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Wenn die Knochen brüchig werden

12. Juli 2026/in Krankheiten/von cl

von Esther Neumann

Osteoporose oder Knochenschwund wurde bis vor Kurzem als Frauenkrankheit angesehen. In letzter Zeit erkranken auch immer mehr Männer. Eine von drei Frauen oder einer von fünf Männern weltweit leiden an dieser Volkskrankheit. Wie ernst Osteoporose zu nehmen ist, zeigt die Tatsache, dass die WHO die ersten zehn Jahre des neuen Jahrtausends als Dekade der Knochengesundheit gewählt hat.

Wenn die Knochen brüchig werden

Vor allem in Industrieländern stellt Osteoporose ein immer größer werdendes gesundheitliches Problem dar. Diese Volkskrankheit verursacht auch erhebliche Kosten für unser Gesundheitswesen.

Die Knochen sind ein Wunderwerk der Schöpfung. Trotz der enormen Beanspruchung schaffen sie es, ein Leben lang durch gleichzeitigen Auf- und Abbau der Knochensubstanz ein gesundes Skelett zu erhalten. Mikrorisse werden laufend repariert. Diese ständige Selbstreparatur findet ihren Höhepunkt in der Selbstheilung von Knochenbrüchen. In den Knochen sind hauptsächlich Kalzium, Phosphat und Magnesium gespeichert. Diese Mineralien spielen auch in vielen anderen Stoffwechselgeschehen eine wichtige Rolle. Wird über die Ernährung zu wenig davon zugeführt, wird auf das Mineraldepot im Knochen zurückgegriffen. Werden die Reserven in den Knochen wegen falscher Ernährungsweise und Bewegungsarmut nie wieder aufgefüllt, schwindet die Knochenmasse.

Andererseits ist Osteoporose typischerweise mit einem höheren Lebensalter verknüpft. Eine andere Sichtweise stellt sie als Erkrankung der Jugendzeit dar, weil risikoreiche Lebensgewohnheiten wie eine unausgewogene Ernährung und Bewegungsmangel bereits in jungen Jahren dazu beitragen, dass die Krankheit ausbricht. Sie entwickelt sich unbemerkt. Ohne Schmerzen zu verursachen, schwindet die Knochenmasse. Die schwammförmigen Knochen verlieren ihre Strukturen. Die feinen Knochenbälkchen lösen sich langsam auf. Die Gefahr eines Knochenbruches nimmt zu. Osteoporose kommt vom griechischen „osteon“, das so viel wie Knochen heißt, und „poron“, das mit Öffnung, Loch oder Pore übersetzt werden kann.

Es gibt Krankheiten oder Medikamente, die die Entstehung einer Osteoporose fördern. Diabetes mellitus, Hyperthyreose, Hypogonadismus, rheumatische Erkrankungen und Alkoholmissbrauch gehören dazu. Bei den Medikamenten hat man unter anderem einen Zusammenhang mit Heparin, Warfarin, Glukokortikoiden, Cyclosporinen, Protonenpumpenhemmern, Antidepressiva (insbesondere SSRI), Antiepileptika, SGLT2-Inhibitoren, Aromatasehemmer oder Schilddrüsenhormonen gefunden.

Mehrere Packungen mit Medikamenten, auf einem Tisch ausgebreitet

Bei den meisten Personen mit Osteoporose sind es aber keine Krankheiten, die für den Knochenschwund verantwortlich sind. Der Verlust ist altersbedingt oder bei Frauen von der Menopause abhängig. Während der ersten 10 Jahre nach der Menopause ist der Verlust besonders groß. Dann pendelt er sich bei altersbedingtem Knochenabbau ein.

Knochen brauchen jeden Tag ein bestimmtes Maß an Belastung. Bewegung stärkt nicht nur Muskeln, sondern auch Knochen. Die maximale Spitzenknochenmasse, in Englisch „Peak Bone Mass“, wird im Alter von 25 – 35 Jahren aufgebaut. Man kann sich noch so gesund ernähren, ohne Bewegung und Belastung gehen die Mineralstoffe kaum in die Knochen hinein. Je mehr der Knochen belastet wird, desto stärker wird der Knochenaufbau positiv beeinflusst. Darum sind Sportarten wie Laufen, Schifahren, Langlaufen, Springschnurspringen, Tennis- und Federball, Treppensteigen, Ballspiele, Wandern und Bergwandern sehr geeignet. Sportmediziner sprechen vom „Medikament Bewegung“. Auch im hohen Alter sollte man wenigstens noch wandern oder zügig spazieren gehen, wann immer das Wetter und die Umstände es erlauben. In manchen Orten wird auch eine Osteoporosegymnastik angeboten. Körperliche Aktivität und Gymnastik senken auch das Sturzrisiko, und zwar durch Verbesserung des Gleichgewichts und des Erhaltes der Muskelmasse.

Bewegung im Freien und vor allem im Sonnenlicht bringt besonders starke Knochen. Unter UV-B-Bestrahlung bildet die Haut mit Hilfe von Cholesterin das Provitamin D3. In Leber und Niere wird es ins aktive Vitamin umgewandelt. Das Vitamin ist eigentlich ein Hormon mit Vitamincharakter, da es der Körper selber bilden kann. Die Zuführung von Vitamin D über die Nahrung ist meist viel zu gering, kommt es doch fast nur in Fisch, Innereien und Ei vor. Darum ist es wichtig, jede Gelegenheit zum vernünftigen Sonnenbaden zu nutzen. Viele Osteoporose-Patienten haben einen Vitamin D-Mangel, weil sie ausgesprochene Stubenhocker sind und die Sonne meiden. Gerade auch ältere Menschen sollten immer wieder angehalten werden, sich im Freien zu bewegen.

Ein Mann läuft am Strand

Auch andere Hormone sind am Knochenstoffwechsel beteiligt. Das Parathormon, das in der Nebenschilddrüse gebildet wird, stimuliert die Osteoblasten, die Zellen, die die Knochen aufbauen, in ihrer Aktivität. Gleichzeitig hemmen sie die Osteoklasten, die Zellen, die die Knochen abbauen. Östrogene hemmen die Osteoklasten und verbessern die Kalziumaufnahme. Auch Testosteron, männliche Hormone, sind für den Knochenaufbau wichtig. Männer haben auf Grund der höheren Knochenmasse und der andauernden Produktion von Testosteron weniger Osteoporose. Bei Sonnenbestrahlung wird die Ausschüttung von Testosteron gesteigert. Viele andere Hormone spielen noch eine Rolle für den Knochenaufbau. Das Einnehmen von Vitamin D-Präparaten sollte wohldosierte Sonnenbäder nicht ersetzen.

Gemüse und Blattsalate, Samen und Nüsse sind der Milch hinsichtlich der Kalziumzufuhr überlegen. Obwohl Milchprodukte bedeutende Kalziumlieferanten sind, hängt die Osteoporosevorbeugung nicht nur vom Konsum von Milch und ihren Produkten ab. Die Osteoporosehäufigkeit ist in Ländern, wo viel Milch getrunken wird, eher höher als in Ländern, wo kaum Milch konsumiert wird, dafür aber alle anderen Risikofaktoren wie Bewegungsmangel, Lichtmangel und Genussmittel wie Kaffee, Alkohol und Rauchen wegfallen. Milchprodukte enthalten viel Eiweiß. Meist wird noch viel Fleisch gegessen. Eine hohe tierische Proteinaufnahme erhöht aber auch die Kalziumausscheidung mit dem Urin. Das Kalzium gelangt dann gar nicht zur Genüge in die Knochen.

Cola und Limonaden bewirken durch den hohen Phosphatgehalt ebenfalls Kalziumverluste. Es wäre viel besser, reines Wasser oder kalziumhaltige Mineralwässer zu trinken.

In Blattgemüsen und Kohl finden wir das Vitamin K. Dieses Vitamin ist für die Blutgerinnung bedeutend. Nach neuesten Forschungen spielt es aber auch bei der Neubildung von Knochen eine wichtige Rolle.

Die Vorbeugung der Osteoporose sollte sinnvollerweise bereits im Kindes- und Jugendalter beginnen. Hier werden die Grundlagen für die spätere Spitzenknochenmasse gelegt.


Ein Artikel von RundumGesund.org

https://www.countrylife.at/gesundheitszentrum/wp-content/uploads/2026/08/blog_ostheoporose.jpg 400 400 cl https://www.countrylife.at/gesundheitszentrum/wp-content/uploads/2020/10/cl-logo_340.png cl2026-07-12 12:00:002026-08-03 14:19:22Wenn die Knochen brüchig werden

Kommt Fibromyalgie aus dem Kopf?

14. Juni 2026/in Krankheiten, Mentale Gesundheit/von cl

vonDr. Cesar Vasconcellos de Souza

In diesem Artikel werden wir die psychologischen Aspekte der Krankheit namens Fibromyalgie untersuchen. „Fibro“ leitet sich von „Faser“ ab, „mio“ bedeutet „Muskel“ und „Algie“ steht für „Schmerz“. Wörtlich übersetzt bedeutet Fibromyalgie also „Schmerzen in den Muskelfasern“, doch diese komplexe Erkrankung, von der 2 % der Bevölkerung in den Vereinigten Staaten betroffen sind, geht mit zahlreichen weiteren Symptomen einher.

Kommt Fibromyalgie aus dem Kopf?

Fibromyalgie ist gekennzeichnet durch Schmerzen am ganzen Körper, die mindestens drei Monate andauern, Erschöpfung, Schlafstörungen, sei es Schlaflosigkeit oder nicht erholsamer Schlaf, Kribbeln in Händen, Füßen und im mittleren Rückenbereich, abwechselnd Verstopfung und Durchfall sowie Stimmungsschwankungen mit Niedergeschlagenheit. Etwa 25% der Fibromyalgie-Patienten leiden unter Depressionen; das heißt, jede vierte Person.

Typischerweise treten Angstzustände, Konzentrationsschwierigkeiten und Probleme bei der Bewältigung alltäglicher Aufgaben, Kopfschmerzen sowie Schwellungen am Körper auf. Bei Fibromyalgie gibt es bestimmte Schmerzpunkte am Körper, etwa im Trapezmuskel im Schulterbereich, an beiden Seiten des Nackens, im Gesäß, im Bereich der Arm- und Beingelenke sowie an einigen anderen Stellen.

Die Ursache der Fibromyalgie ist nach wie vor unbekannt. Es wird vermutet, dass sie auf einen Rückgang des Neurotransmitters Serotonin im Gehirn zurückzuführen ist, wodurch der Betroffene die Fähigkeit verliert, Schmerzen zu regulieren, und die Impulse falsch interpretiert werden. Es handelt sich um ein schmerzhaftes Syndrom ohne Entzündungen. Auf einen betroffenen Mann kommen zwanzig betroffene Frauen.

Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten, am häufigsten jedoch im Alter zwischen vierzig und sechzig Jahren. Frauen mit Fibromyalgie neigen häufig dazu, Perfektionistinnen zu sein, die sich zu Hause und im Beruf zu viel zumuten. Aus den Anamnesen geht hervor, dass sie vor ihrer Erkrankung die Besten im Beruf waren, Supermütter und Superfrauen zu Hause. Durch die Krankheit fühlen sie sich eingeschränkt, und da sie nicht mehr die Besten sein können, sinkt ihr Selbstwertgefühl.

Je stärker sich die Betroffenen minderwertig fühlen, desto mehr Symptome treten auf. Die Patienten selbst sind über die Krankheit verwundert, da es ihnen zuvor sehr gut ging, sie sich überaus leistungsfähig fühlten, alles schafften und für alle Probleme lösten; auch Kollegen und Familienangehörige sind ratlos und behaupten, diese Menschen würden sich die Krankheit nur einbilden und es sei überhaupt nichts dahinter. Es ist üblich, dass Menschen mit Fibromyalgie von Arzt zu Arzt gehen. Manche uninformierte Menschen glauben vielleicht, die betroffene Person habe lediglich psychische Probleme und sonst nichts.

Der Facharzt, an den man sich bei Symptomen einer Fibromyalgie wenden sollte, ist der Rheumatologe. Man kann nicht sagen, dass Fibromyalgie heilbar ist, aber sie ist behandelbar. Es gibt keine Tests, mit denen die Krankheit nachgewiesen werden kann; die Diagnose erfolgt klinisch. Der Facharzt wird Untersuchungen anordnen, um eine Differentialdiagnose zu erstellen, d. h. andere mögliche Erkrankungen auszuschließen, insbesondere der Schilddrüse, die einige Symptome aufweisen können, die sich mit den Symptomen der Fibromyalgie vermischen würden.

Blood tests

Einem Fibromyalgie-Patienten geht es bereits um 20% besser, wenn ein gut informierter Arzt ihm erklärt, dass er nicht verrückt ist und tatsächlich an dieser Krankheit leidet. Weitere 20% besser geht es ihm, wenn er erfährt, dass die Krankheit zwar schmerzhaft ist, aber nicht tödlich verläuft, und für die restlichen 60% hat die Medizin nur begrenzte Möglichkeiten, eine Heilung zu bieten.

Es ist notwendig, eine dauerhafte Umstellung der Lebensweise vorzunehmen, die aerobe Übungen wie tägliche Spaziergänge, den Verzehr von mehr natürlichen Lebensmitteln, reines Wasser, Verständnis seitens der Familie, die Suche nach Entspannung zur Verringerung von Anspannung und zur Verbesserung des Schlafs sowie die Reduzierung einer dramatischen Interpretation von Ereignissen umfasst, und eine Strategie zu erlernen, mit Problemen umzugehen, ohne sich selbst zu überlasten. Es kann sinnvoll sein, vorübergehend Medikamente zur Stimmungsaufhellung, zur Förderung des Schlafes sowie Schmerzmittel einzunehmen. Es ist wichtig, dass der Fibromyalgie-Patient sich bemüht, sein eigenes Verhalten in dem Tempo zu ändern, das ihm möglich ist.

Unter den Betroffenen gibt es einige, die Perfektionisten sind, sehr hohe Ansprüche an sich selbst stellen und Lasten auf sich nehmen, die ihnen nicht zustehen. In diesem Fall musst du lernen, Grenzen zu setzen und nichts auf dich zu nehmen, was nicht in deiner Verantwortung liegt – auch wenn andere sich darüber beschweren, dass du nicht mehr das tust, was du früher getan hast. Du musst lernen, dich von den Problemen zu distanzieren, die andere dir aufbürden wollen, damit du sie übernimmst. Das bedeutet nicht, dass du zu einem verantwortungslosen Menschen geworden bist.

In Familien, in denen jemand an Fibromyalgie leidet, kommt es nicht selten vor, dass einige Familienmitglieder sich aus der Verantwortung ziehen und die Last auf eine einzige Person abwälzen; diese Person nimmt dies hin, übernimmt die Probleme aller, sucht allein nach Lösungen und bürdet sich damit Lasten auf, die ihr eigentlich nicht zustehen.

Wenn diese Person jedoch dazu neigt, alles auf sich zu nehmen, und die anderen Familienmitglieder oder Kollegen sich zurücklehnen und die Lasten ihr überlassen, wird sie überlastet sein. So trägt diese Person am Ende die Probleme anderer mit sich herum, und das kann so erdrückend und schwer werden, dass irgendwann der Punkt kommt, an dem Körper und Verstand sagen: Wir können das nicht mehr ertragen!

an overworked student feeling tired

Dann können Symptome auftreten, bei denen es sich beispielsweise um die Symptome einer Fibromyalgie handeln kann. Man kann ein verantwortungsbewusster, produktiver und hilfsbereiter Mensch sein, ohne sich Dinge aufzubürden, die einem nicht zustehen, und ohne ungerechtfertigte Kritik von denen hinzunehmen, die ihre eigenen Erwartungen auf andere abwälzen wollen. Fibromyalgie betrifft auch Kinder und Jugendliche und tritt vor allem bei Mädchen im Alter zwischen neun und fünfzehn Jahren auf.

Die Symptome ähneln denen bei Erwachsenen, hinzu kommt eine Beeinträchtigung der schulischen Leistungen aufgrund von krankheitsbedingten Fehlstunden. Einige wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Kinder und Jugendliche mit Fibromyalgie bis zu 41 Tage pro Jahr in der Schule fehlten, während der Durchschnitt in der Allgemeinbevölkerung bei 9 Tagen pro Jahr liegt.

Aus psychologischer Sicht haben Menschen mit Fibromyalgie eine geringere Lebensqualität und weisen vermehrt Symptome von Depressionen und Angstzuständen auf und zeigen dadurch vermehrt leidvolle Verhaltensweisen. Einige Studien haben gezeigt, dass junge Menschen mit Fibromyalgie offenbar aus Familien stammen, deren Mitglieder eher unorganisiert und ängstlich sind, was sich darauf auswirken würde, wie sie mit den Problemen des Lebens umgehen.

Die Behandlung von Fibromyalgie umfasst Medikamente, die ausschließlich der Linderung von Symptomen wie Schmerzen, Schlaflosigkeit, übermäßiger Angst und Depressionen dienen. Physiotherapie, körperliche Bewegung – vorzugsweise im Freien – sowie Psychotherapie sind ebenfalls erforderlich. Es ist sehr hilfreich, Strategien zum Umgang mit alltäglichen Problemen zu erlernen, um Stress abzubauen. Wenn dies die Ursache deiner Beschwerden ist, ist dies auch der beste Weg zur Heilung.


Ein Artikel von RundumGesund.org

https://www.countrylife.at/gesundheitszentrum/wp-content/uploads/2026/07/blog_fibromyalgie.jpg 400 400 cl https://www.countrylife.at/gesundheitszentrum/wp-content/uploads/2020/10/cl-logo_340.png cl2026-06-14 12:00:002026-08-03 14:09:59Kommt Fibromyalgie aus dem Kopf?

Kräuter zur Senkung des Cholesterinspiegels

15. März 2026/in Ernährung, Herz-Kreislauf, Krankheiten, Kräuter/von cl

von Winston J Craig

Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz, die in allen menschlichen Zellen vorkommt. Es ist ein wesentlicher Bestandteil der Zellmembran und kann in ausreichenden Mengen von der Zelle selbst hergestellt werden. Eine Ernährung mit hohem Anteil an tierischen Produkten enthält erhebliche Mengen an Cholesterin und gesättigten Fetten und führt tendenziell zu einem Anstieg des Cholesterinspiegels im Blut.

Kräuter zur Senkung des Cholesterinspiegels

Erhöhte Cholesterinwerte im Blut stehen in Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen. Als wünschenswert gelten Cholesterinwerte unter 200 mg/dl für Erwachsene. Oberhalb dieses Wertes steigt das Risiko für einen Herzinfarkt erheblich an. Menschen mit hohen Cholesterinwerten im Blut werden dringend aufgefordert, ihren Lebensstil anzupassen, um ihren Cholesterinspiegel zu senken. Es wird darauf hingewiesen, dass mit jedem Rückgang des Cholesterinspiegels im Blut um 10 % das Risiko für Herzerkrankungen um 20 % sinkt.

Welche Lebensstiländerungen gehen mit einem Rückgang des Cholesterinspiegels im Blut einher? Regelmäßige Bewegung kann sowohl den Gesamtcholesterinspiegel im Blut senken als auch den Spiegel des guten HDL-Cholesterins erhöhen und den Blutdruck senken. Ein Gewichtsreduktionsprogramm für übergewichtige Menschen wird sicherlich zu positiven Veränderungen der Blutfettwerte führen. Eine vegetarische Ernährung, die reich an löslichen Ballaststoffen und arm an gesättigten Fetten ist, senkt ebenfalls den Cholesterinspiegel. Zu den Lebensmitteln, die reich an löslichen Ballaststoffen sind, gehören Karotten, Äpfel, Zitrusfrüchte, Kürbis, Gerste, Haferflocken und getrocknete Bohnen.

Lebensmittel, die reich an einfach ungesättigten Fetten sind, wie die meisten Nüsse und Samen, Avocados und Oliven, senken ebenfalls den Gesamtcholesterinspiegel im Blut, ohne den HDL-Spiegel zu senken. Der regelmäßige Verzehr von Sojaprotein, wie es in Tofu, Sojanüssen, Sojabohnen und Sojagetränken enthalten ist, führt zu einem deutlichen Rückgang des Cholesterin- und Triglyceridspiegels (andere Blutfette). Samen, wie Sesam- und Kürbiskerne, sind reich an Phytosterolen wie Beta-Sitosterol und Campesterol. Diese Pflanzensterine hemmen die Cholesterinaufnahme und tragen zur Senkung des Cholesterinspiegels im Blut bei.

Sojabohnen und Sojamilch

Kräuter helfen ebenfalls

Es gibt auch eine Reihe von Kräutern, die zur Senkung des Cholesterinspiegels wirksam sind. Diese sollten als Ergänzung zu den oben genannten Ernährungs- und Lebensstiländerungen eingesetzt werden. Forschungsstudien haben gezeigt, dass Knoblauch, Flohsamen, Bockshornklee, Leinsamen und Zitronengras hypolipidämische (blutfettsenkende) Eigenschaften haben.

Darüber hinaus enthalten viele Kräuter eine Vielzahl von Substanzen, sogenannte Flavonoide, die umfangreiche Eigenschaften haben, welche die menschliche Gesundheit fördern und das Risiko von Herzerkrankungen senken. Flavonoide wirken als Antioxidantien und schützen LDL-Cholesterin vor der Oxidation zu gefährlichen Cholesterinoxiden, hemmen die Thrombozytenaggregation, die Blutgerinnsel verursacht, und haben eine entzündungshemmende Wirkung.

Eine Studie mit älteren niederländischen Männern ergab, dass je höher die Flavonoidaufnahme war, desto weniger traten Todesfälle aufgrund von Herzerkrankungen und Herzinfarkten über einen Zeitraum von fünf Jahren auf. Die Gruppe mit der höchsten Flavonoidaufnahme hatte 60 Prozent weniger Todesfälle aufgrund von Herzerkrankungen als die Gruppe mit der niedrigsten Flavonoidaufnahme.

Pycnogenol, der Extrakt aus der Rinde einer europäischen Kiefer, ist ein pflanzliches Produkt, das aufgrund seines hohen Flavonoidgehalts in letzter Zeit sehr beliebt geworden ist. Es wird behauptet, dass die Proanthocyanidine im Kiefernextrakt bei der Behandlung von Gefäßerkrankungen hilfreich sind und vor Arteriosklerose schützen.

Knoblauch schützt

Knoblauch (Allium sativum) wird seit vielen Jahrhunderten erfolgreich als Lebensmittel und Medizin eingesetzt. Der Wirkstoff, der einen Großteil der Wirkung des Knoblauchs ausmacht, ist Allicin, das freigesetzt wird, wenn intakte Zellen einer Knoblauchzehe zerkleinert werden. Jüngste Forschungsergebnisse haben den Wert von Knoblauch für den Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen bestätigt. Knoblauch enthält bekanntermaßen eine Reihe von cholesterinsenkenden Wirkstoffen wie Diallyldisulfid, Allylpropylidisulfid und andere Allicin-Produkte. Der regelmäßige Verzehr von Knoblauch senkt das Risiko für Herzinfarkte, da er sowohl den Gesamtcholesterinspiegel als auch den LDL-Cholesterinspiegel senkt, ohne den HDL-Cholesterinspiegel zu beeinflussen.

Knoblauchzehen

Im Durchschnitt senkt eine halbe bis eine Knoblauchzehe pro Tag aufgrund ihrer gefäßerweiternden Eigenschaften den erhöhten Blutdruck, hemmt die Verklumpung der Blutplättchen und senkt den Fibrinogenspiegel, wodurch die Gerinnung verringert wird.1)

Forscher in Kuwait fanden heraus, dass der tägliche Verzehr von 3 Gramm Knoblauch (eine Zehe) über einen Zeitraum von 6 Monaten zu einer 80-prozentigen Senkung des Serum-Thromboxan-B2-Spiegels (ein Maß für die Blutgerinnungsneigung) sowie zu einer 20-prozentigen Senkung der koronaren Herzkrankheit bei Männern mittleren Alters führte.

Der geruchsmodifizierte Knoblauchextrakt (Kyolic) erwies sich als ebenso wirksam wie frischer Knoblauch bei der Senkung des Cholesterinspiegels im Blut. Getrockneter Knoblauch hingegen ist weniger wirksam als frischer Knoblauch oder gar nicht wirksam. Es ist zu beachten, dass die positiven Eigenschaften nur dann zum Tragen kommen, wenn über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten erhebliche Mengen Knoblauch verzehrt werden. Magensaftresistente Tabletten, die sich im Darm auflösen, verringern Geruchsprobleme und verbessern die Aufnahme von Allicin, dem wichtigsten Inhaltsstoff.

Flohsamen und Leinsamen

Einige Patienten mit erhöhten Cholesterinwerten im Blut haben von der Einnahme von Psyllium (Plantago psyllium) profitiert, einer reichhaltigen Quelle für Schleimstoffe, einer löslichen Ballaststoffart.2)

Die Ergebnisse waren tendenziell besser bei Personen, die sich fettreich ernährten. Mit Psyllium angereichertes Müsli kann bis zu vier Gramm Psyllium pro Portion liefern.

Mehl aus Leinsamen (Linum usitatissimum) wird zunehmend in Brot und Backwaren verwendet, um nicht nur einen nussigen Geschmack zu erzielen, sondern auch den Nährwert und die gesundheitlichen Vorteile des Endprodukts zu erhöhen. Die Verwendung von Leinsamen kann aufgrund seines sehr geringen Gehalts an gesättigten Fettsäuren, seines hohen Gehalts an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und Phytosterolen sowie seines hohen Schleimstoffgehalts sowohl den Cholesterinspiegel als auch den LDL-Cholesterinspiegel im Blut senken.3)

Ganze und gemahlene Leinsamen

Andere Kräuter bieten Vorteile

Studien mit Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum) haben gezeigt, dass er auch eine nützliche cholesterinsenkende Wirkung haben kann. Probanden mit erhöhten Cholesterinwerten im Blut, die pulverisierte Bockshornkleesamen konsumierten, verzeichneten eine signifikante Senkung des LDL-Cholesterinspiegels und der Triglyceridwerte, ohne dass sich die HDL-Werte veränderten.

Bockshornkleesamen
Bockshornkleesamen

Asiatischer Ginseng (Panax ginseng) ist eine Heilpflanze mit einer langen Anwendungsgeschichte. Forscher haben nun herausgefunden, dass Ginsengwurzeln dazu beitragen können, die Bildung von Blutgerinnseln zu verringern. (Ginsengwurzeln enthalten einen Nicht-Sapenin-Anteil, der die Thrombozytenaggregation hemmen kann, indem er die Produktion von Thromboxan A2 hemmt.)

Ginsengwurzeln
Panax ginseng

Eine Reihe von Probanden mit hohen Cholesterinwerten, die täglich 400 mg Zitronengrasöl (Cymbopogon citratus) einnahmen, das reich an Geraniol und Citral ist, verzeichneten über einen Zeitraum von drei Monaten einen Rückgang ihrer Cholesterinwerte.

Zitronengrasblätter
Zitronengras – Sankar 1995, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Die Samen der Nachtkerze (Oenothera biennis) enthalten erhebliche Mengen an Gamma-Linolensäure (7–10 %), die entzündungshemmend wirkt. Verschiedene Forschungsgruppen haben gezeigt, dass Nachtkerzenöl den Cholesterinspiegel im Blut leicht senken und die Gerinnselbildung hemmen kann. Aufgrund seines Gehalts an Omega-3-Fettsäuren wird Nachtkerzenöl auch zur Behandlung von atopischem (allergischem) Ekzem, Asthma, Arthritis und Entzündungen eingesetzt. Doppelblindstudien haben gezeigt, dass Nachtkerzenöl die mit dem prämenstruellen Syndrom verbundenen Reizbarkeit, Brustschmerzen und Druckempfindlichkeit sowie Stimmungsschwankungen deutlich verringert. Leider kann Nachtkerzenöl mit dem billigeren Sojaöl verfälscht sein.

Nachtkerzenblüte
Nachtkerzenblüte. Enrico Blasutto, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Kürzlich wurde festgestellt, dass die Samen der Schwarzen Johannisbeere (Ribes nigrum) eine reichhaltigere Quelle für Gamma-Linolensäure sind als Nachtkerzenöl.

Schlussfolgerungen

Eine fettarme vegetarische Ernährung in Verbindung mit einem regelmäßigen Bewegungsprogramm ist zwar eine sichere und wirksame Methode zur Senkung des Cholesterinspiegels im Blut, doch kann auch die Einnahme bestimmter Kräuter eine sinnvolle Ergänzung zur Kontrolle eines erhöhten Cholesterinspiegels sein.

Winston J Craig

Winston J Craig

Winston ist Professor für Ernährung und Leiter des Internship-Programms für Diätetik an der Andrews University in Berrien Springs, Michigan, wo er seit 1987 Gesundheits- und Ernährungskurse unterrichtet.

Referenzen

↑1Die antithrombotischen (gerinnungshemmenden) Eigenschaften sind auf das Vorhandensein von Ajoen, Allylmethyltrisulfid und Vinyl-Dithiinen (schwefelhaltige sekundäre Pflanzenstoffe) zurückzuführen, die beim Abbau von Allicin entstehen, sowie auf Vinyl-Dithiine (schwefelhaltige sekundäre Pflanzenstoffe), die beim Abbau von Allicin entstehen.
↑2Als Probanden mit einem Cholesterinspiegel von über 220 mg/dl vier Monate lang zweimal täglich 5 g (ein Teelöffel Pulver) Psyllium verabreicht wurde, sank ihr Gesamtcholesterinspiegel um durchschnittlich 10 bis 15 mg/dl, während der LDL-Cholesterinspiegel um etwa 11 bis 13 mg/dl sank.
↑3Als fünfzehn Patienten mit erhöhtem Cholesterinspiegel (über 240 mg/dl) drei Monate lang täglich 15 g gemahlene Leinsamen und 3 Scheiben Leinsamenbrot erhielten, sank ihr Gesamtcholesterin- und LDL-Cholesterinspiegel um etwa 10 Prozent und ihre Thrombozytenaggregation nahm deutlich ab, während sich ihr HDL-Cholesterin- und Triglyceridspiegel nicht wesentlich veränderte.


Ein Artikel von RundumGesund.org

https://www.countrylife.at/gesundheitszentrum/wp-content/uploads/2026/07/blog_cholesterin-senken.jpg 400 400 cl https://www.countrylife.at/gesundheitszentrum/wp-content/uploads/2020/10/cl-logo_340.png cl2026-03-15 12:00:002026-08-03 13:37:48Kräuter zur Senkung des Cholesterinspiegels

Chronische Schmerzen: Ursachen und Heilmittel

20. Oktober 2024/in Krankheiten/von cl

Alles begann mit einem Ausrutscher auf einer vereisten Treppe, einer gebrochenen Hüfte, einem verletzten Rücken und einem chaotischen Rechtsstreit. Operationen und Medikamente hatten Jims Schmerzen nicht lindern können.

Chronische Schmerzen: Ursachen und Heilmittel

„Ich kann es nicht glauben“, beschwerte er sich: „Hier bin ich, eine Führungskraft, die für schlechte Arbeit gerügt wird. Ich nehme hochdosierte Schmerztabletten, die sich auf meine Persönlichkeit und meine Leistung auswirken, aber die Schmerzen nicht lindern.“

Jim war ständig gestresst und griff zu Koffein und zuckerhaltigen Getränken, um die Müdigkeit und Depression zu vertreiben, die ihn verfolgten. Seine Wut und Depression in Verbindung mit der Beschäftigung mit seinen Schmerzen beeinträchtigten seine Ehe; er und seine Frau lebten nun getrennt.

Er hörte auf, Sport zu treiben und nahm an Gewicht zu. Seine Reiseverpflegung bestand aus Fast-Food-Burgern, Schokoriegeln und Bier. Er entwickelte Diabetes und Fettleibigkeit, was seine Schmerzen und Depressionen noch verschlimmerte.

Jim fühlt sich allein, aber er ist es nicht. Chronische Schmerzen – d. h. Schmerzen, die länger als sechs Monate andauern – betreffen rund 100 Millionen Amerikaner und treten u. a. bei körperlichen Verletzungen, Kopfschmerzen, Arthritis, Krebs und Nervenschmerzen im Zusammenhang mit Diabetes auf.1) Viele Schmerztherapien sind entweder unzureichend oder verursachen Nebenwirkungen.

Jims Geschichte zeigt, dass chronische Schmerzen mit körperlichen Beeinträchtigungen in Verbindung mit emotionalen, psychologischen und sozialen Faktoren einhergehen können, die das Nervensystem auf molekularer Ebene beeinflussen.

Schmerzen können noch lange nach der Heilung einer Verletzung anhalten, so dass chronische Schmerzen in gewissem Sinne zu einem sich selbst aufrechterhaltenden Zustand werden können. Dies gilt insbesondere für Rücken-, Nacken- und Kopfschmerzen. Sieben von zehn Patienten mit chronischen Rückenschmerzen haben keine erkennbare körperliche Ursache für ihre Schmerzen.2) Manche Patienten haben körperliche Anzeichen einer Verletzung oder Verschlechterung, aber keine Schmerzen.

Für die Betroffenen bedeutet dies nicht, dass ihre Schmerzen eingebildet sind, sondern dass es sich um verräterische Veränderungen in den Neuronen handelt, die die Schmerzempfindlichkeit grundlos erhöhen, ähnlich wie ein defekter Rauchmelder, der Alarm schlägt, obwohl es gar nicht brennt, oder der schon beim Anzünden eines Streichholzes Wirbel macht.

Ein Rauchmelder in Wartung

„Schmerzverstärker“ sind Faktoren, die den Schmerz verstärken, während ‚Schmerzdämpfer‘ die ‚Lautstärke‘ chronischer Schmerzen dämpfen.

Die Vermeidung von Schmerzauslösern und die Verstärkung von Schmerzdämpfern kann die Schmerzskala in Richtung Linderung kippen – und kann sogar dazu beitragen, das Nervensystem „umzuerziehen“, damit es die „Lautstärke“ seines eigenen schlecht funktionierenden Schmerzsystems dauerhaft herunterdreht. Hier sind ein paar Beispiele:

Erwartung: Die Erwartung von Schmerzen kann die Schmerzreaktion verstärken.3) Psychologische Faktoren spielen bei der Schmerzwahrnehmung eine große Rolle.4) Patienten, die erwarten, dass eine Spritze weh tut, haben mehr Schmerzen als Patienten, die dies nicht erwarten. Eine pessimistische Einstellung verstärkt das Leiden. Positive Erwartungen und Optimismus erhöhen die stimmungsaufhellenden Chemikalien und verringern das Gefühl der Hilflosigkeit. Dies führt zu einer schnelleren Genesung von Wunden, einem geringeren Schmerzempfinden und einer besseren Bewältigungsfähigkeit, selbst bei schweren Verletzungen.5)

Stress und Stimmung: Chronischer Stress erhöht das Risiko einer Person, eine Schmerzerkrankung zu entwickeln.6) Katastrophen, Angst, Depression, Schuldgefühle und Negativität erhöhen die Empfindlichkeit und Aktivität der Schmerzschaltkreise, so dass der Betroffene seinen Schmerzen eine negative emotionale Bedeutung beimisst.7)

Depressionen sind ein wichtiger Faktor für chronische Schmerzen.8) Die Behandlung von Depressionen und das Ausdrücken von Dankbarkeit können Schmerzen lindern und helfen, mit bestehenden Schmerzen fertig zu werden. Denke an die positiven Dinge in deinem Leben und sprich jeden Tag deine Dankbarkeit dafür aus.

Ernährung: Limonaden, Koffein, raffinierte Süßigkeiten, frittierte Speisen und große Mengen tierischer Fette erhöhen die körpereigene Produktion entzündungsfördernder Chemikalien, die die Schmerzempfindlichkeit steigern. Sie tragen auch zu Fettleibigkeit und anderen chronischen Erkrankungen bei, die Schmerzen, Arthritis, Gelenksteifheit und die langsame Genesung von Verletzungen verstärken.

Mahlzeiten, die reich an frischem Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Bohnen, Hülsenfrüchten, Oliven, Avocados und Nüssen (insbesondere Walnüssen) sind, wirken entzündungshemmend. Diese Lebensmittel enthalten viele stressmindernde Nährstoffe, darunter Magnesium. Viel frisches Wasser zu trinken ist eine gute Möglichkeit, Giftstoffe, die mit Schmerzen und Verletzungen in Verbindung stehen, auszuscheiden. Auch die Einnahme von Vitamin D3 kann einige Arten von chronischen Schmerzen lindern.9) Kontrolliere deinen Vitamin-D-Spiegel.

Ein Teller mit Obst, Gemüse und Vollkornprodukten

Bewegung: Regelmäßige, auf deine Fähigkeiten abgestimmte sportliche Betätigung verbessert die Stimmung, reduziert Ängste und erhöht die Flexibilität, die Beweglichkeit, die Muskelkraft, die Sauerstoffversorgung und den Kreislauf. Bei Patienten mit chronischer Müdigkeit und Fibromyalgie kann sie Schmerzen lindern und das Energieniveau verbessern. Arbeite mit deinem Arzt zusammen, aber sei beharrlich und konsequent, und fordere dich selbst heraus, wenn du stärker wirst! Bewege dich im Freien, um den Vorteil der Sonne zu nutzen.

Schlaf: Sonnenschein und Bewegung tragen zur Entwicklung eines gesunden Schlafmusters bei. Tiefer, regelmäßiger Schlaf verbessert die Stimmung und kann das Schmerzempfinden dämpfen. Koffein, Alkohol und nächtliches Essen können die Nachtruhe beeinträchtigen.

Kontakte: Schließe dich mit anderen zusammen, denen es weniger gut geht als dir. Dies ist eine gute Möglichkeit, deine eigenen Schwierigkeiten ins rechte Licht zu rücken und deine Aufmerksamkeit von deinem Schmerz abzulenken. Umgebe dich mit ermutigenden Menschen, um während der Höhen und Tiefen auf deinem Heilungsweg Kraft zu schöpfen.

Kontaktiere deinen Arzt und andere Fachleute im Gesundheitswesen, um dich beraten zu lassen und die verfügbaren medizinischen Technologien kennenzulernen.

Suche den Kontakt mit Gott. Er verspricht Kraft und Trost und hat uns Strategien zur Schmerzbewältigung und -linderung gegeben.

Auf der Suche nach Antworten

Warum müssen also einige ein Leben lang mit chronischen Schmerzen leben, während andere geheilt werden? Wir haben nicht auf alles eine Antwort. Aber für alle, die zu ihm um Hilfe kommen, verspricht Gott „dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden.“. (Jesaja 40:29). „Der HERR wird ihn erquicken auf seinem Lager; du hilfst ihm auf von aller seiner Krankheit.“ (Psalm 41:4).

Auch wenn dein Leben hier von Leiden gezeichnet sein mag, kannst du dich im Glauben auf ein neues Leben im Himmel freuen, wenn Jesus wiederkommt. Das ist sein Versprechen: „Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ (Offenbarung 21,4).

Keine Schmerzen mehr! Garantiert.

Referenzen

↑1PNAS Oct 2001; 98 (21): 11845-11846
↑2Deal R. Chronic Pain, 2nd ed. INR, Concord, CA 2009.
↑3Pain 2008 Apr;135(3):240-50.
↑4Prog Brain Res 2000;122:245-53.
↑5Rehab Psychol 2010 Feb;44(1):12-22.
↑6, ↑7J Pers April 2004;72:2.
↑8Biol Psych 2010 Mar 17, epub.
↑9http://pain-topics.org/pdf/vitamind-PPM-JulAug2008.pdf


Ein Artikel von RundumGesund.org

https://www.countrylife.at/gesundheitszentrum/wp-content/uploads/2024/11/blog_chronische-schmerzen.jpg 400 400 cl https://www.countrylife.at/gesundheitszentrum/wp-content/uploads/2020/10/cl-logo_340.png cl2024-10-20 12:00:002024-11-25 19:31:47Chronische Schmerzen: Ursachen und Heilmittel

Natürliche Behandlungen von Long COVID

12. Februar 2023/in Coronavirus, Krankheiten/von cl

12. Februar 2023 von Martin Neumann

Long COVID umfasst ein breites Spektrum von Symptomen und Beschwerden, die Wochen, Monate oder sogar länger anhalten können. In vielen Fällen kann es ziemlich tiefgreifende Auswirkungen haben. In diesem Artikel werden wir einige mögliche Mechanismen untersuchen, durch die Long COVID entstehen kann, und was wir tun können, um die Vielzahl der Symptome, die es in unserem Körper verursachen kann, natürlich zu behandeln.

Natürliche Behandlungen von Long COVID

Ein Symptom gilt als Long COVID, wenn es mehr als 4 Wochen nach Abklingen der Krankheit anhält. Long COVID tritt häufiger bei Personen auf, die eine schwere COVID-19-Infektion durchgemacht haben, kann aber auch bei Personen auftreten, die eine asymptomatische Infektion hatten. Das Risiko scheint auch mit dem Alter zu steigen, wobei es bei Kindern und Jugendlichen seltener in Erscheinung tritt als bei Erwachsenen. Auch scheinen die Symptome bei Frauen häufiger aufzutreten. In verschiedenen Studien werden mehr als 200 verschiedene Symptome aufgeführt. Zu den häufigsten gehören:

  • extreme Müdigkeit oder Abgeschlagenheit, die das tägliche Leben beeinträchtigt
  • Kurzatmigkeit, Herzklopfen, Schmerzen oder Engegefühl in der Brust
  • Husten
  • heisere Stimme
  • Gedächtnis- und Konzentrationsschwierigkeiten (Hirnnebel)
  • Veränderungen von Geschmack und Geruch
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Schlafprobleme
  • Taubheitsgefühl oder Nadelstiche
  • Stimmungsschwankungen (Angst, Depression oder Stress)
  • Herzklopfen oder Herzrasen
  • Gelenkschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Ausschlag
  • leichtes Fieber
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Haarausfall und Hautveränderungen
  • verminderter Appetit und Gewichtsverlust
  • Schwindelgefühl beim Aufstehen (Schwindelanfälle)1)

Müdigkeit ist das häufigste Symptom nach COVID. Einige Studien zeigen, dass es enge Parallelen zwischen einer Long COVID und dem Symptom der chronischen Müdigkeit gibt, das zumeist durch eine vorige Virusinfektion ausgelöst wird. Dieses Symptom wird seit einiger Zeit erforscht, aber es wurden keine großen Fortschritte in Bezug auf praktikable Behandlungsmöglichkeiten gemacht. Aufgrund der Ähnlichkeiten gibt die Forschung zu dieser Erkrankung, die als myalgische Enzephalomyelitis/chronisches Erschöpfungssyndrom oder kurz als ME/CFS bezeichnet wird, einige Hinweise auf mögliche Mechanismen und Behandlungsmöglichkeiten für Long COVID.

Es besteht immer noch große Ungewissheit darüber, was Long COVID verursacht. Einige Aspekte lassen sich durch die direkt vom Virus verursachten Schäden erklären. Wir wissen, dass selbst das isolierte Spike-Protein des Virus Organschäden verursachen kann. Andere meinen, dass die Infektion das Immunsystem auf Hochtouren laufen lässt, was bedeutet, dass es nicht nur das Virus, sondern auch die eigentlichen Organe des Körpers angreift. In einer Studie wurden ungewöhnlich niedrige Cortisolwerte und ungewöhnliche Aktivitäten des Immunsystems festgestellt, die auf eine wiederauflebende schlummernde Infektion, z. B. das Epstein-Barr-Virus, hindeuten könnten.2)

Brain fog

Es gibt auch keine eindeutigen Daten über die Prävalenz von Long Covid. Eine Studie ergab, dass 50,2 % der positiven COVID-19-Fälle Long COVID-Symptome entwickelten.3) Dies galt jedoch für die erste Welle des ursprünglichen Virus und für Patienten, die krank genug waren, um sich in der Notaufnahme eines Krankenhauses behandeln zu lassen. In den USA sind etwa 16 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter in irgendeiner Form an Long COVID erkrankt, und schätzungsweise 2 bis 4 Millionen von ihnen sind wegen Long COVID-Symptome arbeitsunfähig.4) In Grossbritannien sind schätzungsweise 2,1 Millionen Menschen, d. h. 3,2 % der Bevölkerung, in irgendeiner Form von Long COVID-Symptomen betroffen.5)

Es ist möglich, die gleiche Art von Symptomen nach der Impfung zu entwickeln.6) In Anbetracht der Tatsache, dass der Impfstoff eine große Anzahl von Spike-Proteinen produziert und das Immunsystem in gewisser Weise überreagieren kann, sind Nachwirkungen der Impfung durchaus erklärbar. Die Symptome sind so vielfältig wie bei Long COVID und können bereits Stunden nach der Impfung auftreten oder sich erst nach Tagen oder Wochen entwickeln. Es gibt keine Statistiken über die Prävalenz dieser Wirkungen (und wird es aus politischen Gründen wahrscheinlich auch in nächster Zeit nicht geben), aber höchstwahrscheinlich sind sie weniger verbreitet als die Symptome nach einer COVID Erkrankung.

Die genauen Mechanismen von Long COVID sind noch immer nicht vollständig geklärt. Es gibt mehrere Theorien, aber eindeutige Beweise fehlen noch.

Eine Theorie geht von der Möglichkeit aus, dass das Virus in verschiedenen Geweben des Körpers verbleibt. Wir wissen, dass das Virus verschiedene Organe im ganzen Körper infiziert und seine Aktivität noch lange nach Abklingen der Atemwegssymptome fortsetzen kann. Eine Studie hat gezeigt, dass bei 12% der COVID-19-Patienten auch vier Monate nach der Infektion noch virale DNA in fäkalen PCR-Tests nachweisbar war, bei 4% sogar noch sieben Monate später.7)

Um das Vorhandensein eines lebenden Virus nachzuweisen, müssen Gewebeproben der Organe entnommen werden, was ein kompliziertes invasives Verfahren ist und diese Theorie schwer zu beweisen macht. Aus diesem Grund haben wir immer noch keine eindeutigen Hinweise darauf, ob die Symptome durch eine Entzündungsreaktion nach der Erkrankung, durch Organschäden, die das Virus verursacht hat, oder durch ein noch aktives Virus in bestimmten Organgeweben verursacht werden. Möglicherweise handelt es sich sogar um eine Kombination mehrerer Faktoren, es fehlen uns einfach noch die klaren Antworten dazu.

Ein Argument für die Theorie des aktiven Virus sind einige Einzelfälle von Patienten, bei denen es nach der Verschreibung einer Reihe antiviraler Medikamente zu einer Besserung kam, aber um die Wirksamkeit einer solchen Therapie verallgemeinern zu können, wären randomisierte kontrollierte Studien erforderlich.

Ein überreagierendes Immunsystem erhöht auch die Zytokinwerte, d. h. die Partikel, die das Immunsystem zur Erzeugung von Entzündungen und zur Bekämpfung des Virus einsetzt. Das SARS-Cov2-Virus ist in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu beschädigen, und die Zytokine gelangen ins Gehirn, wo sie wichtige Regulationszentren beeinflussen. Sie können sich auf den Hypothalamus auswirken, der für die Hormonproduktion (einschließlich der Appetit- und Schlafkontrolle) verantwortlich ist, sowie auf das autonome Nervensystem, das für die Regulierung von Herzfrequenz, Blutdruck und anderen wichtigen Parametern zuständig ist. Dies wirkt sich natürlich in erheblichem Maße auf die Müdigkeit aus.

Laut Etheresia Pretorius, Professorin an der Universität Stellenbosch in Südafrika, ist das Problem der Blutgerinnung auf das Spike-Protein des Virus zurückzuführen. In einer kleinen Studie setzte sie eine Kombination aus drei Medikamenten ein, um die Entzündung zu kontrollieren und die Aktivität der Blutplättchen zu normalisieren, wodurch die Symptome der Müdigkeit und des Gehirnnebels verschwanden.8)

Sars-Cov2 Virus

Mastzellen sind regulierende Zellen des Immunsystems, die eine Vielzahl unterschiedlicher Funktionen haben. Sie befinden sich häufig unter der Haut, in der Lunge und im Verdauungstrakt und sind ständig auf der Suche nach Eindringlingen. Bei Kontakt mit bestimmten Allergenen können sie überreagieren und eine Entzündung hervorrufen, die ein wesentlicher Bestandteil vieler allergischer Reaktionen ist. Diese Mechanismen spielen wohl auch bei Long COVID eine große Rolle.

Zusätzlich zu den Durchblutungsstörungen kann der Sauerstoff, der eine Zelle erreicht, aufgrund der beeinträchtigten Funktion der Mitochondrien nicht genügend Energie produzieren. Es wurde beobachtet, dass das SARS-CoV-2-Virus die Mitochondrien einer Zelle, die für die Energieproduktion zuständig sind, kidnappen kann. Auch bei dem eng verwandten chronischen Erschöpfungssyndrom werden beeinträchtigte Mitochondrien beobachtet. Wir werden verschiedene Nahrungsergänzungsmittel besprechen, die bei der Behandlung dieser Symptome nützlich sein können.9)

3D Rendering of a Mitochondria

 Mehrere Forscher untersuchen, wie Long COVID den Vagusnerv beeinträchtigt und eine Dysregulation des sympathischen und parasympathischen Nervensystems verursacht. Dies kann zu Müdigkeit, Schwindel, Herzklopfen und Verdauungsproblemen führen. Eine nichtinvasive Stimulation des Vagusnervs half, die Müdigkeit zu verringern.

Es gibt also eine Reihe von Mechanismen, die an der Entstehung der Symptome von Long COVID beteiligt sein können. Viele davon sind noch hypothetisch, aber wahrscheinlich sind mehrere von ihnen an der Entstehung der verschiedenen Symptome beteiligt, die als Long COVID klassifiziert werden. Möglicherweise sind sogar bei jedem Patienten unterschiedliche Mechanismen beteiligt, so dass die Behandlung immer noch ein Versuch-und-Irrtum-Unterfangen ist. Was bei dem einen funktioniert, muss bei einem anderen nicht unbedingt gleicherweise funktionieren.

Long COVID Behandlungsoptionen

Obwohl nicht alle Mechanismen vollständig geklärt sind, sollte ein Long COVID-Behandlungsprotokoll Folgendes umfassen:

  1. Verringerung der Entzündungsreaktion und der daraus resultierenden Blutgerinnung.
  2. Stärkung des Immunsystems und Verwendung von Substanzen mit antiviralen Eigenschaften zur Beseitigung etwaiger verbleibender Virenherde.
  3. Unterstützung des Organismus beim Prozess der Mitochondrien- und Zellreparatur.
  4. Unterstützung des Nervensystems

Entzündungshemmende Ernährung

Eine gesunde Ernährung kann viel dazu beitragen, Entzündungen zu reduzieren, das Immunsystem zu stärken, die Zellen zu nähren und das Gehirn zu unterstützen. Eine pflanzliche Vollwerternährung schafft dafür die idealen Voraussetzungen. Auch wenn du nicht bereit bist, den radikalen Schritt zum Veganer zu machen, solltest du in Erwägung ziehen, die Menge an tierischen Produkten, die du konsumierst, drastisch zu reduzieren. Diese enthalten in der Regel viel Cholesterin, gesättigte Fette, entzündungsfördernde Arachidonsäure, ungünstige Aminosäuremuster und eine Reihe von Schadstoffen, die im Körper eine Unzahl von Problemen verursachen, insbesondere bei Long COVID.

Omega 3 ist eine Fettsäure mit starken entzündungshemmenden Eigenschaften. Ärzte und Ernährungswissenschaftler empfehlen häufig Fisch als Omega-3-Quelle. Allerdings wird die positive Wirkung von Omega 3 durch gesättigte Fette, Cholesterin, Quecksilber und andere Schadstoffe beeinträchtigt. Fisch schneidet im Vergleich zu rotem Fleisch gut ab, aber wenn du etwas wirklich Gutes für deine Gesundheit tun möchtest, solltest du dich für pflanzliche Omega-3-Quellen entscheiden.

Gute Omega-3-Quellen sind Leinsamen, Chia, Hanfsamen, Walnüsse, Kürbiskerne, Rosenkohl und andere Kreuzblütler. Alle pflanzlichen Omega-3-Quellen enthalten ALA, das in die aktiven Formen DHA und EPA umgewandelt werden muss. EPA ist für seine entzündungshemmenden und kreislauffördernden Eigenschaften bekannt, und DHA hat einige zusätzliche Vorteile für das Gehirn und das Immunsystem. Unter normalen Bedingungen ist der Körper in der Lage, ausreichend ALA in die aktiven Formen umzuwandeln, aber unter bestimmten Bedingungen, wie z. B. bei Long COVID, kann eine zusätzliche Supplementierung der aktiven Formen gerechtfertigt sein.

Chia seeds

Die häufigste Quelle für DHA und EPA ist Fischöl. Auch hier haben wir das Problem mit Verunreinigungen. Wenn du dich für Fischöl entscheidest, solltest du eine Marke wählen, die IFOS-zertifiziert ist, d. h. auf akzeptable Verunreinigungswerte getestet wurde. Die sicherere Option wäre die Verwendung von veganen Omega-3-Nahrungsergänzungsmitteln auf Algenbasis, bei denen es viel weniger Probleme mit Verunreinigungen gibt. Schließlich beziehen die Fische ihr Omega-3 aus dem Verzehr von Algen. Eine gute Dosis in der Long COVID Behandlung wären täglich 4.000 mg DHA und EPA zusammen.

Genauso wichtig ist es, jede Form von konzentriertem Zucker in der Ernährung zu vermeiden. Zucker ist sehr schädlich für das Immunsystem, außerdem verursacht er Entzündungen und verstärkt das Schmerzempfinden. Versuche, ob du von einem vollständigen Verzicht auf alle Formen von konzentriertem Zucker, einschließlich braunem Zucker, Melasse, Agave und Ahornsirup, profitieren kannst. Vermeide auch künstliche Süßstoffe. Erlaubt sind 1-2 Esslöffel Honig pro Tag und eine moderate Menge an Trockenfrüchten.

An assortment of dried fruits

Ein weiterer wichtiger Bestandteil einer entzündungshemmenden Ernährung sind Antioxidantien. Sie arbeiten ständig daran, freie Radikale in Schach zu halten, und indem sie die Zellschäden verhindern, die freie Radikale verursachen würden, verringern sie Entzündungen im Körper. Zu den bekanntesten gehören Vitamin C, Vitamin E, Betakarotin sowie Mineralstoffe wie Selen und Mangan. Die Liste lässt sich mit unzähligen anderen Substanzen wie Glutathion, Coenzym Q10, Flavonoiden, Polyphenolen, Phytoöstrogenen und vielen mehr, fortsetzen. Um eine gute Abwechslung zu erhalten, empfiehlt es sich, jede Woche einen Regenbogen von Obst und Gemüse zu essen. Antioxidantien helfen sehr bei der Behandlung von Gehirnnebel und bei der Steigerung des Energieniveaus.

Eating a rainbow of fruits and vegetables

Kurkuma ist ein häufig verwendetes Gewürz, das Curcumin als wichtigen entzündungshemmenden Wirkstoff enthält. Es kann die proinflammatorischen Zytokine hemmen und hat nachweislich antivirale Eigenschaften. Du solltest dieses Gewürz häufig verwenden, um von seinen antioxidativen Eigenschaften zu profitieren.

Es gibt eine Reihe von Lebensmitteln, die Entzündungen verstärken und möglichst vermieden werden sollten. Dazu gehören:

  • Zucker in allen Formen (einschließlich braunem Zucker)
  • Extrahierte Öle mit hohem Omega-6-Gehalt
  • Frittierte Lebensmittel
  • Gesättigtes Fett
  • Pökelfleisch
  • Alkohol
  • Koffein

Supplementierung

Es kann von Vorteil sein, bestimmte Substanzen zu ergänzen, um die Long COVID Behandlung zu unterstützen. Bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln muss man jedoch mit Vorsicht vorgehen. Nicht immer bringen höhere Dosen einer guten Sache ein besseres Ergebnis. Die Beachtung der richtigen Dosierung ist entscheidend. Und selbst dann haben wir oft nur begrenzte Beweise für ihre Wirksamkeit. Um die Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln zu beweisen, wären groß angelegte, randomisierte, kontrollierte Studien erforderlich, und insbesondere für Long COVID liegen solche Studien nicht vor.

Es gibt viele Fälle, in denen eine natürliche Frucht mit einem guten Gehalt an Antioxidantien einem isolierten Nahrungsergänzungsmittel weit überlegen ist. In natürlichen Nahrungsquellen gibt es ein kompliziertes Zusammenspiel zwischen verschiedenen sekundären Pflanzenstoffen, das wir in seiner ganzen Komplexität noch nicht vollständig verstehen. Eine isolierte Substanz bietet nur selten dieselbe Art von Nutzen. Wenn du dich für die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln entscheidest, solltest du diese nach Möglichkeit mit natürlichen Nahrungsmitteln kombinieren, um ihren Nutzen zu maximieren. Bestimmte Nahrungsergänzungsmittel werden sogar aus getrockneten Früchten und Gemüse hergestellt und können im Vergleich zu synthetisch hergestellten Nahrungsergänzungsmitteln oft bessere Ergebnisse erzielen.

Auch wenn wir nur sehr wenige Daten speziell zu COVID haben, gibt es eine kleine Studie, in der eine tägliche Ergänzung von Vitamin C, Acetyl-L-Carnitin, Olivenpoliphenolen, Thiamin, Vitamin B6, Folsäure, Vitamin D und Vitamin B12 verschrieben wurde. Sie berichteten von einer Verdoppelung der Energie während des 2-wöchigen Studienzeitraums. Diese vorläufigen Ergebnisse sind sehr positiv.10)

N-Acetyl-L-Cystein (NAC) ist eine Aminosäure, die bei der Produktion von Glutathion helfen kann, das wiederum ein starkes Antioxidans ist und insbesondere die Mitochondrien schützt. Sie trägt auch zur Stärkung des Immunsystems bei. Avocado, Okra, Spinat, Kürbis, Melonen, Pfirsiche und Kreuzblütlergemüse (Brokkoli, Blumenkohl, Kohl und Grünkohl) können dazu beitragen, den Glutathionspiegel zu erhöhen. Im Falle von Long COVID kann NAC die Glutathionaktivität sehr gut ankurbeln. Versuche, es mit 600-1500 mg/Tag zu supplementieren.

Resveratrol ist ein Antioxidans, das in roten Weintrauben, der Schale von Erdnüssen und einigen Beeren vorkommt. Es hat eine besondere Schutzfunktion bei einer COVID-19-Infektion und der daraus resultierenden Entzündung. Long COVID-Patienten können von einer Supplementierung mit 200 mg bis 500 mg Resveratrol zweimal täglich profitieren.11) Resveratrol hat oft eine begrenzte Bioverfügbarkeit.12) Ziehe daher Nahrungsergänzungsmittel mit trans-Resveratrol in Betracht, das aus japanischem Knöterich gewonnen wird.

Quercetin ist ein Flavonoid, das in Brokkoli, Buchweizen, Zwiebeln, Äpfeln, Pflaumen, Kirschen und Beeren vorkommt. Quercetin scheint in der Lage zu sein, sich an das Spike-Protein zu binden, Entzündungen zu reduzieren, die Blutgerinnung zu hemmen und hat zudem antivirale Eigenschaften. Es hilft auch, die Monoaminoxidase zu hemmen, wodurch Neurotransmitter wie Serotonin, Noradrenalin und Dopamin erhöht werden, was sich positiv auf die Stimmung auswirkt. Es sollte erwähnt werden, dass hohe Dosen von Quercetin den Glutathionspiegel senken können, was zu einer entzündungsfördernden Wirkung führen kann, daher gilt es, auf die richtige Dosierung zu achten.13) Long COVID-Patienten wird empfohlen, täglich 250 mg Quercetin zusätzlich zu den natürlichen Quellen einzunehmen, um die Vorteile zu maximieren. Luteolin wirkt in etwa in die gleiche Richtung und soll besser in das Gehirn eindringen als Quercetin. Es wurde bereits bei der Alzheimer-Krankheit untersucht und reduziert die Neuroinflammation und kognitive Störungen. Sowohl Quercetin als auch Luteolin sind schwer zu absorbieren, werden aber besser verfügbar, wenn sie mit Oliventresteröl kombiniert werden.14) Zu den Nahrungsquellen mit Luteolin gehören Sellerie, Brokkoli, grüner Pfeffer, Karotten, Olivenöl, Petersilie, Thymian, Pfefferminze und Oregano.

Vitamin C hat viele Vorteile für das Immunsystem. Es kann die Überproduktion von Histamin durch die Mastzellen regulieren. Man kann 2 bis 3 Mal täglich 1.000 mg Vitamin C einnehmen. Länger anhaltende hohe Dosen können jedoch die Entstehung von Nierensteinen begünstigen und sollten daher auf wenige Wochen beschränkt werden.

Coenzym Q10 trägt zur Verbesserung der Mitochondrienfunktion bei. Bei Patienten mit chronischem Müdigkeitssyndrom wurde festgestellt, dass sowohl Coenzym Q10 als auch NADH niedrig waren. In einer Studie wurde gezeigt, dass eine tägliche Ergänzung mit 200 mg Coenzym Q10 und 20 mg NADH eine wesentliche Verbesserung der Müdigkeit und der entsprechenden Biomarker des Energiekreislaufs bewirken konnte.15)

L-Carnitin ist ein Enzym, das dem Körper hilft, Fett in Energie umzuwandeln. Es ist wichtig für die Herz- und Gehirnfunktion, die Muskelbewegung und viele andere Körperprozesse. Eine tägliche Ergänzung mit 300 mg L-Carnitin kann helfen, Müdigkeit zu überwinden.

Eine Formel zur Optimierung der mitochondrialen Energie, die Pyrrolochinolinchinon (PQQ) enthält, kann zur Stärkung der Mitochondrien und zur Erhöhung des Energieniveaus verwendet werden.

COVID-19 kann eine enorme Beeinträchtigung der Darmflora hervorrufen, die wiederum für eine ordnungsgemäße Immunfunktion unerlässlich ist. Eine Studie zeigte, dass eine Reihe wichtiger Darmbakterien nach einer SARS-Cov2-Infektion über den gesamten 30-Tage-Zeitraum der Studie niedrig blieben.16) Der Verzehr von Joghurt (kann pflanzenbasiert sein), Sauerkraut, Kefir und anderen fermentierten Produkten kann helfen, das Mikrobiom zu verbessern, und eine ballaststoffreiche Ernährung hilft, die Darmbakterien zu nähren, aber in vielen Fällen wäre eine präbiotische und probiotische Supplementierung angezeigt, um die gesunde Darmfunktion wiederherzustellen.

Melatonin ist ein Hormon, das von unserem Körper produziert wird, um den Schlaf-Wach-Rhythmus zu regulieren. Es hat auch entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften und unterstützt die Darmschleimhaut, wodurch das Immunsystem gestärkt wird. Um den Schlaf-Wach-Rhythmus zu regulieren, ist eine Supplementierung von 1 mg vor dem Schlafengehen ausreichend. Wer die anderen Vorteile maximieren möchte, kann je nach Toleranz die Dosis schrittweise erhöhen, ohne den Schlaf zu beeinträchtigen, bis die maximale Dosis von 8 mg pro Tag erreicht ist, wobei vorzugsweise ein Präparat mit langsamer Freisetzung verwendet werden sollte.

Vitamin D ist für eine gute Immunfunktion unerlässlich. Es stärkt nicht nur das Immunsystem, sondern reguliert auch viele Immunfunktionen im Falle von allergischen Überreaktionen. Wir haben bereits einen Artikel über die Bedeutung von Vitamin D verfasst. Achte auf regelmäßige Blutuntersuchungen und versuche, einen Spiegel von 60 bis 80 ng/ml im Blut zu halten. Die FLCCC Alliance hat eine Tabelle erstellt, die zeigt, welche Dosierung bei niedrigen Spiegeln verwendet werden sollte. Zur Aufrechterhaltung sollte bei normalgewichtigen Personen etwa 5.000 IE pro Tag zu sich genommen werden, bei übergewichtigen Personen 10.000 bis 25.000 IE.

Hydrotherapie

Die Anwendung von heißem und kaltem Wasser in Form einer Hydrotherapiebehandlung ist ein wirksames Mittel zur Verbesserung der Durchblutung. Besonders wirksam sind Behandlungen, bei denen abwechselnd warmes und kaltes Wasser verwendet wird. Sie haben auch eine stark immunstärkende Wirkung, was bei einer Long COVID-Behandlung von Vorteil sein kann. Es gibt zwei Optionen, die für die Verbesserung der Mikrozirkulation im Zusammenhang mit einer Long COVID-Behandlung sehr hilfreich sein können.

Wechselfußbad

Bei dieser Behandlung werden die Füße abwechselnd in einen Eimer mit heißem und kaltem Wasser getaucht. Die Füße haben eine viel höhere Durchblutung als andere Körperteile und sind in der Lage, den Kreislauf im restlichen Körper zu regulieren.

Beginne im dem Eimer mit heißem Wasser für 3 Minuten und wechsle dann für 1 Minute zum Eimer mit kaltem Wasser mit Eiswürfeln. Lasse während dieser Zeit einen Helfer etwas heißes Wasser in den anderen Eimer geben, um die Temperatur allmählich zu erhöhen, so heiß wie es vertragen wird. Kehre zum heißen Wasser zurück und führe 5 bis 6 Zyklen durch, wobei immer mit kaltem Wasser beendet wird.

Diabetiker und Menschen mit eingeschränkter Sensibilität oder Kreislaufproblemen müssen extreme Temperaturen vermeiden, um Verbrennungen vorzubeugen. Trockne die Füße ab und ziehe Hausschuhe an, damit du nicht mit dem kalten Boden in Berührung kommst, und ruhe dich etwa 30 Minuten lang aus, um die Wirkung der Behandlung zu verstärken.

Wechseldusche

Bei dieser Behandlung versuche, die größtmögliche Fläche deiner Haut dem Wechsel zwischen heiß und kalt auszusetzen. Beginne mit einer 3-minütigen heißen Dusche, so heiß, wie du es vertragen kannst. Wechsle dann zügig für 30 Sekunden bis 1 Minute auf kalt. Führe 3 Zyklen durch und beende diese wieder mit Kälte. Trockne dich ab und ruhe dich etwa 40 Minuten lang aus, um die Wirkung der Behandlung zu verstärken.

Contrast shower

Kräuter

Es gibt eine Vielzahl von Kräutern, die eine Long COVID-Behandlung unterstützen können. Sie haben unterschiedliche Funktionen und sollten je nach Bedarf individuell eingesetzt werden. Wir werden einige mögliche Optionen erwähnen. Wer Medikamente einnimmt, sollte sich beim Arzt über mögliche Wechselwirkungen informieren.

Astragalus und das chinesische Skullcap (Scutellaria baicalensis) können ACE-2 bei einigen seiner Funktionen unterstützen. Wir haben bereits erwähnt, dass ACE-2 durch das SARS-Cov2-Virus gehemmt wird.

Sibirischer Ginseng kann helfen, das Immunsystem zu stimulieren und Entzündungen zu reduzieren. Durch die Förderung der mitochondrialen Aktivität ist er ein starker Verbündeter im Kampf gegen Müdigkeit. Er hilft auch, die Konzentration zu steigern und den tiefen Schlaf zu verbessern.

Ingwer und Boswellia haben eine entzündungshemmende Wirkung.

Baical Scullcap (Scutellaria baicalensis) kann ebenfalls dazu beitragen, ACE-2 in seiner Funktion zu unterstützen. Es ist ein ausgezeichnetes Kraut zur Stabilisierung der Mastzellen, wodurch das Immunsystem ausgeglichen wird. Die entzündungshemmende Wirkung kann das Risiko für Blutgerinnsel senken.

Ginkgo Biloba und Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) haben eine tonisierende Wirkung und sind hilfreich bei Müdigkeit. Ginkgo hat auch entzündungshemmende Eigenschaften und kann die mikrovaskuläre Durchblutung verbessern. Er reduziert das entzündliche Zytokin Interleukin 6, das ein wichtiger Faktor bei der Entwicklung von Long COVID zu sein scheint.17)

Weißdorn (Crataegus monogyna) kann dazu beitragen, Schäden an der inneren Schicht der Blutgefäße, dem Endothel, zu reparieren. Es kann auch helfen, die kognitiven Funktionen zu verbessern und das autonome Nervensystem zu regulieren, zum Beispiel bei Herzklopfen (natürlich nach einem Besuch bei einem Herzspezialisten, um eine andere Ursache auszuschließen). Weißdorn kann auch die mitochondriale Energieproduktion unterstützen.

Es gibt viele natürliche Möglichkeiten von Kräutern, die in der Long COVID-Behandlung Verwendung finden können, aber dies ist nur eine Auswahl einiger interessanter Optionen.18)

Wichtige Lebensstilmaßnahmen

Intermittierendes Fasten kann dazu beitragen, die Phagozytose zu stimulieren, die geschädigte Zellen beseitigt und Platz für neue Zellen schafft. Es trägt auch zur Stimulierung der Mitophagie bei, d. h. des selektiven Abbaus geschädigter Mitochondrien. Dies ist wahrscheinlich eine der besten Möglichkeiten, um die durch COVID-19 verursachten Mitochondrienschäden zu reparieren und sich von der Müdigkeit zu erholen. Meine bevorzugte Art, intermittierendes Fasten durchzuführen, ist das Auslassen des Abendessens. Informiere dich zu diesem Thema in unserem Artikel über autophagy.

Intermittent Fasting Concept

Spermidin und Resveratrol sind zwei Substanzen, die die Wirksamkeit der Autophagie beim intermittierenden Fasten noch verstärken können. Natürliche Quellen von Spermidin sind Weizenkeime, Pilze, Grapefruit, Äpfel und Mango. Vor allem Weizenkeim-Präparate können eine gute Spermidin-Dosis liefern. Wir haben bereits über die Resveratrol-Supplementierung gesprochen, die in Kombination mit intermittierendem Fasten unbedingt in Betracht gezogen werden sollte.

Die ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist aus vielen Gründen wichtig. Wenn man bedenkt, dass der Körper zu etwa 70% aus Wasser besteht, ist es leicht zu verstehen, dass Dehydrierung schnell zu Müdigkeit und Kopfschmerzen führen kann. Wasser ist wichtig für einen guten Kreislauf und stärkt sogar das Immunsystem. Es liegt auf der Hand, dass eine gute Flüssigkeitszufuhr für die Erholung von Long COVID von grundlegender Bedeutung ist. Und wie ein Sprichwort sagt, braucht man 5 Gläser pro Tag zum Überleben, 8 Gläser zum Wohlfühlen und 10 Gläser zum Gedeihen!

Qualitativ hochwertiger Schlaf ist für die Regeneration des Körpers und eine gesunde Psyche unerlässlich. Er kann viel zu einer besseren Genesung beitragen. Leider ist es für viele, die unter Long COVID leiden, schwierig, guten Schlaf zu bekommen. Es ist wichtig, zu regelmäßigen Zeiten zu Bett zu gehen, idealerweise gegen 21 Uhr, und mindestens 8 Stunden Schlaf zu bekommen. Eine ruhige Umgebung und ein warmes Bad können helfen, den Geist auf eine gute Nachtruhe vorzubereiten. Vermeide Alkohol und Koffein in jeder Form, auch grünen Tee. Bei Bedarf können einige Kräuter wie Baldrian oder Passionsblume helfen, leichter einzuschlafen. Melatonin kann ebenfalls hilfreich sein und hat die oben genannten zusätzlichen Vorteile. Mindestens 30 Minuten Sonnenschein am Tag sind ebenfalls wichtig für einen optimalen Melatoninspiegel.

A woman sleeping

Wer unter starker Müdigkeit leidet, benötigt möglicherweise einige zusätzliche Ruhezeiten während des Tages. Häufige kurze Ruhepausen sind wahrscheinlich besser als wenige längere. Teile dir deine Aufgaben in kleinere Abschnitte auf, damit du dich motivieren kannst, einen weiteren Abschnitt zu erledigen und danach eine kurze Pause einzulegen. Überlege dir je nach Energielevel, wann die beste Zeit für bestimmte Aktivitäten ist.

Bei chronischer Müdigkeit ist das richtige Timing entscheidend. Bedenke, dass jede körperliche oder geistige Aktivität eine bestimmte Menge an Energie erfordert, die sehr sorgfältig verwaltet werden muss. Man kann jeden Morgen ein Gefühl dafür bekommen, wie der Energielevel an diesem Tag ist, und die Aktivitäten entsprechend planen. Kurze Aktivitäten in Kombination mit angemessenen Ruhepausen helfen, sich besser zu erholen. Versuche, zwischen körperlichen und geistigen Aktivitäten zu wechseln, und hole deine Familie mit ins Boot, damit sie dich bei Bedarf unterstützt.19)

Bewegung kann ein wichtiges Mittel sein, um die Kräfte zu stärken, aber man muss sehr vorsichtig sein, damit man sich nicht überanstrengt. Erschöpfung kann die Symptome verschlimmern und einen in der Genesung zurückwerfen. Manche Menschen haben abwechselnd gute und schlechte Tage. Wer sich an einem guten Tag überfordert, kann eine Verschlimmerung der Ermüdung und anderer Symptome am nächsten Tag auslösen.

Dennoch baue in deine Genesungsroutine angemessene Bewegung ein. Beginne mit einem kurzen Spaziergang und steigere die Trainingszeit langsam, solange du dich nicht überanstrengst. Wenn du dich gut erholst, kannst du mit Schwimmen in einem warmen Becken, langsamem Joggen oder leichtem Radfahren beginnen. Achte darauf, dass du bei diesen Aktivitäten deine Herzfrequenz überwachst und unter 110 Schlägen pro Minute bleibst, bis du deutliche Anzeichen einer Verbesserung erkennst.

Es ist klar, dass Stress sehr schädlich sein kann, wenn man unter starker Ermüdung, Hirnnebel oder ähnlichen Symptomen leidet. Er bringt unser System aus dem Gleichgewicht, raubt uns Energie und kann die vielen Symptome, die wir bereits verspüren, noch verstärken. Sorge für eine gute Planung, um Stress zu vermeiden, wann immer du kannst. Beschränke einige deiner Aufgaben und gib dir Zeit, dich zu erholen, bevor du dich wieder voll und ganz deinen Verpflichtungen widmest. Wenn du Tipps brauchst, wie du deinen Stress in den Griff bekommen kannst, nimm dir Zeit für die10 Minute Guide for Stress Management um zu verstehen, wie du Stress mit einem ganzheitlichen Ansatz bewältigen kannst.

Und nicht zuletzt: Sei dankbar. Die Gewohnheit der Dankbarkeit kann so viel dazu beitragen, deine Lebensperspektive zu verbessern und deine Genesung zu beschleunigen, egal, mit welcher Krankheit du zu kämpfen hast. Nachdem du getan hast, was du konntest, sei dankbar für die kleinen Verbesserungen, die du Tag für Tag, Woche für Woche verspürst. Sei dankbar für alles, was du hast, und sei dankbar für jeden Tag des Lebens, den dir dein Schöpfer schenkt.

Martin Neumann

Martin Neumann hat in 1998 in Wildwood Lifestyle Center & Hospital an einen Kurs für Gesundheitsberatung teilgenommen. Seitdem hat er rund um die Welt Vorträge und Kurse über gesunde Lebensweise und natürliche Heilmethoden gehalten. Er ist der Gründer von dem Abundant Health Netzwerk.

Referenzen

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Ein Artikel von RundumGesund.org

https://www.countrylife.at/gesundheitszentrum/wp-content/uploads/2023/02/blog_longcovid.jpg 400 400 cl https://www.countrylife.at/gesundheitszentrum/wp-content/uploads/2020/10/cl-logo_340.png cl2023-02-12 12:00:002023-02-22 12:51:24Natürliche Behandlungen von Long COVID

Das Metabolische Syndrom

29. Januar 2023/in Ernährung, Fettleibigkeit, Metabolisches Syndrom/von cl

29. Januar 2023 von Esther Neumann

Übergewicht, erhöhter Blutdruck, erhöhter Blutzucker und erhöhte Triglyceride bei gleichzeitig erniedrigtem HDL sind Wegbereiter des Herzinfarktes. Allein in Deutschland zählen 15 Millionen Menschen in diese Risikogruppe. Auch in den sogenannten Entwicklungsländern spielt das Übergewicht immer eine größere Rolle. Aus diesem Grund kümmert sich auch die WHO, die Welt-Gesundheits-Organisation, besonders um das Problem des Metabolischen Syndroms.

Das Metabolische Syndrom

Definition of Terms

Das Metabolische Syndrom (MTS) stellt eine komplexe Stoffwechselstörung dar, deren Leitsymptom die Insulinresistenz ist. Das ist ein ungenügendes Ansprechen der Muskel-, Fett- und Leberzellen auf die Wirkung des Insulin. Die Bauchspeicheldrüse produziert also genügend Insulin, aber die Reaktion der Zellen darauf ist ungenügend. In 1999 hat die WHO folgende Parameter für die Diagnose des Metabolischen Syndroms festgelegt: Diabetes oder Insulinresistenz zusammen mit 2 der folgenden Faktoren:1)

  • Abdominal obesity with a waist/hip ration of above 0,9 in men and over 0,85 in women or Body Mass Index over 30 kg/m2
  • Elevated triglyceride levels above 150 mg/dl; decreased HDL, men below 35 mg/dl and women below 39 mg/dl
  • Elevated blood pressure above 140/90 mmHg
  • urinary albumin excretion rate above 20 μg/minute

Ursachen

In den letzten Jahren hat man verstärkt bei den genetischen Faktoren geforscht. Die Körperzusammensetzung, die Art und Durchblutung der Muskelfasern und die Hormon- und Enzymausstattung spielen beim Entstehen des MTS eine wichtige Rolle. Aber ausgelöst wird das Problem erst durch Fehlverhalten der Person selbst. Alkohol, Rauchen und Stress sind wichtige Auslöser, aber auch Fehlernährung und vor allem Bewegungsmangel. Aus diesen Gründen spricht man auch vom Wohlstands-Syndrom.

Folgen des MTS

Wie der Name schon sagt, geht es vor allem um Stoffwechselerkrankungen wie Adipositas (starkes Übergewicht), Diabetes, Bluthochdruck, Störung der Blutgerinnung und Störungen im Fettstoffwechsel. Daraus entstehen Organschäden wie arterielle Verschlusskrankheiten, koronare Herzerkrankungen, Schlaganfall, umganssprachlich Arterienverkalkung.

Übergewicht

Laut WHO stellt das Übergewicht bereits eine Pandämie dar, eine weltweite Seuche. Es ist die häufigste Ursache für Bluthochdruck und Diabetes. Dabei spielt weniger das absolute Gewicht eine Rolle, sondern mehr die Fettverteilung. Das Fett um den Bauch macht uns viel mehr zu schaffen als das Fett an den Oberschenkeln und Hüften. Denn das Fett liegt nicht einfach unschuldig in den Fettzellen und verhält sich ganz ruhig, bis es einmal gebraucht werden sollte. Sondern Fettgewebe gilt als hormonelles Organ. Aus den Fettzellen werden viele verschiedene Substanzen, ähnlich Hormonen, abgegeben. Diese wiederum beeinflussen die Blutgerinnung, die Insulinresistenz, den Bluthochdruck und steuern den Energieumsatz um nur einiges aufzuzählen.

Ein fettleibiger Bauch und ein Eis

Bewegungsarmut

Bewegungsarmut stellt schon für sich alleine einen Risikofaktor dar. Die moderne Technik nimmt uns sehr viele Tätigkeiten ab, zu denen früher die Bewegung zwingend war. Das geht von der Fernbedienung für Geräte über elektronische Schreibmaschinen bis zum Auto und der Rolltreppe. Viele Berufe werden heute sitzend und auch viele Freizeitbeschäftigungen im Sitzen ausgeführt. Die Bewegung bleibt auf der Strecke. Dabei würden wir sie dringend brauchen, um das Bauchfett wieder abzubauen. Denn die Notzeiten, für die ja ein gewisser Vorrat an Fett sehr gut wäre, kommen zur Zeit glücklicher Weise nicht. Es sollten hin und wieder ein Fastentag oder Tage ohne Abendessen eingefügt werden – also eine programmierte Notzeit – um dem Fett auf den Leib zu rücken.

Erhöhte Fettwerte

Erhöhte Triglyceride sind oft erblich bedingt. Aber auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle. Essen wir fettreich, kurven viele Triglyzeride im Blut herum. Auch überschüssige Kohlenhydrate werden in Fett umgewandelt und müssen eingelagert werden. Dazu braucht es wieder Insulin. Diabetes bahnt sich an durch überkalorische Ernährung.
Es gibt aber glücklicherweise auch Lebensmittel, die die Triglyceride senken können. Dazu gehören: Soja, Hülsenfrüchte, Avocado, Zwiebeln, Weizenkeime und Vollkornprodukte. Wir sollten diese Lebensmittel oft in unsere tägliche Ernährung einbauen. Die meisten helfen auch gleichzeitig Blutdruck zu senken. Darüberhinaus bringen sie kein Cholesterin mit und helfen es sogar zu senken.
Denn auch Cholesterin soll möglichst niedrig gehalten werden. Cholesterin ist lebensnotwendig. Darum produziert es der Körper auch selber. Ohne Cholesterin wäre das Leben fad, denn es ist Ausgangssubstanz für die Sexualhormone, auch für die Gallensäure, Aldosteron und Cortison. Auch hier gibt es Lebensmittel, die helfen, den Cholesterinspiegel zu senken: Es sind vor allem die Nüsse und Avocado, aber auch alles Obst und Gemüse. Das LDL transportiert das Cholesterin in die Körperzellen. Man spricht vom LDL immer als vom bösen Cholesterin. Dabei ist es nur das Taxi für das Cholesterin. Gefährlich wird es erst, wenn es oxidiert, also mit Sauerstoff reagiert und sich als Plaques in den Gefässwänden ablagert. Das kann man vermeiden, wenn nicht geraucht wird, möglichst wenig Stress aufgebaut und viel Obst und Gemüse gegessen wird. Daraus kommen die Stoffe, die das LDL schützen.

Erniedrigtes HDL

Die meisten MTS-Patienten haben niedrige HDL-Werte. Hohe Werte stellen aber einen Schutz für die Gefässe dar. HDL ist das Taxi für Cholesterin zurück zur Leber, wenn es in den Zellen nicht gebraucht wird. Wir können die HDL-Werte erhöhen durch viel Bewegung. Menschen, die ein Bewegungstraining durchführen, haben höhere Werte.

Erhöhter Blutdruck

Etwa 40% der Übergewichtigen haben auch einen erhöhten Blutdruck. Kein Wunder, denn für jedes zusätzliche Kilo Fett müssen 3,5 km neue Blutgefässe angelegt werden. Das Herz muss darum auch mehr arbeiten. Rauchen, Tee und Kaffee verengen die Gefässe zusätzlich und sollten gemieden werden. Äpfel, Birnen, Grapefruits, Kürbis und Sellerie helfen mit, den Blutdruck zu senken. Sie haben kaum Natrium, dafür viel Kalium. Diese zwei Mineralien sind es vor allem, die den Blutdruck regulieren. Wurst, Käse, Schinken und Gepökeltes liefern viel Natrium, das den Blutdruck erhöht. Darum sollten wir diese Lebensmittel meiden.

Erhöhter Blutzucker

Auch diese Ursache des MTS kann erblich bedingt sein. Auslöser ist aber auch hier wieder der Lebensstil. Bewegungsmangel, Übergewicht und falsche Ernährung fördern die Entstehung von Diabetes. Auch die Folgeschäden des Diabetes sind sehr schwer wiegend: Erblinden, Nierenversagen, Amputation von Beinen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Diabetes Test mit Süßigkeiten

Was kann man tun? Hier ist wieder Gewichtsreduktion durch Bewegung und eine vernünftige Ernährung angesagt. Oliven- oder Rapsöl sind positive Fettquellen, auch Nüsse und Samen. Obst, Gemüse und Vollgetreide bringen viel Ballaststoffe, machen satt und helfen, dass der Zucker aus der Nahrung langsamer ins Blut fliesst.

Medikamentöse Behandlung des MTS

Leider ist es so, dass MTS ein ganzes Paket an Stoffwechselentgleisungen liefert. Und so schaut auch die medikamentöse Behandlung aus. Ein oder gleich mehrere Medikamente für ein Problem sind die Folge. Und schon ist eine halbe Apotheke beisammen. Der Arzt muss die wichtigsten Medikamente verschreiben. Leider hat ein Arzt selten Zeit für eine Lebensstilberatung oder er hat wenig Erfahrung mit einer vernünftigen Ernährung.
Der weitaus vernünftigere Weg wäre aber eine Umstellung des Lebensstils und der Ernährung, wie bei den einzelnen Punkten aufgeführt worden ist.

Hoffnung

Eine Gruppe von Medizinern, die sich sehr eingehend mit dem MTS befassen, machen Hoffnung: „Das MTS lässt sich grundsätzlich effektiv behandeln. Nehmen Übergewichtige mit einem MTS deutlich an Gewicht ab, ist bei den meisten die Stoffwechselstörung verschwunden. Fast alle können ihre Medikamente reduzieren oder ganz absetzen.“
Dazu möchte auch ich Mut machen. MTS Patienten müssen einen Weg finden, sich mehr zu bewegen. Selbsthilfegruppen bieten sich hier an. Warum nicht selber eine gründen, wenn keine in der Nähe ist? Ernährungs- und Lebensstilkurse bringen Hilfe. Lebensstiländerungen sind also Unternehmungen in die richtige Richtung, – und der Erfolg ist gewiss!

Esther Neumann

Esther Neumann studierte Ernährungswissenschaften auf der Universität Wien. Seitdem schrieb sie für viele Jahre für das Gesundheitsmagazin „Leben und Gesundheit“, und führte Gesundheitsvorträge in vielen Orten Österreichs durch.

www.ernaehrungaktuell.at/

Referenzen

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Ein Artikel von RundumGesund.org

https://www.countrylife.at/gesundheitszentrum/wp-content/uploads/2023/02/blog_metabol.jpg 400 400 cl https://www.countrylife.at/gesundheitszentrum/wp-content/uploads/2020/10/cl-logo_340.png cl2023-01-29 12:00:002023-02-01 19:19:17Das Metabolische Syndrom

Zwölf natürliche Wege zur Verbesserung der Darmgesundheit

11. Dezember 2022/in Darm, Körpersysteme/von cl

11. Dezember 2022 von Elizabeth Hall und Poliana V. Vale

Entdecke den erstaunlichen Beitrag der Darmbakterien für Gesundheit und Krankheit und wissenschaftlich bestätigte natürliche Heilmittel, die deine Darmgesundheit in nur wenigen Tagen verbessern können!

Zwölf natürliche Wege zur Verbesserung der Darmgesundheit

Der Darm ist die Heimat von Billionen von Bakterien. Bislang sind 2.000 Arten von Darmbakterien bekannt. Der Einfluss der Darmmikroflora ist erstaunlich, denn sie beeinflusst die Nährstoffaufnahme, den Stoffwechsel, die biologische Uhr, die Entgiftung von Karzinogenen, die Immunantwort, chronische Entzündungen und die psychische Gesundheit!1)

Das richtige Gleichgewicht, die richtige Zusammensetzung und eine gesunde Vielfalt von Darmbakterien sind für eine günstige Immunreaktion und optimale Gesundheit notwendig. Ein Ungleichgewicht, das unfreundliche Bakterien gegenüber freundlichen Keimen bevorzugt, kann starke Immun- und Entzündungsprozesse auslösen.

Gute Keime

Nützliche Bakterien setzen wertvolle Substanzen frei, die deine Gesundheit schützen und das Risiko für Dickdarmkrebs, Arteriosklerose und entzündliche Erkrankungen senken. Sie schützen deinen Darm auch vor Infektionen, produzieren einige Nährstoffe, setzen bestimmte Neurotransmitter wie Dopamin und Serotonin frei und beeinflussen unseren Schlaf.2)

Bakteriologische Kriegsführung

Unfreundliche Darmbakterien setzen jedoch Toxine und Entzündungsstoffe frei, die die Darmbarrieren stören. Sobald diese entzündlichen Verbindungen und Toxine ins Blut gelangen, tragen sie zur Entwicklung von Krankheiten wie Arteriosklerose, Bluthochdruck, Allergien, Diabetes, Fettleibigkeit und entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Zöliakie, Colitis ulcerosa) Lungenprobleme, Angstzustände und Depressionen bei.3) 

Was prägt die Darmbakterien?

Jedes individuelle Mikrobiom ist anders und entwickelt sich aufgrund von genetischen, Umwelt-, Lebensstil- und Ernährungsfaktoren, denen wir ausgesetzt sind.  Wie können wir also die Population der guten Keime fördern und die Zahl der unerwünschten reduzieren?

Vollwertige, nährstoffreiche pflanzliche Lebensmittel

Eine Ernährung mit einem hohen Anteil an vollwertigen pflanzlichen Lebensmitteln – Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte – und einem geringen Anteil an zugesetztem Zucker, gesättigten Fettsäuren und Transfettsäuren fördert die Vermehrung nützlicher Bakterien, die entzündungshemmende Eigenschaften haben.4) In dieser Hinsicht sind grosszügige Mengen an rohem Obst und Gemüse besonders nützlich für den Aufbau einer gesunden Darmflora.5)

Früchte -  Photo by Karolina Grabowska from Pexels

Im Gegensatz dazu ist eine minderwertige oder typisch westliche Ernährung (reich an Zucker, tierischen Produkten, Salz, verarbeiteten Lebensmitteln und raffinierten Kohlenhydraten) mit mehr krankheitsverursachenden Bakterien verbunden.6) Eine dieser Bakterienarten ist Fusobacteria, die mit Darmkrebs in Verbindung gebracht wird.7)

Stärkende Kohlenhydrate

Gute Kohlenhydrate fördern die Darmgesundheit. Es stimmt zwar, dass zucker- und fettreiche sowie raffinierte Produkte die Besiedlung des Darms mit unfreundlichen Bakterien fördern, jedoch vernachlässigen die Keto-Diät und die Low-Carb-Diät den wichtigen Beitrag, den der Verzehr resistenter Stärke leistet!

Vollkorngetreide und Hülsenfrüchte enthalten resistente Stärke, die im Magen und Dünndarm nicht vollständig verdaut wird. Folglich werden sie nicht absorbiert. Resistente Stärken ernähren ebenso wie lösliche Ballaststoffe die freundlichen Bakterien im Darm und wirken sich positiv auf die Verteilung und Zusammensetzung der Bakterien sowie auf deren Anzahl aus. Diese Bakterien produzieren aus resistenter Stärke nützliche Nebenprodukte, die Entzündungen eindämmen und das Risiko für chronische Krankheiten senken.8)

Ein weiterer Vorteil: Die meisten Präbiotika sind Oligosaccharide (Kohlenhydrate mit einer geringen Anzahl von Monosacchariden) und tragen dazu bei, das Gleichgewicht der Darmmikroflora zugunsten der freundlichen Bakterien aufrechtzuerhalten. Ein Präbiotikum ist ein unverdauliches Kohlenhydrat, das nicht nur die guten Bakterien, sondern auch die Probiotika ernährt. Präbiotika wirken selektiv auf eine begrenzte Anzahl von Darmkeimen. Spargel, Artischocken, Gerste, Roggen, Linsen, Zwiebeln, Zichorie, Knoblauch, Lauch und Bananen sind gute Quellen für Oligosaccharide.

Salz-Darm-Verbindung

Spare mit dem Salz! Ein Übermaß an Salz dezimiert eine bestimmte Art von nützlichen Bakterien im Darm (Laktobazillen). Außerdem erhöht es die Zahl bestimmter Immunzellen (T-17-Helfer-Lymphozyten). Diese speziellen Immunzellen spielen eine Rolle bei der Entstehung von Bluthochdruck und Autoimmunerkrankungen, bei denen das Immunsystem Gewebe und Organe des Körpers angreift. (Bitte beachte: Das Problem ist die Aufnahme von zu viel Salz und die übermäßige Anzahl von T-Lymphozyten. Ein wenig Salz ist für die Gesundheit unerlässlich). Wenn probiotische Laktobazillen zu einer salzreichen Diät hinzugefügt wurden, normalisierten sich die erhöhten T-17-Zellen und das Blut – zumindest in Studien mit Nagetieren.9)

Salzstreuer -  Photo by Lorena Martínez from Pexels

Iss biologisch!

Pestizidrückstände auf Lebensmitteln können mit der Zeit freundliche Darmbakterien schädigen.10) Um die Pestizide aus dem Gemüse zu entfernen, weiche das Gemüse kurz in einer 10%igen Salzlösung ein (1 Teil Salz auf 9 Teile Wasser). Es gibt keine Möglichkeit, Pestizide aus Fleisch, Milchprodukten und Fisch zu entfernen.

Nachteile von künstlichen Süßstoffen

Vermeide künstliche Süßstoffe, da sie möglicherweise die Zahl der guten Bakterien im Darm verringern und die Insulinresistenz fördern.11) Saccharin und Sucralose und möglicherweise auch Stevia beeinflussen die Darmbakterien.12) Insulinresistenz und hoher Blutzucker können die Darmbarriere stören und ihre Permeabilität erhöhen, so dass Entzündungsstoffe und Giftstoffe ins Blut gelangen.

Häufigkeit der Mahlzeiten

Begrenze die Anzahl der Mahlzeiten und vermeide Zwischenmahlzeiten. Wenn du eher bewegungsarm bist oder an einer chronischen Entzündung leidest, dann lasse das Abendessen aus und verzichte auf Zwischenmahlzeiten. Mit anderen Worten: Ein intermittentes Fasten mit zeitlich begrenzter Ernährung erlaubt es, nur innerhalb von 8-10 Stunden pro Tag zu essen. Eine zeitlich begrenzte Ernährung verändert die Mikroflora des Darms auf positive Weise und beugt Übergewicht, Störungen der Blutzuckerregulation und Darmerkrankungen vor.13)

Nicht rückfällig werden!

Die Zusammensetzung der Darmbakterien kann sich schnell ändern – innerhalb von zehn Tagen. Zum Guten oder zum Schlechten hin. Mit anderen Worten: Selbst ein kurzfristiger Verzehr von Nahrungsmitteln, die überwiegend aus pflanzlichen oder tierischen Produkten bestehen, verbessert oder verschlechtert sehr schnell die Darmflora. Allein der Verzehr von tierischen Lebensmitteln oder von Fast Food über mehrere Tage hinweg reduziert beispielsweise die nützlichen Nebenprodukte der Bakterien aus der Fermentation von Kohlenhydraten. Diese Ernährung erhöht folglich das Risiko für Durchfall, Darminfektionen und entzündliche Darmerkrankungen. 14) Die gute Nachricht ist, dass eine richtige Ernährung die Darmbakterien innerhalb weniger Tage schon verbessern kann!

Regelmäßiger Zeitplan

Iss und schlafe nach einem festen Zeitplan. Darmmikroben haben zirkadiane Rhythmen, die von der biologischen Uhr des Wirts, in dem sie leben, gesteuert werden. Gestörte Körperrhythmen verändern die Zusammensetzung der mikrobiellen Gemeinschaft in einer Weise, die Übergewicht und Stoffwechselprobleme begünstigen.15)

Lasse deinen Schlaf nicht zu kurz kommen

Selbst bei gesunden jungen Männern, die nur zwei Nächte lang teilweisen Schlafentzug erlitten, kam es zu einem erheblichen Rückgang der Arten nützlicher Bakterien. Sie erfuhren auch Veränderungen in der Zusammensetzung der Mikroorganismen im Mikrobiom, die speziell mit Fettleibigkeit, Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes in Verbindung gebracht werden. Forscher der Universität Kent untersuchten den Einfluss des Mikrobioms bei einer Gruppe von Erwachsenen im Alter von 50-85 Jahren und fanden einen starken Zusammenhang zwischen einer höheren Schlafqualität, einer besseren kognitiven Flexibilität (der Fähigkeit, von einem Konzept zum anderen zu wechseln) und einem höheren Gehalt an nützlichen Darmmikroben.16) Auch bei Personen, die nachts häufig aufwachen, kommt es zu ungünstigen Veränderungen der Darmbakterien.

Regelmäßige Bewegung

Bewegung fördert die Vielfalt der Bakterien im Darm. Eine geringere Vielfalt der Darmmikroben (Mikrobiota) wird mit Übergewicht und chronischen Krankheiten in Verbindung gebracht. Andererseits begünstigt eine größere Vielfalt das metabolische Profil und eine bessere Reaktion des Immunsystems.17) Mäßige Bewegung ist besonders nützlich, um Entzündungen zu reduzieren.

Ein Spaziergang am Meer -  Photo by Karolina Grabowska from Pexels

Stressbewältigung lernen

Stress kann die Darmbakterien in unerwünschter Weise verändern. Wenn wir psychischem Stress ausgesetzt sind, werden die nützlichen Darmbakterien gestört. Die Dominanz bestimmter Bakterien kann Stoffe produzieren, die mit dem Gehirn interagieren, die psychische Gesundheit beeinträchtigen und die Schwelle für Depressionen, Angstzustände, Zwangsstörungen und möglicherweise andere psychische Erkrankungen senken.18) Leider reicht schon mäßiger Stress während der Schwangerschaft aus, um die Darmbakterien so zu verändern, dass das Neugeborene anfälliger für Infektionen wird.19)

Depressionen, Angstzustände und andere psychische Erkrankungen haben viele Ursachen und Faktoren, die sie begünstigen. Die Gesundheit des Darms ist nur ein möglicher Faktor, der zu psychischen Erkrankungen beiträgt, aber er sollte nicht übersehen werden. 

Medikamente überprüfen

Antibiotika sind nicht die einzigen Medikamente, die die Mikroflora des Darms stören. Auch Antazida, NSAIDS (nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente), Kalziumkanalblocker gegen Bluthochdruck, antivirale Medikamente, Antipsychotika und Chemotherapie können unsere Darmbakterien negativ beeinflussen. Wer eines dieser Medikamente einnimmt, sollte Probiotika in Betracht ziehen. Nimm Probiotika immer vier Stunden nach der Einnahme des Medikaments ein!

Versuche, die Ursachen des Leidens zu ergründen. Wenn du die Ursache behandelst, kannst du mit weniger Medikamenten auskommen und in manchen Fällen sogar ganz auf sie verzichten. Bitte verändere deine Medikation nicht, ohne dies vorher mit deinem Arzt zu besprechen.

Nachteile von Probiotika

Lebende Probiotika können vor allem während einer Antibiotikagabe nützlich sein, wenn man eines der oben genannten Medikamente einnimmt, wenn man sich schlecht ernährt hat oder an einer Krankheit leidet, bei der Probiotika nachweislich helfen können. Wenn sich eine Person gesund und pflanzlich ernährt hat und im Allgemeinen gesund ist, besteht keine Notwendigkeit, täglich Probiotika einzunehmen. Die Einnahme von Probiotika kann zu einer erheblichen Anhäufung von Bakterien im Dünndarm führen, die sich in einer Bewusstseinstrübung sowie in einem starken Blähbauch äußern kann.20)

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf der Website von Wildwood Institute und wird mit Genehmigung veröffentlicht.

Elizabeth Hall unterrichtet seit mehr als 35 Jahren Gesundheitsthemen im Wildwood Institute.

wildwoodhealth.com/

Referenzen

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Ein Artikel von RundumGesund.org

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Die Darmflora – das unbekannte Organ

2. Oktober 2022/in Darm, Körpersysteme/von cl

2. Oktober 2022 von Esther Neumann

Unser Körper beherbergt etwa 10 mal so viele Bakterien wie Körperzellen. Ein Großteil davon befinden sich im Dickdarm und bilden die Darmflora, die mannigfaltige Aufgaben für unseren Körper bewältigt. Sie helfen bei der Nahrungsaufnahme, stärken das Immunsystem und fördern die Peristaltik.

Die Darmflora - das unbekannte Organ

Kühe und Menschen haben eines gemeinsam: In ihnen leben unzählig viele Mitbewohner, Mikroorganismen, Bakterien, deren Anzahl sogar die Zahl der Körperzellen übersteigt. Nur der Zeitpunkt, wann diese Mikroorganismen ihre Arbeit verrichten, ist bei Kühen und Menschen sehr verschieden.

Bei der Kuh erfolgt der Abbau der Zellulose und anderer Polysaccharide im Vormagen. Dabei entstehen kurzkettige Fettsäuren. Beim Menschen arbeiten die Bakterien erst so richtig im Dickdarm. Auch da entstehen kurzkettige Fettsäuren. Die Arbeit dieser Mikroorganismen ist für die Gesundheit von Kuh und Mensch äußerst wichtig.

Den 1013 Zellen des menschlichen Körpers stehen 1014 Bakterien im Ökosystem Mensch gegenüber, also 10-mal mehr Bakterien als Körperzellen. Im Dickdarm leben wesentlich mehr als im Dünndarm. Rund 1.000 verschieden Arten und Stämme sind es, die die sehr individuelle Darmflora ausmachen. Es ist bis jetzt unbekannt, wie sie es schaffen, wenn sie einmal kurzfristig durch Antibiotika oder bei der Koloskopie zerstört wurden, sich so schnell wieder zu einer individuellen Gesellschaft aufzubauen.

Eigentlich ist der Begriff „Flora“ nicht ganz richtig. Flora heißt ja Pflanzenreich. Das Wort stammt aus der Zeit, in der man die Bakterien noch zu den Pflanzen zählte. Heute teilt man sie in eine eigene Gruppe ein. Die Bakterien im Darm bilden keine leblose Masse. Sie betreiben Stoffwechsel. Und bei dieser riesigen Anzahl entstehen Substanzen, die eine Auswirkung auf den ganzen Organismus haben. Man kann die Leistung der Darmflora mit der von der Leber vergleichen, die ja das vielseitigste Stoffwechselorgan darstellt. Darmbakterien verrichten viele wichtige Aufgaben für uns. Es ist noch längst nicht alles erforscht.

Ernährung und Darmflora

Die Zusammensetzung der Darmflora ändert sich mit dem Nahrungsangebot. Abweichungen im Essverhalten und Ernährungsumstellungen können das Gleichgewicht der Darmflora beeinflussen, schädigen oder die Gesundheit fördern. Auch die Gabe von Antibiotika stört das Gleichgewicht. Kommt es zur Kombination mehrerer negativer Faktoren, vermehren sich krankmachende Mikroorganismen wie etwa Enterokokken oder Clostridien. Dabei werden gesundheitsfördernde Bakterien wie Lactobazillen und Bifidobakterien verdrängt. Viele Krankheiten sind eng mit der Mikroflora des Darmes verbunden.

Lactobazillen an der Darmwand
Lactobazillen

Fleischesser haben eine ganz andere Zusammensetzung der Darmflora als Menschen, die sich nur von pflanzlicher Kost ernähren. Eine Studie hat gezeigt, dass die Stoffwechselprodukte der Mikroorganismen, die im Stuhl der Fleischesser vorkommen, zu DNA-Schäden führen. Die Folge davon ist Krebs, vor allem im Dickdarm. Auch viele Stoffe, die bei der Nahrungszubereitung von Fleisch entstehen, besonders beim Grillen über offenem Feuer, schädigen die DNA. Schäden an der Erbsubstanz tragen entscheidend zur Krebsbildung bei.

Aufgaben der Darmflora

Der Darm mit seiner riesigen Oberfläche stellt die größte Austauschfläche mit der Umwelt dar. Ständig werden körperfremde Substanzen, darunter auch Krankheitskeime, durchgeschleust. In der Darmwand befinden sich Immunzellen. Ein wesentlicher Teil der Antikörper wird von Lymphgeweben im Darm gebildet. Sie werden über den Blutkreislauf weitergegeben und gelangen so in Mund, Nase und Lunge. So werden auch andere Körperteile mit Abwehrstoffen versorgt.

Bei der Entwicklung des Immunsystems spielt die gesunde Darmflora eine wichtige Rolle. Die ungefährlichen Keime aktivieren und trainieren die Abwehrzellen. Ohne gesunde Darmflora kann die Funktion des Immunsystems nicht aufrechterhalten werden. Natürlich ist unsere Abwehr nicht unfehlbar und wird oft geschwächt, wodurch wir für Krankheiten anfällig werden.

Die Darmflora beteiligt sich an der Verdauung der Ballaststoffe. Früher glaubte man, dass diese unverdaulich seien, da es im Körper keine Enzyme gibt, die Ballaststoffe zerlegen können. Sie werden daher unverdaut an den Dickdarm weitergegeben. Aber Darmbakterien schaffen es. Sie zerlegen sogar Holz. Dabei entstehen kurzkettige Fettsäuren: Essigsäure, Propionsäure, Butter- und Milchsäure. Diese Abbauprodukte sind sehr enegiereich. Sie ernähren die Darmschleimhautzellen und die Darmflora selbst.

Ballaststoffreiches Vollkornbrot

Man hat herausgefunden, dass ein Mangel an diesen Fettsäuren bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen häufig ist. Auch das Reizdarmsyndrom, Durchfälle oder Verstopfungen können eine Folge von Störungen der Darmflora sein. Kurzkettige Fettsäuren regen auch die Darmbewegungen an. Die Durchmischung des Speisebreies zur Nährstoffaufnahme und der Weitertransport werden dadurch gefördert.

Außerdem stellt die Darmflora Stoffe her, die der Körper nicht selber erzeugen kann. Dazu gehört zum Beispiel das für die Blutgerinnung so wichtige Vitamin K. Auch Vitamin B12 stellt sie her. Nur wird dieses Vitamin im untersten Darmabschnitt leider nicht mehr aufgenommen. Man diskutiert aber die Möglichkeit, dass im gesunden Darm von reinen Pflanzenessern solche Vitamin B12 produzierenden Mikroorganismen weiter in den Dünndarm hochsteigen, wo eine Aufnahme möglich ist. Auch Vitamin B1 und B2 können sie herstellen.

Wird die Barrierefunktion der Darmwand beeinträchtigt, wird sie durchlässig. Dies kann zu Entzündungsreaktionen führen, die an der Entstehung anderer Krankheiten beteiligt sein können. Dazu zählen entzündliche Darmerkrankungen, Typ-2-Diabetes, Arteriosklerose, Herzinsuffizienz und bestimmte Lebererkrankungen.

Um Gesundheit und Lebensqualität zu verbessern, ist es durchaus sinnvoll, der Darmflora mehr Beachtung zu schenken. Wir können sie durch eine Zufuhr von mehr Ballaststoffen pflegen. Wir finden sie in Obst, Gemüse, Vollgetreide, Samen und Nüssen. Wenn wir wenig oder – noch besser – gar kein Fleisch zu uns nehmen, verbessern wir die Darmflora in Richtung positiver Besiedelung.

Esther Neumann

Esther Neumann

Esther Neumann studierte Ernährungswissenschaften auf der Universität Wien. Seitdem schrieb sie für viele Jahre für das Gesundheitsmagazin „Leben und Gesundheit“, und führte Gesundheitsvorträge in vielen Orten Österreichs durch.

www.ernaehrungaktuell.at/


Ein Artikel von RundumGesund.org

https://www.countrylife.at/gesundheitszentrum/wp-content/uploads/2023/10/blog_darmflora2.jpg 400 400 cl https://www.countrylife.at/gesundheitszentrum/wp-content/uploads/2020/10/cl-logo_340.png cl2022-10-02 12:00:002023-10-02 19:23:32Die Darmflora – das unbekannte Organ

Wenn Milch zum Problem wird

9. Januar 2022/in Allergien, Krankheiten/von cl

9. Januar 2022 von Esther Neumann

400 Jahre vor Christi Geburt hat Hippokrates bereits schmerzhafte Magen-Darm-Reaktionen nach dem Genuss von Milch beschrieben. Blähungen, Koliken, Durchfall, Übelkeit, Völlegefühl, chronische Müdigkeit und unreine Haut, das alles wird mit der Milch in Verbindung gebracht, wenn man sie aus einem ganz bestimmten Grund nicht mehr verträgt. Weltweit gesehen sind davon etwa 2,3 Milliarden Erwachsene und 600 Millionen Kinder und Jugendliche betroffen. Wenn sie Milch trinken, gehen sie auf wie ein Hefezopf.

Wenn Milch zum Problem wird

Muttermilch ist für Säugetiere sowie für den Menschen die erste Nahrung. Ein Bestandteil jeder Säugetiermilch ist der Milchzucker oder die Laktose, wie er mit dem Fachausdruck heißt. Chemisch gesehen gehört der Milchzucker zu den Kohlenhydraten. Er ist ein Zweifachzucker oder ein Disaccharid. Im Dünndarm wird der Milchzucker durch das Verdauungsenzym Laktase in Galaktose und Glukose gespalten und über die Darmwand ins Blut aufgenommen. In der Folge wird er dann in Energie umgewandelt. Steht im Dünndarm zu wenig oder gar keine Laktase zur Verfügung, wird der mit der Nahrung aufgenommene Milchzucker nur teilweise oder gar nicht gespalten und aufgenommen. Wir haben es mit der Laktoseintoleranz zu tun.

Laktoseintoleranz

Es wird geschätzt, dass etwa 80 bis 90 Prozent der Weltbevölkerung davon betroffen sind. In Europa und Nordamerika zählen Milch und Milchprodukte zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln. In asiatischen und den meisten afrikanischen Ländern spielt sie so gut wie keine Rolle. Weltweit lässt sich bei der Laktoseintoleranz ein Nord-Süd- und ein West-Ost-Gefälle feststellen. In den skandinavischen Ländern beträgt der Anteil der betroffenen Menschen lediglich etwa fünf Prozent, in Griechenland bereits 75 Prozent und in Teilen Afrikas und Asiens zwischen 80 und 100 Prozent. In Österreich leiden etwa 10 bis 20 Prozent aller Menschen an einem Mangel des Enzyms Laktase. Es herrscht eine hohe Dunkelziffer. Betroffen sind meistens Erwachsene. Oft bleibt die Ursache der Beschwerden jahrelang unbekannt und die Patienten haben einen langen Leidensweg hinter sich, bis endlich die klare Diagnose gestellt wird.

Beschwerden im Dickdarm

Wenn im Dünndarm der Milchzucker nicht vollständig oder gar nicht gespalten und aufgenommen wird, gelangt er unverdaut in den Dickdarm. Dort wird er von den Darmbakterien abgebaut. Als Abfallprodukt entstehen bei dieser bakteriellen Gärung die Gase Wasserstoff, Kohlendioxid und Methan. Auch Säuren entstehen. Es kommt dadurch zu Blähungen. Der Milchzucker bindet viel Wasser, es kommt zu einer Steigerung des osmotischen Druckes, zu Wasseransammlungen und einer erhöhten Darmperistaltik. Völlegefühl, Durchfall und Blähungen sind die Folgen.

Unbestimmtes Krankheitsbild

Die Symptome können von Tag zu Tag wechseln. Es kommt immer darauf an, wie viele Milchprodukte verzehrt werden. Oft sind es auch versteckte Milchprodukte, an die man gar nicht denkt. Sie kommen in Wurst, Backwaren, Soßen, Schokolade und industriell hergestellten Lebensmitteln vor. Psychische Faktoren wie Stress, Aufregung und die Angst vor dem Unbekannten beeinflussen das Wohlbefinden ebenfalls negativ. Häufig haben Patienten mit einer Laktoseintoleranz auch noch eine Fruchtzuckerunverträglichkeit. Sie leiden dann nicht nur unter den Symptomen des Reizdarmsyndroms, sondern häufig auch unter Depressionen. Bei chronischer Laktoseintoleranz kann es zu einer bakteriellen Fehlbesiedelung des Dünndarmes kommen.

Durch die chronischen Verdauungsbeschwerden leidet die gesamte enzymtragende Darmschleimhaut. Dies bringt wieder weitere Verdauungsbeschwerden mit sich. Leider trifft es immer noch häufig zu, dass die behandelnden Ärzte bei diffusen Magen-Darm-Beschwerden selten gezielt auf Laktoseintoleranz untersuchen. Die Folge davon ist ein langer Leidensweg, bis endlich die richtige Behandlung durchgeführt wird. Selbstbeobachtung ist immer gut, wenn man unter unbestimmten Verdauungsbeschwerden leidet. Lässt man einmal während zwei Wochen alle Milchprodukte weg und die Beschwerden klingen ab und kommen wieder zurück, wenn man wieder Milch konsumiert, kann man den Arzt gezielt auf das Problem aufmerksam machen.

Sichere Diagnose

Der Wasserstoff-Atemtest ist ein gutes Werkzeug, um die Diagnose Laktoseintoleranz festzustellen. Dabei wird Milchzucker in Wasser gelöst. Der Patient trinkt diese Lösung und während der nächsten drei Stunden wird regelmäßig der Anteil an Wasserstoff in der Ausatmungsluft gemessen. Erhöht sich der Anteil an Wasserstoff in der ausgeatmeten Luft, liegt eine Laktoseintoleranz vor.

Es kann auch der Blutzuckeranstieg nach dem Trinken der Milchzuckerlösung gemessen werden. Bei Laktasemangel kommt es zu einem geringeren oder gar keinem Anstieg des Blutzuckerspiegels. Diese Methode ist aber nicht ganz verlässlich. Auch Schleimhautproben mittels Darmspiegelungen können Aufschluss über den Zustand der Dünndarmwand geben.

Neuerdings gibt es auch einen Gen-Test. Er ist aber sehr teuer. Bei einem weiteren neuen Test wird lediglich eine Speichelprobe genommen und mit einem besonderen Test-Kit im Labor untersucht.

Schweregrad und Formen

Die Milchzuckerunverträglichkeit wird je nach Schweregrad in „leicht“, „mittel“ und „schwer“ eingeteilt. Bei der leichten Form werden 8 bis 10 Gramm Milchzucker problemlos vertragen, bei der mittleren Form etwa 1 Gramm und bei der schweren gar keine Laktose.

Die häufigste Form ist der primäre Laktasemangel. Bei dieser Form nimmt die Laktase-Aktivität im Dünndarm mit zunehmendem Alter kontinuierlich ab. Der neugeborene Säugling hat die höchste Laktase-Aktivität. Das ist verständlich, ernährt er sich doch im Normalfall ausschließlich mit Muttermilch. Wird abgestillt, verringert sich das Enzym in den ersten Lebensjahren deutlich. Im Erwachsenenalter ist nur noch etwa ein Zehntel der ursprünglichen Aktivität vorhanden.

Ältere Menschen vertragen Milchprodukte schlechter. Das ist also ein völlig natürlicher Vorgang, der fast bei jedem Menschen beobachtet werden kann. Beim sekundären Laktasemangel ist der Mangel eine Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung im Verdauungstrakt wie zum Beispiel Zöliakie, Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa oder akuter Gastroenteritis. Auch Behandlungen mit Antibiotika oder Zytostatika (Zellgifte), können die Darmschleimhaut und ihre Enzyme vorübergehend schädigen. Wenn diese ursprünglichen Krankheiten ausgeheilt sind, kann meist auch wieder genügend Laktase gebildet werden.

Eine äußerst seltene Form ist der kongenitale Laktasemangel. Dabei leiden die Säuglinge bereits kurz nach der Geburt an einem Laktasemangel.

Therapie

Die Therapie hängt vom Schweregrad der Erkrankung ab. Jeder Betroffene muss selber herausfinden, wie viel Milchzucker er verträgt. Bei laktosearmer Kost, bei der etwa 8 bis 10 g Laktose vertragen werden, können Käse und Sauermilchprodukte in kleinen Mengen gegessen werden. Milchhaltige Speisen können mit Sojamilch oder anderen alternativen Milcharten zubereitet werden. Sauermilchprodukte werden besser vertragen, weil die milchzuckerspaltenden Enzyme der Lactobazillen, aus der sie hergestellt werden, im Verdauungstrakt weiterwirken und noch Milchzucker abbauen können.

Cashewmilch - Photo by Polina Tankilevitch from Pexels

Auf dem Lebensmittelmarkt gibt es auch laktosefreie Produkte. Der Milch oder dem Milchprodukt wird Laktase beigegeben. Sie spaltet den Milchzucker bereits auf. Diese Milch ist darum auch viel süßer, weil der Milchzucker nicht so intensiv ist wie die aufgespaltene Glukose und Galaktose.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sich die fehlende Laktase in Form eines Medikamentes, als Tablette oder Kaudragees, zuzuführen. Durch einen besseren Verbraucherschutz müssen seit 2005 europaweit alle Inhaltsstoffe eines Lebensmittels, die als Allergieauslöser oder Unverträglichkeitsreaktionen eingestuft werden, auf der Zutatenliste aufgeführt werden. Dazu gehört auch die Laktose. Nicht selten findet man Milchzucker in Produkten, in denen man sie nicht vermuten würde. Bei Unverträglichkeiten oder Allergien müssen die Zutatenlisten immer genau studiert werden. Meistens gibt es für die Betroffenen auch Handbücher, in denen die Produkte aufgelistet werden, die laktosefrei sind.

Kalziumversorgung

In unseren Breiten sichern die Milchprodukte doch einen großen Teil der Kalziumversorgung. Ist eine milchzuckerarme Kost notwendig, sollten kalziumreiche Lebensmittel verstärkt konsumiert werden. Dazu gehören Brokkoli, Fenchel, Nüsse, Sonnenblumensamen, Sesam, Brennnesseln, kalziumreiche Mineralwässer, mit Kalzium angereicherte Fruchtsäfte und Sojamilch. Man kann durchaus ohne Milchprodukte leben, wenn man sich etwas für Ernährung interessiert und sich Gedanken macht, wo das Kalzium sonst noch in den Lebensmitteln vorkommt. In der heutigen Zeit, wo die Massentierhaltung zu vielerlei Problemen führt und wir gerade aufgezeigt haben, wie problematisch für viele Menschen Milchprodukte sind, lohnt es sich, sich Gedanken zu machen über eine Kost, die frei oder wenigstens arm an tierischen Produkten ist.

Brokkoli als Kalziumquelle - Photo by Castorly Stock from Pexels

Falsch verstandene Entwicklungshilfe

Besonders in den Ländern, die Entwicklungshilfe bekommen, ist die Laktoseintoleranz sehr weit verbreitet. Was für Güter werden dorthin geschickt? Meistens sind es Überschussprodukte aus den Industrienationen. Dazu gehört auch Milchpulver. Es wird in großen Mengen an Bevölkerungsschichten verteilt, die gar keine Milchprodukte vertragen.

Nehmen wir als Beispiel die Indianer in ihren Reservaten. Auch sie gehören zur Gruppe, die genetisch bedingt eine fast hundertprozentige Laktoseintoleranz aufweist. Mit schöner Regelmäßigkeit bekommen sie Milchpulverlieferungen. Zum Glück wissen die Indianer, dass sie wie ein Hefezopf aufgehen, wenn sie diese Milch trinken würden. Was machen sie aber mit dem Milchpulver? Manche markieren damit die Spielfelder auf ihren Sportplätzen.

Wird aber in Teilen Afrikas, in denen bereits Kleinkinder an Laktoseintoleranz leiden, Milch verteilt, wird Öl ins Feuer geschüttet. Die Kleinen, die aus Hunger sowieso schon an Ödemen leiden und aufgetriebene Bäuche haben, bekommen nach dem Genuss von Milch noch Durchfall und Koliken.

Fazit

Laktoseintoleranz bedeutet heute keinen Verzicht mehr auf den Genuss von Milchprodukten, weil wir Medikamente und laktosefreie Milchprodukte erhalten. Aber noch wichtiger sind eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung. Es gibt ganze Bevölkerungsgruppen, die keine Milch und Milchprodukte vertragen und auch nicht konsumieren und trotzdem gesund sind und gesunde Knochen aufweisen. Auch wir können dazugehören, wenn wir uns ausgewogen ernähren, viel Bewegung machen und eine vernünftige Lebensweise annehmen. Dazu hat uns Gott, unser Schöpfer, unseren Verstand gegeben. Es ist unser Vorrecht, ja sogar unsere Aufgabe, uns über eine vernünftige, gesunde Lebensführung Gedanken zu machen.

Esther Neumann

Esther Neumann

Esther Neumann studierte Ernährungswissenschaften auf der Universität Wien. Seitdem schrieb sie für viele Jahre für das Gesundheitsmagazin „Leben und Gesundheit“, und führte Gesundheitsvorträge in vielen Orten Österreichs durch.


Ein Artikel von RundumGesund.org

https://www.countrylife.at/gesundheitszentrum/wp-content/uploads/2022/01/blog_milch.jpg 400 400 cl https://www.countrylife.at/gesundheitszentrum/wp-content/uploads/2020/10/cl-logo_340.png cl2022-01-09 12:00:002022-01-24 11:48:17Wenn Milch zum Problem wird

Wirksame Behandlung von COVID-19

5. Dezember 2021/in Coronavirus, Krankheiten/von cl

5. Dezember 2021 von Martin Neumann

Anfang März veröffentlichte der brasilianische Arzt Luiz Cristiano Maciel Cardoso ein Video auf Facebook und erklärte das Ende der COVID-19-Pandemie. Angeblich hatte er herausgefunden, dass das Krebsmedikament Flutamid eine wirksame Behandlung sein würde und erklärte, er habe mit dieser wundersamen Behandlungsmöglichkeit die Pandemie besiegt. Am 22. März entfernte er das Video selbst, aber Kopien desselben sind noch im Umlauf. Das Ganze scheint nicht mehr als eine skurrile Meldung zu sein, spiegelt aber den Wunsch aller wieder, ein Heilmittel für die Pandemie zu finden, die das Leben von uns allen beeinträchtigt.1) Leider gibt es kein magisches Wundermittel, aber eine Kombination sinnvoller Maßnahmen erhöht wesentlich die Chance einer erfolgreichen Behandlung.

Wirksame Behandlung von COVID-19

Pathologie

Bevor wir über Behandlungsmöglichkeiten sprechen, müssen wir besser verstehen, wie sich die Krankheit im Körper entwickelt.2) Die Übertragung erfolgt normalerweise über Atemtröpfchen von Mensch zu Mensch. Aus diesem Grund können soziale Distanzierung, das Tragen von Masken und allgemeine Hygienemaßnahmen viel bei der Prävention helfen.

Die erste Invasionsstelle sind normalerweise die Atemwege. Das Spike-Protein auf der Oberfläche des Virus bindet an die Zellmembran und ist somit in der Lage, eine RNA-Sequenz in das Zellinnere zu injizieren. Diese Sequenz weist die Zelle an, das Virus zu replizieren. Je mehr sich das Virus repliziert, desto mehr Zellen werden infiziert sein. Normalerweise würde das unspezifische Immunsystem den Eindringling erkennen und beginnen, ihn abzuwehren. Im Gegensatz zur spezifischen Immunität, die sich an vergangene Infektionen erinnert und deren Erkennung erleichtert, ist die unspezifische Immunität in der Lage, das Virus bereits bei der ersten Begegnung zu bekämpfen. Das Problem ist, dass das Virus die Interferonantwort, einen wichtigen Teil der unspezifischen Immunität, unterdrücken kann. Aus diesem Grund kann eine Person bis zu 14 Tage symptomfrei sein, während sich das Virus frei vermehrt.

Wenn die Krankheit von der Nasenhöhle in die oberen Atemwege wandert, manifestiert sie sich mit Symptomen wie Fieber, Unwohlsein und trockenem Husten. Etwa 80% aller Infizierten haben ein Immunsystem, das stark genug ist, um das Virus zu bekämpfen, bevor es die Lunge erreicht. Ein starkes Immunsystem ist an dieser Stelle unabdingbar.

Wenn die Krankheit in die Lunge wandert, wird es gefährlicher. Wenn die Krankheit lange genug andauert, stirbt eine beträchtliche Anzahl von Zellen in der Lunge ab. Besonders betroffen sind die Pneumozyten, die für den Luftaustausch in den Alveolen, den Lungenbläschen der Lunge verantwortlich sind.

Gleichzeitig setzen die Pneumozyten sogenannte Zytokine frei, die produziert werden, um Immunzellen wie Neutrophile und T-Zellen anzulocken. Diese werden in einen heftigen Kampf gegen das Virus verwickelt, der Entzündungen und Zellschäden hinter sich lässt. Dadurch wird der Luftaustausch eingeschränkt, die Sauerstoffsättigung im Blut verringert sich.

Sauerstoffmangel kann zu einer Veränderung des körpereigenen pH-Wertes, einer Ansammlung von Milchsäure, Elektrolytveränderungen und weiteren Zellschäden führen. In schwereren Fällen breitet sich die Entzündung über das Kreislaufsystem aus und kann zur Bildung von Thrombosen, Herzmuskelentzündungen, Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz führen. Diese Komplikationen können potenziell tödlich sein. Im Verdauungssystem kann die Krankheit Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen verursachen. Es wird auch von Kopfschmerzen, Schwindel, Krampfanfälle und anderen neurologischen Erkrankungen berichtet. In einigen Fällen kann die Krankheit Leber- oder Nierenschäden oder sogar Multiorganversagen verursachen.

Prävention

Vorbeugend sollten alle Anstrengungen unternommen werden, um das Immunsystem zu stärken. Eine in Madrid durchgeführte Studie ergab, dass Personen, die mindestens zweimal pro Woche eine 30-minütige Trainingseinheit machten, eine 8-mal höhere Überlebensrate hatten als die inaktive Gruppe.3) Um deine Immunität zu stärken, sind andere Lebensstilfaktoren wie beispielsweise ausreichend Schlaf und eine gesunde Ernährung in gleicher Weise wichtig. In unserer Coronavirus Immunity Challenge erfahrst du viele Details, wie du deine Immunität in Topform halten kannst.

Gehen ist eine immunsystemstärkende Bewegunsform - Photo by Daniel Reche from Pexels

Darüber hinaus solltest du folgende Ergänzungen in Betracht ziehen:

  • Vitamin C: 500 mg / Tag
  • Zink: 20 mg / Tag
  • Magnesium 400 mg / Tag
  • Vitamin D: 4,000 IU / Tag
  • Probiotika: mindestens 1 billion CFU´s täglich. Nicht auf unbestimmte Zeit einnehmen.
  • N-Acetyl Cysteine (NAC): 500 mg / Tag. Eine Aminosäure mit antioxidativem Potenzial.

Achte auch auf präbiotische Lebensmittel wie Bananen, Zwiebeln und Knoblauch. Sie helfen nicht nur der Darmflora, sondern stärken auch die eigene Immunität. Achte auf Früchte, die reich an Vitamin C sind, wie zum Beispiel Orange, Grapefruit, Papaya und rote Paprika.

Fettleibigkeit ist ein Risikofaktor, der laut einer aktuellen Studie die Sterblichkeit um das 4-fache erhöhen kann.4) Bei Übergewicht sollte besonders darauf geachtet werden, einen immunstärkenden Lebensstil zu praktizieren. Bei Krankheiten wie Diabetes, Krebs, Asthma oder Herzerkrankungen müssen die gleichen Maßnahmen befolgt werden.

Eine Wechseldusche hat sich auch als vorteilhaft bei der Stärkung des Immunsystems erwiesen. Beginne mit einer heißen Dusche von mindestens 3 Minuten, so heiß, wie du es verträgst. Wechsle dann für 30 bis 60 Sekunden auf kalt. Wenn du möchtest, kannst du den Zyklus dreimal wiederholen, danach steige schnell aus der Dusche und trockne dich rasch mit kräftigen Bewegungen ab. Wer an einer Herzerkrankung leidet oder aufgrund des Alters gebrechlich ist, sollte die Temperaturunterschiede geringer gestalten.

Auch eine Sauna, sei es eine schwedische Sauna oder eine Dampfsauna, kann sehr effektiv sein. Bei Interesse haben wir einige Einheiten der tragbaren Dampfsauna verfügbar.

Behandlung

Wir haben bereits gesehen, dass die fortschreitende Entwicklung der Krankheit zu einer Vielzahl unterschiedlicher Symptome führen kann. Das angewendete Behandlungsprotokoll ändert sich entsprechend der Krankheitsphase. Wir werden in jedem Krankheitsstadium nach den am besten geeigneten Optionen suchen.

Bei den ersten Anzeichen einer Infektion

Egal, ob du dich mit dem Coronavirus oder irgendeinem Grippevirus infiziert hast – schnelles Handeln ist bei den ersten Anzeichen von Symptomen der Schlüssel zu einer erfolgreichen Behandlung. Beginne so rasch wie möglich mit einer dieser Behandlungen:

  • Wechseldusche: Mache 4 bis 7 Zyklen von heiss und 30 bis 60 Sekunden kalt. Sei entschlossen und versuche mit jedem Zyklus, den Temperaturunterschied zu erhöhen.
  • Heisses Fussbad: Wickle dich in eine Decke und stelle deine Füsse in einen Eimer mit heissem Wasser, so heiss, wie du es vertragen kannst. Giesse alle 5 Minuten heisses Wasser nach und setze die Behandlung 20 bis 30 Minuten fort. Wenn du anfängst zu schwitzen, lege ein kaltes Tuch auf die Stirn und trinke viel Wasser.

Die nächsten beiden Behandlungsmöglichkeiten sind intensiver. Wenn aufgrund einer bestehenden Kreislauferkrankung Joggen erschwert möglich ist, sollten diese Behandlungen nicht durchgeführt werden, da sie in diesem Fall den Körper und speziell das Herz überbelasten können.

  • Dampfsauna: Begib dich in ein Saunazelt und setze deinen Körper einer Dampfquelle aus. Das geht mit einem Topf kochendem Wasser auf einer mobilen Kochplatte, aber es gibt auch tragbare Dampfsaunas. Lege ein kaltes Tuch mit Eiswasser auf deinen Kopf und wechsle es häufig, wenn du ins Schwitzen kommst. Bleibe für 20 bis 25 Minuten und gehe danach direkt ins Bett, um weitere 30 Minuten nachzuschwitzen. Ziehe in Erwägung, eine andere Matratze zu verwenden oder Plastik unter dein Leintuch zu legen, da du viel schwitzen wirst. Beende die Anwendung dann mit einer Dusche.
  • Heisses Bad / Fieberbad: Begib dich in eine heiße Badewanne, so heiß, wie es gut verträglich ist, und füge alle 5 Minuten heißes Wasser hinzu um die Temperatur zu halten. Mit einem Fieberthermometer kann man die Körpertemperatur zwischen 38,8 und 39,4°C einpendeln und für 20 Minuten anhalten. Eine Hilfsperson sollte ständig ein Tuch mit Eiswasser anfeuchten und auf die Stirn legen. Eine Studie ergab, dass eine Erhöhung der Körpertemperatur auf 39 °C zu einer Verzehnfachung der Interferon-Antwort führte, genau jene Komponente, die im frühen Krankheitsverlauf durch das Coronavirus beeinträchtigt wird.5)

Beende jede dieser Behandlungen mit mindestens einer Stunde Bettruhe. Dies wird die immunstärkende Wirkung vervielfachen. Trinke viel Wasser oder Tee, um hydratisiert zu bleiben.

Heißes Fußbad

Ein gutes Rezept zur Stärkung des Immunsystems ist das sogenannte russische Penicillin. Das Grundrezept ist ganz einfach. Nimm eine ganze Zitrone und schäle sie. Dann nimmst du 2-3 Knoblauchzehen und eine Prise Salz. Mische alles mit einem Liter Wasser und trinke es während des Tages. Wer möchte, kann dem Rezept Orange, Grapefruit oder Zwiebeln hinzufügen, die alle vorteilhafte Eigenschaften haben.

Bei den immunstärkenden Supplementen kann es hilfreich sein, die Dosis im Falle einer Erkrankung zu erhöhen:

  • Vitamin C: 1,000-2,000 mg / Tag
  • Zink: 40 – 75 mg / Tag bis zu einer Woche 6)
  • Vitamin D: bis zu 60,000 IU / Tag. Wenn eine Behandlung von mehr als 2-3 Wochen benötigt wird, sollten mit Blutuntersuchungen die Dosis abgestimmt werden.7)

Wir haben bereits einen Artikel mit dem Titel Schützt Vitamin D vor COVID-19? veröffentlicht. Wir stellten fest, dass Vitamin D für die Prävention und Behandlung von COVID-19 von wichtiger Bedeutung ist, und zitierten mehrere Studien, die dies ausreichend bestätigen. Versuche neben der Vitamin-D-Supplementierung, ein tägliches Sonnenbad einzunehmen, das in vielerlei Hinsicht den Erholungsprozess unterstützt.

Quercetin ist ein Flavonoid mit antiviralen Eigenschaften. In-vitro-Studien haben gezeigt, dass es in den Replikationszyklus des Coronavirus eingreifen kann. Es gibt keine veröffentlichten Bevölkerungsstudien zu COVID-19, aber es zeigt interessante antivirale Eigenschaften, insbesondere in Kombination mit einer Vitaminergänzung.8)

In Bezug auf die Ernährung sollten schwere Mahlzeiten vermieden werden und Obst, insbesondere Zitrusfrüchte und andere Vitamin-C-Quellen, verdoppelt werden. Verzichte auf alle Zuckerquellen, auch auf Rohrzucker, Melasse, Ahornsirup und ähnliches. Honig kann in Maßen verwendet werden.

In der Zahnarztpraxis wird für Patienten und Zahnärzte eine 1%ige Wasserstoffperoxidlösung als Mundspülung angewendet, um die Verbreitung des Virus zu vermeiden. Einige haben sich für eine breitere Verwendung dieser Mundspülung für die allgemeine Bevölkerung ausgesprochen. Im Frühstadium der Infektion kann Gurgeln oder eine Mundspülung durchaus helfen, die Viruslast in dieser Region zu reduzieren. Es wird empfohlen, nicht mehr als 4-mal täglich zu spülen, da eine längere Anwendung das Vorhandensein gesunder Bakterien im Mund stören kann.9) Wer kein Wasserstoffperoxid verwenden möchte, kann Salzwasser, Salbei oder eine andere Substanz mit antiviralen Eigenschaften verwenden.

Kräuter

Es gibt mehrere Kräuter, die in einer COVID-19-Behandlungssituation zur Anwendung kommen können. Ein Team durchsuchte die verfügbare Literatur nach Naturprodukten, die nachweislich antivirale Aktivitäten gegen verschiedene Arten des menschlichen Coronavirus aufweisen. Sie fanden heraus, dass Extrakte der Roten Spinnenlilie (Lycoris radiata), des Japanischen Enzians (Gentiana scabra Bunge), der Chinesischen Yamswurzel (Dioscorea batatas Decne), der Sichel-Senna (Cassia tora L.), der Maulbeermistel (Taxillus chinensis), des goldenen Hühnerfarns ( Cibotium barometz L.) und Echinacea purpurea L. eine vielversprechende Wirkung zeigten, und klinische Studien sollten durchgeführt werden, um ihre Wirksamkeit gegen COVID-19 zu beweisen.10)

Echinacea

Eine weitere Übersichtsstudie analysierte Pflanzen, die möglicherweise zur Behandlung von COVID-19-Symptomen verwendet werden könnten. 5 besonders vielversprechende Pflanzen wurden gefunden. Süßholz (Glycyrrhiza glabra) hat eine beruhigende Wirkung auf die Atemwege und ist bei Husten oder Halsschmerzen angezeigt. Holunder (Sambucus nigra) zeigte positive Wirkungen in klinischen Studien zur Behandlung von Erkältungen oder Grippe. Er hat schleimlösende Eigenschaften und ist bei verschiedenen Atemwegserkrankungen, Fieber und Kopfschmerzen angezeigt. Der Efeu (Hedera helix) hat sich bei der Behandlung von Bronchitis und Erkältung als wirksam erwiesen. Er hat schleimlösende Eigenschaften und sollte bei anhaltendem Husten verwendet werden. Eibisch (Althaea officinalis) ist angezeigt, um einen anhaltenden trockenen Husten zu behandeln. Myrrhe (Commiphora molmol oder Commiphora myrrha) hat eine entzündungshemmende Wirkung und ist bei einer Vielzahl von Atemwegserkrankungen angezeigt. Sie fanden auch potenziell vielversprechende Ergebnisse für eine Liste von 12 weiteren Pflanzen, darunter Knoblauch, Echinacea, Eukalyptus und andere.11)

Das Lifestyle-Zentrum Uchee Pines Institute empfiehlt folgende Kräuter:12)

  • Amerikanischer Ginseng – während Schwangerschaft vermeiden, 200-400mg zweimal täglich
  • Sibirischer Ginseng – unzureichende Sicherheitsnachweise für eine Empfehlung für Kinder oder Schwangerschaft, nicht länger als 2 Monate einnehmen, 400 mg dreimal täglich
  • Panax Ginseng – (Asian Ginseng), nicht länger als 6 Monate anwenden, bei Kindern und Schwangerschaft vermeiden, 200 mg täglich
  • Andrographis – (Indian Echinacea), in der Schwangerschaft vermeiden, 200mg täglich
  • Thuja – (cedar leaf oil), in Schwangerschaft und Stillzeit vermeiden, 18-36 mg 3-mal täglich, für 2 Wochen
  • Echinacea – 800mg 3-mal täglich zur Vorbeugung, bis zu 5-mal täglich bei Symptomen
  • Holunder – nur reife Früchte verwenden, Dosierung nicht angegeben
  • Umckaloabo – (African geranium), unzureichende Informationen für Schwangerschaft/Stillzeit, Dosis nicht angegeben

Das Kraut Dysphania ambrosioides, allgemein bekannt als mexikanischer Tee, wurde von brasilianischen Wissenschaftlern untersucht und sie fanden heraus, dass es Substanzen enthält, die das Sars-CoV-2-Virus hemmen können.13) Bevölkerungsstudien sind erforderlich, um die Wirksamkeit von COVID-19-Behandlungen zu bestätigen. Die Pflanze hat verschiedene medizinische Anwendungen, unter anderem ist sie für ihre entzündungshemmenden und immunstimulierenden Eigenschaften bekannt. Verwendung findet sie in Form eines Tees, indem ein Esslöffel der getrockneten Blätter in eine Tasse kochenden Wassers gegeben wird und man ihn für 10 Minuten ziehen lässt. Man kann 2-3 Tassen pro Tag zu sich nehmen. Die Pflanze sollte nicht über einen längeren Zeitraum konsumiert werden, da sich bei längerer Anwendung eine toxische Wirkung zeigen könnte.

In Pakistan wurde eine randomisierte Kontrollstudie an Krankenhauspatienten durchgeführt, die die Kombination von Honig mit Schwarzkümmel (Nigella sativa) anwendeten. Patienten, die mit dieser Kombination behandelt wurden, besiegten das Virus 4 Tage früher als die Kontrollgruppe. Die Genesung und die Entlassung aus dem Krankenhaus erfolgten viel früher, und in schweren Fällen war die Sterblichkeitsrate um das Vierfache niedriger.14)

Propolis ist ein weiteres vielversprechendes Heilmittel zur Vorbeugung und Behandlung von COVID-19. In einer brasilianischen Studie wurden Patienten, die wegen COVID-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurden, entweder ausschlieslich standardversorgt oder erhielten in der zweiten Gruppe 400 mg/Tag eines Propolis-Extrakts oder in der dritten Gruppe 800 mg/Tag. Patienten mit ausschliesslicher Standardversorgung benötigten einen durchschnittlichen Krankenhausaufenthalt von 12 Tagen. Mit der Supplementierung von 400 mg/Tag Propolis wurde dies auf 7 Tage reduziert und mit 800 mg/Tag auf 6 Tage. Auch die Fälle von akuter Nierenschädigung wurden reduziert.15) Wenn man bedenkt, dass sich die meisten Medikamente bei Krankenhauspatienten als ineffizient erwiesen haben, sind diese Ergebnisse ziemlich beeindruckend.

Frühbehandlung

Es ist eine gute Idee, nach Möglichkeit einen COVID-19 PCR-Test durchzuführen. Bei positivem Befund oder Verdacht auf eine Ansteckung sollten umgehend Maßnahmen für eine striktere Behandlung ergriffen werden. Geruchs- und Geschmacksverlust sind neben Fieber, Husten, Müdigkeit und Kopfschmerzen sehr typische Symptome einer COVID-19-Infektion. Studien haben gezeigt, dass eine frühzeitige Behandlung die Heilungschancen stark erhöht.

Eines der Medikamente, das im Frühstadium wirksam zu sein scheint, ist Nitazoxanid, auch bekannt unter dem Markennamen Alinia. Es wird hauptsächlich zur Behandlung bestimmter Parasiten wie Giardien verwendet, hat aber Berichten zufolge eine antivirale Breitbandwirkung. Darüber hinaus hat Nitazoxanid das Potenzial, das angeborene Immunsystem zu stärken und den Zytokinsturm zu reduzieren.16) Eine Studie zeigte, dass die Viruslast bei 48% der behandelten Patienten nach einem Zeitraum von 7 Tagen reduziert war, im Vergleich dazu bei 15% in der Kontrollgruppe. 17) Weitere Studien werden durchgeführt, um diese Ergebnisse zu bestätigen.

Hydroxychloroquin wird seit langem heiß diskutiert, aber wir wollen uns die verfügbaren Beweise ansehen. Studien an hospitalisierten Patienten zeigten keine Wirksamkeit, wie auch bei vielen anderen Medikamenten. Eine Überprüfung ergab jedoch 29 Studien zur frühen Behandlung von COVID-19, und alle zeigten positive Ergebnisse, obwohl nur 13 statistisch signifikant waren.18) Eine weitere Metaanalyse konnte keinen Nutzen feststellen, wahrscheinlich weil Frühbehandlungs- und Spätbehandlungsstudien miteinander vermischt wurden, eine große Anzahl von Studien ausgeschlossen wurde und keine Datenpoolung versucht wurde, um eine bessere statistische Signifikanz zu erhalten.19) Es ist interessant festzustellen, dass Chloroquin den Transport von Zink in die Zelle ermöglicht um die Virusreplikation zu hemmen.20) Wir können daraus schließen, dass Chloroquin nur in Kombination mit Zink seine volle Wirkung entfalten kann, jedoch liegen fast keine Studien mit dieser Kombination vor.

Eine weitere interessante Option scheint Ivermectin zu sein, ein weit verbreitetes Medikament zur Behandlung von Parasiten. Es wird in vielen Entwicklungsländern um der ganzen Welt weitverbreitet eingesetzt und verfügt über ein hervorragendes Sicherheitsprofil. Das Medikament kann helfen, die Bindung des Virus an die Zellen zu verhindern. Eine Metaanalyse von 6 frühen Behandlungsstudien zeigte eine durchschnittliche Verringerung der Mortalität um 75%.21) Einige Studien, die die Anwendung nicht rechtfertigen, scheinen begrenzte Vorteile zu zeigen.22) Darüber hinaus wird kritisiert, dass die Probengrößen der verfügbaren Studien klein sind und das Studiendesign manchmal fehlerhaft ist, und deshalb nicht genügend wissenschaftliche Beweise vorliegen, um ihre Verwendung zu unterstützen. Einige andere ziehen es vor, die begrenzten verfügbaren Beweise auf verantwortungsvolle Weise zu nutzen, um Leben zu retten.

Trotz begrenzter wissenschaftlicher Erkenntnisse bis zu diesem Zeitpunkt ist Ivermectin seit Mai 2020 in Peru und Bolivien als COVID-19-Behandlung zugelassen, einige andere Länder sind inzwischen gefolgt. In Brasilien nahm eine Fabrik mit 12.000 Arbeitern wöchentlich eine vorbeugende Dosis von Ivermectin ein. Der zuständige Arzt gibt in einem Interview an, dass es sehr wenige Infektionsfälle gab und während der ganzen ersten Welle der Pandämie keine Fälle von Krankenhausaufenthalten oder Tod auftraten.23)

Die Dosis des Medikaments hängt vom Gewicht der Person ab. Es ist wichtig zu beachten, dass Ivermectin-Präparate für Tiere nicht für den Menschen geeignet sind, da die Dosierung für Pferde und Kühe völlig anders ist als die für Menschen. Unter 80 kg Körpergewicht sollte 12mg von Ivermecting über 5 Tage eingenommen werden. Über 80 kg wird die Dosis auf 18mg erhöht.

Eine weitere Fallstudie stammt aus der Stadt São Lorenço im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais. Sie haben ein frühes Behandlungsprotokoll mit Ivermectin, Azithromycin, Dexamethason, Zink und Vitamin D angewendet. Fast einen Monat lang hatten sie keinen einzigen Fall auf den Intensivstationen und beinahe keine Krankenhauseinweisungen wegen COVID-19, während andere umliegende Städte einen Kollaps des Gesundheitssystem registrierten. Mit dem jüngsten Anstieg in ganz Brasilien wurden bis Ende März 4 Fälle auf der Intensivstation registriert. Es ist schwer zu sagen, welche Komponente des Behandlungsprotokolls für das Ergebnis verantwortlich war, aber es zeigt, dass eine frühzeitige Behandlung die Erfolgschancen deutlich erhöhen kann.24)

Monoklonale Antikörper sind eine weitere Behandlungsoption, die sich für die frühe Behandlung als wirksam erwiesen hat, und es gibt zwei Optionen, die in der USA zugelassen wurden. Bamlanivimab und die Kombination Casirivimab/Imdevimab sind erhältlich und im Krankenhaus kann erfragt werden, ob sie für die Behandlung geeignet sind. Sie blockieren die Spike-Proteine des Virus und reduzieren seine Infektiosität.25)

Wenn immer möglich sollte man auch frühzeitig einen Arzt aufsuchen um eine Verschlimmerung der Situation zu vermeiden. Speziell wenn man einen Arzt findet, der Erfahrung mit Naturheilmitteln und COVID-19 Behandlungsprotokollen hat, kann das von großem Vorteil sein.

Wenn die Symptome anhalten

Eines der häufigsten Symptome ist Fieber. Viele Menschen werden versuchen, das Fieber mit Ibuprofen, Paracetamol oder einem anderen fiebersenkenden Medikament zu senken. Das ist eigentlich das Schlimmste, was man tun kann. Fieber stimuliert in der Tat das Immunsystem, um die Infektion zu bekämpfen. Wenn das Fieber gesenkt wird, fühlt man sich im Moment vielleicht besser, aber man schwächt das Immunsystem in seiner Aufgabe der Bekämpfung der Infektion.

Fieberthermometer - Photo by Polina Tankilevitch from Pexels

Es ist wichtig, noch einmal darauf hinzuweisen, dass die wirksamste Behandlung von COVID-19 ein gut funktionierendes Immunsystem ist. Selbst für die gewöhnliche Grippe gibt es nur eine handvoll antiviraler Medikamente mit sehr begrenzter Wirkung. Der entscheidende Faktor, der das Virus schließlich abwehren wird, ist das Immunsystem, und die Stärkung der Immunantwort wird die wichtigste Behandlung sein.

Bei Fieber ist strikte Bettruhe die beste Maßnahme. Wir haben bereits gesehen, wie wichtig es ist, das Fieber mit Bettruhe zu behandeln. Darüber hinaus ist Schlaf für die Funktion des Immunsystems unerlässlich. Während der Spanischen Grippe war die frühe Einführung vollständiger Bettruhe Teil eines erfolgreichen Behandlungsprogrammes. Die Bettruhe muss 2 bis 3 Tage nach Abklingen des Fiebers fortgesetzt werden, um die Entwicklung einer Lungenentzündung oder anderer sekundärer Komplikationen zu vermeiden.26) Im Fall von COVID-19 haben wir viele Fälle mit deutlichen Verbesserungen gesehen, gefolgt von einem plötzlichen Wiederauftreten der Krankheit oder einer ihrer Komplikationen. Wenn sich die Symptome bessern, setze das Behandlungsprogramm für mehrere Tage fort, bis du einen negativen PCR-Test erhältst und du dir auch sonst deiner vollständigen Genesung sicher bist. Auch wenn du dich möglicherweise besser fühlst, setze die Behandlung für so viele Tage fort, wie du Fieber hattest.

Trinke während der Behandlungszeit viel Wasser oder Tee. Der Patient wird höchstwahrscheinlich viel schwitzen und muss mit ausreichend Flüssigkeit versorgt werden. Darüber hinaus kann zusätzliches Wasser eine Reihe von Substanzen über den Urin ausspülen und den Körper reinigen. Heiße Tees können Schwitzen und Fieber auslösen.

Bei Husten kann ein Zwiebelwickel helfen. Mixe eine halbe, mittelgroße Zwiebel in einem Mixer mit gerade so viel Wasser, dass eine Paste entsteht. Verteile es so auf einem Papiertuch, dass die Zwiebel der Sandwichfüller und das Papiertuch das Brot ist, so dass ein Papiertuch außen und die Zwiebel innen liegt. Lege den Zwiebelwickel auf die Brust und wickle ihn dann mit Plastikfolie ein und befestigen ihn. Mit einem engen T-Shirt und dann mit einem Flanell oder dicken Pullover bedecken und über Nacht einwirken lassen. Morgens abnehmen und abwaschen.27)

Heisse und kalte Umschläge auf der Brust sind eine ausgezeichnete Behandlung für Husten. Angesichts der Lungenschädigung bei fortgeschrittenem COVID-19 ist dies sicherlich eine sehr angebrachte Behandlung. Während der Spanischen Grippe-Pandemie war diese Behandlung Teil eines erfolgreichen Behandlungsskonzeptes.28) Platziere einen heißen Umschlag für 3 Minuten, gefolgt von einem Handtuch, das für eine Minute in Eiswasser getaucht wurde. 5-7 mal wiederholen. Um die Wirkung zu verstärken, lege während der Behandlung ein heißes Umschlag- oder Wärmekissen auf den Rücken und die Füße in ein Becken mit heißem Wasser, wobei man darauf achte, alle 5 Minuten heißes Wasser hinzuzufügen. Beende die Behandlung, indem du den Körper mit einem kalten Tuch abreibst und sofort trocknest. Bei Bedarf 2-3 mal täglich wiederholen.

Die Dampfinhalation ist eine weitere interessante Behandlung zur Verbesserung der Schleimausscheidung und zur Reinigung der Lunge. Es gibt handelsübliche Dampfinhalatoren, oder man kann einfach ein Leintuch über einen Topf mit kochendem Wasser ziehen. Gib nach Belieben ein paar Tropfen Pfefferminz- oder Eukalyptusöl hinzu. Um den Husten zu behandeln, kannst du auch ein paar Tropfen Eukalyptusöl mit Honig mischen. Verwende etwa einen Tropfen für jeden Esslöffel. vielleicht findest du sogar rohen Eukalyptushonig, der alle positiven Eigenschaften des Pollens der Eukalyptusbäume enthält.

Wenn der Patient noch stark genug ist, können weiterhin 2-3 mal täglich heiße Fußbäder gemacht werden. Gerade bei länger anhaltendem Fieber kann der Patient so schwach werden, dass er nicht ausreichend auf den Hitzereiz reagieren kann. In diesem Fall sind die heissen und kalten Umschläge die bessere Option.

Was während der frühen Behandlung vermieden werden soll, sind fiebersenkende und entzündungshemmende Medikamente (wie Ibuprofen, Parecetamol, Diclofenac, Loratadin), Antibiotika und Kortikosteroide, da sie das Immunsystem schwächen.

Wenn sich die Krankheit verschlimmert

Wenn du Kurzatmigkeit oder blaue Lippen entwickelst, ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass die Krankheit die Lunge befallen hat. In diesem Fall muss ärztliche Hilfe aufgesucht werden. Um die Atmung zu erleichtern, wird Sauerstoff zugeführt. Das hilft sicherzustellen, dass der Sauerstoffgehalt im Blut nicht absinkt und andere Komplikationen verursacht. Wenn du ein Hilfsmittel wünscht, um deine Situation für dich selbst zu bewerten, dann ist der Erwerb eines Oximeters sinnvoll. Wenn deine Sauerstoffsättigung im Blut über 95 % liegt, geht es dir gut und es liegt keine Lungenfunktionsstörung vor. Wenn die Sättigung unter 90 % sinkt, benötigst du möglicherweise zusätzlichen Sauerstoff. Die Höhenlage in den Bergen kann zu einer etwas geringeren Sauerstoffsättigung führen.

Oximeter - Photo by Stanley Ng from Pexels

Es ist wichtig festzuhalten, dass es bei fortgeschrittenen COVID-19-Patienten kaum wirksame medikamentöse Behandlungen gibt. Die WHO veranlasste eine ziemlich große Studie mit vier der vielversprechendsten Behandlungsoptionen und kam zu dem Schluss, dass keine von ihnen, nicht einmal das teure antivirale Medikament Remdesvir, einen statistisch signifikanten Nutzen bei Krankenhauspatienten zeigte.29) Einige vorläufige Studien zeigen jedoch vielversprechende Ergebnisse für Proxalutamid30) und einige andere Medikamente zur Behandlung von COVID-19 im Spätstadium.

Bisher konzentriert sich die Behandlung ausschließlich auf den Umgang mit den Symptomen. Neben der Sauerstoffgabe werden normalerweise Kortikosteroide verschrieben, um den Zytokinsturm zu reduzieren. Dies ist wichtig, um die Schädigung der Lunge im akuten Stadium zu begrenzen. Man beachte bitte, dass Kortikosteroide erst dann empfohlen werden, wenn der Patient anfängt, Lungenschäden zu zeigen, und ein erheblicher Zytokinsturm eingesetzt hat.31) Vor diesem Punkt würde es nur die Immunantwort ohne Notwendigkeit beeinträchtigen. Auch wenn Kortikoide die Aktivität des Immunsystems unterdrücken, sollten die Bemühungen um eine Stärkung der Immunität fortgesetzt werden, da dies der einzige Mechanismus ist, der das Virus bekämpft und echte Heilung der Krankheit fördert. Insbesondere Vitamin D hat nachweislich eine immunmodulierende Wirkung, verbessert die allgemeine Immunität und hilft zugleich, den Zytokinsturm zu reduzieren.

In Bezug auf den Thromboseschutz könnte N-Acetylcystein (NAC) eine interessante Option sein. Mehrere Studien zeigen, dass NAC in verschiedenen Situationen die Bildung von Thrombosen reduzieren kann. Obwohl mir keine spezifischen Studien bekannt sind, die seine Wirksamkeit im Falle von COVID-19 belegen, kann man mit Sicherheit den Schluss ziehen, dass die beteiligten Mechanismen auch für diese Krankheit gelten würden.32)

Das Advent Health-Krankenhaus in Ocala, FL, hat ein Behandlungsprotokoll entwickelt, das sie ICAM getauft haben. Es ist ein Akronym für die 4 verschiedenen Behandlungskomponenten. I steht für Immunsupport, welches in Form von Vitamin C und Zink Supplementation gegeben wurde. C steht für Kortikosteroide, die verwendet wurden, um Entzündungen einzudämmen. A steht für Antikoagulanzien zur Verhinderung der Blutgerinnung und M für Makrolide (Makrolaktone) zur Bekämpfung von Infektionen. In ihrem eigenen Krankenhaus haben sie mit diesem Behandlungsprotokoll eine Überlebensrate von 96,4 % erreicht. Wie bei anderen Behandlungen greift es nicht das eigentliche Virus an, sondern behandelt erfolgreich COVID-19-Symptome und gibt dem Immunsystem zusätzliche Zeit, um zu reagieren. Weitere Studien zeigten angeblich keine Vorteile im Vergleich zum Standardbehandlungsprogramm, aber ich würde es dennoch als interessantes Protokoll für Krankenhauspatienten betrachten.33)

Rekonvaleszenz

Vor allem wenn Lungenschäden aufgetreten sind, ist Müdigkeit ein häufiges Symptom in der Genesungsphase. In einer Studie mit COVID-19-Patienten, die ins Krankenhaus eingeliefert wurden, berichteten mehr als die Hälfte sogar 2 Monate nach der Genesung über Müdigkeit.34) Eine andere Studie ergab, dass 55% der Patienten ein abnormales EKG hatten, daher sollte auf jeden Fall das Herz überprüft werden, wenn Müdigkeit verspürt wird.35)

Wenn du unter Müdigkeit leidest, musst du die Arbeit während dieser Erholungsphase begrenzen. Wer in dieser Phase über seine Kräfte geht, kann einen Rückfall, eine Art Sekundärinfektion oder eine andere Art von Komplikation provozieren. In manchen Fällen kann Physiotherapie zur Genesung beitragen. Beginne auf jeden Fall mit leichten Übungen und steigere sie. Gehe früh ins Bett und achte gut auf deine Gesundheit. Verbringe viel Zeit im Freien an der frischen Luft und bei Sonnenschein. Achte darauf, der Witterung entsprechende Kleidung zu tragen, um ein kalte Gliedmaßen zu vermeiden.

Setze einen Schwerpunkt auf eine entzündungshemmende Ernährung. Nimm viel Obst und Gemüse zu dir. Vermeide gesättigte Fette und erhöhe die Menge an Omega-3-Fettsäuren in deiner Ernährung. Leinsamen und Chia gehören zu den besten Quellen. Wenn Medikamente eingenommen wurden, ist es auf jeden Fall empfehlenswert, eine Zeitlang Probiotika zu verwenden, um die Darmflora zu verbessern.

Eine Supplementierung mit NAC (N-Acetyl L-Cystein) scheint bei der Erholung von Müdigkeit nützlich zu sein. Eine tägliche Wechseldusche kann hilfreich sein, um die Abwehrkräfte zu stärken und die Durchblutung anzuregen, was wiederum den Heilungsprozess beschleunigt. Eine fröhliche Geisteshaltung kann auch Wunder bewirken. Der Einfluss von Gedanken und Einstellungen auf unsere Gesundheit ist größer als wir denken.

Schlussfolgerung

Die Behandlung von COVID-19 variiert, je nach Stadium der Krankheit, definitiv stark. Der Hauptfokus liegt darauf, Symptome und Nebenwirkungen der Krankheit zu behandeln und dem Immunsystem ausreichend Zeit für seine Arbeit zu geben. Bei älteren Patienten dauert es länger, bis die Immunantwort einsetzt, was den Krankheitsverlauf verschlimmert und die Erholungszeit verlängert.

Als roten Faden sehen wir die Bedeutung eines starken Immunsystems in allen Phasen der Erkrankung. Am Ende ist nur das Immunsystem in der Lage, das Virus abzuwehren und die Krankheit wirklich zu heilen. Um dir dabei zu helfen, eine starke Immunität zu haben und auf das Virus vorbereitet zu sein, haben wir die Coronavirus Immunity Challenge für dich vorbereitet (Bis jetzt nur in Englisch verfügbar). Mache jetzt mit und erfahre, was du tun kannst, um dich optimal vor dem weltweit kursierenden Coronavirus zu schützen.

Martin Neumann

Martin Neumann

Martin Neumann hat in 1998 in Wildwood Lifestyle Center & Hospital an einen Kurs für Gesundheitsberatung teilgenommen. Seitdem hat er rund um die Welt Vorträge und Kurse über gesunde Lebensweise und natürliche Heilmethoden gehalten. Er ist der Gründer von dem Abundant Health Netzwerk.


Ein Artikel von RundumGesund.org

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