Gehirn

Wie viel Zeit verbringst du jeden Tag mit sozialen Medien? Hast du schon einmal darüber nachgedacht, zwei Tage lang nicht an den Computer zu gehen? Hast du es in letzter Zeit geschafft, drei Tage ohne Videospiele auszukommen? Wir werden uns heute mit elektronischen Abhängigkeiten beschäftigen.

Internet, Videospiele, soziale Netzwerke und dein Gehirn

Wir werden einen Blick auf einige der neueren wissenschaftlichen Erkenntnisse werfen, die zeigen, wie Sucht, insbesondere elektronische Süchte, das Gehirn auf ungesunde Weise beeinflussen können. Wusstest du, dass es heute spezielle Behandlungen für Menschen gibt, die auf das Internet, soziale Netzwerke und Videospiele süchtig sind?

Zuerst müssen wir verstehen was eine Sucht ist. Ein Süchtiger ist eine Person, die von etwas abhängig ist, also ist die Sucht das, was eine zentrale Rolle in meinem Leben einnimmt. Wenn du dir ansiehst, wonach du süchtig bist, dann betest du dieses Objekt an und es wird zu deinem Gott. Sucht ist das, was deine Gedanken und Gefühle beherrscht und deine Einstellungen beeinflusst. Wenn wir eine wissenschaftliche Definition von Sucht haben wollen, kann sie lauten: Es handelt sich um ein ungesundes Modell des Substanzkonsums oder eines anderen Objekts, das zu negativen Veränderungen in deiner Gesundheit führt.

Die Sucht trennt dich von deinen Gefühlen. Wenn du mit etwas aufhörst oder versuchst, mit etwas aufzuhören, das Gegenstand deiner Sucht ist, stellst du vielleicht fest, dass du Angst, Unruhe, Nervosität, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit und Ungeduld empfindest. Die Sucht stumpft also den Verstand und die Gefühle ab.

Wenn du süchtig bist, ganz gleich ob nach Sex oder nach einer Substanz, die wie Alkohol legalisiert ist, hast du sicherlich eine Lähmung, eine Betäubung, eine Blockade des Urteilvermögens, der Gedanken und der Gefühle, die du für ein gesünderes Verhalten brauchen könntest. Man benutzt also eine Substanz, ein Produkt, eine Praxis, in diesem Fall die Videospielsucht, die Sucht nach sozialen Netzwerken, die Internetsucht, um seine Gefühle zu betäuben, und danach kommen die Gewissensbisse: Ich habe zu viel Zeit damit verbracht! Oh Mann, ich habe meine Kinder vernachlässigt! Ich bin zu spät zur Arbeit gekommen! Ich habe viel Geld ausgegeben, weil ich mir ein leistungsstärkeres Handy kaufen wollte! Dann kommen die Schuldgefühle und das Gefühl des mangelnden Selbstwerts, weil ich denke, dass ich als Mensch nichts tauge, dass es keinen Ausweg gibt, und man fühlt noch mehr Angst, noch mehr Traurigkeit und folgende Gedanken können aufkommen: Lass mich mal wieder in ein soziales Netzwerk gehen, um zu sehen, ob ich mich ein bisschen ablenken kann. Und schon hat man dieses kranke emotionale Pingpong, was wirklich ein zerstörerischer Kreislauf ist!

Arten von Abhängigkeiten

Jede Sucht schafft einen zerstörerischen Kreislauf für deine Gesundheit, für deinen Frieden, für dein Glück und auch für das Wohlbefinden der Menschen in deiner Umgebung. Es gibt verschiedene Arten von Suchtmitteln, das heißt, es gibt verschiedene Instrumente, verschiedene Situationen, verschiedene Praktiken, die eine Sucht in deinem Leben erzeugen können, nicht nur Alkohol, Kokain, Marihuana und das, worüber wir jetzt sprechen, das Internet. Es gibt Menschen, die süchtig nach Arbeit sind, nach Erfolg, nach zu hohen Ausgaben, nach Glücksspiel, nach Anhäufung von Gütern, Menschen, die süchtig danach sind, andere zu kontrollieren, Menschen zu demütigen – das ist eine Sucht, eine Störung. Man muss sich damit auseinandersetzen. Es gibt Menschen, die süchtig nach Essen sind, Menschen, die süchtig nach Sex sind, nach Pädophilie, nach Pornographie, ja, es gibt eine Epidemie der Pornographie-Sucht. Menschen, von denen du nie gedacht hättest, dass sie darin involviert sind.

Dies ist ein Symptom: Die Welt ist zwanghaft. Zwanghaft leider nicht im positiven Sinne, einen Zwang zu haben, etwas Gutes für die Gesellschaft zu tun. Die Welt steht unter Medikamenteneinfluss, die Welt ist wie betäubt, die Welt ist in ihren Gefühlen und in ihrem Denken durch verschiedene Arten von Drogen verändert.

Eine Person die auf Videogames abhängig ist - Photo by Tima Miroshnichenko from Pexels

Manche Menschen sind süchtig nach Anerkennung, müssen gefallen und vernachlässigen ihre Bedürfnisse, nur um jemandem zu beeindrucken. Andere Menschen sind in einer Retterrolle gefangen und es gibt Menschen, die von toxischen Beziehungen abhängig sind. Was ist eine toxische Beziehung? Es ist eine Beziehung, die schlecht für dich ist, die dir schaden wird. Es gibt Menschen, die eine komplizierte Person heiraten, viel leiden, sich trennen, eine andere komplizierte Person heiraten und wieder viel leiden. Dann gibt es Menschen mit einer Manie für ihr Äußeres, ihre Kosmetika und Kleidung, sie sind besessen von Ästhetik und plastischer Chirurgie, es ist nur so, dass diese Menschen versuchen wollen, äußerlich gut auszusehen, während sie innerlich nicht sehr zentriert sind. Manche Menschen sind süchtig nach akademischen Titeln – wir sehen, dass es verschiedene Arten von Süchten gibt.

Es gibt einen Teufelskreis der Sucht. Die Person hat emotionale Schmerzen, sie hat emotionales Unbehagen, es gibt etwas im Inneren, das nicht gut gelöst ist, ein Trauma. Ich mag dieses Wort nicht, weil es den Eindruck erweckt, dass emotionales Leiden mit einem Trauma zu tun hat, während es in Wirklichkeit eine Ansammlung von Situationen im Leben ist, die im Allgemeinen schmerzhaft und schwierig sind und die das emotionale Leiden der Person entwickeln. Es sind also Schmerzen vorhanden und es wird nach einem Mittel gesucht, um diese Schmerzen loszuwerden, zum Beispiel durch Kokain, Marihuana, Sex, Pornografie, Essen, wie gesagt, er kommt zu einer vorübergehenden Betäubung dieser Schmerzen. Das kann, je nach Art des Suchtmittels, das benutzt wird, negative Folgen haben und dann entwickeln sich Scham und Schuldgefühle, und das führt zu noch mehr Schmerzen und einer Verringerung des Selbstwertes, und man bleibt in diesem Kreislauf stecken.

Auswirkungen der elektronischen Sucht

Einige Studien zeigen, dass zu viel Zeit im Internet das Gehirn infantilisiert. Es zeigt sich, dass dies eine Generation junger Menschen hervorbringen kann, die nicht in der Lage ist, selbständig zu denken. Für alles, was sie tun, gehen sie ins Internet: Schauen wir mal, was diese Person sagt. Sie gehen auf Seite a b c oder d.

Dr. Susan Greenfield, Neurowissenschaftlerin an der Universität Oxford, sagt dazu Folgendes: Die Unmittelbarkeit der Bilder im Internet beeinträchtigt die geistige Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Diese Bilder sind sehr schnell, das kindliche Gehirn ist nicht darauf vorbereitet, dies alles zu verarbeiten. Es ist also anders als bei den Geschichten, die die Eltern früher erzählt haben. Sie saßen auf der Veranda und erzählten den Kindern Geschichten über dies und das, eine Geschichte mit einem Anfang, einer Mitte, einem Ende und einer Lektion. Im Internet verwirren die Bilder mit einer Menge virtueller Stimulation den Verstand der Kinder. Die Geschichten, die Eltern ihren Kindern anbieten können, helfen dem Gehirn, in einer Reihenfolge zu denken, von der Ursache zur Wirkung zu kommen und ebenso zu der emotionalen Bindung, die Vater und Mutter haben, wenn sie mit ihrem Kind sprechen und mit der Familie interagieren.1)

In der Chinesischen Akademie der Wissenschaften wurde 2012 eine sehr interessante wissenschaftliche Studie von einem Wissenschaftler namens Fuchun Lin durchgeführt. Er kam zu dem Schluss, dass junge Menschen, die exzessiv im Internet surfen, ähnliche Gehirnveränderungen aufweisen, wie sie bei Spielsüchtigen zu beobachten sind.2). Du siehst also, dass die Angelegenheit ernst ist.

Teenager mit Handyabhängigkeit - Photo by cottonbro from Pexels

Die Wissenschaftlerin Daphne Bavelier von der University of Rochester kam in einer Studie aus dem Jahr 2010 zu dem Schluss, dass es einen starken Zusammenhang zwischen übertriebener Computernutzung und Gehirnanomalien gibt.3)

Was tun gegen elektronische Süchte?

Was kannst du tun, wenn du nach elektronischen Medien und sozialen Netzwerken süchtig bist, wenn du nicht für zwei Stunden auf den Zugriff darauf oder auf Dinge zu posten verzichten kannst? Und wenn du aufhörst, kommen Symptome der Entzugskrise, Angst, Gereiztheit, Ungeduld und Nervosität auf, manche verlieren ihren Appetit, bei anderen erhöht es den Appetit oder verursacht Schlaflosigkeit. Lass uns ein wenig darüber reden, wenn du Kinder hast und nicht weisst, wie du die Verwendung von Elektronik in ihren Händen dosieren kannst und was überhaupt getan werden kann?

Zunächst ist es wichtig zu verstehen, dass jeder Zwang dazu dienen kann, dich davon abzuhalten, bestimmte innere Bedürfnisse zu verwirklichen, bestimmte Gefühle zu erleben, bestimmte Gedanken zu leben und Beziehungen in einigen Bereichen deines Lebens zu verbessern. Wenn die Familie, in der du lebst, dieses Problem der übermäßigen Nutzung von Elektronik hat, dann ist es wichtig, dass die Familie als Ganzes nach Lösungen dafür sucht. Es nützt nichts, wenn du als Vater, als Mutter, die elektroniksüchtig ist, deinem Kind eine moralische Lektion erteilst und sagst: „Hör auf damit! Oder: Mach es aus! Gib es mir! Ich nehme es dir weg!“ Aber bist du auch süchtig? Wenn du deine elektronischen Geräte nicht weglegen kannst, wie willst du das dann von deinem Kind verlangen? Um den Exzess, den Missbrauch von Elektronik, der bereits als Sucht bezeichnet werden kann, zu beheben, ist es wichtig, dass du mit gutem Beispiel vorangehst.

Eine Familie mit Elektroniksucht - Photo by Ketut Subiyanto from Pexels

In einer Familie, in der es ein Mitglied gibt, das wirklich süchtig ist, vielleicht ein junger Mann, der sein Studium abbricht, weil er stundenlang und nächtelang am Computer in seinem Schlafzimmer sitzt und wer weiß was ansieht, solltest du mit gutem Beispiel vorangehen, auch wenn du den Computer mit der Kindersicherungssoftware versehen hast. Dieser junge Mensch oder dieses Kind braucht also eine Begrenzung seiner Computerzeit. Das solltest du als Vater oder Mutter bestimmen, du solltest standfest sein, mit Liebe aber entschlossen. Wenn du ein kleines Kind hast, dann gib ihm nicht zu früh elektronische Geräte in die Hand. Gehe mit ihm in den Park oder spiele mit ihm ein edukatives Spiel.

Die Eltern müssen also mit gutem Beispiel vorangehen. Denn du als Vater oder Mutter bist vielleicht nicht süchtig nach Elektronik, aber du kannst nach etwas anderem süchtig sein. Es gibt Leute, die kommen müde von der Arbeit nach Hause und sagen: Mein Tag war so anstrengend, lass mich einen Whiskey trinken, um zu entspannen! Ups! Oder sie sagen: Wo ist meine Beruhigungstablette, hast du meine Hausapotheke da drüben gesehen? Ich bin nervös, ich möchte eine zusätzliche Dosis Beruhigungsmittel nehmen! Du weißt, dass dein Sohn, deine Tochter das sieht, dass sie merkt, dass du auf etwas angewiesen bist, damit es dir besser geht.

Du kannst deinen Kindern den Internetzugang erlauben, nachdem sie einige Aufgaben oder Hausaufgaben erledigt haben. Es scheint, dass Eltern heute ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie ihre Kinder zur Mithilfe im Haushalt auffordern. Sie wollen ihren Kindern alles auf einem Silbertablett servieren. Das ist ein Irrglaube. In einem Haus, auch wenn es sich um ein bürgerliches oder ein reiches Haus handelt, auch wenn es beispielsweise Angestellte für die Hausreinigung hat, ist es wichtig, dass Vater und Mutter einige einfache Aufgaben für ihre Kinder finden: „Du räumst deinen Schrank auf, du bringst den Müll raus, du steckst die Wäsche in den Trockner, du hilfst mir hier, das Obst zu schälen, damit wir frühstücken können, denn das Hausmädchen ist noch nicht da. Diese Beteiligung, dieses Setzen von Grenzen, das Übertragen von Aufgaben an deine Kinder, damit alle mitmachen, ist notwendig. Das bedeutet nicht, dass du im Sessel sitzend forderst: „Geh hin und bring mir meinen Kaffee, mach dies und jenes!“ Wenn du dich beteiligst, hilft dies dabei, Grenzen für deine Kinder festzulegen, einschließlich der Internetnutzung. Das ist ein wichtiger Faktor, denn diejenigen, die im Haus Regeln aufstellen müssen, sind Vater und Mutter.

Ein Kind hilft beim Abwaschen um sich in den Hausarbeiten einzubringen.

Eine weitere wichtige Maßnahme, die du mit deinen Kindern ergreifen kannst, ist die Änderung des Nutzungsmusters von elektronischen Geräten, z. B.: „Sieh mal, du benutzt den Computer nur, nachdem du eine Hausarbeit oder eine Schulaufgabe gemacht hast. Du benutzt dein Tablet nur nach dem Duschen.“ So geschieht es, das ist festgelegt. Du musst mit ihm reden und es ihm erklären, und diese Entscheidung durchziehen. Mache keinen Rückzieher. Sage nichts, was du nicht durchsetzen wirst, sonst verlierst du das Gesicht. Die Kinder werden sonst sehen, dass du etwas sagst und es nicht tust, oder dass du leicht nachgibst. Entschlossenheit ist etwas anderes als Autoritarismus; eine emotionale Diktatur sollte es in der Beziehung zwischen Eltern und Kindern nicht geben.

Kinder brauchen eine Autorität, deshalb hat Gott sogar ein Gebot aufgestellt: Ehre Vater und Mutter. Einige wissenschaftliche Studien, in denen junge Menschen, die in sehr diktatorischen Elternhäusern aufgewachsen sind, mit jungen Menschen verglichen wurden, die in sehr liberalen Elternhäusern aufgewachsen sind, haben gezeigt, dass diese jungen Menschen im Erwachsenenalter in gewisser Weise ähnlich gelitten haben. Mit anderen Worten: Kinder, die in sehr diktatorischen Elternhäusern aufgewachsen sind, die nie etwas tun konnten, hatten im Erwachsenenalter emotionale Probleme, und auch junge Menschen, die alles tun konnten, wenn sie es wollten, hatten im Erwachsenenalter emotionale Probleme. Warum? Weil junge Teenager, die diese Freiheit hatten, bewusst sagten: „Oh, mein Vater, meine Mutter ist cool, sie lassen mich tun, was ich will!“, aber tief im Inneren fragten sie sich: „Sorgen sie sich um mein Wohl? Sind sie an mir interessiert? Wollen sie wissen, wie es mir im Inneren geht?“ Das ist doch interessant!

Wenn du bereits bemerkt hast, dass dein Kind zu sehr an den Computer in seinem Zimmer gebunden ist, solltest du eine Entscheidung treffen und ihm erklären: „Hör zu, mein Sohn, ich werde den Computer ins Wohnzimmer stellen“, vor allem, wenn du bemerkt hast, dass er verheimlicht, was er tut, oder wenn du bereits gesehen hast, dass er auf einige schlechte Websites zugegriffen hat. Das ist nicht einmal eine diktatorische Haltung, denn du könntest ihm den Computer sogar ganz wegnehmen. Aber du gibst ihm eine Chance: „Ich stelle den Computer in den Raum, damit du ihn auf erzieherische Weise nutzen kannst, für Dinge, die gut für dich sind.“ Denn die Leute gehen in dem Raum hin und her, was die unangemessene Nutzung einschränkt. Natürlich gibt es auch Programme, die bestimmte Websites sperren. Du kannst auch einen Timer verwenden: „Schau, ich stelle dir eine Stunde zur Verfügung, bevor du duschst oder nachdem du geduscht hast“. Du kannst diese Strategie anwenden.

Es ist auch wichtig, darüber nachzudenken, ob eine Art von emotionaler Störung vorliegt, die diese Person zu dieser Sucht führt. Dies kann eine professionelle Abklärung erfordern. Es gibt Menschen, die süchtig nach Pornografie sind, und dann brauchen sie eine spezielle Behandlung, um damit umzugehen und diese Art von Leiden zu überwinden.

Kinder spielen im Freien mit Blättern - Photo by Charles Parker from Pexels

Wir denken vielleicht: „Wow, das klingt irgendwie rückständig und veraltet, wie kann ich das an meine Kinder weitergeben?“ Denn Kinder wollen heute Elektronik! Wie soll man das anstellen? Wirst du alles blockieren? Bei Kleinkindern ja, aber bei etwas älteren Kindern kann man dosieren. „Du spielst ein bisschen im Garten, ein bisschen im Park, kletterst auf die Bäume, machst eine Sandburg und dann hast du einen Moment allein mit deiner Elektronik“. Es geht nicht um das eine oder das andere, aber du willst auf keinen Fall, dass deine Kinder den ganzen Tag an der Elektronik hängen, ohne sich draußen zu bewegen. Die virtuelle Welt ist kein gesunder Ersatz für die reale Welt. Schütze also deine Kinder vor übermäßigem Kontakt mit elektronischen Geräten. Und ein kleines Kind braucht kein Handy. Ich möchte mit einem Text aus dem Lukasevangelium schließen:

Die Menschen brachten auch Säuglinge zu Jesus, damit er ihnen die Hände auflegt. Als die Jünger das sahen, wiesen sie sie zurecht. Jesus aber rief die Kinder zu sich und sagte: „Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes.“4)Lukas 18:15.16

Achte auf deine Kinder, damit ihr Gehirn nicht durch übermäßigen Kontakt mit elektronischen Geräten geschädigt wird!

https://youtube.com/watch?v=hORZEuJMe-o%3Ffeature%3Doembed
Dr. Cesar Vasconcellos de Souza

Dr. Cesar Vasconcellos de Souza

Dr. Cesar Vasconcellos de Souza arbeitet als Psychiater und ist vielerorts für seine tiefgehenden Vorträge bekannt. Er ist Autor von 3 Büchern, seit 25 Jahren Kolumnist des Gesundheitsmagazins „Vida e Saúde“ und hat eine regelmäßige Sendung auf dem Fernsehkanal „Novo Tempo“.

doutorcesar.com/

Referenzen

↑1Greenfield S, “Excesso de internet pode criar geração de jovens incapazes de pensar por si próprios” Revista Ser Médico, Jan/Fev/Mar de 2012
↑2Lin F, Abnormal White Matter Integrity in Adolescents with Internet Addiction Disorder: A Tract-Based Spatial Statistics Study. Plos One,  January  11, 2012. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0030253
↑3Bavelier  D et.al.  Children, Wired: For Better and for Worse.  Neuron, Vol. 67,  Issue  5, 9  September  2010. https://doi.org/10.1016/j.neuron.2010.08.035
↑4Die Bibel, Lukas 18:15,16


Ein Artikel von RundumGesund.org

Sieben Nahrungsmittel zur Stressreduktion

Allein der Gedanke an all die sich ansammelten Hausarbeiten, die zu erledigenden Besorgungen, die Fristen in deiner Arbeit und die sozialen Anforderungen in deinem überfüllten Terminkalender können dich völlig aus der Bahn werfen. Was für ein Stress!

Sieben Nahrungsmittel zur Stressreduktion

Wenn er unkontrolliert bleibt, kann Stress zu vielen gesundheitlichen Problemen führen, darunter Herzkrankheiten, Diabetes, Übergewicht und Bluthochdruck. Ganz zu schweigen davon, dass sich Stress auch auf unsere Gedanken und unser Verhalten auswirken kann.

Wenn das Leben hektisch wird und wir uns gestresst fühlen, neigen wir dazu, gesunde Ernährung auf die lange Bank zu schieben. Aber der Gang zum Automaten oder eine Mahlzeit am Drive-Thru werden den Stress nicht lindern.

Um Stress zu bekämpfen, solltest du darauf achten, was du isst. Es kann tatsächlich helfen, deine Anspannung zu lindern. Bestimmte Lebensmittel können nämlich dazu beitragen, den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren, das Cortisol zu senken und die emotionale Reaktion auf Stress zu verändern.

Hier sind sieben Lebensmittel, die du essen kannst, um Stress abzubauen.

1. Haferflocken

Diese langsam aufgenommene Frühstücksnahrung ist das perfekte Wohlfühlessen. Es regt das Gehirn an, den Wohlfühlstoff Serotonin zu produzieren, der dem Stresshormon Cortisol entgegenwirkt. Eine Erhöhung des Serotoninspiegels hilft, den Cortisolspiegel niedrig zu halten.

Eine Schüssel Haferflocken mit Früchten - Photo by Thiea Alhoz from Pexels

Die löslichen Ballaststoffe in Haferflocken sorgen für ein längeres Sättigungsgefühl, da sie eine langsame Verdauung bewirken und den Blutzuckerspiegel während des gesamten Morgens stabil halten. Das hilft, Stress abzubauen und den ganzen Vormittag über konzentriert zu bleiben.

Wenn wir gestresst sind, kann sich unser Blutdruck erhöhen. Eine im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlichte Studie ergab, dass eine Ernährung, die Vollkornprodukte wie Hafer enthält, den Blutdruck senken kann. Eigentlich haben alle Formen von Vollkornprodukten wie Vollkornbrot, brauner Reis oder Vollkornnudeln die gleichen Vorteile.

2. Paranüsse

Diese Nuss aus dem Amazonas-Regenwald ist eine der besten Nahrungsquellen für Selen. Dieser Mineralstoff ist ein wesentliches Element zur Beruhigung der Nerven, zur Linderung von Ängsten, zur Verbesserung der Stimmung und zur Steigerung des Energieniveaus. Außerdem kann Selen zur Stärkung des Immunsystems beitragen. Es ist auch wichtig für die Schilddrüsenfunktion, die Krebsvorbeugung und schützt den Körper auf viele andere Arten. Mit dem Verzehr von 3 bis 4 Nüssen erhältst du eine ausreichende Menge an Selen für den Tag.

Paranüsse - Source: Wikipedia

3. Leinsamen

Dieses Superfood ist eine ausgezeichnete Magnesiumquelle, die helfen kann, Emotionen zu regulieren, Depressionen zu lindern, Müdigkeit zu bekämpfen und Reizbarkeit zu verringern. Magnesium kann auch gegen das Prämenstruelle Syndrom helfen!

Leinsamen enthalten Omega-3-Fettsäuren, die entzündungshemmend wirken und den Cortisolspiegel senken können. Außerdem kann er die Stimmung verbessern, indem er den Neuronen hilft, miteinander zu kommunizieren. Studien haben auch gezeigt, dass der Verzehr von Omega 3 zu einer Verringerung von Angstzuständen führt.

Leinsamen werden am besten aufgenommen, wenn die Samen kurz vor dem Verzehr gemahlen werden. Es ist gut, nur so viel zu mahlen, wie in 2-3 Tagen verbraucht wird. Verwende täglich einen Esslöffel in deinem Essen, über deinem Salat und in Backwaren wie Brot und Kuchen. Mische 8 Teile geröstete und gemahlene Leinsamen mit einem Teil Salz, und du hast eine hervorragende Würze für deinen Salatteller.

Eine Schüssel mit Leinsamen - Photo by Vie Studio from Pexels

Du kannst auch andere Omega-3-reiche Lebensmittel wie Chiasamen, Walnüsse, Weizenkeime, Tofu und Blumenkohl in deine tägliche Ernährung aufnehmen.

4. Zitrusfrüchte

Anstatt in stressigen Zeiten zu zuckerhaltigen Leckereien zu greifen, kannst du dich für Orangen, Kiwis, einige Beeren oder Zitrusfrüchte entscheiden. Vitamin C kann dazu beitragen, die körpereigene Produktion von Cortisol zu verlangsamen und es gleichzeitig schnell aus dem Blutkreislauf zu entfernen.

Vitamin C hilft auch bei der Vorbeugung von Blutdruckanstiegen, die in der Regel als Teil der Reaktion des Körpers auf Stress auftreten.

Achte auf einen hohen Anteil an Zitrusfrüchten in deiner Ernährung. Zitrusfrüchte senken den Spiegel des Stresshormons Noradrenalin, wodurch wir uns viel besser fühlen.

5. Knoblauch

In einer japanischen Studie wurde festgestellt, dass Knoblauch den Cortisolspiegel wirksam senkt. Knoblauch ist auch eine gute Quelle für Antioxidantien, stärkt das Immunsystem und hilft, den Blutdruck zu senken.

Knoblauch hat eine Menge schützende Pflanzeninhaltsstoffe Photo by Nick Collins from Pexels.

6. Microgreens

Microgreens sind Salatblätter, die sehr jung geerntet werden, normalerweise kurz nachdem sich die ersten Blätter gebildet haben. Das Tolle an Microgreens ist, dass sie höhere Konzentrationen an Vitamin C enthalten. Junger Koriander und Baby-Rotkohl enthalten bis zu sechsmal mehr Vitamin C als ihre reifen Versionen.

Wenn man Zeit und Platz hat, ist der eigene Anbau von „Kleinstgemüse“ eine gute Möglichkeit, die Natur ins Haus zu holen und die Ernährung in greifbare Nähe zu rücken. Ansonsten sind sie in der Regel in der Gemüseabteilung des Supermarktes leicht erhältlich, da sie wegen ihrer nahrhaften, schmackhaften und dekorativen Eigenschaften sehr gefragt sind.

Microgreens - Photo by Mikhail Nilov from Pexels

7. Cashews

Diese nierenförmigen Nüsse sind eine gute Quelle für Zink, ein wichtiger Mineralstoff, der helfen kann, Angstsymptome wie Reizbarkeit und Konzentrationsschwäche zu verringern. Andere gute Zinkquellen sind Sesam, Leinsamen, Paranüsse, Kichererbsen und Linsen. Cashews sind auch eine Quelle für Magnesium, das gut für die Psyche ist. Du kannst einfach ein paar Nüsse zum Frühstück essen oder deinen Salat beim Mittagessen damit garnieren.

Schlussfolgerung

In den letzten Jahren hat die Wissenschaft immer mehr Zusammenhänge zwischen den Lebensmitteln, die wir essen, und unserem Wohlbefinden entdeckt. Wir haben sieben Beispiele für Lebensmittel genannt, die man in die Ernährung aufnehmen kann, um Stress abzubauen und die Gesundheit und das Wohlbefinden zu verbessern. Der Verzehr von pflanzlichen Lebensmitteln, so wie Gott sie geschaffen hat, wird dir viele Vorteile für deine Gesundheit und dein geistiges Wohlbefinden bringen. Probiere es selbst aus!

Martin Neumann

Martin Neumann

Martin Neumann hat in 1998 in Wildwood Lifestyle Center & Hospital an einen Kurs für Gesundheitsberatung teilgenommen. Seitdem hat er rund um die Welt Vorträge und Kurse über gesunde Lebensweise und natürliche Heilmethoden gehalten. Er ist der Gründer von dem Abundant Health Netzwerk.


Ein Artikel von RundumGesund.org

Gute Laune durch Essen

26. Februar 2023 von Esther Neumann

Warum haben wir, wenn das Wetter kalt und trübe ist, wenn wir Liebeskummer oder Sorgen haben Lust auf Schokolade, aber an einem heißen, hellen Sommertag läuft uns das Wasser im Mund zusammen, wenn wir einen knackigen Salatteller vor uns stehen haben? Unser Essverhalten ist stark von Stimmungen, Launen und der Umgebung abhängig. Wenn es so eine enge Verbindung zwischen Psyche und Essverhalten gibt, ist dann der Umkehrschluss auch möglich, dass wir durch die Ernährung unsere Psyche, unsere Stimmung und unsere Laune beeinflussen können?

Gute Laune durch Essen

Ein friedliches Bild: Ein Baby nuckelt an der Mutterbrust. Erst ist es hellwach und lächelt die Mutter selig an. Dann wird es immer ruhiger, die Augen fallen zu. Schliesslich fällt es wie ein reifer Apfel vom Baum von der Mutterbrust. Es ist friedlich eingeschlafen. Das Baby ist im wahrsten Sinne des Wortes gestillt worden. Es ist ganz still geworden und in einen wohligen Schlaf gefallen. Warum? Natürlich ist es satt, zufrieden, seine Bedürfnisse wurden in jeder Weise gestillt. Auch die Zusammensetzung der Milch hat mitgeholfen. Wissenschaftler haben in der Muttermilch opiatähnliche Stoffe gefunden, die das Baby ruhig und tief schlafen lassen. Nicht nur im ersten Nahrungsmittel, das für den Menschen bestimmt ist, gibt es Stoffe, die auf unsere Psyche wirken. Wir finden sie praktisch in allen Nahrungsmitteln, sei es nun im positiven oder negativen Sinn.

Warum essen wir?

Würden wir eine Umfrage machen, warum wir essen, so könnten wir schnell sehen, dass die meisten Antworten nichts mit Nahrungsaufnahme zu tun haben, um unseren Körper zu erhalten. Dieser Grund wird zwar meistens zuerst erwähnt. Oft essen wir nicht weil wir Hunger haben, sondern um ganz bestimmte Bedürfnisse zu befriedigen. Wir essen, um Gemeinschaft zu pflegen, weil es Spass macht, aus Tradition, aus Langeweile, wegen dem Esserlebnis, aus Frust, Kummer und zum Trost. Essen baut nicht nur unseren Körper auf, sondern auch unsere Seele.

Frust-Diäten

Es gibt Diäten, die bekämpfen Fett, also Übergewicht mit Fett. Nicht Fett mache Fett, sondern die vielen Kohlenhydrate, sagen die Anhänger solcher Diäten. Mit viel Fett und Eiweiss, aber ohne Brot, Nudeln und Kartoffeln will man abnehmen. Zunächst lässt sich so eine Diät ganz gut durchhalten, bis es zu einem solchen Heißhunger auf Kohlenhydrate kommt, dass man zuerst heimlich Süßigkeiten nascht und dann endlich offen zugibt, dass man es einfach nicht mehr geschafft hat. Manche, die so eine Diät längere Zeit durchgehalten haben, sind sogar depressiv und reizbar geworden. Was ist passiert?

Ein Beispiel einer Low Carb Diät die man nicht lange aushält

Kohlenhydrate – Balsam für die Seele

Ein Großteil unsere Ernährung besteht im Regelfall aus Kohlenhydraten. Fachleute raten uns, etwa 50 – 60% der täglich aufgenommenen Energie in Form von Kohlenhydraten zu essen. Das sind also Kartoffeln, Brot, Reis, Nudeln, Müsli. Kohlenhydrate stecken auch in Süßigkeiten und Kuchen. Die Kohlenhydrate, die uns die Pflanzen liefern, sind für sie Reservestoffe. Und die wiederum sind aus lauter Glukosemolekülen zusammengesetzt. Warum braucht unser Körper Glukose um in eine gute Stimmung zu kommen?

Unsere Gehirnfunktionen werden durch Neuronen, das sind Gehirnzellen, gesteuert. Damit die funktionieren, stellt das Gehirn selber Neurotransmitter, das sind Botenstoffe, her. Stimmungen und Gefühle werden von solchen Botenstoffen beeinflusst. Steht dem Gehirn viel von dem Botenstoff Serotonin zur Verfügung, können sich Körper und Seele entspannen. Damit das Gehirn aber Serotonin herstellen kann, braucht es die Baustoffe dazu. Die bekommt es aus der Nahrung. Der wichtigste Baustoff ist Tryptophan. Diese Aminosäure ist ein Eiweißbaustein, der in unserer täglichen Ernährung vorkommt.

Das Tryptophan gelangt umso besser ins Gehirn, je kohlenhydratreicher unsere Nahrung ist. Die Kohlenhydrate lassen den Blutzuckerspiegel und damit den Insulinspiegel im Blut ansteigen. Das Insulin transportiert aber auch Aminosäuren. Es bindet bevorzugt zuerst die anderen Aminosäuren als Tryptophan, um sie in die Zellen zu transportieren. Dadurch sind die Transportmechanismen ins Gehirn für das Tryptophan frei.

Je mehr Tryptophan ins Gehirn gelangt, desto mehr stimmungsaufhellendes Serotonin kann es herstellen, desto besser können wir uns entspannen. Jetzt wissen wir auch, warum Diäten ohne Kohlenhydrate zu Depressionen führen können und nicht lange ausgehalten werden.

Schokolade – Seelentröster Nr. 1

Fast jeder kennt den Trost aus der Pralinenschachtel. Schokolade hilft bei Liebeskummer, Einsamkeit, Liebesentzug, Frust und schlechter Laune. Und warum hilft Schokolade? Sie enthält alle Komponenten, um unseren Serotoninspiegel zu steigern: Kohlenhydrate in Form von Zucker, aus der Milch kommt Tryptophan und Fett kommt aus der Kakaobohne. Nur verursacht uns der Zucker eine starke Schwankung der Serotoninwerte. Zucker stimuliert auch die Dopaminproduktion, ein Neurotransmissor der beim Drogenkonsum stimuliert wird, und uns auch vom Zucker abhängig machen kann.

Fettreiche Nahrungsmittel verstärken die Wirkung der Kohlenhydrate beim Tryptophantransport ins Gehirn. Dann kommen noch etwa 800 weitere Stoffe in der Schokolade vor, die zum Teil eindeutig auf unsere Stimmung wirken. Beim Fermentieren der Kakaobohnen entstehen Amine wie etwa Phenylethylamin. Die gleiche Verbindung produziert unser Körper, wenn wir verliebt sind. Es entstehen aber auch Opiate und morphinähnliche Stoffe. Einer heisst Theobromin. Er regt uns an, steigert unsere Stimmung, und wir greifen schon zum nächsten Stück. Auch neuroaktive Alkaloide wie sie bisher nur in Wein und Bier bekannt waren, hat man gefunden. Kein Wunder also, dass Menschen nach Schokolade süchtig werden können und es uns so schwer fällt auf den Tröster zu verzichten.

Das Geheimnis der Italiener

Handgemachte Italiänische Pasta

Eine Ernährung, in der Kohlenhydrate überwiegen, wie sie in der italienischen Küche in Form von täglichen Pastas vorkommen, ist wahrscheinlich eine regelrechte Glücksdiät. Vielleicht liegt es unter anderem daran, dass die Italiener die niedrigste Selbstmordrate in Europa haben. Auch das Lichtverhältnis um uns herum beeinflusst den Serotoninspiegel. In der dunklen Jahreszeit ist die Serotoninproduktion deutlich geringer, dafür der Schokoladekonsum wesentlich höher.

Schokolade und Verwandtes heben nur kurzzeitig unser Glücksgefühl. Dann kommt der große Kummer, das schlechte Gewissen. Energieüberschuss in Form von Zucker und Fett lassen das Gewicht steigen. Süssigkeiten, im Übermaß genossen, verdrängen andere wichtige Nährstoffe, die genauso notwendig sind, um uns bei Laune zu halten. Bei zu viel Süßem sind wir zuerst überdreht, dann zappelig, nervös, später müde, dann depressiv und ängstlich. Nur die richtigen Kohlenhydrate bringen auf die Dauer gute Stimmung. Es sind die Kohlenhydrate, die wir aus Reis, Nudeln, Kartoffeln und Vollgetreide bekommen.

Die gute Nachricht ist, dass es auch viele andere Lebensmittel gibt, die unseren Serotoninspiegel steigen lassen, weil sie sehr tryptophanreich sind, ohne dass wir danach süchtig werden.

Lebensmittel mit viel Tryptophan

Die höchsten Tryptophanquellen finden wir in der grünen Mungbohne, in Sojabohnen und in der schwarzen Augenbohne. Tofu enthält dann folglich viel Tryptophan. Alle Nüsse gehören dazu, vor allem die Cashewnuss. Sesam, Sonnenblumen- und Kürbiskerne versorgen uns damit. Wie wäre es mit einem Aufstrich aus Tofu und gemahlenen Kürbiskernen, gut gewürzt mit Zwiebeln, Knoblauch und Kräutern?

Mungbone
Mungbohne – Foto by Ivar Leidus CC Wikimedia

Tryptophan finden wir aber auch in Getreide, Hirse, Haferflocken, Quinoa und Bananen. Ein Müsli mit Getreide, Nüssen, Bananen und Sojamilch versorgt uns daher reichlich mit Tryptophan.

Vitamine und Mineralstoffe helfen unserem Gemüt

Damit das Tryptophan aber auch richtig verstoffwechselt werden kann, braucht es Vitamine aus der B-Gruppe, besonders B6. Das kommt vor allem in allen Getreidearten vor. Folsäure brauchen wir ebenfalls, damit unsere Spannkraft und Vitalität erhalten bleibt. Wir finden es in allem Blattgemüse, auch in Früchten wie Kirschen, Mangos und Orangen. Folsäure wirkt mit Vitamin B12 zusammen. Das kommt fast nur in Milchprodukten und Fleisch vor. Darum müssen Menschen, die solche Produkte ablehnen, ganz besonders auf ihren Vitamin B12 Status achten. B12 Mangel kann zu Depressionen führen.

Unsere Seele braucht aber auch Eisen, Zink, Selen und Jod zum glücklich sein. Kalzium und Magnesium machen unsere Nerven stark. Wir sehen wieder einmal ganz klar, wie wichtig eine abwechslungsreiche, gesunde Vollwerternährung ist. Tabletten können uns nie das liefern, was wir in einer gesunden, naturbelassenen Kost finden.

Esther Neumann

Esther Neumann studierte Ernährungswissenschaften auf der Universität Wien. Seitdem schrieb sie für viele Jahre für das Gesundheitsmagazin „Leben und Gesundheit“, und führte Gesundheitsvorträge in vielen Orten Österreichs durch.

www.ernaehrungaktuell.at/


Ein Artikel von RundumGesund.org

Psychosomatische Krankheiten – Der Körper spricht

13. November 2022 von Dr. Cesar Vasconcellos de Souza

Körper und Geist arbeiten immer zusammen. Du hast ein Leiden in deinem Körper, und dein Geist ist daran beteiligt. Du hast ein Leiden in deinem Geist, und dein Körper ist daran beteiligt. Heute wollen wir psychosomatische Krankheiten verstehen, wie Körper und Geist bei Gesundheit und Krankheit zusammenwirken und wie das eine das andere beeinflusst.

Psychosomatische Krankheiten - Der Körper spricht

Ich möchte zunächst einige interessante Sätze zitieren:

Die Beziehung, die zwischen dem Geist und dem Körper besteht, ist sehr eng. Wenn der eine betroffen ist, antwortet der andere.1)

Das ist ein interessantes Konzept! Schau dir das nächste Zitat an:

Die Ärzte des Instituts benötigen große Weisheit, um den Körper durch den Geist zu heilen. Aber nur wenige erkennen die Macht, die der Geist über den Körper hat. Ein großer Teil der Krankheiten, die die Menschheit heimsuchen, hat ihren Ursprung im Geist und kann nur geheilt werden, indem der Geist wieder gesund gemacht wird.2)

Und die selbe Autorin sagt noch Folgendes:

Krankheiten des Geistes sind überall verbreitet. Neun Zehntel der Krankheiten, an denen die Menschen leiden, haben hier ihre Grundlage.3)

Ist das nicht interessant? Diesem Text zufolge haben neun von zehn Krankheiten ihren Ursprung in der Psyche. Ist das eine Übertreibung? Dr. Herbert Benson, ein klinischer Arzt an der Harvard-Universität in den Vereinigten Staaten, sagt Folgendes:

60 % bis 90 % der Patienten, die einen Arzt in der (ambulanten) Klinik aufsuchen, haben ihre Krankheiten aufgrund von körperlichen und psychischen Belastungen. Es handelt sich um Menschen, die aufgrund sozialer und emotionaler Probleme körperliche Symptome hatten. Der Durchschnitt könnte bei 75 % liegen.4)

Und er sagt weiter:

Gefühle spielen eine wichtigere Rolle in unserer Physiologie, als die meisten von uns verstehen können.

Ihm zufolge beeinflussen Gefühle und Emotionen die Physiologie und die Funktionsweise des Körpers.

Hippokrates, der so genannte Vater der Medizin, ein griechischer Arzt, der zwischen 460 und 370 v. Chr. lebte, sagte etwas Interessantes, das sich auf psychosomatische Krankheiten bezieht:

 Es ist viel wichtiger zu wissen, welche Person die Krankheit hat, als welche Krankheit die Person hat.

Interessanterweise empfahl er beispielsweise, dass Menschen mit Asthma lernen sollten, ihre Wut besser auszudrücken, zusätzlich zu anderen Behandlungen, die er verschrieb. Es ist also wichtiger zu versuchen zu verstehen, welche Art von Person eine bestimmte Krankheit hat, als welche Krankheit diese Person hat. Das schmälert natürlich nicht die Bedeutung einer korrekten Diagnose. Die Diagnose muss von einem Arzt gestellt werden, damit die Behandlung richtig geplant wird. Aber was Hippokrates in weiser Voraussicht zu sagen versuchte, ist, dass der Fachmann, der sich ein umfassendes Bild von der Person mit einer bestimmten Krankheit macht, bessere Ergebnisse bei der Behandlung erzielen kann. Eine ganzheitliche Betrachtung des Patienten bedeutet also, die körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Faktoren im Leben dieser Person zu erforschen, anstatt sich nur auf ein einzelnes Symptom zu konzentrieren.

Ein Doktor macht eine umfangreiche Aufnahme des Patienten um ihn besser verstehen zu können- Photo by Thirdman from Pexels

Es ist wichtig zu verstehen, dass wir nicht durch für sich alleine stehende Faktoren krank werden. Der Körper beeinflusst den Geist und der Geist beeinflusst den Körper. Nichts ist nur physisch und nichts ist nur psychisch. Bei der Entwicklung einer Krankheit wie auch bei der Gesundheit gibt es eine Kombination von Faktoren im Lebensstil des Einzelnen, die damit zu tun haben, wie man denkt, wie man fühlt, wie man seine Gefühle ausdrückt, wie man mit Menschen umgeht, wie man sich ernährt, ob man Sport treibt oder nicht, wie gut der Schlaf ist, wie viel Stress man bei der Arbeit hat, ob man in einer Großstadt oder in einer Kleinstadt lebt – es geht um alle Aspekte des Lebensstils.

Wenn du ein körperliches Symptom hast, z. B. Kopfschmerzen, Schwindel, Rückenschmerzen und andere mehr, und du nimmst einen Arzttermin wahr, machst ergänzende Tests, Blut-, Urin- und Stuhluntersuchungen, Röntgenaufnahmen, EEG, CT, MRT, Ultraschall, und der Arzt sagt, dass du nichts hast, dass die Ergebnisse normal sind, aber du immer noch dieses Symptom hast, das der Grund für deine Konsultation war, dann hast du es wahrscheinlich mit einem psychosomatischen Symptom zu tun, das sich zu einer psychosomatischen Krankheit entwickeln kann.

Was ist eine psychosomatische Krankheit?

Eine psychosomatische Krankheit ist eine Krankheit, die sich im Körper mit körperlichen oder funktionellen Symptomen und Schäden äußert, deren Hauptursache aber in der Psyche liegt. Das heißt, die Hauptursache liegt in emotionalen Konflikten, psychologischen Konflikten und mentalem Stress. Dies unterscheidet sich von der Somatisierung, denn bei der Somatisierung gibt es keinen nachweisbaren Krankheitsprozess, weder durch eine medizinische Untersuchung noch durch einen Labortest. Wenn eine Person also viel emotionalen Stress hat, kann sie einen Teil dieses Stresses in ihrem Körper manifestieren, weil der Körper ein Helfer des Geistes ist und beide in einer unteilbaren und untrennbaren Einheit arbeiten. In diesem Sinne können wir sagen, dass jede Krankheit, unabhängig von ihrem Ursprung, bis zu einem gewissen Grad psychosomatisch ist.

Körper und Geist arbeiten so harmonisch zusammen, dass, wenn etwas den Geist belastet, wie z. B. nervöse Anspannung, Traurigkeit, übermäßige Angst, es so ist, als würde der Körper zum Geist sagen: Brauchst du Hilfe? Also sagt der Geist: Ja, hilf mir, denn es ist schwer, mit diesem Leiden hier umzugehen. Dann werfen wir einen Teil unserer Anspannung auf den Körper, und der Körper beginnt, psychosomatische Symptome zu zeigen.

Bei jedem Menschen manifestiert sich die emotionale Belastung in einem oder mehreren der sogenannten Schockorgane. Das Schockorgan ist der Teil des Körpers, der am empfindlichsten auf emotionale Stressoren reagiert. Bei manchen Menschen kann das Schockorgan der Magen sein, so dass diese Menschen bei zu viel Stress, zu viel Spannung am Arbeitsplatz oder in der Familie zum Beispiel ein Brennen in der Magengegend spüren. Bei anderen könnte das Schockorgan das Immunsystem sein. Eine Person, die viele angespannte Beziehungen und viel Stress erlebt, hat vielleicht häufig Infektionen, entwickelt eine Autoimmunerkrankung, wer weiß. Bei anderen Menschen kann das Schockorgan zum Beispiel die Muskulatur sein, und angesichts des Lebensdrucks empfinden diese Menschen Muskelschmerzen. Nach Studien von Dr. Dean Ornish, einem Kardiologen an der Universität von Kalifornien in San Francisco, sagte er:

Menschen mit einem Herzinfarkt haben ein vierfaches Risiko, innerhalb von sechs Monaten zu sterben, wenn sie deprimiert sind und allein bleiben.5)

Er sagt hier, dass Menschen, die den Infarkt bereits hinter sich haben, aber überleben, ein viel größeres Risiko haben, zu sterben, wenn sie allein und isoliert bleiben. Und er zitiert eine Studie der Case Western Reserve University, und in dieser Studie hat er das Folgende nachgewiesen:

Sie befragten 10.000 verheiratete Männer und stellten fest, dass diejenigen, die die Frage „Zeigt Ihre Frau Ihnen ihre Liebe?“ bejahten, deutlich weniger Angina hatten.6)

Vor Jahren gab es ein Buch, das in Brasilien ein Bestseller war. Der Titel des Buches lautet: „Was immer es ist“. Die Autorin ist eine Frau, eine leitende Sekretärin, Mutter einer Tochter, eine Draufgängerin, sehr proaktiv, sehr aktiv im Leben, um sich um ihre Tochter zu kümmern, sich bei der Arbeit hervorzutun und um eine hochkarätige Fachkraft im Unternehmen zu sein, und plötzlich erkrankte sie an Brustkrebs. Zuerst war sie fassungslos: Wie kann mir das passieren, eine starke Frau, die so viel Kraft hat, hat Brustkrebs?! Sie begann zu recherchieren, was Brustkrebs ist, und schrieb dieses Buch: „Was immer es ist“. Ein Buch, in dem sie ihr Herz öffnet, ihr Leben offenlegt, auch private Dinge ihres Leben, und sie sagt: „Der Krebs kam nicht, um mich zu töten, der Krebs war ein Leuchtturm, ein rotes Licht, das in meinem Leben aufging und sagte: Hey, Stop, bleib mal stehen, du musst dein Leben neu bewerten!“

A cancer survivor - Photo by Klaus Nielsen from Pexels

Ich nahm damals sogar Kontakt zu ihr auf, und wir saßen in einer Bar in Rio de Janeiro zusammen und sprachen über dieses Thema von Verstand und Körper und die Beziehung zu psychosomatischen Krankheiten. Sie erklärte es folgendermaßen: „Wir müssen lernen, die Krankheit als einen Alarm zu betrachten. Das Symptom ist ein Alarm, das Symptom spricht zu uns. Es ist wie bei einem Auto, das man fährt und auf dem Armaturenbrett leuchtet ein rotes Licht auf. Ist dieses rote Licht gut oder schlecht? Nun, es hat beide Seiten, es ist schlecht, weil du ein Problem mit deinem Auto hast, aber es ist gut, weil es dich warnt.“

Wenn du also irgendwelche Symptome hast, wirst du natürlich ärztliche Hilfe, Konsultationen, Tests und all das in Anspruch nehmen, aber wenn du zum Arzt gegangen bist, die Untersuchungen und Tests gemacht hast und er dir sagt, dass du nichts hast, dass es dir gut geht, aber du immer noch dieses Symptom mit der gleichen Art von Schmerz hast, dann musst du anfangen, darüber nachzudenken, was in deinem Gefühlsleben vor sich geht. Was musst du tun, um die emotionale Spannung und den Stress zu lindern? Wie ich bereits erklärt habe, arbeitet der Verstand immer Hand in Hand mit dem Körper, und wenn du nicht bereit bist, dich mit dem emotionalen Schmerz auseinanderzusetzen, ihm einen Namen zu geben, ihm direkt ins Gesicht zu sehen, beginnt dein Körper zu absorbieren, weil du darum bittest, weil du sagst: Ich kann mit diesem emotionalen Schmerz nicht umgehen, ich kann mit diesem Verlust nicht umgehen, mit dieser Frustration, also kommt der Körper ins Spiel, um diese Last zu lindern.

Die Macht der Gedanken

Die Art und Weise, wie du denkst, beeinflusst deinen Körper. Diese Deklaration zeigt das:

Wenn du fest daran glaubst, dass dir ein Bad schaden wird, gibt dein Verstand diese Botschaft an deinen Körper weiter, und die Nerven bewirken, dass du dich verkrampfst. Dein Kreislauf wird gestört, und die gesunde Wirkung des Bades geht verloren. Das kommt alles daher, dass deine innere Verkrampfung das Blut daran hindert, frei zu fließen und deinen Körper bis unter die Haut zu beleben.

So bildest du dir beispielsweise ein, du müsstest frieren, wenn du badest. Diese Botschaft senden die Nerven an den Körper, und die Blutgefäße können nicht so auf das Bad reagieren, wie sie sollten, weil sie von deinen Gedanken davon abgehalten werden.7)

Das ist eine sehr interessante Aussage! Es bedeutet, dass die Zirkulation des Blutes beeinträchtigt ist, weil der Verstand aufgrund der Art und Weise, wie er denkt, emotional angespannt ist. Beeinflusst die Art und Weise, wie du denkst, deinen Körper? So kommt es hier zum Ausdruck. Lass uns ein anderes Zitat ansehen, das zeigt, dass die Art und Weise, wie du dich fühlst, deinen Körper beeinflusst. Es besagt:

Es ist die Pflicht eines jeden Menschen, sich auf die fröhlichen Seiten seines Lebens zu konzentrieren, anstatt ständig über Sorgen und Schwierigkeiten zu grübeln. Viele machen sich auf diese Weise selbst unglücklich, aber nicht nur das, sondern sie schädigen durch ihre negative Denkweise auch ihre Gesundheit. Wenn es in ihrer Umgebung Dinge gibt, die ihnen nicht gefallen, zeigen sie dies durch ihre andauernd unfreundliche Miene deutlicher, als wenn sie es aussprechen würden. Diese depressiven Gefühle sind sehr ungesund für sie, denn sie wirken sich störend auf die Verdauung aus, und es klappt nicht mehr mit der Ernährung. 8)

Das ist sehr interessant, dass Niedergeschlagenheit die Ernährung schädigt! Vor Jahren hat ein Nobelpreisträger für Medizin in seiner wissenschaftlichen Arbeit mit seinem Team gezeigt, dass es eine Verbindung zwischen Zellen des zentralen Nervensystems und Immunzellen gibt.

Dr. Wildemann und seine Mitarbeiter vom Stresslaboratorium an der Universität von Arizona wiesen nach, dass Menschen, die einen bedeutenden Verlust erleiden, wie etwa den Tod ihres Ehepartners, mehrere Monate lang eine Schwächung des Immunsystems als Folge dieser Traurigkeit erleben können. Er erklärt in der Studie, dass einige Abwehrzellen, wie natürliche Killerzellen, T- und B-Lymphozyten, in ihrer Arbeit zur Bekämpfung von Viren und Bakterien reduziert oder weniger aktiv werden können, weil Trauer die Immunität und die damit verbundenen Abwehrzellen beeinträchtigt.

Vielleicht hast du schon einmal von einem älteren Menschen gehört, der bei guter Gesundheit war und einige Monate nach dem Tod ihres Mannes oder seiner Frau selbst eine schwere Infektion hatte und ebenfalls starb. Du hast sicher schon von einem solchen Fall gehört, das ist nicht ungewöhnlich. Das alte Ehepaar lebt zusammen und es geht ihnen gut, aber plötzlich wird der eine krank und dann stirbt der andere, der gesund war, nach dem Tod dieses lieben Menschen, innerhalb von sechs Monaten auch. Die Trauer hat die Immunabwehr dieses Menschen geschwächt, so dass ein Virus oder eine Bakterie die Situation ausnutzte und eine schwere Krankheit verursachte.

Ein älteres Ehepaar genießen die Gemeinschaft

Es scheint also so zu sein, dass je mehr eine Person Schwierigkeiten hat, sich ihrer Emotionen bewusst zu werden, speziell schmerzhafter oder unangenehmer Emotionen, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie psychosomatische Symptome zeigt, weil der Körper solche Gefühle absorbiert, mit denen sich die Person auf einer bewussten Ebene nicht auseinandersetzen will. Das heißt, je mehr ein psychosomatisches Symptom im Körper vergraben ist, desto weiter ist eine Person von der Wahrheit über das verdrängte und somatisierte Gefühl oder über die schmerzhaften Gedanken entfernt, an die die Person in diesem Moment nicht denken will.

Dr. Diana Fosha von der Adelphi University in New York sagt, dass es für jede Art von Emotion eine viszerale Komponente gibt, das heißt, ein Gefühl drückt sich immer in irgendeinem Organ des Körpers aus. Ich habe hier bereits über Schockorgane gesprochen. Wenn man also Schwierigkeiten hat, seine Wut auszudrücken, kann sich das in Form von Asthma oder hohem Blutdruck äußern. Menschen, die Schwierigkeiten haben, ihre Gefühle auszudrücken, können zum Beispiel Verstopfung haben. Perfektionisten und gestresste Menschen können sehr häufig unter Migränekopfschmerzen leiden. Manche Menschen, die dazu neigen, ihre Emotionen jahrelang zu unterdrücken, können ihrem Körper die Entstehung von Krebs erleichtern, wie Studien von Wissenschaftlern wie Dr. Bernie Siegel, Lawrence LeShan und dem Wissenschaftlerpaar Simonton zeigen.

Natürlich sage weder ich noch sie, dass die Ursache von Krebs eine Emotion ist. Vielmehr erklären sie, dass ungelöste Konflikte oder große Verluste Faktoren sein können, die die Immunität beeinträchtigen und die Entstehung von Krebs begünstigen, wenn bei dieser Person noch andere Faktoren hinzukommen, die die Mutation einer normalen Zelle zu einer Krebszelle auslösen.

Ein Mensch, dem das Weinen schwerfällt, kann nach Ansicht einiger Wissenschaftler über die Haut weinen, über dermatologische Läsionen, die eine Art Sekret produzieren. Menschen, die ihre Gefühle stark unterdrücken, neigen zu degenerativen Krankheiten wie Krebs, Diabetes, Multipler Sklerose und anderen Pathologien, während explosivere Menschen eher zu anderen Krankheiten wie Herzinfarkt oder Schlaganfall neigen. Es ist so, dass die eher melancholischen, introvertierten Menschen implodieren und die eher kurzatmigen Menschen explodieren, so dass die Krankheiten bei den explosiven Menschen eher kardiovaskulär und bei den introvertierteren Menschen eher degenerativ sind. Menschen, die beispielsweise an Fibromyalgie erkranken, übernehmen häufig eine übertriebene Verantwortung in der Familie. Ich habe viele Menschen mit Fibromyalgie gesehen, und mir ist aufgefallen, dass sie alle genau dieses Verhalten an den Tag legten: das Klavier für alle zu tragen.

Psychische Störungen sind keine Schwäche oder fehlender Glaube, wenn du in deinem Leben große Belastungen erlebt hast oder gegenwärtig erlebst. Seelische Leiden wie starke Ängste, tiefe Traurigkeit, übermäßige Sorgen sind Ausdruck von Leiden, die sich oft im Körper manifestieren. Dabei handelt es sich um so genannte psychosomatische Störungen, bei denen der Körper sich wehrt, um den Geist zu entlasten. Wenn du unter körperlichen Symptomen leidest, wenn du mehrere Untersuchungen bei verschiedenen Ärzten hinter dir hast und alle sagen, dass du nichts hast, weil keine Diagnose gefunden wurde und deine Werte normal sind, musst du darüber nachdenken, ob es in deinem Leben, in deinem Gefühlsleben, in deinen Beziehungen zu anderen Menschen etwas Ungelöstes gibt, ob du einen Groll hegst, ob du ein Problem mit jemandem lösen musst, das dich seit vielen Jahren von innen auffrisst? Wenn du unterdrückte Emotionen hast oder du dich in einer der Situationen, über die ich gesprochen habe, wieder findest, könnte sich das in deinem Körper manifestieren. Es wäre auch Wert, darüber nachzudenken, ob eine professionelle psychologische Bestandesaufnahme erforderlich sein könnte. Das hängt davon ab, wie groß der Leidensdruck ist.

Eine Sitzung beim Psychologen - Photo by cottonbro from Pexels

Manchmal lassen sich emotionale Probleme mit dem Leben lösen. Ein Freund von mir, ein Psychoanalytiker, sagte einmal einen interessanten Satz: „Das Leben ist therapeutisch“, oder im Klartext: das Leben, die Ereignisse des Lebens, lehrt uns viele Dinge selbst und kann uns helfen, Heilung von bestimmten Situationen zu erlangen.

Manchmal löst das Leben nicht alles und dann brauchen wir etwas technische Hilfe. Leide nicht, ohne die Einstellung zu haben, etwas verbessern zu wollen, denn eigentlich hängt die Gesundheit davon ab, ob du einige Gewohnheiten einübst, du deinen Lebensstil in Bezug auf die Ernährung, deine Denkmuster, deine Beziehungen zu anderen Menschen, deinen Schlaf, deine körperliche Bewegung verbesserst, aber es hängt auch von deiner Einstellung ab, nämlich davon, die Verantwortung dafür zu übernehmen, sich gut um den eigenen Körper und den Geist zu kümmern.

Es ist also wichtig, dass du etwas für dich selbst tust, anstatt immer darauf zu warten, dass andere etwas für dich tun, oder sogar darauf, dass der Arzt dich heilt. Der Arzt heilt die Menschen nicht, der Arzt zeigt einige Wege zur Gesundheit auf, manchmal verschreibt er ein Medikament, das vorübergehend ein Symptom lindert und das Leiden, das du durchmachst, aber es gibt Einstellungen, die du im Leben einnimmst, es gibt Entscheidungen, die du triffst, um besser auf deine Gesundheit und deinen Geist aufzupassen, die bestimmen, ob du den Weg der Gesundheit oder den Weg der Krankheit einschlagen wirst. Professor Dr. Adalberto Barreto, der mit Gemeinschaftstherapie arbeitet, sagte:

Wenn der Mund schweigt, sprechen die Organe, und wenn der Mund spricht, heilen die Organe.

Wie interessant ist es, zu zeigen, wie wichtig es ist, zu reden, Dampf abzulassen, damit du nicht unter körperlichen Auswirkungen leidest, damit du nicht ständig Dinge schluckst, ohne eine Grenze zu setzen, und am Ende deinen Körper leiden lässt. Ändere deine Gedanken und Gefühle, damit du ein besseres Leben und eine bessere Gesundheit erhältst!

Dr. Cesar Vasconcellos de Souza

Dr. Cesar Vasconcellos de Souza arbeitet als Psychiater und ist vielerorts für seine tiefgehenden Vorträge bekannt. Er ist Autor von 3 Büchern, seit 25 Jahren Kolumnist des Gesundheitsmagazins „Vida e Saúde“ und hat eine regelmäßige Sendung auf dem Fernsehkanal „Novo Tempo“.

doutorcesar.com/

Referenzen

↑1Ellen G. White. Medical Ministry p. 105
↑2Counsels on Health p. 349
↑3Ellen G. White. Mind, Character and Personality Vol. 1 p. 59
↑4Herbert Benson, Harvard University, “Timeless Healing – The Power and Biology of Belief”, 1998
↑5Dean Ornish, Saving Your Heart, 2002
↑6Dean Ornish, Salvando o Seu Coração, 2002
↑7Ellen G. White. Intellekt, Character und Persönlichkeit Band 1 p. 408, 409
↑8Ellen G. White. Intellekt, Character und Persönlichkeit Band 1 p. 74

Ein Artikel von RundumGesund.org

Umgang mit Zwangsstörungen

von Dr. Cesar Vasconcellos de Souza

Zwangsstörung ist ein sehr unangenehmes psychisches Leiden, das drastische Auswirkungen auf das Leben eines Menschen haben kann. Was ist eine Zwangsstörung und was kann man dagegen tun?

Umgang mit Zwangsstörungen

Zwangsstörungen betreffen 0,7 bis 2,5 % der Bevölkerung. Statistisch betrachtet leben in einer Stadt mit 100.000 Einwohnern zwischen 700 und 2500 Menschen mit dieser psychischen Störung. Es ist ein stark beeinträchtigendes Leiden, das in bestimmten Situationen so ernst werden kann, dass es das Studium, das Berufs-, Sozial- und Familienleben des Betroffenen gravierend stört.

Auch berühmte und reiche Menschen leiden unter Zwangsstörungen. Zum Beispiel leidet Roberto Carlos, ein brasilianischer Sänger populärer romantischer Musik, an einer Zwangsstörung. Auf seiner offiziellen Website veröffentlichte er Informationen über dieses Leiden. Ein weiteres Beispiel ist die Schauspielerin Luciana Vendramini, die ebenfalls unter Zwangsstörungen leidet. Daniel Radcliffe, der Schauspieler, der die Rolle von Harry Potter spielte, entdeckte im Alter von fünf Jahren, dass er an Zwangsstörungen leidet. Er sagte: „Ich musste jeden Satz, den ich sagte, noch einmal leise wiederholen. Und ich möchte jeden mit diesem Problem ermutigen, sich einer Therapie zu unterziehen. Das bedeutet nicht, dass du verrückt oder schwach bist.“

Auch David Beckham, ein berühmter englischer Fußballspieler, hat immer zugegeben, dass er an Zwangsstörungen leidet und dass sich diese Geisteskrankheit in seinem Leben in dem ständigen Bedürfnis nach Sauberkeit und Perfektion von allem um ihn herum manifestiert. Alles, was nicht in Ordnung ist, erzeugt Spannung in ihm, alles muss für ihn paarweise sein. Wenn drei Gläser in der Spüle sind, muss ein weiteres hinzugefügt werden, um zwei Paare zu machen, oder eines muss entfernt werden, um nur ein Paar zu machen. Es können nicht drei Paar Fußballschuhe in seinem Schrank sein. Er muss entweder zwei oder vier Paare haben, immer eine gerade Zahl, das ist ein Beispiel für Zwangsstörungen.

David Beckham playing for Real Madrid - By David Cornejo, CC 2.0 Wikipedia

Eine andere berühmte Person mit Zwangsstörung war der Sänger Michael Jackson. Darüber hinaus litt er anscheinend auch an einer Störung namens BDD (body dysmorphic disorder) – körperdysmorphe Störung, einer psychischen Erkrankung, die dadurch gekennzeichnet ist, dass die Wahrnehmung des eigenen Körperbildes gestört ist, was zu irrationalen Bedenken über mögliche Defekte in Teilen des Körpers führt. Das würde dann die unzähligen plastischen Operationen erklären, denen er in seinem kurzen Leben unterzog. Seine Ex-Frau Lisa Presley sagte, er habe sich nie abgeschminkt. Viele, die an dieser körperdysmorphen Störung leiden, haben ein höheres Risiko, von der plastischen Chirurgie abhängig zu werden.

Was sind Zwangsstörungen?

Der Name dieser Krankheit Zwangsstörung, beinhaltet es schon: Besessenheit und Zwang. Ein Mensch mit diesem seelischen Leiden hat aufdringliche Gedanken, die er nicht haben möchte und die sein Gewissen stören. Beispiele für diese Gedanken könnten sein: Habe ich die Tür zu Hause abgeschlossen? Oder: Bin ich durch das Berühren dieses Objekts mit Keimen kontaminiert? Das sind Gedanken, die nicht aufhören, keinen Frieden geben, und die Person verspürt einen Zwang, das zu tun, was die Gedanken sagen.

In dem erstgenannten Fall, in dem Zwangsgedanken die Frage ständig wiederholen, ob die Tür wirklich abgeschlossen wurde, hat diese Person den Zwang, mehrmals zu überprüfen, ob sie die Tür wirklich abgeschlossen hat. Im zweiten Fall, wo die Gedanken zwanghaft sagen, dass er kontaminiert sein könnte, wäscht er sich zwanghaft immer wieder die Hände, zehn-, fünfzehn- oder zwanzigmal.

Door lock - Photo by Henry & Co. from Pexels

Zwangsgedanken sagen der Person mit Zwangsstörung immer wieder, dass sie die Zwangshandlungen praktizieren soll, denn wenn sie es nicht tun, entsteht Angst, die sehr stört, und wenn die Person nicht praktiziert, was Zwangsvorstellungen sagen, wird sie sehr unruhig sein. Obsession im Fall von Zwangserkrankungen hat also mit sich wiederholenden Gedanken im Bewusstsein des Individuums zu tun, und Zwang hat mit der Wiederholung von Einstellungen, von Handlungen zu tun, die den Zweck haben, diese störenden Gedanken zu lindern. Obsession bzw. Besessenheit betrifft die Gedanken, Zwang die daraus resultierenden Handlungen.

Das ehemalige Model und Schauspielerin Luciana Vendramini sprach in einem Interview mit der Zeitung Folha de São Paulo über ihr Problem und sagte, dass sie das habe, was ich synchronisierte aufdringliche Gedanken nenne, das heißt, sie müsse sich etwas Gutes zusammen mit einer Handlung vorstellen. Zum Beispiel musste sie beim Händewaschen an schöne Dinge denken. Wenn sie einen schlechten Gedanken hatte, musste sie sich wieder die Hände waschen, also kommentierte sie, dass sie 24 Stunden damit verbrachte, Macken zu wiederholen. Sie verbrachte 8 Stunden damit, ein Bad zu nehmen. Welches Leiden, nicht wahr?

Es gibt verschiedene Arten von Zwangsgedanken, wie zum Beispiel der Gedanke, dass die Person eine unverzeihliche Sünde begangen hat, oder dass sie ihren Kleiderschrank perfekt aufräumen muss, oder dass sie ein Bild an der Wand korrigieren muss, das ein wenig schief hängt, oder sie müssen dreimal an die Wand tippen, wenn sie an ein Wort denken, oder müssen die Markierungen auf einem Gehsteig überspringen und andere Dinge dieser Art. Übrigens spielt der Schauspieler Jack Nicholson in dem Film „Besser geht’s nicht“ die Rolle eines Menschen mit Zwangsstörungen.

Pictures on the wall - Photo by Medhat Ayad from Pexels

Gesunde Menschen können Gedanken haben, die sich im Kopf wiederholen, aber es ist vorübergehend und es ist nicht chronisch, es vergeht, es endet, aber bei Personen mit Zwangsstörungen werden die Gedanken wiederkehrend oder obsessiv, sie bestehen fort und werden zum Denkmuster. Das verursacht viel Angst, und Angst lässt die Dinge noch schlimmer erscheinen.

Bei der Zwangsstörung besteht der Versuch, die durch Zwangsgedanken hervorgerufene Angst dadurch zu lindern, dass Zwangshandlungen praktiziert werden. Wenn eine Person mit Zwangsstörung zum Beispiel zwanghafte Gedanken über Kontamination hat, wird sie versuchen, diese durch das Ritual des übertriebenen Händewaschens, das dutzende male am Tag durchgeführt wird, zu lindern. Wenn sich obsessive Gedanken darum drehen, ob das Licht tatsächlich in einem Zimmer zu Hause oder bei der Arbeit ausgeschaltet wurde, wird es dutzende Male hintereinander überprüft werden.

Wie behandelt man Zwangsstörungen?

Einige Wissenschaftler glauben, dass Zwangsstörungen mit Gehirnveränderungen zu tun haben und dass Medikamente zur Behandlung erforderlich sind, aber das ist nicht alles. Es gibt andere emotionale Komplikationen, die viel Angst erzeugen, und der Verstand verwendet zwanghafte Gedanken und zwanghafte Handlungen als Abwehr gegen tiefen emotionalen Schmerz. Bei der Ursache von Zwangsstörungen gibt es also physische Faktoren, emotionale Faktoren und sogar spirituelle Faktoren.

Beim Bekämpfen von Zwangsstörungen hilft es, indem man sich sagt, dass Zwangsgedanken keinen moralischen Wert haben, sondern das Ergebnis neurochemischer Veränderungen sind, vielleicht aufgrund übermäßiger Angst. Deshalb muss die Person mit Zwangsstörungen obsessive Gedanken so weit wie möglich abwerten und sich selbst sagen, dass sie nicht tun müssen, was sie sagen.

Thinking -  Photo by Brett Sayles from Pexels

Es ist auch wichtig, darum zu kämpfen, an etwas anderes zu denken, um obsessives Denken zu ersetzen. Das ist am Anfang schwierig, das stimmt, aber mit der Zeit kann man es vermeiden, sich auf obsessive Gedanken zu konzentrieren und lernt, lieber an andere Dinge zu denken. Dies wird zunächst schwierig sein, da eine starke Angst die Person zu diesen Gedanken treibt und sie wiederum zu sich wiederholenden Zwangshandlungen führen. Das bedeutet, dass eine Person, die darum kämpft, obsessive Gedanken daran zu hindern, sie weiterhin zu stören, zu Beginn dieses Prozesses möglicherweise mehr Angst empfindet, sie kann sich auch unruhiger und verzweifelter fühlen, aber mit der Zeit kann diese Angst nachlassen, ohne dass die Person Zwang ausüben muss um sich von diesen obsessiven Gedanken zu befreien.

Eine Übung, die helfen kann, ist es, wenn Zwangsgedanken kommen, anstatt die Zwangshandlung durchzuführen, sich zu sagen: Ich werde ungefähr 20 Minuten warten, ohne mich von der Notwendigkeit, zwanghaft handeln zu müssen, mitreißen zu lassen. Nach einigen Tagen oder Wochen kann sich diese Wartezeit noch steigern. Wenn jemand den Zwang hat, sich mehrere Minuten lang die Hände zu waschen, kann die Person die Zeit für das Händewaschen reduzieren. Sie könnte entscheiden, sie in kürzerer Zeit zu waschen, anstatt 15 Minuten mit Händewaschen zu verbringen, könnte sie entscheiden, dass es vielleicht nur zehn Minuten sein sollen. Dann verkürzt sie diese Zeit kontinuierlich und beschäftigt sich mit einer anderen Aufgabe.

Es gibt keinen Grund zur Scham, mit jemandem über dieses Leiden zu sprechen. Wer trotz Bemühungen nicht in der Lage ist, zwanghafte Handlungen allmählich zu stoppen, ist gut beraten, sich professionelle Hilfe bei einem Psychiater oder Psychologen zu suchen. Wenn die Zwangsstörung so gravierend ist, dass das Sozial- und Arbeitsleben einer Person gestört ist, dann kann zusätzlich zur Psychotherapie mit einem klinischen Psychologen eine vorübergehende, vom Psychiater verschriebene Medikation erforderlich sein.

Dr. Cesar Vasconcellos de Souza

Dr. Cesar Vasconcellos de Souza arbeitet als Psychiater und ist vielerorts für seine tiefgehenden Vorträge bekannt. Er ist Autor von 3 Büchern, seit 25 Jahren Kolumnist des Gesundheitsmagazins „Vida e Saúde“ und hat eine regelmäßige Sendung auf dem Fernsehkanal „Novo Tempo“.

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